Der Hauptkonflikt der Harry Potter Bücher handelt von dem feindlichen Verhältnis zwischen dem jungen Zauberer Harry und dem, ihm gegenübergestellten, Antagonisten „Lord Voldemort“, welcher Harrys Eltern tötete, als dieser selbst noch ein Säugling war.
Ein anderer wichtiger Aspekt des gesamten Handlungsverlaufs ist die – von Anfang an herrschende - Rivalität zwischen den verschiedenen Häusern Hogwarts. Dort besteht der größte Konflikt zwischen den Bewohnern der Häuser Gryffindor und Slytherin.
Das Haus Gryffindor repräsentiert stetig „das Gute“ einer Gesellschaft, während das Haus der Slytherin in jedem Konflikt stereotypisch „das Böse“ verkörpert.
Um herauszufinden, warum das so ist und warum eine solche Stigmatisierung eine so elementare Rolle einnimmt, beschäftigt sich meine Facharbeit mit der Frage, inwiefern das klare Stigma zwischen „Gut“ und „Böse“ in Harry Potter vergleichbar mit der realgesellschaftlichen Bedeutung dieser beiden Werte ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Verständnis von „Gut“ und „Böse“
3. Der Dualismus zwischen „Gut“ und „Böse“
4. Das Konzept der Häuser in Harry Potter
4.1 Der Zuordnungsprozess
4.2 Rivalitäten
5. Das Haus der Slytherin
5.1 Hausinformationen
5.2 Charaktereigenschaften
6. Das Haus der Gryffindor
6.1 Hausinformationen
6.2 Charaktereigenschaften
7. Die Verankerung des „Guten“ und „Bösen“ innerhalb unserer Gesellschaft
8. Die Ökonomie des Bösen
9. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Facharbeit untersucht, inwiefern die klare Stigmatisierung und der dualistische Konflikt zwischen „gut“ und „böse“ in der Harry-Potter-Heptalogie mit der realgesellschaftlichen Wahrnehmung und Bedeutung dieser moralischen Kategorien vergleichbar sind.
- Theoretische Auseinandersetzung mit dem philosophischen und religiösen Dualismus von Gut und Böse.
- Analyse des Hogwarts-Schulsystems als Mikrokosmos gesellschaftlicher Rollenverteilung.
- Untersuchung der spezifischen Charakteristika der Häuser Slytherin und Gryffindor.
- Einordnung der fiktiven Erzählung in den soziologischen und ökonomischen Kontext der modernen Gesellschaft.
- Reflexion über die Bedeutung von Moralvorstellungen für das individuelle und gesellschaftliche Zusammenleben.
Auszug aus dem Buch
5. Das Haus der Slytherin
Über den gesamten Handlungsverlauf hinweg wird das Haus der Slytherin als das schlimmste aller Häuser dargestellt, in welches stereotypisch alle „bösen“ Zauberschüler gehören. Direkt zu Beginn des ersten Buches wünscht sich der Protagonist Harry Potter, bei der Zuordnungszeremonie, ausdrücklich nicht in das Haus der Slytherin zugeordnet zu werden. Da Harry Potter, welcher selbst dem Haus der Gryffindor zugeordnet wird, als Protagonist den Helden verkörpert und somit den zentralen Fokus der Buchserie einnimmt, projiziert sich von Beginn an eine sehr Gryffindor positive Sichtweise. Dies führt nun automatisch dazu, dass die Leser das Haus Gryffindor und seine Mitglieder favorisieren und dieses den der Slytherin vorziehen.
„Besser Hufflepuff als Slytherin. [...] Die Hexen und Zauberer, die böse wurden, waren allesamt in Slytherin. Du-weißt-schon-wer war einer davon.“ sagte Hagrid bereits zu Harry, ebenfalls im ersten Buch.
„...we’re not bad people. We’re like our emblem, the snake: Sleek, powerful, and frequently misunderstood.“
In diesem Willkommensbrief an die Mitglieder des Hauses Slytherin spricht Gemma Farley ein weitverbreitetes Vorurteil an; Das Haus der Slytherin wird von außen grundsätzlich stereotypisch betrachtet und alle Mitglieder werden in eine feste Rolle stigmatisiert. Sie werden automatisch als „böse“ angesehen, welches laut Aussage ihrerseits falsch ist. Um beurteilen zu können, ob eine solche Stigmatisierung richtig ist und ob die Slytherin unrechtmäßig als „böser“ Teil der Gesellschaft angesehen werden, muss das Haus und die typischen Charaktereigenschaften seiner Mitglieder genauer betrachtet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des ewigen Konflikts zwischen Gut und Böse und dessen Relevanz in Literatur sowie der Harry-Potter-Reihe.
2. Das Verständnis von „Gut“ und „Böse“: Philosophische und begriffliche Definition der beiden Pole als abstrakte Konstrukte menschlicher Wertung.
3. Der Dualismus zwischen „Gut“ und „Böse“: Untersuchung der historischen und religiösen Wurzeln des Dualismus und dessen Wirken auf das moderne Weltbild.
4. Das Konzept der Häuser in Harry Potter: Darstellung des Schulsystems in Hogwarts als Instrument zur moralischen Einordnung durch Farben, Wappen und Eigenschaften.
5. Das Haus der Slytherin: Analyse der Stigmatisierung dieses Hauses und der realen Eigenschaften seiner Mitglieder jenseits der Vorurteile.
6. Das Haus der Gryffindor: Beleuchtung des Hauses als moralisches Idealbild der Serie und der damit verbundenen Heldenrolle.
7. Die Verankerung des „Guten“ und „Bösen“ innerhalb unserer Gesellschaft: Diskussion über die Notwendigkeit von moralischen Kategorien für das menschliche Zusammenleben.
8. Die Ökonomie des Bösen: Analyse der Vermarktung des „Bösen“ als Erfolgsfaktor für populäre Medienformate.
9. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Bestätigung der Kohärenz zwischen fiktionalem Konflikt und realer Wahrnehmung.
Schlüsselwörter
Harry Potter, Gut, Böse, Dualismus, Stigmatisierung, Gryffindor, Slytherin, Moral, Gesellschaft, Wertesystem, Identitätsbildung, Literaturanalyse, Philosophie, Hogwarts, Antagonist
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die philosophische und soziale Konstruktion von Gut und Böse unter besonderer Berücksichtigung der Harry-Potter-Buchreihe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören der Dualismus in der christlich geprägten Gesellschaft, die Internatsstruktur von Hogwarts und die soziologische Stigmatisierung von Gruppen.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Es soll geklärt werden, inwiefern die im fiktionalen Harry-Potter-Universum dargestellte Stigmatisierung von „gut“ und „böse“ auf reale gesellschaftliche Wahrnehmungsmuster übertragbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer literaturbasierten Analyse, die philosophische, theologische und soziologische Aspekte auf die erzählerischen Strukturen der Harry-Potter-Romane anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert das System der Hogwarts-Häuser (Gryffindor und Slytherin), die historische Entwicklung der Begriffe „Gut“ und „Böse“ sowie deren ökonomische Verwertung in modernen Medienproduktionen.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Neben Harry Potter sind die wichtigsten Begriffe Moral, Dualismus, Stigmatisierung sowie die Häuser Gryffindor und Slytherin.
Wie unterscheidet sich die Darstellung der Häuser Gryffindor und Slytherin moralisch?
Gryffindor wird durch den Protagonisten als „gute“, heldenhafte Gemeinschaft glorifiziert, während Slytherin stereotypisch als „böser“ Hort von dunklen Zauberern stigmatisiert wird.
Warum spielt das Haus Slytherin eine so zentrale Rolle für die Stigmatisierung innerhalb der Serie?
Slytherin dient als Projektionsfläche für das „Böse“. Durch die Verbindung mit Lord Voldemort und die negative Wahrnehmung durch den Helden Harry Potter werden alle Mitglieder des Hauses pauschal stigmatisiert.
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- Anonym (Author), 2022, Das Gute und das Böse einer Gesellschaft dargestellt in Harry Potter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1281260