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Devianz verstehen lernen. Erklärungsversuche eines Devianzphänomens mit klassischen Theorien abweichenden Verhaltens und der Biografie

Titel: Devianz verstehen lernen. Erklärungsversuche eines Devianzphänomens mit klassischen Theorien abweichenden Verhaltens und der Biografie

Hausarbeit , 2021 , 39 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Lars B. Appel (Autor:in)

Soziologie - Recht und Kriminalität
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel der vorliegenden Studienarbeit besteht darin, Devianz (abweichendes Verhalten) verstehend zu begegnen. Dazu wurde ein problemzentriertes Interview mit einer delinquenten Person durchgeführt. Dieses Interview wurde verschriftlicht (transkribiert) und ist im Anhang enthalten.

In Kapitel 2 werden zunächst das Untersuchungsdesign und der methodische Zugang dargestellt, indem eine Kurzbeschreibung des vorliegenden problemzentrierten Interviews erfolgt. Darin werden die betroffene Person sowie der Kern ihres devianten Verhaltens kurz beschrieben. Im Anschluss daran erfolgt die Beschreibung der Themenkomplexe des Interviewleitfadens, woraufhin die Kontaktherstellung, der Interviewort und die Interviewdauer beschrieben wird. In dieser beschreibenden Interviewplanung und -durchführung erfolgen zudem Hinweise auf die Transkription. Anschließend wird die interviewte Person in Hinblick auf ihre Soziobiografie (Eckdaten) beschrieben und es erfolgt eine Skizzierung des abweichenden Verhaltens. Aus Gründen der Transparenz folgt im letzten Teil des zweiten Kapitels eine kurze Anmerkung zur Auswertung des Interviews.

Im dritten Kapitel werden die Themenkomplexe „Biografie“ und „Devianz“ des Interviews strukturiert zusammengefasst.
Anschließend werden im vierten Kapitel Ursachenzusammenhänge anhand einer systematischen Verknüpfung des lebensweltlich-biografischen Kontexts der interviewten Person mithilfe von devianztheoretischen Erklärungsansätzen erschlossen, um das vorliegende Devianzphänomen erklären und verstehen zu können. Angesichts dessen geht es um die Frage, inwieweit sich das vorliegende Devianzphänomen mithilfe der klassischen Theorien abweichenden Verhaltens – also der differenziellen Lerntheorien, der Theorie der sozialen Identität sowie mit den Halt-, Bindungs- und Kontrolltheorien – erklären lässt. Ausgehend von diesem Ziel entwickelte sich demnach die Fragestellung der vorliegenden Studienarbeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Untersuchungsdesign und methodischer Zugang

2.1 Das problemzentrierte Interview

2.2 Leitfadenentwicklung

2.3 Interviewplanung und -durchführung

2.4 Kurzbeschreibung des Interviewpartners

2.5 Interviewauswertung

3. Biografisch-lebensweltliche Einzelfalldarstellung

3.1 Lebenswelt und Biografie

3.2 Devianzproblematik

4. Devianztheoretische Einzelfallanalyse

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, das Devianzphänomen einer interviewten Person verstehend zu erschließen und durch eine Verknüpfung des lebensweltlich-biografischen Kontexts mit klassischen devianztheoretischen Erklärungsansätzen zu analysieren.

  • Analyse abweichenden Verhaltens durch Differenzielle Lerntheorien.
  • Untersuchung der Theorie der sozialen Identität im Kontext delinquenter Gruppen.
  • Anwendung von Halt-, Bindungs- und Kontrolltheorien zur Erklärung von Kriminalität.
  • Evaluierung der Rolle biografischer Defizite und deren Kompensation durch Drogenkonsum.
  • Reflexion über die Wirksamkeit von Sanktionen und therapeutischen Interventionen.

Auszug aus dem Buch

3.2 Devianzproblematik

Mapletree konsumiert(e) und verkaufte „Partydrogen“ wie „Gras, Amphetamine, Pillen und sowas in diese Richtung“ (Zeile 460ff.). Seit seiner Inhaftierung verkauft er keine Drogen mehr, konsumiert jedoch bis heute Drogen und hat aktuell nicht vor, damit aufzuhören (Zeile 469ff.).

Die Eltern eines guten Freundes von Mapletree „haben einen Getränkemarkt gehabt“ (Zeile 117). Dementsprechend kamen sie als Minderjährige leicht an Alkohol. Durch das Trinken von Alkohol wurde der Einstig in den Drogenkonsum erleichtert. Mapletrees deviantes Verhalten (Drogenkonsum und -verkauf) begann während seiner Schulzeit, genauer gegen Ende seines Hauptschulabschluss (etwa ab der neunten Klasse). Über die Cousine eines guten Freundes, die einige Jahre älter war, kamen er und sein Freund das erste Mal mit Drogen in Kontakt. Mit ihr rauchten sie dann auch das erste Mal Cannabis über eine Bong sowie als Joint. Dadurch wurde der Einstieg in den Drogenkonsum vereinfacht (Zeile 105ff.). Sonst gab es in dem Dorf, in dem er lebt(e) nichts, das unternommen werden konnte (Zeile 175ff.). Mit der Cousine des Freundes begann sein deviantes Verhalten demnach; Mapletree macht jedoch niemanden für seinen Drogenkonsums verantwortlich. Er betont, dass er keine schlechte Kindheit gehabt habe und weder seine Eltern dafür verantwortlich mache noch die Personen, mit denen er das erste Mal Drogen konsumierte. Er sagt,

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das soziologische Paradigma abweichenden Verhaltens ein und begründet die methodische Entscheidung für ein problemzentriertes Interview zur Untersuchung eines Einzelfalls.

2. Untersuchungsdesign und methodischer Zugang: Hier wird der methodische Rahmen beschrieben, der das Interviewdesign, die Leitfadenentwicklung, die Durchführung sowie die Transkription und Auswertung des Interviews umfasst.

3. Biografisch-lebensweltliche Einzelfalldarstellung: Dieses Kapitel fasst die Lebensgeschichte und die Hintergründe des abweichenden Verhaltens der befragten Person strukturiert zusammen.

4. Devianztheoretische Einzelfallanalyse: Hier erfolgt die theoretische Einordnung des gewonnenen Datenmaterials anhand differenzieller Lerntheorien sowie Halt-, Bindungs- und Kontrolltheorien.

5. Fazit: Das Fazit resümiert die Ergebnisse im Hinblick auf die Forschungsfrage und diskutiert die theoretischen Erklärbarkeit des Drogenkonsums sowie der kriminellen Laufbahn des Befragten.

Schlüsselwörter

Devianz, abweichendes Verhalten, Drogenkonsum, Delinquenz, problemzentriertes Interview, Biografie, Sozialisation, Lerntheorien, Neutralisierungstechniken, soziale Identität, Kontrolltheorie, Sucht, Bindungstheorie, Stigmatisierung, Einzelfallanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit sich das abweichende Verhalten einer delinquenten Person durch klassische soziologische Theorien in Verbindung mit ihrer Biografie erklären lässt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Drogenkonsum und Drogenhandel als Bewältigungsstrategie sowie der Wirksamkeit von Erziehung und sozialen Bindungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das vorliegende Devianzphänomen durch die Integration von Lebenswelt-Analysen und klassischen Kriminalitätstheorien einzuordnen und zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine qualitative Einzelfallstudie, bei der die Methode des "problemzentrierten Interviews" nach Witzel angewendet wurde.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Darstellung sowie eine systematische Analyse anhand von Lerntheorien, Neutralisierungstechniken und Kontrolltheorien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Devianz, Drogenkonsum, Sozialisation, Bindungstheorie und Neutralisierungstechniken.

Welche Rolle spielt die Familie in der Biografie des Interviewten?

Die familiäre Situation, geprägt durch die häufige Abwesenheit der Eltern, wird als defizitäre Bindung identifiziert, die laut der Arbeit zur Entstehung abweichenden Verhaltens beigetragen hat.

Wie legitimiert der Proband seinen Drogenverkauf?

Der Proband nutzt Mechanismen wie die "Ablehnung von Verantwortung" und "Verneinung des Unrechts", um sein Handeln als Mittel zur Suchtfinanzierung rational zu rechtfertigen.

Warum zeigt die Suchttherapie laut Arbeit keine große Wirkung?

Die Arbeit deutet darauf hin, dass die Abwesenheit konsequenter negativer Sanktionen und eine positive Verstärkung des Verhaltens durch das soziale Umfeld den Lerneffekt der Therapie abgeschwächt haben.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Devianz verstehen lernen. Erklärungsversuche eines Devianzphänomens mit klassischen Theorien abweichenden Verhaltens und der Biografie
Hochschule
Hochschule Fresenius Frankfurt
Note
1,7
Autor
Lars B. Appel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
39
Katalognummer
V1282148
ISBN (PDF)
9783346739285
ISBN (Buch)
9783346739292
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Devianz Deviantes Verhlaten Problemzentriertes Interview Interview Feldforschung qualitative Sozialforschung Devianztheorien Devianzproblematik abweichendes Verhalten delinquente Person Analyse einer delinquenten Person Interviewanalyse Analyse eines Interviews Transkription Devianzphänomen differenziellen Lerntheorien Theorie der sozialen Identität Halt- Bindungs- und Kontrolltheorien devianztheoretische Analyse Interviewauswertung devianztheoretische Erklärungsansätze Devianztheoretische Einzelfallanalyse differenzielle Assoziation nach Sutherland Theorie der Neutralisierungstechniken von Sykes und Matza Theorie der differentiellen Verstärkung nach Burgess und Akers operante Konditionierung differentiellen Verstärkung nach Burgess und Akers Theorie der sozialen Identität von Tajfel und Turner klassische Theorien zum abweichenden Verhalten Devianz und soziale Kontrolle
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lars B. Appel (Autor:in), 2021, Devianz verstehen lernen. Erklärungsversuche eines Devianzphänomens mit klassischen Theorien abweichenden Verhaltens und der Biografie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1282148
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Leseprobe aus  39  Seiten
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