Zunächst möchte ich in meiner Betrachtung die historische Entstehung der Arbeits-gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland kurz skizzieren, um danach auf den Ist-Zustand zu sprechen zu kommen und letztlich das Für und Wider der Bezeich-nung „Arbeitsgesellschaft“ diskutieren und einen Ausblick auf die Möglichkeiten der zukünftigen Entwicklung geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Gedanken
2. Historische Entwicklung – Industrialisierung, Taylorismus und Fordismus
3. Gegenwärtige Situation – fortschreitende Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse
4. Ist die Bezeichnung „Arbeitsgesellschaft“ heute noch zutreffend und wie geht es weiter?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob die Erwerbsarbeit auch in Zeiten von Massenarbeitslosigkeit und gesellschaftlichem Wandel weiterhin das zentrale Kernstück menschlichen Lebens darstellt oder ob sich unsere Gesellschaft von einer reinen Arbeitsgesellschaft wegentwickelt.
- Historische Entwicklung der Arbeitsgesellschaft (Industrialisierung, Taylorismus, Fordismus)
- Analyse der gegenwärtigen Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen
- Diskussion der Funktionen von Erwerbsarbeit im sozialen Wandel
- Zukunftsperspektiven: Von der Arbeits- zur Tätigkeitsgesellschaft
Auszug aus dem Buch
3. Gegenwärtige Situation – fortschreitende Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse
4,6 Millionen Arbeitslose gibt es heute in der Bundesrepublik und es existieren momentan keine Indizien dafür, dass sich diese Zahl in absehbarer Zeit ins Positive umkehren wird. Die Politik hat in den letzten 15 Jahren durch zahlreiche Maßnahmen versucht auf diesen Zustand angemessen zu reagieren, aber die Reformen haben nur die Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse verstärkt. Das bedeutet so genannte „atypische Arbeitsverhältnisse“ nehmen in Deutschland zu und verdrängen mehr und mehr die Normalarbeitsverhältnisse.
Während sich diese fordistischen Arbeitsverhältnisse durch Versicherungen bei Lohnausfall, wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Arbeitslosen- und Rentenversicherung und durch soziale Absicherung mit Berufsgenossenschaften und Krankenkassen, sowie durch Anordnungen zur Gestaltung der Beschäftigung, wie z.B. Betriebsräte und tarifverträgliche Entlohnung kennzeichnen lassen, sind prekäre Arbeitsbeziehungen das genaue Gegenteil davon.
Charakteristisch sind hier die „Instabilität des Arbeitsplatzes, niedrige Einkommen, fehlende Schutzbestimmungen sowie fehlende Maßnahmen, um soziale Ausgrenzung zu vermeiden“. Beispielhaft seien hier die verstärkten Umschulungs- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) in den neunziger Jahren, vorwiegend im strukturschwächeren Ostdeutschland, genannt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitende Gedanken: Einführung in die Problematik der Bedeutung von Erwerbsarbeit und Darstellung der Funktionen von Arbeit für das Individuum und die Gesellschaft.
2. Historische Entwicklung – Industrialisierung, Taylorismus und Fordismus: Betrachtung des Wandels des Arbeitsbegriffs vom Feudalismus bis hin zur Etablierung des fordistischen Gesellschaftsmodells und der Vollbeschäftigung.
3. Gegenwärtige Situation – fortschreitende Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse: Analyse der aktuellen Arbeitsmarktsituation und der negativen Auswirkungen durch atypische Arbeitsverhältnisse und strukturelle Veränderungen.
4. Ist die Bezeichnung „Arbeitsgesellschaft“ heute noch zutreffend und wie geht es weiter?: Diskussion der Zukunft des Arbeitsbegriffs und Überlegungen zu einer möglichen Transformation in eine Tätigkeitsgesellschaft.
Schlüsselwörter
Arbeitsgesellschaft, Erwerbsarbeit, Fordismus, Taylorismus, Prekarisierung, Normalarbeitsverhältnis, Massenarbeitslosigkeit, Dienstleistungssektor, Tätigkeitsgesellschaft, Bürgergeld, Arbeitsmarkt, Strukturwandel, Soziale Sicherung, Beschäftigung, Beschäftigungsmöglichkeiten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Wandel der Arbeitsgesellschaft und hinterfragt, ob der Begriff in Anbetracht von Prekarisierung und Massenarbeitslosigkeit noch zeitgemäß ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung des Fordismus, den aktuellen Wandel der Erwerbsarbeit und die theoretische Auseinandersetzung mit neuen Beschäftigungsformen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Analyse, ob die Erwerbsarbeit weiterhin das zentrale Element gesellschaftlicher Integration bleibt oder ob eine Neubewertung von Tätigkeiten notwendig ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die soziologische Literatur und statistische Daten zur Arbeitsmarktentwicklung zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Genese der Arbeitsgesellschaft, die aktuelle Prekarisierung und die Diskussion über die Zukunft der Erwerbsarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Arbeitsgesellschaft, Prekarisierung, Erwerbsarbeit, Fordismus und Tätigkeitsgesellschaft.
Was bedeutet der Begriff „Prekarisierung“ im Kontext dieser Arbeit?
Prekarisierung bezeichnet hier die Zunahme atypischer Arbeitsverhältnisse, die durch Instabilität, niedrige Löhne und fehlende soziale Schutzrechte gekennzeichnet sind.
Wie verändert die Globalisierung die Arbeitsgesellschaft?
Die Globalisierung führt durch internationale Arbeitsteilung und Standortverlagerungen zu einem Rückgang klassischer industrieller Arbeitsplätze und zur Notwendigkeit für Arbeitnehmer, flexibler zu agieren.
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- Katja Nixdorf (Author), 2006, Existiert die Arbeitsgesellschaft nur noch in unseren Köpfen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128216