Der Fachkräftemangel spielt heutzutage eine immer bedeutendere Rolle in der Hotellerie und Gastronomie. Seit Beginn der Pandemie ist in der Hotel- und Gastronomiebranche die Anzahl der Beschäftigten in Deutschland um 11,6 Prozent zurückgegangen. Gründe dafür sind die weitverbreiteten unüblichen Arbeitszeiten und Beschäftigungsverhältnisse, denn die vergleichsweise schlechte Vergütung und die langen, wechselhaften Arbeitszeiten, machen die Berufe in dem Hotelgewerbe wenig attraktiv.
Für die meisten Hotelbetriebe ist aus diesem Grund das Sourcing von Dienstleistungen ein immer wichtiger werdendes Thema geworden. Es kann dabei helfen Prozesse zu optimieren und um sich besser auf dem Markt zu positionieren. Allerdings hat das Sourcing nicht nur positive Effekte, sondern kann auch ein gewisses Konfliktpotential mit sich bringen. Wird das Steigenberger Hotel Treudelberg betrachtet, stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, gewisse Bereiche bzw. Prozesse auszulagern oder diese doch selbst im Unternehmen weiterzuführen. Für Unternehmen ist es in der aktuellen Lage wichtig, seine Prozesse zu überdenken und anzupassen beziehungsweise zu optimieren.
In Bezug auf die Problemstellung und dem gewählten Thema, stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, welche Auswirkungen das Out- und Insourcing von personalintensiven Servicedienstleistungen auf die Dienstleistungsqualität sowie den Fachkräftemangel in der Hotellerie hat. Ziel dieser Assistentenarbeit ist die Untersuchung dieser Frage.
Aus der beschriebenen Problemstellung und dem Thema "Out- und Insourcing personalintensiver Servicedienstleistungen in der Hotellerie – Eine kritische Analyse der Möglichkeiten und Grenzen vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels am
Beispiel des Steigenberger Hotel Treudelberg" leiten sich die folgenden Fragen ab: Welche Rolle spielt die Auslagerung von Dienstleistungen für ein Unternehmen? Wie treffen Unternehmen die Entscheidung, ob Out- oder Insourcing betrieben
wird? Welche Faktoren beeinflussen die Sourcingentscheidung? Stellt Sourcing eine Chance dar, um mit dem Problem des Fachkräftemangels umzugehen?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfragen
1.3 Gang der Untersuchung
1.4 Methodisches Vorgehen
2 Grundlagen und Definitionen
2.1 Hotelbranche
2.2 Fachkräftemangel
2.3 Outsourcing & Insourcing
2.3.1 Gründe & Ziele
2.3.2 Chancen & Risiken
3 Das Steigenberger Hotel Treudelberg
3.1 Vorstellung des Unternehmens Steigenberger Hotel Treudelberg
3.2 Ist-Analyse der Experteninterviews
3.3 Kritische Analyse der Sourcingentscheidungen
4 Fazit und Ausblick
4.1 Beantwortung der Forschungsfragen
4.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert kritisch die Auswirkungen von Outsourcing personalintensiver Servicedienstleistungen in einem Hotelbetrieb vor dem Hintergrund des aktuellen Fachkräftemangels am Beispiel des Steigenberger Hotel Treudelberg, um zu evaluieren, ob Sourcing-Entscheidungen zur Prozessoptimierung beitragen oder qualitative Risiken bergen.
- Analyse der Ursachen und Folgen des Fachkräftemangels in der Hotellerie
- Theoretische Untersuchung von Outsourcing- und Insourcing-Konzepten
- Empirische Ist-Analyse der Sourcing-Strategien in verschiedenen Hotelbereichen
- Evaluierung der Auswirkungen von Outsourcing auf Dienstleistungsqualität und Personalstruktur
- Diskussion über das Spannungsfeld zwischen Effizienzsteigerung und Prozesskontrolle
Auszug aus dem Buch
2.3 Outsourcing & Insourcing
Der allgemeine Begriff Outsourcing ist in der heutigen Zeit weitverbreitet, trotzdem gibt es weder in der Theorie noch in der Praxis einen definierten Begriff, der sich durchgesetzt hat. Der Begriff Outsourcing findet seinen Ursprung im Englischen und setzt sich aus „outside“, „resource“ und „using“ zusammen. Im Deutschen bedeutet Outsourcing sinngemäß „Nutzung unternehmensexterner Quellen“. Es ist darunter die teilweise oder vollständige Auslagerung von Aufgabengebieten zu verstehen, die ursprünglich einmal unternehmensintern erbracht wurden. Alle Regelungen mit dem Outsourcing-Partner werden durch ein individuelles Vertragsabkommen festgehalten. Der Vertrag beinhaltet zum Beispiel die Laufzeit und welche Vermögensteile, Daten und Mitarbeiter an den Dienstleister übertragen werden.
Nach Ablauf der Vertragszeit besteht die Möglichkeit, die vorübergehend ausgelagerte Leistung, wieder in das Unternehmen einzugliedern. Dieser Vorgang wird auch als Insourcing bezeichnet. Weitere Gründe für eine Wiedereingliederung können Veränderungen des Arbeitsmarktes oder der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens sein. Für Unternehmen gewinnt Outsourcing immer mehr an Bedeutung, thematisiert wird die Auslagerung von Bereichen wie zum Beispiel Finanzierung und Buchhaltung schon bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Die erste bewusste Outsourcingentscheidung ist auf Eastman Kodak im Jahr 1989 zurückzuführen. Kodak hatte mit einer Outsourcingpartnerschaft IT-Prozesse an Externe übertragen. Ab der 1990er-Jahre wurde zusätzlich die Auslagerung von Rechnungswesen zunehmend attraktiver.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Problemstellung durch den Fachkräftemangel im Gastgewerbe und leitet die Forschungsfragen sowie den methodischen Aufbau der Untersuchung her.
2 Grundlagen und Definitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie Hotellerie, Fachkräftemangel sowie die theoretischen Ansätze und Arten von Outsourcing wissenschaftlich definiert und erläutert.
3 Das Steigenberger Hotel Treudelberg: Dieses Kapitel stellt das untersuchte Fallbeispiel vor, analysiert die realisierten Outsourcing-Maßnahmen in verschiedenen Abteilungen und diskutiert die kritischen Sourcingentscheidungen.
4 Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Beantwortung der Forschungsfragen und beleuchtet die zukünftige Relevanz von Sourcing-Strategien unter dem Aspekt des demografischen Wandels.
Schlüsselwörter
Outsourcing, Insourcing, Hotellerie, Fachkräftemangel, Dienstleistungsqualität, Prozessoptimierung, Steigenberger Hotel Treudelberg, Personalmanagement, Personaldienstleistungen, Wettbewerbsfähigkeit, Servicedienstleistung, Kooperation, Qualitätskontrolle, Arbeitseffizienz, Branchenanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie ein Hotelbetrieb durch Outsourcing von Servicedienstleistungen auf den Fachkräftemangel reagieren kann und welche Auswirkungen dies auf Qualität und Prozesse hat.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentral sind der Fachkräftemangel im Gastgewerbe, die theoretischen und praktischen Konzepte von Outsourcing und Insourcing sowie die qualitative Analyse von Experteninterviews.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, unter welchen Bedingungen die Auslagerung von Hotelprozessen sinnvoll ist und wie sich dies auf die Dienstleistungsqualität sowie die Mitarbeiterführung auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine qualitative Untersuchung durchgeführt, die auf Experteninterviews mit fünf Mitarbeitern des Steigenberger Hotel Treudelberg sowie einer ergänzenden Literaturanalyse basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die spezifischen Outsourcing-Entscheidungen im Housekeeping, in der Küche, im Golfbereich und im Service detailliert dargestellt und kritisch hinterfragt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Kernbegriffe sind Outsourcing, Fachkräftemangel, Hotellerie, Prozessoptimierung, Dienstleistungsqualität und Personaleffizienz.
Warum wurde gerade das Steigenberger Hotel Treudelberg als Beispiel gewählt?
Das Hotel dient als konkretes Praxisbeispiel, an dem bereits verschiedene Outsourcing-Strategien – vom Housekeeping bis zur Küche – implementiert wurden, was eine fundierte Analyse ermöglicht.
Welche Rolle spielt der Fachkräftemangel für das Outsourcing?
Der Fachkräftemangel zwingt Betriebe aufgrund von Personalengpässen dazu, Prozesse auszulagern, um die Betriebsfähigkeit aufrechtzuerhalten, auch wenn dies mit Einbußen bei der Prozesskontrolle verbunden sein kann.
Wie lautet das Fazit zur Auslagerung in der Küche?
Das Outsourcing in der Küche brachte zwar Synergien und Zuverlässigkeit, führte jedoch aufgrund mangelnder Identifikation der Leihkräfte mit dem Betrieb zu Kontrollverlusten und einer teils gesunkenen Dienstleistungsqualität.
Gibt es einen Wunsch zur Re-Insourcing-Strategie?
Ja, in den Abteilungen Golf, Rezeption und Küche besteht teilweise das Interesse, Prozesse wieder selbst zu führen, da eigenes, festangestelltes Personal erfahrungsgemäß flexibler und effektiver arbeitet.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2022, Out- und Insourcing personalintensiver Serviceleistungen in der Hotellerie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1281253