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Die Desillusionierung des amerikanischen Traums am Beispiel der Salesmen von Arthur Miller, David Mamet und Eugene O'Neill

Title: Die Desillusionierung des amerikanischen Traums am Beispiel der  Salesmen von Arthur Miller, David Mamet und Eugene O'Neill

Diploma Thesis , 2009 , 113 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lydia Prexl (Author)

American Studies - Literature
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Summary Excerpt Details

Der amerikanische Traum ist ein fest in der amerikanischen Kultur verwurzelter Mythos. Als gesamtgesellschaftliches Phänomen ist er so wirkungsmächtig, dass er Eingang in nahezu alle wichtigen Diskurse und Lebensbereiche gefunden hat und das amerikanische Selbstverständnis entscheidend beeinflusst. So äußert er sich insbesondere in einem unerschütterlichen Optimismus, dem Streben des Einzelnen nach Selbstverwirklichung und Individualität sowie der Vorstellung, jeder könne durch harte Arbeit zu Ruhm und Reichtum gelangen. Aus diesem Grund propagiert der amerikanische Traum Eigenschaften wie Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft, Ausdauer, Konkurrenzverhalten und Eigenverantwortlichkeit; und umfasst grundlegende amerikanische Werte wie Freiheit und Demokratie, Chancengleichheit, freier Wettbewerb, Erfolgsorientierung und das Recht auf Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.
Wie alle wichtigen soziokulturellen Erscheinungen findet auch der amerikanische Traum seinen Niederschlag in der Literatur. Und wie alle Träume ist auch der amerikanische Traum in erster Linie ein Traum und somit ein menschliches Konstrukt, welches als solches hinterfragt und mit der Wirklichkeit abgeglichen werden muss. Als Raum für Reflexion bietet die Literatur dabei einen geeigneten Rahmen, um den Mythos des amerikanischen Traums einer kritischen Würdigung zu unterziehen.
Eine Kritik am amerikanischen Traum äußert sich in der Literatur zumeist an bestimmten Verhaltensweisen von Figuren. Der Held steht dabei im Mittelpunkt des Interesses. Helden wie der Cowboy und Pionier, aber auch der self-made man, welche typischerweise mit dem amerikanischen Traum assoziiert werden, sind hierbei besonders geeignet, um die Diskrepanz zwischen Traum und Realität aufzuzeigen.
Ausgehend von dieser theoretischen Basis werden in den folgenden Kapiteln (4, 5 und 6) die Bühnenstücke untersucht. Das Vorgehen in Death of a Salesman und Glengarry Glen Ross wird dabei sehr ähnlich sein: Zunächst setzt sich die Arbeit mit der Erörterung der dem Drama zugrunde liegenden Auffassung des amerikanischen Traums auseinander.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Der Amerikanische Traum: Hintergrund und Kernelemente

2.1. Die Entstehungsgeschichte des amerikanischen Traums

2.1.1. El Dorado und Brave New World: Der mythische Traum

2.1.2. A City upon a Hill: Der religiöse Traum

2.1.3. Life, Liberty, and the pursuit of Happiness: Der politische Traum

2.2. Konstitutive Elemente des amerikanischen Traums

2.2.1. Freiheit und Gleichheit

2.2.2. Die amerikanische Frontier

2.2.3. Manifest Destiny

2.2.4. Melting pot

2.2.5. Der Erfolgmythos

2.3. Abschließende Bemerkungen zum amerikanischen Traum

3. Der Salesman als prototypischer amerikanischer Held

3.1. Relevante Urtypen amerikanischer Helden

3.1.1. Der Cowboy als Heldentypus des amerikanischen Traums

3.1.2. Der Geschäftsmann als Heldentypus des amerikanischen Traums

3.2. Gegenüberstellung

3.3. Der Salesman als Heldentypus des amerikanischen Traums

4. Death of a Salesman: Der Mythos des Erfolgs in der Kritik

4.1. Die Aufarbeitung des Erfolgsmythos

4.2. Das Scheitern des Willy Loman

4.3. Willys Scheitern – Eine Analyse

4.4. Exkurs: Der amerikanische Traum als narzisstischer Traum

4.5. Willys Scheitern – eine Absage an den Erfolgsmythos des amerikanischen Traums?

5. Glengarry Glen Ross: Der Mythos der Frontier in der Kritik

5.1. Die Aufarbeitung des Frontiermythos

5.2. Facetten des Scheiterns in Glengarry Glen Ross

5.3. Das Scheitern der Salesmen – Eine Analyse

5.4. Exkurs: Der amerikanische Traum als maskuliner Traum

5.5. Das Scheitern der Salesmen – eine Absage an den Frontiermythos des amerikanischen Traums?

6. O'Neills The Iceman Cometh: Der amerikanische Traum zwischen Illusion und Wirklichkeit

6.1. The Iceman Cometh als Welt der pipe dreams

6.2. Einbruch der Realität in die Traumwelt durch den Salesman

6.3. Das Scheitern des Theodore Hickman

6.4. Desillusionierung und alternative Strategien der Bewältigung

6.5. Der amerikanische Traum als pipe dream

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die kritische Auseinandersetzung mit dem "Amerikanischen Traum" in drei klassischen amerikanischen Theaterstücken, indem sie das Scheitern ihrer Protagonisten – allesamt als "Salesman" (Handlungsreisende/Vertreter) konzipiert – analysiert. Ziel ist es, den Illusionscharakter dieses Traums aufzuzeigen und zu ergründen, wie er trotz seiner systemischen Mängel und seines oft destruktiven Einflusses auf das Individuum eine solch machtvolle und langlebige Rolle im amerikanischen Selbstverständnis einnehmen konnte.

  • Historische und soziopolitische Fundierung des Amerikanischen Traums.
  • Der "Salesman" als literarische Synthese aus den Heldenbildern des "Cowboys" und des "Geschäftsmanns".
  • Psychologische und gesellschaftskritische Untersuchung von Erfolg, Scheitern und Illusion in Arthur Millers "Death of a Salesman".
  • Kritik an Kapitalismus und systemischer Korruption durch den "Frontiermythos" in David Mamets "Glengarry Glen Ross".
  • Die existenzielle Bedeutung von "pipe dreams" (Lebenslügen) in Eugene O’Neills "The Iceman Cometh".

Auszug aus dem Buch

3.3. Der Salesman als Heldentypus des amerikanischen Traums

Spätestens seit Arthur Millers Death of a Salesman hat sich der Salesman zu einem wichtigen heroischen Leitbild in der amerikanischen Literatur entwickelt. Zwar taucht der Salesman bereits im Gilded Age immer wieder in Romanen und Erzählungen auf; als "uniquely American mythic figure" etabliert er sich allerdings erst im 20. Jahrhundert.

Als zutiefst amerikanischer Held greift seine Figurenkonzeption dabei sowohl auf die literarische Figur des Cowboy als auch auf die Figur des Geschäftsmanns zurück. So kann der Held des Salesman als Synthese dieser beiden Leitbilder gesehen werden. Als stetig Reisender ist er ebenso wenig sesshaft wie der Cowboy. Er schätzt seine persönliche Freiheit und Unabhängigkeit und betritt wie der Cowboy häufig neues, unerforschtes Territorium, um Absatzmärkte für seine Produkte aufzutun. Im Kontakt mit den Kunden ist der Salesman – wie der Cowboy an der Besiedlungsgrenze – auf sich allein gestellt und muss sich auf sein Geschick und seine Intuition verlassen können. Auch in seinem Bedürfnis nach Unabhängigkeit, Grenzenlosigkeit und Selbstbestimmung ist er dem Cowboy sehr ähnlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung etabliert den Amerikanischen Traum als wirkungsmächtigen Mythos und führt den Salesman als prototypischen Helden ein, an dessen Scheitern der Illusionscharakter dieses Traums kritisch untersucht werden kann.

2. Der Amerikanische Traum: Hintergrund und Kernelemente: Dieses Kapitel erörtert die Entstehungsgeschichte des Traums aus mythischen, religiösen und politischen Dimensionen und definiert dessen fünf konstitutive Elemente: Freiheit und Gleichheit, Frontier, Manifest Destiny, Melting pot und Erfolgsmythos.

3. Der Salesman als prototypischer amerikanischer Held: Hier wird der Salesman als Synthese aus dem Cowboy (Frontier/Freiheit) und dem Geschäftsmann (Erfolg/Materialismus) hergeleitet, die beide zentrale, aber teils widersprüchliche Leitbilder der amerikanischen Identität repräsentieren.

4. Death of a Salesman: Der Mythos des Erfolgs in der Kritik: Das Kapitel analysiert den psychologischen und soziopolitischen Druck des Erfolgsmythos am Beispiel Willy Lomans, dessen narzisstische Persönlichkeit und falsche Leitbilder ihn in den Untergang führen.

5. Glengarry Glen Ross: Der Mythos der Frontier in der Kritik: Hier wird die kritische Auseinandersetzung mit dem Frontiermythos und den Auswirkungen eines radikalen, egozentrischen Kapitalismus auf die Salesmen in Mamets Immobiliendrama untersucht.

6. O'Neills The Iceman Cometh: Der amerikanische Traum zwischen Illusion und Wirklichkeit: Das abschließende Analysekapitel befasst sich mit der existenziellen Notwendigkeit von "pipe dreams" (Lebenslügen) und stellt die Frage, inwieweit der Amerikanische Traum selbst als solche Illusion anzusehen ist.

Schlüsselwörter

Amerikanischer Traum, Salesman, Erfolgsmythos, Frontiermythos, Death of a Salesman, Glengarry Glen Ross, The Iceman Cometh, Illusion, Realität, Kapitalismus, Maskulinität, Narzissmus, pipe dream, self-made man, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Scheitern des Amerikanischen Traums anhand der literarischen Figur des "Salesman" (Vertreters/Handlungsreisenden) in drei einflussreichen Theaterstücken des 20. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der Amerikanische Traum als soziokulturelles Konstrukt, die Konstruktion von Männlichkeit, die Auswirkungen des Kapitalismus auf das Individuum und die existenzielle Funktion von Lebenslügen (pipe dreams).

Was ist die Forschungsfrage?

Die Arbeit hinterfragt, wie der Amerikanische Traum durch die literarische Darstellung scheiternder "Salesmen" entlarvt wird und welche Rolle Illusionen für das menschliche Bestehen in einer leistungsorientierten Gesellschaft spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen des Amerikanischen Traums mit einer detaillierten Interpretation der ausgewählten Dramen verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Amerikanischen Traum, eine Definition des Salesman als Heldenfigur und eine spezifische Analyse der Dramen von Arthur Miller, David Mamet und Eugene O'Neill.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen "Amerikanischer Traum", "Erfolgsmythos", "Frontiermythos", "Narzissmus" sowie spezifische Konzepte wie "pipe dream" und "self-made man".

Inwiefern beeinflusst der "Frontiermythos" die Charaktere in Glengarry Glen Ross?

Der Mythos der Frontier fördert hier einen radikalen, unreflektierten Individualismus und ein Männlichkeitsethos, das Kooperation und Empathie als schwach abwertet, was die Charaktere in einen destruktiven Wettkampf treibt.

Warum betrachtet die Arbeit Eugene O'Neills "The Iceman Cometh" als Sonderfall?

Im Gegensatz zu den anderen Stücken, die spezifische ökonomische oder politische Aspekte kritisieren, nimmt O'Neills Werk eine allgemeinere, existenzielle Perspektive ein, in der das Scheitern nicht nur den Traumberuf, sondern das Leben an sich betrifft.

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Details

Title
Die Desillusionierung des amerikanischen Traums am Beispiel der Salesmen von Arthur Miller, David Mamet und Eugene O'Neill
College
University of Mannheim
Grade
1,3
Author
Lydia Prexl (Author)
Publication Year
2009
Pages
113
Catalog Number
V128151
ISBN (eBook)
9783640341979
ISBN (Book)
9783640342143
Language
German
Tags
Desillusionierung Traums Beispiel Salesmen Arthur Miller David Mamet Eugene Neill
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lydia Prexl (Author), 2009, Die Desillusionierung des amerikanischen Traums am Beispiel der Salesmen von Arthur Miller, David Mamet und Eugene O'Neill, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128151
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