Adipositas und Übergewicht sind globale Problemthemen, die bereits Kinder und Jugendliche (KuJ) betreffen. Die Ergebnisse der 2. Welle der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS; 2014-2017) belegen eine stabile, aber hohe Prävalenz von 15,4% für Übergewicht und 5,9% für Adipositas bei Jungen und Mädchen im Alter von 3-17 Jahren. Mit abnehmendem sozialen Status verschlechtern sich die Prävalenzen. Auch ein Migrationshintergrund wirkt sich negativ aus (Goldapp et al., 2011, S. 300). Aus übergewichtigen Kindern werden oft übergewichtige Erwachsene und das Risiko für mögliche Folgeerkrankungen wie Diabetes (Typ 2), Krebs- und Herz-/Kreislauferkrankungen ist erhöht. Die World Health Organization (WHO) hat bereits im Jahr 2007 betont, dass diese sog. nicht übertragbaren Krankheiten zunehmend auch KuJ betreffen. Dabei fordert die WHO umfassende Präventionsmaßnahmen in den Bereichen Ernährung und Bewegung. Schulen und auch Kindergärten sind bedeutende Orte für das Erlernen einer gesunden Ernährungsweise und zur Prävention ernährungsbedingter Erkrankungen. Hier können KuJ unabhängig von ihrem sozialen Status erreicht werden. Zudem wirkt sich eine ausgewogene und gesunde Ernährung positiv auf die Leistungsfähigkeit der KuJ aus.
Vor diesem Hintergrund soll in dieser Fallstudie ein Fallbeispiel aus einer Kleinstadt mit hohem Migrationsanteil und vielen sozial schwachen Familien bearbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Analyse der benötigten Daten
2.1 Benötigte Daten unter Berücksichtigung sozialer Aspekte
2.2 Ernährungsverhalten der KuJ in der Kleinstadt
2.3 Bundesweite Ernährungssituation von KuJ im sozialen Kontext
2.4 Fragebögen und Auswertung der Speisepläne
3 Analyse geeigneter Konzepte
3.1 DGE-Qualitätsstandards in den Settings Schule und Kita
3.2 Konzept ‚Gesunde Familiengrundschule Aachen‘
3.3 Konzept ‚Jolinchen Kids‘ für Kitas
3.4 Multiplikatorenkonzept ‚Stadtteilmütter‘ aus Bielefeld
3.5 Ernährungsbildung
4 Übertragung der Konzepte auf das Gesamtkonzept
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit entwickelt ein ganzheitliches Konzept zur Förderung gesunder Ernährung und Bewegung an Kitas und Schulen in einer sozial belasteten Kleinstadt, um ernährungsbedingten Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen präventiv entgegenzuwirken. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie bestehende Präventionsansätze unter Berücksichtigung kultureller und sozioökonomischer Gegebenheiten sinnvoll in ein lokales Praxismodell überführt werden können.
- Analyse des Ernährungsverhaltens von Kindern und Jugendlichen im sozialen Kontext
- Evaluation bewährter Präventionskonzepte wie DGE-Qualitätsstandards und Jolinchen Kids
- Nutzung von Multiplikatoren zur Erreichung bildungsferner Familien
- Partizipative Einbindung der Zielgruppen durch spezifische Erhebungsinstrumente
Auszug aus dem Buch
3.1 DGE-Qualitätsstandards in den Settings Schule und Kita
Die DGE-QS für die Settings Schule und Kita wurden 2010 im Rahmen des Nationalen Aktionsplans ‚IN FORM‘ unter den Programmnamen ‚Schule + Essen = Note 1‘ und ‚FIT KID‘ als Grundlage für eine vollwertige Verpflegung in Schulen und Kitas erstmalig veröffentlicht (DGE, 2020a, S. 6–7; DGE, 2020b, S. 6–7). Eine gesetzlich verpflichtende Anwendung der DGE-QS wird seit Jahren gefordert (SPD et al., 2021, S. 45). Die aktuelle 5. Auflage enthält neben ernährungsphysiologischen Empfehlungen für Frühstücks-, Mittags- und Zwischenverpflegung die gesamte Prozesskette des Verpflegungsmanagements (wie Planung, Abfallmanagement, Hygiene, nachhaltige Ernährung, Gestaltung der Essumgebung, Allergenmanagement) sowie Ernährungsbildung (DGE, 2020a, S. 4–5, S. 7, S. 10; DGE, 2020b, S. 4–5, S. 7, S. 10). Die DGE-QS dienen den entspr. Akteuren als Orientierung für die Umsetzung/Optimierung eines eigenen Verpflegungskonzepts. Die DGE empfiehlt hierfür die Gründung eines Verpflegungsausschusses, in dem alle Akteure der Schul- bzw. Kita-Verpflegung vertreten sind (DGE, 2020a, S. 15–17; DGE, 2020b, S. 15–17).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Problemfeldes Adipositas bei Kindern im sozialen Kontext und Zielsetzung der Fallstudie.
2 Analyse der benötigten Daten: Erläuterung der notwendigen Datenerhebungsmethoden und Bedarfsanalyse im lokalen Umfeld.
3 Analyse geeigneter Konzepte: Prüfung bestehender Präventionsprogramme auf ihre Eignung für das lokale Setting.
4 Übertragung der Konzepte auf das Gesamtkonzept: Synthese der verschiedenen Ansätze zu einem aufeinander abgestimmten Gesamtkonzept.
5 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Empfehlungen für eine erfolgreiche Implementierung.
Schlüsselwörter
Gesundheitsförderung, Prävention, Kinderernährung, Schulverpflegung, Kita-Verpflegung, Ernährungsbildung, Soziale Benachteiligung, Übergewicht, Adipositas, Public Health Action Cycle, Partizipation, Elternarbeit, Qualitätsstandards, DGE, Ernährungserhebung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines ganzheitlichen Konzeptes für die Gemeinschaftsverpflegung in Kitas und Schulen einer Kleinstadt mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Familien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der gesunden Verpflegung, der Ernährungsbildung sowie der Partizipation von Kindern, Eltern und pädagogischem Personal.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines praxisnahen, niederschwelligen Präventionskonzepts, das den Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen nachhaltig verbessert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Fallstudie unter Verwendung des Public Health Action Cycle sowie eine Analyse bestehender Studien und Expertenstandards durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Datenbedarfe, evaluiert bestehende Konzepte (wie Jolinchen Kids und DGE-Standards) und überführt diese in ein integriertes Modell für die spezifische Zielgruppe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Gesundheitsförderung, Prävention, Partizipation, soziale Benachteiligung, Schulverpflegung und Qualitätsstandards.
Welche Rolle spielen die sogenannten „Stadtteileltern“?
Sie dienen als wichtiges Bindeglied zu den Familien, um sprachliche Barrieren abzubauen und Unterstützungsmöglichkeiten bei Behörden oder Ernährungsthemen zu vermitteln.
Warum wird kein Fragebogen bei den Kitakindern selbst eingesetzt?
Für Kitas hat sich die EF für direkte Gespräche anhand eines Fragenkatalogs entschieden, da die schriftliche Befragung bei Kleinkindern nicht zielführend ist.
- Citar trabajo
- Sabine Kalweit (Autor), 2022, Präventionsmaßnahmen im Bereich Ernährung. Entwicklung eines ganzheitlichen Konzeptes für Kitas und Schulen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1282088