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Gewalt gegen alte Menschen in Pflegeheimen

Title: Gewalt gegen alte Menschen  in Pflegeheimen

Research Paper (undergraduate) , 2006 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Miriam Federer (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Auf der aktuellen Bestsellerliste ist seit kurzem ein Buch zu finden, dass nicht nur Erschrecken und Schockierung ausgelöst, sondern auch eine – wenn auch kaum hörbare – Diskussion in Gang gesetzt hat. In „Abgezockt und totgepflegt“ beschreibt Markus Breitscheidel die katastrophalen Zustände in deutschen Altenheimen, die er durch eine undercover recherchierte. Doch so neu sind diese – nun allerdings sprachlich besser verpackten – Tatsachen nicht, denn schon im dritten und vierten „Bericht der älteren Generation“ liest man von „Austrocknung und Unterernährung in den Pflegeheimen, zu wenig Vorsorge gegen Wundliegen, zu selten gewechselte Windeln, Verabreichung von Beruhigungsmitteln »aus arbeitsökonomischen Gründen«, Gewalt gegen Bewohner mit »dem Ziel, ihren Widerstand zu brechen«“. (Bundesdrucksache 14/8822, zit. nach Drieschner 2004, S. 2)
Was ist nun der Grund, dass es zu Gewalt in Altenpflegeheimen kommen kann und dass sich zwar jeder schockiert fühlt, doch grundlegende Veränderungen im Pflegealltag kaum zu beobachten sind? Ist es damit abgetan, den Pflegekräften die Schuld in die Schuhe zu schieben und ihnen traumatische Ereignisse im Kindesalter, psychische Erkrankungen oder gar pure Geldgier zu unterstellen?
Ziel dieser Arbeit ist es, zuerst den Begriff der Gewalt zu definieren und dabei konkret auf Ausformungen der Gewalt in Pflegeheimen einzugehen (Kapitel 1). Des Weiteren sollen die möglichen Ursachen für Gewalt gegen Pflegebedürftige erörtert werden (Kapitel 2). Im letzten Teil werden Lösungsvorschläge zur Gewaltprävention vorgestellt und diskutiert (Kapitel 3) sowie ein Resümee gezogen (Kapitel 4).
Intention ist es zu zeigen, dass bei der Ursachenforschung von Gewalt differenzierter vorgegangen werden sollte und nicht nur die Sanktionierung der Täter im Vordergrund stehen sollte, sondern auch versucht werden muss, durch die Analyse der Ursachenzusammenhänge Lösungsvorschläge und Konzepte zur Gewaltprävention zu entwickeln. Aus diesem Grunde widmet sich der letzte Teil des dritten Kapitels ausführlich dem Thema der Verbesserung der Ausbildung der AltenpflegerInnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 GEWALT

1.1 BEGRIFFSKLÄRUNG

1.2 PERSONALE GEWALT

1.2.1 Körperliche Gewalt

1.2.2 Psychische Gewalt

1.2.3 Mischformen

1.2.4 Beispiele

1.3 STRUKTURELLE GEWALT

1.3.1 Verhältnisse in Heimen

1.3.2 Situation der Pflegekräfte

1.4 KULTURELLE GEWALT

2 URSACHEN DER GEWALT

2.1 PERSONALE URSACHEN

2.1.1 Frustration der Pfleger

2.1.2 Frustrationen der alten Menschen

2.1.3 Frustrationen können zu Gewalt führen

2.1.4 Lebensgeschichte des Täters

2.1.5 Falsches berufliches Rollenverständnis

2.1.6 Macht-Modell

2.2 STRUKTURELLE URSACHEN

2.2.1 Totale Institution

2.2.2 Überlastungsmodell

2.2.3 Kontroll-Modell

2.3 KULTURELLE URSACHEN

2.4 KOMPLEXE ZUSAMMENHÄNGE

3 GEWALTPRÄVENTION

3.1 PERSONALE KOMPETENZEN

3.2 STRUKTURELLE VERÄNDERUNGEN

3.3 KULTURELLE ASPEKTE

3.4 KONSEQUENZEN FÜR DIE AUSBILDUNG

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Hausarbeit ist es, das Phänomen Gewalt gegen alte Menschen in Pflegeheimen zu analysieren, indem nicht nur der Gewaltbegriff und die verschiedenen Ausformungen definiert werden, sondern insbesondere ein differenzierter Blick auf die Ursachenzusammenhänge (persönlich, strukturell, kulturell) geworfen wird, um daraus fundierte Ansätze für eine Gewaltprävention abzuleiten.

  • Definition und Kategorisierung von Gewaltformen in der Altenpflege.
  • Analyse der persönlichen, strukturellen und kulturellen Ursachen von Gewalt.
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Zeitdruck, Arbeitsbelastung und Gewalt.
  • Diskussion von Präventionsstrategien durch Personalkompetenz und Strukturveränderungen.
  • Bedeutung der qualitativen Verbesserung der Ausbildung für das Pflegepersonal.

Auszug aus dem Buch

1.1 Begriffsklärung

Gewalt ist ein menschliches Phänomen und Teil unseres Alltags. So erschreckend diese Aussage sein mag, so wahr ist sie doch leider. Oft beobachten wir sie nicht nur, sondern sind an ihr beteiligt. Sie ist meist nicht reduzierbar auf das Verhalten einzelner Personen oder Gruppen. Die Phänomene der Gewalt können nicht linear-kausal erklärt werden, sondern bedürfen komplexerer Analysen. Durchgängig bezieht sich der Gewaltbegriff auf ein Verhalten, in dem bestimmte Zwangsmittel eingesetzt werden durch die ein anderer geschädigt wird. Gewalt so eindeutig zu definieren als handle es sich um einen messbaren Gegenstand ist nun aber nicht möglich und führt zum Verständnis kaum weiter. Deswegen ist vor einer Auseinandersetzung über Gewalt eine zumindest beschreibende Gewaltdefinition Voraussetzung; sie beinhaltet ja auch immer subjektive Aspekte. Johannes Kemper fasst den Gewaltbegriff folgendermaßen kurz zusammen:

Gewalt ist „wenn eine Person zum „Opfer“ wird, d.h. vorübergehend oder dauernd daran gehindert wird, ihrem Wunsch oder ihren Bedürfnissen entsprechend zu leben. Gewalt heißt also, dass ein ausgesprochenes sowie unausgesprochenes Bedürfnis des Opfers mißachtet wird.“ (Kemper 1990, S. 149)

Allerdings bestehe, so Kemper, ein Unterschied zwischen Aggression, die auf der Intention des Täters beruhe, und Gewalt, die aus Sicht des Opfers definiert sei. Wichtig sei diese Differenzierung durch die Tatsache, dass Gewalt auch unwissentlich von Tätern ausgeübt werden könne – z.B. auch von Pflegepersonal in Altenheimen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 GEWALT: Dieses Kapitel definiert den Gewaltbegriff und unterscheidet zwischen personaler, struktureller und kultureller Gewalt unter Berücksichtigung spezifischer Ausprägungen im Pflegealltag.

2 URSACHEN DER GEWALT: Hier werden komplexe Entstehungsbedingungen analysiert, wobei persönliche Frustrationen, strukturelle Mängel in Heimen sowie kulturelle Vorurteile als zentrale Triebfedern identifiziert werden.

3 GEWALTPRÄVENTION: Dieser Abschnitt erörtert Maßnahmen zur Vermeidung von Gewalt durch die Stärkung persönlicher Kompetenzen, strukturelle Reformen und die gezielte Weiterentwicklung der Pflegeausbildung.

Schlüsselwörter

Gewalt, Altenpflege, Altenheim, Gewaltprävention, Personale Gewalt, Strukturelle Gewalt, Kulturelle Gewalt, Pflegemanagement, Ethik, Ausbildung, Empathie, Frustrationstoleranz, Machtmodell, Überlastungsmodell, Pflegebedürftigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik von Gewalt gegenüber alten Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen und sucht nach Wegen, diese durch ein tieferes Verständnis der Ursachen zu verhindern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die verschiedenen Formen der Gewalt (physisch, psychisch, strukturell), die Ursachenforschung in einem komplexen Gefüge sowie konkrete Präventionskonzepte für den Pflegealltag.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Gewaltbegriff in der Pflege zu klären und zu zeigen, dass Prävention durch eine differenzierte Analyse der persönlichen, strukturellen und kulturellen Ursachenzusammenhänge erfolgen muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Aufarbeitung vorhandener Fachliteratur, Erklärungsmodelle und pflegewissenschaftlicher Konzepte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Gewaltformen differenziert, danach die Ursachen wie Überlastung oder institutionelle Zwänge beleuchtet und abschließend Lösungsansätze für die Praxis diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Gewaltprävention, Altenpflege, strukturelle Gewalt, Ethik in der Pflege und berufliche Kompetenz charakterisieren.

Was versteht die Autorin unter dem „Macht-Modell“?

Das Macht-Modell beschreibt eine Form der Gewalt, bei der Machtmissbrauch in der Pflegebeziehung im Vordergrund steht, oft begründet durch eine lebenslange Beziehungsdynamik oder Rollenumkehr zwischen Pflegendem und Gepflegtem.

Warum wird die Ausbildung der AltenpflegerInnen so stark betont?

Die Autorin betont die Ausbildung, da Mängel in der ethischen und fachlichen Qualifikation zu Gewalt führen können und eine Verbesserung der Ausbildung als zentraler Hebel für präventives Handeln gesehen wird.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Gewalt gegen alte Menschen in Pflegeheimen
College
University of Applied Sciences Jena
Grade
1,0
Author
Miriam Federer (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V128157
ISBN (eBook)
9783640343409
ISBN (Book)
9783640343829
Language
German
Tags
Gewalt Menschen Pflegeheimen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Miriam Federer (Author), 2006, Gewalt gegen alte Menschen in Pflegeheimen , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128157
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