Es handelt sich um den Entwurf zu einem Besonderen Unterrichtsbesuch im Fach Deutsch. Gegenstand ist Horvaths Werk "Geschichten aus dem Wiener Wald". In der Stunde wird mithilfe der Standbildtechnik das Schicksal Mariannes erarbeitet.
Stundenziel: Die Schüler sollen mit Hilfe mehrerer Standbilder vier Situationen in Mariannes Entwicklung darstellen und das mit der Figur der Marianne thematisierte gesellschaftliche Phänomen der Zerstörung der Frau unter dem Deckmantel der Liebe benennen und erläutern.
Alle Arbeitsblätter sind enthalten.
Inhaltsverzeichnis
1 Analyse des Bedingungsfeldes
2 Didaktisch-methodische Konzeption
2.1 Analyse der curricularen Vorgaben
2.2 Analyse der Thematik, ihrer Komplexität und ihre fachliche Begründung
2.3 Auswahl- und Reduktionsentscheidungen
2.4 Anzustrebende Kompetenzen/Lehr- und Lernziele
2.4.1 Stundenlernziel
2.4.2 Ergebnisorientierte Lernziele
2.4.3 Prozessorientierte Lernziele
3 Gestaltung der Verlaufsstruktur des Lernprozesses
4 Unterrichtsverlaufsskizze
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der unterrichtspraktischen Planung einer Doppelstunde zu Ödön von Horváths Volksstück "Geschichten aus dem Wiener Wald". Im Zentrum steht dabei die Analyse der Entwicklung der Figur Marianne und das damit verbundene gesellschaftliche Phänomen der Zerstörung der Frau unter dem Deckmantel der Liebe, wobei das Ziel verfolgt wird, die Schüler für die psychologischen und sozialen Dynamiken innerhalb des Dramas zu sensibilisieren.
- Analyse des Bedingungsfeldes und der Lerngruppe
- Didaktisch-methodische Fundierung des Unterrichtsentwurfs
- Erarbeitung der Entwicklung der Hauptfigur Marianne
- Einsatz handlungs- und produktionsorientierter Verfahren
- Reflexion über Emanzipationsansätze im sozialen Drama
Auszug aus dem Buch
2.3 Auswahl- und Reduktionsentscheidungen
Um aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten einen Zugang zu Horváths Volksstück „Geschichten aus dem Wiener Wald“ zu finden, müssen verschiedene Auswahl- und Reduktionsentscheidungen getroffen werden.
Ein Gegenwarts- und Zukunftsbezug lässt sich aus den persönlichen Erfahrungen der Schüler auf einer Metaebene ableiten. In ihrem Leben werden sie beispielsweise ggf. vor die Wahl gestellt, inwieweit sie sich in einer Partnerschaft unterordnen wollen. Außerdem haben sie eine erste Altersgrenze überschritten, in der sie die Wahl zwischen Schule und Beruf hatten (Berufsbezug). Sie müssen Berufswahl und Familie gegeneinander abwägen und die Konsequenzen daraus tragen.
Der inhaltliche Schwerpunkt der Stunde wird auf Mariannes Entwicklung und das damit dargestellte gesellschaftliche Phänomen der Zerstörung der Frau unter dem Deckmantel der Liebe gelegt (literaturwissenschaftliche und psychologische Schicht).
Die Komplexität des Themenbereiches erfordert entsprechend dem Prinzip der Passung von Stoffmenge zur Lehr- und Lernkapazität und den vielfältigen interdisziplinären Bezügen des Themas eine umfassende Auswahl. Die Schüler haben zu Beginn der Unterrichtssequenz in vier Gruppen Rollenbiographien zu den vier Hauptcharakteren (Marianne, Alfred, Oskar und die Großmutter) erarbeitet. Spezielle charakteristische Eigenschaften werden daher weitestgehend ausgeblendet, vielmehr stehen in der Unterrichtsstunde die persönlichen Beziehungen zwischen den vier ausgewählten Figuren im Vordergrund. Die übrigen Figuren werden nicht vertiefend behandelt, weil sie keine wesentlichen Handlungsträger sind. Auf eine detaillierte Betrachtung der Gesamtfigurenkonstellation wird demnach verzichtet, da sie für das Verständnis von Mariannes Entwicklung irrelevant ist. Der Fokus der Betrachtung liegt auf Marianne, da sie als Opfer der Knotenpunkt zwischen den vier genannten Figuren ist. Marianne ist zudem die einzige Person, die einen Wandel durchläuft, während die übrigen Figuren statisch sind. Dies ist auch der Aspekt, der sich im Rahmen der Betrachtung der Figurenkonzeption aufdrängt. Auf eine ausführliche Betrachtung der Figurenkonzeption wird verzichtet, da sich die übrigen Figuren in ihrer Anlage wenig unterscheiden und diese in diesem Kontext nur bedingt relevant sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Analyse des Bedingungsfeldes: Das Kapitel bietet eine detaillierte Beschreibung der Lerngruppe sowie deren schulischer Vorbildung und sozialem Verhalten.
2 Didaktisch-methodische Konzeption: Hier werden die curricularen Vorgaben analysiert, die fachliche Begründung des Themas dargelegt sowie Auswahl- und Lernzielentscheidungen getroffen.
3 Gestaltung der Verlaufsstruktur des Lernprozesses: Dieses Kapitel erläutert den methodischen Aufbau der Doppelstunde, von der Einstiegs- über die Erarbeitungs- bis hin zur Vertiefungsphase.
4 Unterrichtsverlaufsskizze: Diese tabellarische Übersicht stellt die didaktischen Absichten den konkreten methodischen Entscheidungen und Medieneinsätzen gegenüber.
Schlüsselwörter
Ödön von Horváth, Geschichten aus dem Wiener Wald, Marianne, Zerstörung der Frau, Soziales Drama, Unterrichtsentwurf, Literaturdidaktik, Rollenbiographie, Szenische Interpretation, Emanzipation, Qualifikationsphase, Fachgymnasium, Figurenkonstellation, Pädagogik, Deutschunterricht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert den Entwurf für einen besonderen Unterrichtsbesuch im Fach Deutsch, der sich mit Ödön von Horváths Stück "Geschichten aus dem Wiener Wald" beschäftigt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Analyse der Hauptfigur Marianne, die gesellschaftliche Rolle der Frau sowie die psychologischen und sozialen Bedingungen innerhalb des Dramas.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Die Schüler sollen Mariannes Lebensweg nachvollziehen und das gesellschaftliche Phänomen ihrer Zerstörung unter dem Deckmantel der Liebe kritisch reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es kommen handlungs- und produktionsorientierte Verfahren zum Einsatz, wie etwa die szenische Interpretation durch Standbilder und die Erstellung von Rollenbiographien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bedingungsanalyse der Klasse, eine fachdidaktische Begründung der Themenwahl sowie eine detaillierte Verlaufsplanung für eine Doppelstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Soziales Drama, Emanzipation, Figurenkonstellation, Literaturdidaktik und Szenische Interpretation geprägt.
Warum wurde Marianne als zentraler Fokus gewählt?
Marianne ist die einzige Figur des Stücks, die einen Entwicklungswandel durchläuft und als Opfer der verschiedenen Machtverhältnisse zwischen den männlichen Hauptfiguren fungiert.
Welche Rolle spielen die "Experten"-Rollenbiographien?
Die Schüler erarbeiten vorab Rollenbiographien, um ein tieferes Verständnis für die Motivationen der Charaktere zu entwickeln, was die Gruppenarbeit effizienter gestaltet.
Wie ist die "didaktische Reserve" konzipiert?
Als Reserve für zeitliche Puffer dient die Erörterung der Frage, inwieweit Marianne tatsächlich einen Weg der Emanzipation beschreitet.
Wie werden die Unterrichtsergebnisse dokumentiert?
Die Ergebnisse werden primär auf Wandplakaten festgehalten, in Standbildern visualisiert und abschließend an der Tafel durch die Lehrkraft zusammengeführt.
- Quote paper
- Lydia Plagge (Author), 2008, Besonderer Unterrichtsbesuch im Fach Deutsch, 12. Klasse erhöhtes Anforderungsniveau: Ödön von Horvath "Geschichten aus dem Wiener Wald", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128221