Der Entwurf der folgenden Unterrichtsreihe befasst sich mit der Behandlung der Rotwelsch-Dialekte im Deutschunterricht. Zunächst soll durch die Sachanalyse ein Überblick über die relevanten Termini zur Einordnung der Rotwelsch-Dialekte gegeben werden. Anschließend soll die Beschäftigung mit der Thematik im Unterricht vor dem Hintergrund seiner Benennung im Kernlehrplan legitimiert werden. Danach werden die potenziellen Unterrichtsbedingungen, sowie darauffolgend das übergeordnete Lernziel der Unterrichtsreihe vorgestellt. Ferner wird die Unterrichtsreihe tabellarisch unter Einbezug der Lernziele der einzelnen Stunden präsentiert. In einem nächsten Schritt erfolgt die detaillierte Beschreibung der einzelnen Unterrichtsstunden. Abschließend wird ein Resümee gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Sachanalyse
3. Legitimation des Gegenstands – Kompetenzorientierung
4. Vorstellung der Unterrichtsreihe und seiner Lernziele
4.1. Lernziele der Unterrichtsreihe
4.2. Tabellarische Vorstellung der Unterrichtsreihe & der Lernziele einzelner Stunden
5. Vorstellung der potentiellen Unterrichtsbedingungen
6. Vorstellung der Unterrichtsstunden
6.1. Erste Stunde
6.1.1. Einstieg
6.1.2. Erste Erarbeitungsphase
6.1.3. Erste Sicherungsphase
6.1.4. Zweite Erarbeitungsphase
6.1.5. Zweite Sicherungsphase
6.2. Zweite und dritte Stunde
6.2.1. Einstieg
6.2.2. Erarbeitung
6.2.3. Sicherung
6.3. Vierte Stunde
6.3.1. Einstieg
6.3.2. Erarbeitung
6.3.3. Sicherung
7. Resümee
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Konzeption und methodische Begründung einer Unterrichtsreihe für die neunte Jahrgangsstufe eines Gymnasiums, die sich mit Rotwelsch-Dialekten als Form der Geheimsprache befasst. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Entwicklung sprachreflexiver Kompetenzen durch die Auseinandersetzung mit der Varietätenlinguistik und die daraus resultierende Sensibilisierung für die Standardsprache.
- Theoretische Fundierung von Soziolekten, Sondersprachen und Geheimsprachen.
- Legitimation des Themas durch die Kernlehrpläne für das Fach Deutsch in NRW.
- Detaillierte Unterrichtsplanung inklusive Lernzielen, Methoden und Medieneinsatz.
- Untersuchung von Sprachwandel, Wortbildungsmustern und sozialhistorischen Hintergründen.
- Transfer von linguistischen Erkenntnissen auf die heutige Alltagssprache der Schüler.
Auszug aus dem Buch
2. Sachanalyse
Die Rotwelsch-Dialekte sind den Geheim-, Gruppen und Sondersprachen zugehörig, die zusammen mit anderen Sprachvarietäten unter dem Oberbegriff Soziolekte zusammengefasst werden können. Für Soziolekte ist keine eindeutige Begriffsbestimmung existent, jedoch können diese im verbreitetsten Sinne als Ausprägungen einer Sprache, die sich deutlich von der Standardsprache unterscheiden, aber auf gemeinsamen grammatischen, lexikalischen und semantischen Grundlagen basieren und nicht an Regionen oder Situationen gebunden sind, definiert werden (vgl. Efing/Arich-Gerz 2017: 16).
Der Terminus Gruppensprache, der nach Efing/Arich-Gerz eine Unterform von Soziolekten darstellt und als übergeordneter Begriff von Sondersprachen bestimmt wird (vgl. ebd.: 21), soll aufgrund seiner weit fassbaren Definitionsmöglichkeiten nicht weiter erläutert werden.
Als Sondersprachen versteht Möhn alle sozialen, sachbezogenen, alters- und geschlechtsspezifischen Sprachformen (vgl. Möhn 1980: 384). Glück/Rödel zählen Jugend- und Berufssprachen damit ebenso zu den Sondersprachen, (vgl. Glück/Rödel 2016: 628), wohin gegen Efing/Arich-Gerz diese nicht als sondersprachliche Varianten, sondern als Jargons klassifizieren (vgl. Efing/Arich-Gerz 2017: 21). Zu den Sondersprachen werden nach Efing/Arich-Gerz Geheim-, Kontra/Protest- und formale/spielerische Sondersprachen gezählt (vgl. ebd.: 21).
Die Geheimsprachen, zu denen die Rotwelsch-Dialekte gehören, werden von Efing/Arich-Gerz, wie auch von Glück/Rödel, als Varianten der Sonder-, wie auch Gruppensprachen klassifiziert (vgl. ebd.: 21/ vgl. Glück/Rödel 2016: 225). Geheimsprachen inkludieren eine gruppenkonstituierende Funktion und intendieren die Ausgrenzung von Nicht-Sprechern durch deren eigentümlichen Wortschatz. Der gezielte Ausschluss von Nicht-Sprechern durch die Verwendung des spezifischen Vokabulars ist demnach das bedeutsamste Charakteristikum und Unterscheidungsmerkmal von Geheimsprachen im Vergleich mit anderen Sondersprachen (vgl. Glück/Rödel 2016: 225).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Umreißt das Ziel des Unterrichtsentwurfs zur Behandlung von Rotwelsch-Dialekten im Deutschunterricht und legt den systematischen Aufbau der Arbeit dar.
2. Sachanalyse: Definiert linguistische Fachbegriffe wie Soziolekte, Sondersprachen und Geheimsprachen, um eine theoretische Basis für die Untersuchung der Rotwelsch-Dialekte zu schaffen.
3. Legitimation des Gegenstands – Kompetenzorientierung: Begründet die Relevanz des Themas auf Basis der Kernlehrpläne für Deutsch in Nordrhein-Westfalen.
4. Vorstellung der Unterrichtsreihe und seiner Lernziele: Beschreibt die übergeordneten Lernziele für die Schüler sowie die tabellarische Übersicht der geplanten Unterrichtsphasen.
5. Vorstellung der potentiellen Unterrichtsbedingungen: Skizziert den Rahmen der Unterrichtsreihe in Bezug auf die Zielgruppe, Klassenstruktur und mediale Voraussetzungen.
6. Vorstellung der Unterrichtsstunden: Detaillierte Darlegung der vier Unterrichtsstunden, unterteilt in Einstieg, Erarbeitung und Sicherung.
7. Resümee: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet den Erfolg der Unterrichtsreihe zur Förderung der Sprachreflexion.
Schlüsselwörter
Rotwelsch, Geheimsprache, Sondersprache, Soziolekt, Sprachreflexion, Sprachdidaktik, Deutschunterricht, Jenisch, Sprachvarietäten, Sprachwandel, Kompetenzorientierung, Unterrichtsentwurf, Sprachnorm, Wortbildung, Unterrichtsreihe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es handelt sich um einen didaktischen Entwurf für den Deutschunterricht, der sich mit der Behandlung von Rotwelsch-Dialekten befasst.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit deckt Themen wie Soziolekte, Geheimsprachen, die sozialhistorische Dimension des Jenischen sowie die Reflexion der Standardsprache ab.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsreihe?
Das Hauptziel ist die Entwicklung sprachreflexiver Kompetenzen, insbesondere die Stärkung des Sprachnorm- und Sprachdifferenzbewusstseins bei den Schülern.
Welche wissenschaftliche Methode wird für den Unterricht vorgeschlagen?
Es werden verschiedene Methoden wie Unterrichtsgespräche, Einzel- und Partnerarbeit, Gruppenarbeit sowie Galerierundgänge eingesetzt.
Was wird primär im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Sachanalyse, eine didaktische Legitimation und die detaillierte Vorstellung vier verschiedener Unterrichtsstunden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Rotwelsch, Sprachreflexion, Geheimsprache, Sprachdidaktik und Kompetenzorientierung.
Warum wird Rotwelsch als Gegenstand gewählt?
Die Wahl fällt auf Rotwelsch, da es durch seinen gruppenkonstituierenden Charakter einen interessanten Kontrast zur Standardsprache bietet, der hochmotivierend für Schüler wirken kann.
Inwiefern spielt der Mediengebrauch eine Rolle?
Die Planung setzt den Einsatz digitaler Medien wie Youtube voraus, um den Schülern einen direkten audio-visuellen Zugang zu den Sprachphänomenen zu ermöglichen.
Wie spielt das Lied "In der Penne tiefster Klause" in die Unterrichtsplanung ein?
Es dient als Einstiegsmaterial, um die Aufmerksamkeit der Schüler zu wecken und ihr unbewusstes Vorverständnis für fremdsprachliche Elemente im Deutschen zu aktivieren.
Welchen Stellenwert hat die Sozialform der Gruppenarbeit im Unterrichtsentwurf?
Die Gruppenarbeit nimmt eine zentrale Rolle ein, da sie den Schülern ermöglicht, sich vertiefend und kooperativ mit komplexen sozialhistorischen und linguistischen Aspekten des Jenischen auseinanderzusetzen.
- Arbeit zitieren
- Bianca Butterweck (Autor:in), 2018, Vertiefung sprachdidaktischer Kompetenzen. Entwurf einer Unterrichtsreihe zur Sprachsensibilisierung entlang des Kontrasts von Sprache am Beispiel Rotwelsch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1281569