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Der Amerikanische Traum: Wo er her kommt und was ihn ausmacht

Title: Der Amerikanische Traum: Wo er her kommt und was ihn ausmacht

Term Paper , 2009 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lydia Prexl (Author)

American Studies - Literature
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Summary Excerpt Details

Der Begriff American Dream ist in seiner Bedeutung ebenso vage wie ambivalent, auch wenn seine häufige Verwendung in Verbindung mit dem bestimmten Artikel ein eindeutig definiertes Phänomen suggeriert. Gleichwohl ist der amerikanische Traum wesentlicher Bestandteil der nationalen Identität und Symbol des amerikanischen Selbstverständnisses.

Bereits das von Thomas Jefferson in der Unabhängigkeitserklärung formulierte, gottgegebene Recht des Menschen auf "Life, Liberty, and the pursuit of Happiness" kann als eine Urform des amerikanischen Traums gesehen werden, auch wenn sich der Begriff zum ersten Mal erst über 150 Jahre später bei James Truslow Adams findet. Dieser spricht 1931 in seinem Buch The Epic of America von dem "American dream, that dream of a land in which life should be better and richer and fuller for every man, with opportunity for each according to his ability or achievement."

Truslows Definition zufolge scheint sich der amerikanische Traum im Kern auf die Hoffnung eines besseren und glücklicheren Lebens für alle Menschen jeglicher sozialer, ethnischer und religiöser Herkunft zu beziehen. Hierauf deuten auch zahlreiche Aussagen berühmter Amerikaner. So stellt Richard Nixon die materielle Komponente des Traums heraus und nennt "full employment, better housing, excellence in education; in rebuilding our cities and improving our rural areas; in protecting our environment and enhancing the quality of life" als zentrale Elemente. Ronald Reagan erinnert an die Einzigartigkeit des amerikanischen Volkes und hebt den Sonderstatus hervor, welcher den USA in der Welt zukomme. Amerika sei "too great a nation to limit (them)selves to small dreams." Jesse Jackson und Martin Luther King träumen von Freiheit und Gleichheit für alle Bürger, insbesondere für die afroamerikanische Bevölkerung. Und Bill Clinton betont die universelle Gültigkeit des amerikanischen Traums, welcher jeden Bürger am Erfolg partizipieren lasse, solange er hart und rechtschaffen arbeite.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Amerikanische Traum: Einleitung

2. Die Entstehungsgeschichte des amerikanischen Traums

2.1. El Dorado und Brave New World: Der mythische Traum

2.2. A City upon a Hill: Der religiöse Traum

2.3. Life, Liberty, and the pursuit of Happiness: Der politische Traum

3. Konstitutive Elemente des amerikanischen Traums

3.1. Freiheit und Gleichheit

3.2. Die amerikanische Frontier

3.3. Manifest Destiny

3.4. Melting pot

3.5. Der Erfolgmythos

4. Traum oder Albtraum? Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Amerikanischen Traum als ein komplexes, ambivalentes Phänomen, das trotz seiner begrifflichen Vage ein zentrales Identitätsmerkmal der USA bildet. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die historischen Entstehungsursprünge – mythisch, religiös und politisch – freizulegen und die daraus abgeleiteten konstitutiven Elemente des Mythos kritisch auf ihre reale Bedeutung und Machbarkeit in der heutigen amerikanischen Gesellschaft zu hinterfragen.

  • Historische Genese des Amerikanischen Traums aus mythischen und religiösen Vorstellungen
  • Soziopolitische Fundierung durch Aufklärung und Unabhängigkeitserklärung
  • Analyse konstitutiver Elemente wie Frontier-Mythos, Manifest Destiny und Melting Pot
  • Kritische Beleuchtung des Erfolgsmythos und der Chancengleichheit in den USA

Auszug aus dem Buch

2.1. El Dorado und Brave New World: Der mythische Traum

Der mythischen Auffassung des amerikanischen Traums zufolge ist Amerika ein Land der Neuanfänge und unbegrenzten Möglichkeiten und ein El Dorado des Überflusses und der Reichtümer. Diese Vorstellung ist wesentlich durch europäisches Gedankengut geprägt und kommt in Wunschvorstellungen wie der Insel Atlantis, der Terra Repromissionis oder der Utopia zum Ausdruck. Bevor Amerika als Kontinent entdeckt wurde, existierte daher bereits ein "America of the mind", welches mit der Entdeckung eines neuen Kontinents im Westen eine geeignete Projektionsfläche fand.

Die Glorifizierung Amerikas als "brave new world" und zweites Paradies auf Erden wurde vorangetrieben von verheißungsvollen Nachrichten aus der Neuen Welt. So vergleicht bereits Christoph Kolumbus in einem seiner Reiseberichte Amerika mit einem "irdische(n) Paradies" und Captain John Smith schildert Virginia als ein "fruitful and delightful land", welches einen idealen Lebensraum biete: "(H)eaven and earth never agreed better to frame a place for man's habitation." In einer berühmt gewordenen Aussage William Penns zu Pennsylvania heißt es: "The air is sweet and clear, the heavens serene." Und Thomas Morton schreibt: "For mine eyes t'was Nature's masterpiece. [...] If this land be not rich, then is the whole world poor."

Gleichwohl gab es durchaus auch kritische Schilderungen, die von Elend, Krankheit und Tod berichteten. Diese negativen Berichte wurden anfangs jedoch aus mindestens zwei Gründen weitgehend ignoriert: Zum einen löste die Entdeckung eines in weiten Teilen unbesiedelten und in den Augen der Europäer unzivilisierten Landes ein bis dato einzigartiges Besitzdenken aus. Zwar war Amerika nicht das erste Land, welches Europa mit kulturellen Unterschieden konfrontierte. Doch während die Europäer bei ihren Begegnungen mit fremden Völkern in der alten Welt lediglich den Status von Gästen innehatten, fiel ihnen jetzt der Status von Entdeckern zu, und diese Tatsache implizierte ein gewisses Eigentumsrecht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Amerikanische Traum: Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Ambivalenz des Begriffs American Dream und zeigt dessen zentrale Bedeutung für das amerikanische Selbstverständnis und die nationale Identität auf.

2. Die Entstehungsgeschichte des amerikanischen Traums: Dieses Kapitel analysiert die mythischen, religiösen und politischen Ursprünge Amerikas, die als Grundlage für die spätere Entstehung des Traums dienten.

2.1. El Dorado und Brave New World: Der mythische Traum: Hier wird Amerika als Projektionsfläche für europäische Wunschvorstellungen und als Land der unbegrenzten Möglichkeiten im Kontext der Entdeckung beschrieben.

2.2. A City upon a Hill: Der religiöse Traum: Dieses Kapitel behandelt die puritanische Vision Neuenglands als "Neues Jerusalem" und die daraus resultierende Idee eines auserwählten Volkes.

2.3. Life, Liberty, and the pursuit of Happiness: Der politische Traum: Dieser Abschnitt beschreibt die soziopolitische Fundierung des Traums in der Aufklärung und der US-Unabhängigkeitserklärung.

3. Konstitutive Elemente des amerikanischen Traums: Hier werden fünf zentrale Elemente des Mythos abgeleitet, darunter Freiheit, die Frontier, Manifest Destiny, der Melting Pot und der Glaube an persönlichen Erfolg.

3.1. Freiheit und Gleichheit: Dieses Kapitel untersucht die Spannung zwischen dem Ideal der Freiheit für alle und der historischen Realität der Ausgrenzung von Minderheiten.

3.2. Die amerikanische Frontier: Hier wird der Mythos der Frontier als prägendes Element für den amerikanischen Charakter und als Prozess ständiger Amerikanisierung analysiert.

3.3. Manifest Destiny: Dieser Abschnitt beleuchtet den Glauben an die göttlich legitimierte Mission der USA, Freiheit und Demokratie weltweit zu verbreiten.

3.4. Melting pot: Hier wird das Konzept des Schmelztiegels als Ideal der kulturellen Integration und seine spätere Kritik im 20. Jahrhundert erörtert.

3.5. Der Erfolgmythos: Dieses Kapitel widmet sich der Bedeutung von individuellem Erfolg und materiellem Reichtum sowie deren puritanischen Wurzeln.

4. Traum oder Albtraum? Schlussbetrachtung und Ausblick: Diese Schlussbetrachtung fasst die Untersuchung zusammen und reflektiert die andauernde Macht des Traums trotz kritischer gesellschaftlicher Realitäten.

Schlüsselwörter

Amerikanischer Traum, Amerikanische Identität, Frontier, Manifest Destiny, Melting Pot, Erfolgmythos, Puritanismus, Freiheit, Gleichheit, Soziale Mobilität, Selbstverwirklichung, American Exceptionalism, Politische Ideologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den "Amerikanischen Traum" als zentralen Mythos der Vereinigten Staaten, indem sie dessen historische Wurzeln sowie seine konstitutiven Elemente untersucht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die mythologische, religiöse und politische Herkunft des Traums, sowie seine Manifestation in Konzepten wie der Frontier, der Manifest Destiny und dem Schmelztiegel-Ideal.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Entwicklung und Bedeutung des Amerikanischen Traums aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen, inwieweit dieser Mythos der sozialen Realität in Amerika tatsächlich gerecht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, um den Mythos anhand von Fachliteratur, Primärquellen und historischer Entwicklungslinien zu dekonstruieren und zu kontextualisieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der historischen Entstehung und die Untersuchung von fünf konstitutiven Elementen: Freiheit, Frontier, Mission (Manifest Destiny), Melting Pot und Leistungsstreben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Amerikanischer Traum, Manifest Destiny, Frontier, Melting Pot, Selbstverwirklichung, Erfolgmythos und amerikanisches Selbstverständnis.

Wie unterscheidet sich der religiöse vom mythischen Traum?

Der mythische Traum bezieht sich auf Amerika als ein unentdecktes Land der unbegrenzten Möglichkeiten (El Dorado), während der religiöse Traum Amerika als heiliges, von Gott auserwähltes Gemeinwesen (Neues Jerusalem/City upon a Hill) konzipiert.

Warum wird der Begriff Melting Pot heute kritisch gesehen?

Er wird kritisch gesehen, da die Realität der sozialen Segregation gezeigt hat, dass ethnische und kulturelle Gruppen eben nicht in einer einheitlichen Identität verschmolzen sind, was alternative Bilder wie die "Salatschüssel" hervorbrachte.

Welchen Einfluss hatte der Puritanismus auf das heutige Erfolgsdenken?

Der Puritanismus legte durch die Verknüpfung von Arbeit mit Pflichterfüllung gegenüber Gott und die Deutung von wirtschaftlichem Erfolg als Zeichen der Erwählung die Basis für den modernen, leistungsorientierten Kapitalismus.

Kann man den Amerikanischen Traum als gescheitert betrachten?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Traum als komplexes Ideal zwar faszinierend bleibt, aber aufgrund sozialer Ungleichheiten und rassistischer Ausgrenzung kritisch hinterfragt werden muss, anstatt ihn als unumstößliche Realität zu akzeptieren.

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Details

Title
Der Amerikanische Traum: Wo er her kommt und was ihn ausmacht
College
University of Mannheim
Grade
1,3
Author
Lydia Prexl (Author)
Publication Year
2009
Pages
27
Catalog Number
V128161
ISBN (eBook)
9783640349340
ISBN (Book)
9783640349678
Language
German
Tags
Amerikanische Traum Hintergrund Kernelemente
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lydia Prexl (Author), 2009, Der Amerikanische Traum: Wo er her kommt und was ihn ausmacht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128161
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