Dieser Beitrag soll Probleme bei der gesundheitlichen Situation und Versorgung von Asylsuchenden und Flüchtlingen in Deutschland und Strategien zur Verbesserung des Impfstatus und damit zur Prävention von Infektionskrankheiten aufzeigen.
Geflüchtete und Asylsuchende gehören zu den gesundheitlich besonders belasteten Personengruppen in Deutschland. Sie leiden unter den Folgen der mangelhaften Versorgung in den Gesundheitssystemen im Herkunftsland. Darüber hinaus sind Geflüchtete häufig aufgrund der Umstände ihrer Flucht traumatisiert. Außerdem sind sie durch den prekären Aufenthaltsstatus in Deutschland besonderen Belastungen ausgesetzt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Gesundheitliche Situation von Geflüchteten und Asylsuchenden in Deutschland
2.1 Anzahl und Herkunft der Asylantragsteller im Jahr 2016
2.2 Gesundheitssituation bei Aufnahme (Erstaufnahmeuntersuchung)
2.3 Daten zur gesundheitlichen Situation bezogen auf Infektionskrankheiten
3 Herausforderung für Public Health
3.1 Maßnahmen zur besseren Prävention von Infektionskrankheiten zum Beispiel Verbesserung des Impfstatus
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die gesundheitliche Situation und Versorgung von Asylsuchenden und Flüchtlingen in Deutschland, um Public-Health-Herausforderungen zu identifizieren und Strategien zur Prävention von Infektionskrankheiten durch einen verbesserten Impfstatus aufzuzeigen.
- Analyse der demografischen Struktur und Herkunft von Asylsuchenden.
- Evaluation der Erstaufnahmeuntersuchungen in den verschiedenen Bundesländern.
- Identifikation spezifischer gesundheitlicher Risiken durch Infektionskrankheiten.
- Konzeptualisierung von Verbesserungen bei Impfstrategien und Präventionsmaßnahmen.
Auszug aus dem Buch
2.3 Daten zur gesundheitlichen Situation bezogen auf Infektionskrankheiten
Infektionskrankheit wird laut Springer Lexikon folgend definiert:
„Ansteckende Krankheit oder Erkrankung, die durch direkten oder indirekten Kontakt von einem Menschen auf einen anderen oder von einem Tier auf einen Menschen übertragen werden kann“ (Springer Lexikon 2002, S. 477).
Da vermutlich hauptsächlich junge, relativ gesunde Männer Deutschland erreichen, treten schwerwiegende importierte Infektionskrankheiten sehr selten auf (RKI 2015). Als Prävalenz wird die Häufigkeit einer Erkrankung in einem bestimmten Zeitraum in einer bestimmten Population bezeichnet.
Asylsuchende können hier in Deutschland an den gleichen Infektionen erkranken wie die deutsche Bevölkerung. Es wird angenommen, dass wegen der schwierigen Lebensbedingungen in ihren Herkunftsländern, auf dem langen Fluchtweg, unzureichender gesundheitlicher Versorgung vor und während der Flucht aber auch wegen der höheren Prävalenz bestimmter Krankheiten in den Herkunftsländern Asylsuchende empfänglicher für bestimmte Infektionskrankheiten sind.
Das wird zusätzlich gesteigert durch die Unterbringung in räumlich beengten Massenunterkünften hier in Deutschland.
Ob diese Vernutung stimmt, kann nicht eindeutig beurteilt werden, da Screening - Programme (zeit- und kostengünstige Suchtests) in den Bundesländern in unterschiedlichem Umfang durchgeführt werden, bzw. die Datenübermittlung an das Robert – Koch – Institut erst seit Ende 2015 geregelt erfolgt oder keine Vergleichsdaten zur deutschen Bevölkerung existieren.
Unter den Asylsuchenden wurde in verschieden Studien Hepatitis B und C, sowie Lungentuberkulose festgestellt.
Meldungen über Ausbrüche von Infektionskrankheiten in Gemeinschaftsunterkünften von Asylsuchenden zeigen Häufungen von folgenden Erkrankungen: Windpocken, Skabies (Krätze), Masern, Tuberkulose, Magen – Darm – Infektionen (RKI 2017, S. 32).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Anstieg der Asylanträge 2016 und verdeutlicht die damit einhergehende Herausforderung für das deutsche Public-Health-System.
2 Gesundheitliche Situation von Geflüchteten und Asylsuchenden in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die Definition von Flüchtlingen sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Bedeutung der Erstaufnahmeuntersuchung.
2.1 Anzahl und Herkunft der Asylantragsteller im Jahr 2016: Es wird die demografische Verteilung der Antragsteller anhand von Daten des BAMF dargestellt, um auf die gesundheitliche Vorbelastung der Herkunftsregionen zu schließen.
2.2 Gesundheitssituation bei Aufnahme (Erstaufnahmeuntersuchung): Das Kapitel thematisiert die mangelnde Standardisierung bei Erstaufnahmeuntersuchungen und die Schwierigkeiten bei der Erfassung des Gesundheitszustandes.
2.3 Daten zur gesundheitlichen Situation bezogen auf Infektionskrankheiten: Es wird analysiert, inwiefern Fluchtbedingungen und Unterbringungssituationen das Risiko für Infektionskrankheiten beeinflussen.
3 Herausforderung für Public Health: Hier werden die strukturellen Probleme der medizinischen Versorgung sowie die Gefährdungspotenziale durch unzureichende Betreuung aufgezeigt.
3.1 Maßnahmen zur besseren Prävention von Infektionskrankheiten zum Beispiel Verbesserung des Impfstatus: Das Kapitel diskutiert bundeseinheitliche Standards und STIKO-Empfehlungen zur Optimierung des Impfschutzes und der Prävention.
Schlüsselwörter
Public Health, Asylsuchende, Flüchtlinge, Gesundheitssystem, Infektionskrankheiten, Impfstatus, Erstaufnahmeuntersuchung, Prävention, STIKO, Migrationsgesundheit, Asylbewerberleistungsgesetz, Epidemiologie, Impfempfehlung, Infektionsschutzgesetz, Gesundheitsversorgung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den Anforderungen an das deutsche Public-Health-System durch die gestiegene Zahl von Geflüchteten und die damit verbundenen gesundheitlichen Versorgungslücken.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?
Die zentralen Felder umfassen die gesundheitliche Ausgangslage bei Ankunft, die Problematik von Infektionskrankheiten und die Notwendigkeit flächendeckender Versorgungsstandards.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Strategien aufzuzeigen, wie durch eine Verbesserung des Impfstatus und standardisierte Erstaufnahmeuntersuchungen die Prävention von Infektionskrankheiten optimiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Berichten offizieller Behörden wie des BAMF und des RKI, um den aktuellen Wissensstand zu synthetisieren.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die unterschiedlichen Regelungen in den Bundesländern, die epidemiologische Einordnung von Infektionsrisiken in Gemeinschaftsunterkünften und spezifische Handlungsempfehlungen für Impfungen.
Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis essenziell?
Wichtige Begriffe sind Public Health, Erstaufnahmeuntersuchung, Impfstatus und die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen wie das Asylgesetz.
Warum stellt die fehlende Standardisierung ein Problem dar?
Die fehlende Standardisierung erschwert die Datenerhebung und damit den wissenschaftlichen Vergleich, was eine effektive, schutzorientierte Steuerung von Gesundheitsmaßnahmen in den verschiedenen Bundesländern behindert.
Wie bewertet der Autor die Situation bezüglich Hepatitis B und C?
Der Autor weist auf die höhere Prävalenz in Herkunftsländern hin und diskutiert kontrovers, ob eine generelle Immunisierung notwendig ist oder ob andere präventive Maßnahmen ausreichen.
Welche Rolle spielen unbegleitete minderjährige Asylsuchende?
Für diese Gruppe sieht das Jugendamt gem. § 42 SGB VIII eine besondere Fürsorgepflicht vor, die auch die notwendigen Entscheidungen hinsichtlich ärztlicher Behandlungen und Impfungen umfasst.
- Arbeit zitieren
- Nico Günther-Gottschalg (Autor:in), 2017, Herausforderungen von Public Health im Kontext von Flucht und Gesundheit. Prävention von Infektionskrankheiten und Verbesserung des Impfstatus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1281208