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Über "In der Strafkolonie" von Franz Kafka: Eine kritisch-rezeptionsästhetische Analyse

Title: Über "In der Strafkolonie" von Franz Kafka: Eine kritisch-rezeptionsästhetische Analyse

Seminar Paper , 2004 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Melanie Ellrott (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Gegenstand dieser Hausarbeit soll sein, anhand einer kritisch-rezeptions-ästhetischen Analyse des Textes „In der Strafkolonie“ von Franz Kafka aufzuzeigen, an welchem Punkt die hermeneutische Rezeptionsästhetik an ihre eigenen Grenzen stößt und durch eine empirische Literaturwissenschaft ergänzt werden müsste.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rezeptionsästhetik

2.1. Allgemeine Definition und geschichtliche Einordnung

2.2. Theorie nach W. Iser und H.R. Jauß

2.3. Rezeptionsästhetik als Methode der Textanalyse

3. „In der Strafkolonie“– Eine Textanalyse

3.1. Erwartungshorizonte

3.2. Interpretation unter Berücksichtigung der ‚Leerstellen'

3.3. Grenzen einer hermeneutischen Rezeptionsästhetik

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Kafkas Erzählung „In der Strafkolonie“ mittels einer kritisch-rezeptionsästhetischen Analyse, um die Grenzen der rein hermeneutischen Betrachtung aufzuzeigen und die Notwendigkeit einer empirischen Ergänzung zu begründen.

  • Grundlagen der Rezeptionsästhetik nach W. Iser und H.R. Jauß
  • Rekonstruktion historischer Erwartungshorizonte bei der Lektüre
  • Analyse von ‚Unbestimmtheitsstellen‘ und ‚Leerstellen‘ im Text
  • Vergleich zeitgenössischer und moderner Rezeption der Erzählung
  • Methodische Erweiterung durch empirische Literaturwissenschaft

Auszug aus dem Buch

3.1. Erwartungshorizonte

Das von Jauß entwickelte Konzept der ‚Erwartungshorizonte’ wurde aus Untersuchungen des Soziologen Karl Mannheims adaptiert und ist der Kern der Jauß’schen wirkungsgeschichtlichen Theorie der Wiederherstellung der literarischen Historie. Folgend stelle ich nun die rekonstruierten verschiedenen ‚Erwartungshorizonte’ der damaligen und der aktuellen Leser des 21. Jhd. dar. Ich richte mich nach der in Punkt 2.2. ausgeführten Reihenfolge und vergleiche die beiden Leserkategorien direkt nacheinander.

1. Gattungserwartung In der Sekundärliteratur wird der Text „In der Strafkolonie“ oftmals als eine parabolische Erzählung oder als ein Gleichnis angesehen. Beide Gattungen, in ihrer definitorisch sehr ähnlichen Form, traten im Expressionismus auf. Man kann also davon ausgehen, dass die damaligen Leser durchaus Lektüreerfahrung mit besagter Gattung hatten. Vermutlich ist der heutige Leser, aber dennoch geübter in der Transformation von Gesagtem ins Gemeinte eines Gleichnisses. Das würde beim untersuchten Text die Folge haben, dass die ‚Leerstellen’ vermehrt erkannt werden und hinsichtlich des dahinter verborgenen Sinns anders interpretiert werden.

2. Form/ Thematik Die einstmaligen Leser, um den Zeitpunkt der Erstveröffentlichung der Erzählung, könnten durchaus schon weitere literarische Berührungspunkte mit der behandelten Thematik gehabt haben. Im Jahre 1902 erscheint in dt. Fassung das Werk „Der Garten der Foltern“ von Octave Mirbeau. Es handelt von einem französischen Wissenschaftler, der sich auf Reisen befindet, um die unterschiedlichen Systeme der Verwaltung von Strafkolonien zu studieren. In China wird er von einer Freundin in den außergewöhnlichen ‚Garten’ eingeladen. Es wird an mehreren Stellen deutlich, dass Kafka in seinem Schaffensprozess von diesem Werk beeinflusst wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung des Forschungsgegenstands und der Zielsetzung, Kafkas „In der Strafkolonie“ kritisch-rezeptionsästhetisch zu analysieren und methodische Grenzen aufzuzeigen.

2. Rezeptionsästhetik: Einführung in die theoretischen Grundlagen der Rezeptionsästhetik von Iser und Jauß sowie deren Anwendung als Methode der Textanalyse.

3. „In der Strafkolonie“– Eine Textanalyse: Detaillierte Untersuchung des Werkes hinsichtlich historischer Erwartungshorizonte, der Interpretation von Leerstellen und einer kritischen Reflexion des methodischen Ansatzes.

4. Schluss: Zusammenfassendes Fazit über die Notwendigkeit, rezeptionsästhetische Ansätze durch empirische Methoden zu stützen, um Wissenschaftlichkeit und Nachprüfbarkeit zu erhöhen.

Schlüsselwörter

Rezeptionsästhetik, Franz Kafka, In der Strafkolonie, Erwartungshorizont, Leerstellen, Unbestimmtheit, Hermeneutik, empirische Literaturwissenschaft, Sinnkonstitution, Wirkungsgeschichte, Textanalyse, Literaturtheorie, Interpretationsstreit, literarische Kommunikation, Rezipient.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert Kafkas Erzählung „In der Strafkolonie“ unter Anwendung der rezeptionsästhetischen Theorie von Iser und Jauß, um deren Grenzen bei reinen Interpretationen aufzuzeigen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Felder sind die Wirkungstheorie literarischer Texte, der Wandel von Erwartungshorizonten zwischen Entstehungszeit und Gegenwart sowie die Bedeutung von Unbestimmtheiten für die Sinnkonstitution.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass hermeneutische Interpretationen ohne empirische Belege wissenschaftlich an Grenzen stoßen, und Möglichkeiten einer empirischen Fundierung zu erörtern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt die kritisch-rezeptionsästhetische Analyse als primäres Instrument und diskutiert ergänzend den Einsatz empirischer Verfahren der Literaturwissenschaft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene Erwartungshorizonte rekonstruiert, Leerstellen im Text von Kafka identifiziert und die Problematik einer rein subjektiven Interpretation reflektiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rezeptionsästhetik, Erwartungshorizont, Leerstellen, Sinnkonstitution und empirische Datenerfassung geprägt.

Wie unterscheidet sich die Lektüre heute von der zur Entstehungszeit des Werkes?

Heutige Leser betrachten das Werk mit einer größeren ästhetischen Distanz, während zeitgenössische Leser aufgrund der historischen Aktualität von Strafkolonien das Werk oft als schockierend oder ekelerregend empfanden.

Welche Rolle spielt die ‚Unbestimmtheit’ bei Kafka?

Die ‚Unbestimmtheit’ ist ein zentrales Stilmerkmal Kafkas, das den Leser dazu zwingt, den Text aktiv zu aktualisieren und eigene Sinnerfahrungen einzubringen.

Welchen Schluss zieht die Autorin bezüglich der Literaturwissenschaft?

Die Autorin plädiert dafür, den „realen Leser“ stärker in den Fokus zu rücken und literaturwissenschaftliche Konstrukte durch empirische Methoden wie „lautes Denken“ wissenschaftlich belastbarer zu machen.

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Details

Title
Über "In der Strafkolonie" von Franz Kafka: Eine kritisch-rezeptionsästhetische Analyse
College
University of Wuppertal
Course
Proseminar: ‚Wie wirkt Literatur’?
Grade
2,0
Author
Melanie Ellrott (Author)
Publication Year
2004
Pages
25
Catalog Number
V128178
ISBN (eBook)
9783640349968
ISBN (Book)
9783640350063
Language
German
Tags
Expressionismus Parabel Kafka Strafe Rezeptionsästhetik Leestellen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Ellrott (Author), 2004, Über "In der Strafkolonie" von Franz Kafka: Eine kritisch-rezeptionsästhetische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128178
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