Die Masterarbeit untersucht, inwieweit eine Veränderung der Arbeitsform die Unternehmenskultur beeinflusst und welche Folgen für die Gestaltung einer digitalen Unternehmenskultur resultieren. Es wird die Frage gestellt, wie Arbeitnehmer die Unternehmenskultur im Homeoffice erleben und welche Faktoren als relevant für eine erfolgreiche Unternehmenskultur im Homeoffice erachtet werden.
In Folge der weltweiten Covid-19-Pandemie war eine Vielzahl von Unternehmen mit der Herausforderung konfrontiert, die Arbeitsplätze zahlreicher Arbeitnehmer im Rahmen der staatlich beschlossenen Schutzmaßnahmen ins Homeoffice zu verlagern. Das Homeoffice hat sich als Arbeitsform während der Covid-19-Pandemie etabliert und es zeichnet sich ab, dass dieses auch nach der Pandemie im Rahmen hybrider Arbeitsmodelle angeboten werden wird.
Auf Grund der neuen Bedingungen, die aus der Arbeitsform des Homeoffice resultieren, entstehen gleichzeitig neue Anforderungen an Unternehmen im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Unternehmenskultur. Zusätzlich gewinnt die Diskussion vor dem Hintergrund an Relevanz, dass die Unternehmenskultur eine zentrale Schlüsselrolle für den Unternehmenserfolg darstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Hinführung zum Thema
1.2 Zielsetzung und Forschungsfrage
1.3 Struktur der Arbeit
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Covid-19 als Treiber der digitalen Transformation
2.2 Homeoffice als flexible Arbeitsform
2.2.1 Definition und Entwicklung
2.2.2 Homeoffice in Zeiten von Covid-19
2.2.3 Auswirkungen und Folgen
2.2.4 Homeoffice als Arbeitsform der Zukunft?
2.3 Unternehmenskultur
2.3.1 Definition und Entwicklung
2.3.2 Funktionen der Unternehmenskultur
2.3.3 Unternehmenskultur und Unternehmenserfolg
2.4 Unternehmenskulturmodelle
2.4.1 Ebenen-Modell der Unternehmenskultur nach Schein
2.4.2 Modell der kulturellen Dynamik nach Hatch
2.5 Unternehmenskultur im Wandel
2.5.1 Digitale Unternehmenskultur
2.5.1.1 Beispiele für die praktische Anwendung
2.5.2 Virtuelle Unternehmenskultur
3. Methodik
3.1 Experteninterviews
3.1.1 Experteninterviews als Methode der qualitativen Sozialforschung
3.1.2 Wahl der Erhebungsmethode
3.1.3 Möglichkeiten und Grenzen
3.2 Forschungsdesign
3.2.1 Datenerhebung
3.2.1.1 Entwicklung des Interviewleitfadens
3.2.1.2 Auswahl der Experten und Stichprobenbeschreibung
3.2.1.3 Interviewdurchführung
3.2.2 Datenaufbereitung und -auswertung
3.2.2.1 Transkriptionsverfahren
3.2.2.2 Qualitative Inhaltsanalyse und Kategoriensystem
4. Ergebnisse
4.1 Kategorie 1: Verständnis des Forschungsgegenstandes
4.2 Kategorie 2: Arbeitsformen vor und während der Covid-19-Pandemie
4.3 Kategorie 3: Chancen und Risiken vom Homeoffice
4.4 Kategorie 4: Erleben der Kommunikation
4.5 Kategorie 5: Unternehmenskultur
4.5.1 Kategorie 5.1: Artefakte vor der Covid-19-Pandemie
4.5.2 Kategorie 5.2: Artefakte während der Covid-19-Pandemie
4.5.3 Kategorie 5.3: Werte während der Covid-19-Pandemie
5. Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Interpretation der Ergebnisse
5.2.1 Interpretation des Verständnisses des Forschungsgegenstandes
5.2.2 Interpretation der Entwicklung der Arbeitsform
5.2.3 Interpretation der Chancen und Risiken vom Homeoffice
5.2.4 Interpretation der Kommunikation als zentrale Erfolgsgröße
5.2.5 Interpretation der Veränderung der Unternehmenskultur
6. Handlungsempfehlungen
7. Fazit
7.1 Limitationen
7.2 Implikationen für weitere Forschung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Covid-19-pandemiebedingten Verlagerung von Arbeit in das Homeoffice auf die Unternehmenskultur. Ziel ist es zu analysieren, wie Arbeitnehmer die kulturellen Aspekte im virtuellen Raum erleben und welche Faktoren für eine erfolgreiche digitale Transformation der Unternehmenskultur entscheidend sind, um langfristig hybride Arbeitsmodelle zu unterstützen.
- Wandel der Unternehmenskultur durch Homeoffice
- Transformation von Artefakten, Werten und Ritualen
- Kommunikation als kritischer Erfolgsfaktor im virtuellen Raum
- Qualitative Analyse mittels Experteninterviews
- Handlungsempfehlungen für hybride Arbeitswelten
Auszug aus dem Buch
2.5.1.1 Beispiele für die praktische Anwendung
Zwei deutsche Unternehmen haben für sich einen Ansatz entwickelt, welche die Einrichtung eines digitalen Büros in den Mittelpunkt stellt. Das digitale Büro ist Dreh- und Angelpunkt für Kommunikation und Interaktion, bietet aber auch Möglichkeiten gezielt Artefakte einzubinden. Das digitale Büro beruht auf dem Grundsatz, dass digitalen Videokonferenzen Vorrang gegenüber Mailverkehr und Sprachanrufen eingeräumt wird. Zudem sollen Videokonferenzen nicht mehr nur nach expliziter Einladung oder Verabredung erfolgen können, sondern auch den Raum für den spontanen informellen Austausch bieten. Dazu wurde versucht, die Bürostruktur im digitalen Raum über eine Videokonferenzsoftware mittels Channels nachzubauen. Dabei wurden Channels zum Nachbau von virtuellen Teeküchen und Konferenzräumen genutzt, sodass sich jeder Mitarbeiter jederzeit virtuell in die Teeküche schalten könnte. Dementsprechend waren im Vorfeld des Treffens keine Absprachen notwendig und auch keine Versendung von Links zu Videokonferenz.
Außerdem hatte der Ansatz das Ziel das Risiko dafür zu verringern, dass nach kurzer Zeit die Frequenz bei der Organisation von Meetings zum informellen Austausch wieder rapide absinkt und der informelle Austausch nicht auf einen ausgesuchten Personenkreis beschränkt bleibt. Ein digitaler Konferenzraum verfolgt den Zweck, dass nicht nur die Teilnehmer einer Konferenz diese zur Kenntnis nehmen können, sondern auch Nicht-Teilnehmer über die Konferenz informiert werden und so wiederum mit den Teilnehmern im Nachgang an die Konferenz in den Austausch über Inhalte gehen können. Ergänzt wurde das digitale Büro durch eine gemeinsame Kick-Off Veranstaltung zum Beginn eines Jahres, wobei sich neue Mitarbeiter vorstellten und die Geschäftsführung herausragende Leistungen von Mitarbeitern honorierte und somit die Rituale der Präsenzkultur in eine digitale Unternehmenskultur transformierte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die pandemiebedingten Veränderungen der Arbeitswelt und leitet die Forschungsfrage bezüglich der Transformation der Unternehmenskultur her.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert Konzepte wie Digitalisierung, Homeoffice sowie die Grundlagen und Modelle der Unternehmenskultur.
3. Methodik: Hier wird der Einsatz qualitativer Experteninterviews und das methodische Vorgehen bei der Datenerhebung und -auswertung dargelegt.
4. Ergebnisse: Die Ergebnisse der Expertenbefragungen werden entlang der fünf Kategoriensysteme präsentiert.
5. Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert und in den Kontext der bestehenden wissenschaftlichen Literatur eingeordnet.
6. Handlungsempfehlungen: Es werden konkrete Vorschläge zur aktiven Gestaltung der digitalen Unternehmenskultur abgeleitet.
7. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und zeigt Limitationen sowie weiteren Forschungsbedarf auf.
Schlüsselwörter
Unternehmenskultur, Homeoffice, Covid-19-Pandemie, Digitale Transformation, Virtuelle Zusammenarbeit, Experteninterview, Qualitative Sozialforschung, Arbeitswelt der Zukunft, Hybride Arbeitsmodelle, Artefakte, Kommunikation, Unternehmensführung, Digitales Büro, Organisationskultur, Wertewandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die massive und plötzliche Verlagerung von Arbeit in das Homeoffice während der Covid-19-Pandemie auf das Erleben und die Gestaltung der Unternehmenskultur in Unternehmen ausgewirkt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Rolle der Digitalisierung, Definitionen von Unternehmenskultur (insb. nach Schein), theoretische Modelle kultureller Dynamiken, die Veränderung der Kommunikation im Homeoffice sowie praktische Ansätze für hybride Arbeitswelten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Wie erleben Arbeitnehmer die Unternehmenskultur im Homeoffice während der Covid-19-Pandemie und welche Faktoren erachten Arbeitnehmer in Zeiten von Homeoffice als relevant für eine erfolgreiche Unternehmenskultur?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, basierend auf halbstrukturierten, problemzentrierten Experteninterviews nach Mayring, die mit vier Experten aus einem Software-Unternehmen geführt wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Literaturaufarbeitung, die Beschreibung der qualitativen Methodik, die Präsentation der Interviewergebnisse in Kategoriensystemen und deren anschließende wissenschaftliche Diskussion sowie Interpretation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben Unternehmenskultur und Homeoffice sind insbesondere Transformation, Kommunikation, hybride Arbeitsmodelle, digitale Unternehmenskultur und Experteninterviews prägend für den Inhalt.
Wie unterscheidet sich die "digitale" von der "virtuellen" Unternehmenskultur?
Digitale Unternehmenskultur basiert primär auf der Arbeit im Homeoffice und erfordert eine Transformation der analogen Elemente, während die virtuelle Unternehmenskultur als Synthese aus Präsenzkultur und digitaler Unternehmenskultur in hybriden Arbeitsmodellen verstanden wird.
Warum ist das "Modell der kulturellen Dynamik" nach Hatch in dieser Arbeit relevant?
Hatch ergänzt das statischere Ebenen-Modell von Schein um die prozessuale Ebene. Die Arbeit nutzt Hatch, um zu erklären, wie Symbole, Artefakte und Werte durch dynamische Prozesse (Manifestation, Realisation, Symbolisierung, Interpretation) im Alltag interagieren und transformiert werden.
Welche Rolle spielt die Kommunikation in dieser Untersuchung?
Kommunikation wird als der zentrale Erfolgsfaktor und "sozialer Klebstoff" identifiziert. Die Arbeit zeigt auf, dass der Verlust informeller Kommunikation im Homeoffice eine kritische Barriere für die Aufrechterhaltung der Unternehmenskultur darstellt.
- Arbeit zitieren
- Dennis Geese (Autor:in), 2022, Unternehmenskultur im Homeoffice. Wie Unternehmen aktiv eine digitale Unternehmenskultur gestalten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1282186