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Die Soziologie Bruno Latours

Theoretische Hintergründe der Akteur-Netzwerk-Theorie

Title: Die Soziologie Bruno Latours

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 19 Pages

Autor:in: Michael Ertel (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Die Vorliegende Hausarbeit entstand im Rahmen des Hauptseminars „Technik und Sozialtheorie“ (WS 08/09). Gegenstand dieser Ausarbeitung ist die Vorstellung eines Teilausschnitts des soziologischen Interesses Bruno Latours. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Erläuterung der gedanklichen Hintergründe, der in neuerer Zeit, vieldiskutierten Akteur-Netzwerk-Theorie. Die Soziologie Bruno Latours hinterfrag die Grundüberzeugungen der Moderne, der Dualismus von Natur und Kultur wird von ihm abgelehnt. Er widerspricht zum Einen, der gängigen Leitvorstellung, dass es eine vom Menschen unabhängige, objektive Natur gibt. Zum anderen, der Anmaßung der Wissenschaft, bei der Untersuchung der Natur und ihrer Gesetze zu unbestechlichen Wahrheiten zu gelangen. Latour wendet sich damit gegen die, von Durkheim und Weber, beanspruchte Idee der Wertfreiheit der Wissenschaften. Die Latour’sche Soziologie befasst sich also mit dem Verhältnis von Natur und Gesellschaft. Die Untersuchung dieses Verhältnisses ist durchaus komplex und bringt eine Menge verschiedener Fragen mit sich. Die folgende Arbeit möchte vor allem aufzeigen, wie Latour das Mikro/Makro-Problem löst, welche Rolle die Technik spielt, und welche Methoden Latour den Soziologen vorschlägt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wie ist Gesellschaft möglich? – Latour´s Umgehungsstrategie des Mikro- Makro-Problems der Soziologie

3. Die Abschaffung von „Macht“ – Eine Re-Definition von „Gesellschaft“ und die Rolle der Technik

4. Die Methode – Wie sich die ANT anwenden lässt

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das soziologische Werk Bruno Latours mit einem Fokus auf die theoretischen Hintergründe der Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT). Ziel ist es, Latours Lösungsansätze für klassische soziologische Fragestellungen – insbesondere die Überwindung des Mikro-Makro-Dualismus sowie die Einbeziehung technischer Artefakte in soziale Prozesse – systematisch darzustellen und die methodischen Konsequenzen seiner Symmetrie-Annahmen zu beleuchten.

  • Die Dekonstruktion des Dualismus von Natur und Gesellschaft.
  • Die Neudefinition von „Macht“ als Konsequenz statt Ursache kollektiven Handelns.
  • Die Rolle technischer Artefakte als gleichwertige Aktanten im sozialen Netzwerk.
  • Methodische Vorgehensweisen der ANT (u.a. Symmetrieprinzip, Inskription, Delegation).
  • Die praktische Anwendung der „Verfolgung der Spuren der Akteure“.

Auszug aus dem Buch

3. Die Abschaffung der „Macht“ - eine Re-Definition von „Gesellschaft“ und die Rolle der Technik

Entgegen der herkömmlichen Vorgehensweise, kollektives Handeln mit Macht (oder z.B. Kapital) zu erklären, versucht Latour aufzuzeigen, das Macht als Konsequenz und nicht als Ursache kollektiven Handelns gesehen werden muss. Die althergebrachte Vorstellung von Macht muss fallengelassen werden, Macht kann nur über die Rolleneinbindung möglichst vieler Akteure erreicht werden. Seine Erklärung beginnt mit dem folgenden Paradox: „Wenn man einfach nur Macht hat – in potentia -, geschieht nichts und man ist machtlos; wenn man Macht ausübt – in actu -, führen andere die Handlungen aus und nicht man selbst.“ Auf die selbst gestellte Frage, wo nun der Unterschied zwischen Macht in potentia und Macht in actu liegt, antwortet er: „In den Handlungen anderer“. Macht muss also durch die Handlungen anderer erklärt werden. Für die genauerer Erläuterung dessen, entwickelt Latour zwei kontrastierende Modelle, die „die Verbreitung einer Anordnung, eines Anspruches oder eines Artefakts in Raum und Zeit erklären.“, das Diffusionsmodell und das Übersetzungsmodell. Anordnungen, Ansprüche oder Artefakte fasst er unter dem Begriff „Token“ zusammen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung von Bruno Latour und der Entstehung der Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) als Konzept zur Analyse wissenschaftlicher und technischer Innovationen.

2. Wie ist Gesellschaft möglich? – Latour´s Umgehungsstrategie des Mikro- Makro-Problems der Soziologie: Analyse der Kritik am Mikro-Makro-Dualismus und Einführung des Übersetzungsbegriffs zur Erklärung sozialer Ordnung.

3. Die Abschaffung von „Macht“ – Eine Re-Definition von „Gesellschaft“ und die Rolle der Technik: Untersuchung der Macht als Ergebnis von Netzwerkkonstruktionen sowie der Bedeutung materieller Ressourcen für die Stabilität von Gesellschaften.

4. Die Methode – Wie sich die ANT anwenden lässt: Darstellung methodischer Kernkonzepte der ANT, wie Symmetrieprinzip, Inskription, Delegation und die Analyse von Aktanten innerhalb eines Settings.

5. Schlussbemerkung: Kritische Würdigung des Ansatzes von Latour und Reflexion über die Erklärungskraft sowie die zukünftige Weiterentwicklung der ANT.

Schlüsselwörter

Akteur-Netzwerk-Theorie, ANT, Bruno Latour, Gesellschaft, Mikro-Makro-Problem, Macht, Symmetrieprinzip, Aktant, Übersetzung, Inskription, Delegation, Technik, Soziologie, Netzwerke, Performanz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Soziologie von Bruno Latour, insbesondere mit der Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT).

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die Überwindung des Gegensatzes zwischen Natur und Gesellschaft, die Rolle der Technik in sozialen Prozessen sowie neue Wege der soziologischen Machtanalyse.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Latour klassische Probleme der Soziologie, wie das Mikro-Makro-Problem, durch eine neue methodische Herangehensweise umgeht.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit beschreibt das Symmetrieprinzip der ANT, bei dem menschliche und nichtmenschliche Akteure methodisch gleichwertig betrachtet werden, um soziale Netzwerke zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Latours Lösungsstrategien für die soziale Ordnung, die Dekonstruktion des traditionellen Machtbegriffs und die Erläuterung spezifischer ANT-Methoden wie Delegation und Inskription.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Akteur-Netzwerk-Theorie, Symmetrieprinzip, Aktant, Übersetzung und soziale Netzwerke definiert.

Was bedeutet der Begriff „Black Box“ bei Latour im Kontext dieser Arbeit?

Eine Black Box bezeichnet ein stabiles Netzwerk, dessen innere Funktionsweise für die Analyse nicht mehr geöffnet werden muss, um die Übersichtlichkeit in der Untersuchung komplexer Konstellationen zu wahren.

Wie illustriert die Arbeit das Konzept der Delegation?

Das Konzept der Delegation wird anhand des Beispiels eines hydraulischen Türschließers erläutert, der eine für Menschen unangenehme oder unzuverlässige Aufgabe übernimmt und somit das Verhalten stabilisiert.

Warum lehnt Latour den traditionellen Machtbegriff ab?

Latour lehnt Macht als exogene Ursache kollektiven Handelns ab und definiert sie stattdessen als Konsequenz von Netzwerkkonstruktionen und Rolleneinbindungen verschiedener Akteure.

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Details

Title
Die Soziologie Bruno Latours
Subtitle
Theoretische Hintergründe der Akteur-Netzwerk-Theorie
College
Technical University of Berlin  (Institut für Soziologie)
Author
Michael Ertel (Author)
Publication Year
2009
Pages
19
Catalog Number
V128231
ISBN (eBook)
9783640330096
ISBN (Book)
9783640331871
Language
German
Tags
Soziologie Bruno Latours Theoretische Hintergründe Akteur-Netzwerk-Theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Ertel (Author), 2009, Die Soziologie Bruno Latours, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128231
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