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Hure oder Heilige? Die Überwindung der binären Opposition am Beispiel von Madonnas Musikvideoclip "Like a Virgin"

Title: Hure oder Heilige? Die Überwindung der binären Opposition am Beispiel von Madonnas Musikvideoclip "Like a Virgin"

Term Paper , 2007 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Lydia Prexl (Author)

Communications - Methods and Research Logic
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Es ist inzwischen gängige Lehrmeinung, dass Videoclips über ihre Funktion als reine Instrumente der Verkaufsförderung hinausgehen. Mit der Geburt des Fernsehsenders MTV im Jahre 1981 kam es zu einer intensiven Symbiose von Musikindustrie, Werbung, Fernsehen und Unterhaltung . Die bereits zuvor verschränkten Bereiche arbeiteten nun an einer Dauerwerbesendung für ein vorwiegend junges Publikum, welche unter dem Tarnmantel der Unterhaltung Werbe-Musikclips quasi endlos aneinanderreihte. Neumann-Braun spricht von einer „Ästhetisierung von Werbung und Konsum“ bei der Programm und Werbung zusammenfallen und zu einem werbestrategischen Mittel der Musikvermarktung verschmelzen. Mit der Konzeption des neuen Senders wurden laut Keazor und Wübbena „die einzelnen Clips in einen völlig neuen Kontext gerückt, der in der Folge entscheidend auf ihre Produktion und ihr Erscheinungsbild einwirken soll-te.“ In der Konsequenz wandte sich die Videoclip-Produktion ab von der standardisier-ten Fließbandproduktion hin zu der Entwicklung einer eigenständigen Kunstform. Vi-deoclips waren nicht länger Pausenfüller, sondern Mittel zur Karriereförderung und zur Steigerung des Bekanntheitsgrads. Um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden und einen eigenen Stil zu etablieren, kreierten einige Künstler und Bands komplexe Struk-turen aus Zeichen- und Verweissystemen, die weit über einen reinen Vermarktungsfilm hinausgehen. Bei diesen Formen des Musikvideos sind die Bilder ein vollwertiger Teil des Ganzen, sodass von Gesamtkunstwerken die Rede ist.
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht der aufmerksamkeitserregende Videoclip Like a Virgin von Madonna, welcher der damals noch unbekannten Sängerin einen enormen Popularitätsschub bescherte und ihren rasanten Aufstieg zum Megastar bewirkte. Das Video thematisiert die Rolle der Frau zwischen traditionellen und emanzipatorischen Geschlechterdarstellungen: Madonna schlüpft in die Rolle der unschuldigen Jungfrau und des koketten Luders zugleich. Like a Virgin verkörpert somit die kontrastierende Dichotomisierung der Frau in Hure und Heilige. Die vorliegende Arbeit untersucht die Fragestellung, inwieweit Madonna in ihrem Videoclip die Hure-Heilige-Dichotomie überwindet und somit ein neues Frauenbild jenseits tradierter patriarchaler Konstruk-te aufzeigt oder eben jene Konstrukte in affirmativer Weise fortführt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit

2. Das Phänomen Musikvideo

3. Das Phänomen Madonna

4. Geschlechterdarstellungen in Musikvideoclips nach Bechdolf

5. Textanalyse

6. Bildanalyse

7. Interpretation

8. Zusammenfassung der Ergbnisse

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht den Videoclip „Like a Virgin“ von Madonna unter der zentralen Forschungsfrage, inwieweit die Künstlerin durch ihre visuelle und inhaltliche Darstellung die binäre Opposition von „Hure“ und „Heiliger“ aufbricht oder durch tradierte patriarchale Rollenbilder verstärkt. Dabei steht die kritische Analyse der Konstruktion von Weiblichkeit im Zentrum.

  • Die theoretische Einordnung des Musikvideos als eigenständige Kunstform und Werbemedium.
  • Die Analyse des Phänomens Madonna und ihre Rolle als Ikone der ständigen Veränderung.
  • Die Anwendung des Modells von Ute Bechdolf zur Kategorisierung von Geschlechterdarstellungen in Musikvideos.
  • Ein vergleichender Text-Bild-Vergleich des Musikvideos zur Dekonstruktion von Frauenstereotypen.

Auszug aus dem Buch

Bildanalyse

Das Video zu Like a Virgin sorgte für viel Aufruhr. Shangai fasst zusammen: Zum ersten mal singt Madonna Like a Virgin – bekleidet mit verführerischen Dessous, die vom indiskreten Auge der Kamera äußerst vorteilhaft ins Bild gerückt werden. Ihre Interpretation entspricht ihrem Kostüm, sie sprengt geradezu den Bildschirm, lasziv und spröde zugleich, sie ist die rebellische Sängerin par excellence, ein echtes Phänomen. [...] Acht Singles werden aus dem Album [Like a Virgin] ausgekoppelt! Ein Rekord, den nur Michael Jackson übertrifft. Das Album steigt im Dezember 1984 auf Platz siebzig der Charts ein. Kaum zwei Monate später ist es die Nummer eins. Auch die Single Like a Virgin ist Nummer eins und bleibt es sieben Wochen lang. [...] Das Video wird auf allen Kanälen öfter als alle anderen gezeigt. Es ist der totale Triumph. Der Siegeszug ist nicht mehr aufzuhalten.

Im Gegensatz zum Text ist das Musikvideo zu Like a Virgin frech und Provokativ. Der Clip beginnt mit einem Blick auf die Skyline von New York. Vor dieser Kulisse nähert sich Madonna in einem Boot und springt ans Ufer. Verträumt blickt sie in den langsam aufkommenden Sternenhimmel. Es folgt ein Schnitt, welcher einen Ortswechsel nach Venedig markiert. Gleichzeitig setzt die Musik ein, sodass wir die folgenden Ereignisse als Tagtraum deuten können. Grigat stellt fest, dass sich diese Traumsequenz in zwei sich abwechselnde Bildebenen unterteilen lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in das Thema Musikvideo und Formulierung der Forschungsfrage bezüglich Madonnas Videoclip als Medium zur (Dekonstruktion) der Hure-Heilige-Dichotomie.

2. Das Phänomen Musikvideo: Erläuterung der ästhetischen Eigenschaften und der soziokulturellen Bedeutung von Musikvideos sowie ihrer Klassifizierung.

3. Das Phänomen Madonna: Analyse von Madonna als Pop-Phänomen, das durch ständigen Imagewandel und die Aura der Macht zur Identifikationsfigur avancierte.

4. Geschlechterdarstellungen in Musikvideoclips nach Bechdolf: Vorstellung des theoretischen Kategoriensystems nach Ute Bechdolf zur Untersuchung von Männlichkeit und Weiblichkeit im Musikfernsehen.

5. Textanalyse: Untersuchung des Liedtextes „Like a Virgin“ hinsichtlich der romantischen Thematik und der metaphorischen Bedeutung des Jungfräulichkeitsbegriffs.

6. Bildanalyse: Detaillierte Betrachtung der visuellen Bildebenen und Symbole im Video, die das Spannungsfeld zwischen den verschiedenen Frauenrollen verdeutlichen.

7. Interpretation: Synthese der Ergebnisse aus Text- und Bildanalyse, um Madonnas Beitrag zur Überwindung patriarchaler Geschlechterrollen zu bewerten.

8. Zusammenfassung der Ergbnisse: Abschließende Betrachtung, die Madonnas Erfolg in der Dekonstruktion von Stereotypen in diesem speziellen Clip und in ihrer weiteren Karriere bestätigt.

Schlüsselwörter

Madonna, Like a Virgin, Musikvideo, Hure-Heilige-Dichotomie, Geschlechterdarstellung, Feminismus, Patriarchat, Identitätswandel, visuelle Analyse, Textanalyse, Ute Bechdolf, Symbolik, Populärkultur, Gender-Konstruktion, Weiblichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die mediale Darstellung von Frauen in Musikvideos am Beispiel von Madonnas „Like a Virgin“ und analysiert, wie binäre Rollenbilder hinterfragt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Mittelpunkt stehen die Geschlechterforschung innerhalb der Musikvideokultur, die Dekonstruktion von Stereotypen wie „Hure“ und „Heilige“ sowie die ästhetische Gestaltung von Musikvideos.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob Madonna durch ihre Inszenierung traditionelle patriarchale Vorstellungen von Weiblichkeit reproduziert oder diese erfolgreich parodiert und dekonstruiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt einen methodischen Text-Bild-Vergleich, um die Diskrepanz zwischen der textlichen Aussage des Liedes und der visuellen Inszenierung im Video zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zum Musikvideo und Madonna, die Vorstellung des Bechdolf-Modells sowie die konkrete Analyse des Liedtextes und der visuellen Bildebenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Madonna, Hure-Heilige-Dichotomie, Geschlechterdarstellung, Dekonstruktion, Musikvideoästhetik und feministische Perspektiven.

Welche Rolle spielt der „Löwe“ in der Interpretation des Videos?

Der Löwe fungiert als zentrales Symbol für maskuline Sexualität und Männlichkeit, das durch die Löwenmaske des männlichen Gegenparts im Video mit Madonna verknüpft wird.

Wie trägt das „Modell Bechdolf“ zur Analyse bei?

Das Modell von Ute Bechdolf bietet den theoretischen Rahmen, um das Video in Kategorien wie „Tradition und Affirmation“ oder „Opposition und Rebellion“ einzuordnen und somit Madonnas subversive Strategien wissenschaftlich zu verorten.

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Details

Title
Hure oder Heilige? Die Überwindung der binären Opposition am Beispiel von Madonnas Musikvideoclip "Like a Virgin"
College
University of Mannheim
Grade
1,7
Author
Lydia Prexl (Author)
Publication Year
2007
Pages
26
Catalog Number
V128147
ISBN (eBook)
9783640349302
ISBN (Book)
9783640349036
Language
German
Tags
Hure Heilige Opposition Beispiel Madonnas Musikvideoclip Like Virgin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lydia Prexl (Author), 2007, Hure oder Heilige? Die Überwindung der binären Opposition am Beispiel von Madonnas Musikvideoclip "Like a Virgin", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128147
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