Psychologische Aspekte des Wohnens

Wohnzufriedenheit von Fernstudierenden


Hausarbeit, 2003
61 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Gliederung

0 Vorbemerkung

1 Untersuchungsgegenstand
1.1 Themenfindung
1.2 Theoretischer Hintergrund
1.3 Hypothesen

2 Untersuchungsplan
2.1 Befragungsinstrument
2.1.1 Entwicklung des Fragebogens
2.1.2 Befragungsart
2.2 Planung der Auswertung
2.2.1 Untersuchungswerkzeuge
2.2.2 Gruppierung der Gesamtstichprobe
2.2.3 Ermittlung von Mittelwerten und Standardabweichung
2.2.4 Ermittlung von Korrelationen
2.2.5 Erweiterung der Stichprobe

3 Untersuchungsergebnisse
3.1 Auswertung des Fragebogens
3.1.1 Stichprobe
3.1.2 Mittelwerte und Standardabweichung
3.1.2.1 Mittelwerte der Skalen
3.1.2.2 Mittelwerte und Standardabweichung der Einzelitems
3.1.2.3 Mittelwerte einzelner Aspekte
3.1.3 Korrelationen
3.1.3.1 Korrelationen der Skalen
3.1.3.2 Korrelationen der einzelnen Stichproben
3.1.3.3 Einzel- Korrelations- Betrachtungen
3.1.3.4 Korrelation Zufriedenheitswerte und Wohnungsgröße
3.1.4 Zusammenstellung der Daten
3.1.4.1 Zusammenschau der Mittelwerte und Standardabweichungen der einzelnen Stichproben
3.1.4.2 Zusammenschau der Aspekte
3.2 Interpretation der Zahlen
3.2.1 Interpretation der Werte der Gesamtstichprobe
3.2.2 Interpretation der Werte der Stichproben - EP ./. MP - mit Bewertung der Hypothese 1
3.2.3 Interpretation der Werte der Stichproben - mAZ ./. oAZ - mit Bewertung der Hypothese 2
3.2.4 Interpretation der Werte der Stichproben - mBeruf ./. oBeruf - mit Bewertung der Hypothese 3
3.3 Rückführung der Ergebnisse auf den theoretischen Hintergrund

4 Werte der erweiterten Stichprobe

5 Ausblick
5.1 Anstöße für weitere Untersuchungen
5.2 Reflexion über den Arbeits- und Lernprozess während der Erstellung der Hausarbeit

6 Anhang

Fragebogen

Literaturverzeichnis

0 VORBEMERKUNG

Diese Ausführungen sind der zweite Teil einer wissenschaftlichen Arbeit im Bereich der Psychologie des Wohnens.

Der erste Teil hatte den Titel " Entwicklung eines Fragebogens zur Wohnzufriedenheit von Fernstudierenden". Darin haben wir kurz dargelegt, wie wir zu den hier behandelten Thesen kamen. Zum anderen legt diese Arbeit unsere Schritte der Entwicklung eines geeigneten Untersuchungsinstruments offen.

1 Untersuchungsgegenstand

1.1 Themenfindung

Die Thesen, die im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen, sind während der Beschäftigung mit Fragen der Psychologie des Wohnens entstanden, insbesondere in Diskussionen unter Fernstudierenden um die persönliche Sicht der eigenen Wohnzufriedenheit ( siehe dazu auch Teil I der Hausarbeit) .

1.2 Theoretischer Hintergrund

Gerade für Fernstudenten, die einen sehr großen Teil ihrer Studienleistungen innerhalb ihrer Wohnung erbringen müssen, erscheint uns die Frage nach den Bedingungen der Wohnung für das Studieren sehr wichtig. Sicherlich sind für den Fernstudenten nicht nur die eigentliche Wohnung sondern auch die Wohnumgebung von Bedeutung, welche Infrastruktur kann er nutzen etc. Nach unseren Umfragen unter Fernstudierenden (siehe TEIL I 2.2.2.1) scheinen aber die Bedingungen der Wohnung im engeren Sinne für Fernstudierende von besonderer Bedeutung zu sein. Daher wollen wir uns bei unserer Befragung auch auf diesen Bereich des Wohnens beschränken.

Bei der Beschäftigung mit Literatur dazu trafen wir auf eine Definition von Canter und Rees, die uns für die Untersuchung der Wohnzufriedenheit von Fernstudierenden sehr treffend scheint:

"Zufriedenheit ist der Grad, in dem eine Person den Eindruck hat, dass die Wohnumwelt ihr bei der Erreichung ihrer Ziele dient." (Canter & Rees,1982,zitiert nach Dieckmann, Flade, Schuemer, Ströhlein & Walden, 1998, S. 81)

Hier wird der enge Zusammenhang formuliert zwischen der Zufriedenheit einer Person - in unserem Fall des Fernstudierenden - und der Einschätzung der Möglichkeiten, in der Wohnung Ziele erreichen zu können.

Für uns stellt sich somit die Frage, welche Ziele ein Fernstudierender im Hinblick auf sein Studium hat:

Er/ Sie will sich gedanklich mit den Inhalten des Faches auseinandersetzen, diese durchdenken, hinterfragen, in verschiedenen Zusammenhängen sehen, weiterentwickeln etc. Das heißt, der Fernstudierende muss komplexe gedankliche Leistungen erbringen.

Wie kann die Wohnumwelt für die Erreichung dieser Ziele dienlich sein? Wie kann die Wohnumwelt den Studierenden dabei aber auch behindern?

Diese Fragen sind nun ist vor dem Hintergrund der Untersuchungen zur Social Facilitation zu sehen. Zu nennen ist hier die Zajonc-Hypothese:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Lück, 1986, S. 52)

Die Anwesenheit anderer führt nachweislich durch vermehrte Hormonausschüttung zu einer Erhöhung des Erregungszustandes. Die Stressforschung und Lerntheorie belegen wiederum das vermehrte Auftreten dominanter Reaktionen bei erhöhter Erregung. Dominante Reaktionen erleichtern die Bewältigung einfacher, gelernter, wohletablierter Aufgabenstellungen. Durch die Arbeit mit größerer Motivation und Intensität kommt es zum Leistungsanstieg.

Bei den Aufgaben, die ein Fernstudierender im Rahmen seines Studiums zu erledigen hat, handelt es sich im Großteil um komplexe Aufgabenstellungen. Für das Lösen komplexerer Aufgabenstellungen und das Erlernen neuer Reaktionen jedoch ist das Auftreten der dominanten Reaktionen hinderlich. Hier kommt es zu einer Leistungsminderung, das Erbringen optimaler Studienleistungen kann somit erschwert werden. (Dabei ist hier nicht die Anwesenheit von Menschen gemeint, die vom Studierenden für das Erbringen der Leistungen als wichtig angesehen werden- zum Beispiel die Anwesenheit von Mitstudierenden in einer Arbeitsgruppe zu Hause. Für diesen Fall gelten nach Lück andere Bedingungen, hier könnte es sehrwohl zum Leistungsanstieg kommen.)

Für das Erbringen von akzeptablen Studienleistungen beim Studieren in der Wohnung scheint daher eine Rückzugsmöglichkeit für den Studierenden notwendig zu sein, die ihm die "Kontrolle über den Zugang anderer zu sich selbst ..." erlaubt. Nach Altman (1975) ist dieser Prozess der Kontrolle konstituierendes Merkmal von "Privatheit" und ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Beengungsstress.

Brehms Störungsmodell definiert "Beengung als unangenehmen, subjektiven Zustand ... in dem Maße, in dem bei hoher Dichte die Erreichung eigener Ziele durch die Anwesenheit oder das Verhalten der anderen Personen ... gestört wird. Störung wird verstanden als Beschränkung, Unterbrechung oder Blockierung einer zielgerichteten Verhaltensfolge. Wie stark beengt ich mich fühle, hängt danach von der Stärke der Störung und von der Wichtigkeit der gestörten Handlung und von der Häufigkeit und Dauer der Störungen ab." (zitiert nach Schultz-Gambard, 1996, S. 32)

Versucht der Fernstudent, in seiner ohnehin knappen Zeit zu lernen und wird dabei gestört, so wird ihn dies zunächst einmal in der Ausführung seiner Handlung stören. Darüber hinaus muss er seine geplante Handlung neu disponieren. Die erlebte Beschränkung/Beengung führt zu Bewältigungsreaktionen (vgl. auch Reaktanztheorie von Brehm, die davon ausgeht, dass der Mensch in der Regel bemüht ist, seine Handlungsfreiheit nicht einschränken zu lassen. Eventuell muss das Ziel - hier: Lernen - auf Umwegen erreicht werden. Zum Beispiel könnte der Fernstudent zu einem späteren Zeitpunkt beziehungsweise an einem anderen Ort lernen.

Nach Cohens Aufmerksamkeitskapazitätsmodell - oder auch Überlastungsmodell - hat "jede Person ... eine begrenzte Aufmerksamkeitskapazität. Bei zu hohen Umweltanforderungen an die Aufmerksamkeit, ..., kann die Aufmerksamkeitskapazität überlastet bzw. vorübergehend erschöpft werden ..." (zitiert nach Schultz-Gambard, 1996, S. 30). Verfügt der Fernstudent nicht über eigenes Arbeitszimmer bzw. lebt er nicht alleine, kann man davon ausgehen, dass er beim Studieren häufig unterbrochen und abgelenkt wird und sich so nur höchst unzureichend dem Studium widmen kann. Da Störungen kognitiven Mehraufwand bedeuten, ist die Aufmerksamkeitskapazität erschöpft, ohne dass ein dem Aufwand entsprechender Lernerfolg erzielt werden konnte. Kommt dies nur selten vor, so kann sich der Fernstudent mit der Situation arrangieren und diese entsprechend bewerten. (z.B. Andere Mitbewohner haben eben auch Bedürfnisse und Rechte.) Häufen sich jedoch die Störungen, und wird der Fernstudent permanent am Lernen gehindert, so wird er wohn - unzufrieden, denn in seinen "eigenen vier Wänden" kann er das Lernziel nicht in gewünschtem Umfang erreichen.

Loo (1972) verwendet - im Zusammenhang mit Experimenten - die beiden Begriffe "soziale Dichte" und "räumliche Dichte". Sie bezeichnen zum einen die verfügbare Fläche pro Person und zum anderen die Personenzahl im Verhältnis zur Flächeneinheit.

Hohe "räumliche Dichte" und "soziale Dichte" beinhalten eine hohe sensorische Stimulation. Je mehr Menschen auf geringem Raum versammelt sind, desto mehr Eindrücke und Reize muss der Einzelne verarbeiten. Aufgrund der hohen Anforderung an die Reizverarbeitung ist die Aufmerksamkeitskapazität eher erschöpft.

Auch ein gemeinsames Ergebnis aller empirischen Untersuchungen zum Crowding soll an dieser Stelle genannt werden: "...durch hohe Dichte gekennzeichnete Lebensbedingungen (haben) im allgemeinen schädigende Auswirkungen auf physiologische Prozesse (erhöhte Daueraktivierung bis hin zu funktionalen Störungen) sowie auf affektive (z.B. negative subjektive Befindlichkeit), kognitive (z.B. Leistungsdefizite) und soziale (z.B. sozialer Rückzug) Prozesse." (Kruse, Graumann & Lantermann, 1990, S. 344).

1.3 Hypothesen

Zu Beginn unserer Überlegungen haben wir uns gefragt, wie die Wohnumwelt den Fernstudierenden bei der Erreichung der Ziel beeinflussen kann, wo es förderliche und wo es behindernde Aspekte geben kann.

Verwendet man hier das Begriffspaar von Loo, so lässt sich nun zum einen fragen:

Bietet die Wohnung eine angemessene soziale Dichte, findet der Studierende in der Wohnung das - für effektives Studieren erforderliche - Maß an Abstand zu anderen Menschen oder befinden sich durch die Gegebenheiten der Wohnung zu viele Menschen in seiner direkten Studier-Umgebung.

Zum anderen gilt es zu untersuchen, ob dem Studierenden in angemessenem Maße Raum zum Studieren zur Verfügung steht, kann er sich in der Wohnung beim Studieren mit seinem Material und / oder mit Mitstudierenden so ausbreiten, wie er es für wünschenswert hält oder studiert er in geteilten Räumen, die zumindest zeitweise auch von anderen genutzt werden (müssen).

Sicherlich ist das optimale Maß an sozialer und räumlicher Dichte für jeden Studierenden eine sehr subjektive Größe. Interindividuelle Unterschiede liegen in der persönlichen Lern- und Familiengeschichte begründet. Ebenso sind auch intraindividuelle Unterschiede denkbar. Je nach Verfassung des Studierenden und persönlicher Einschätzung der Wichtigkeit und Schwierigkeit aktuell zu behandelnder Studien-Fragen wird dasselbe Maß an Dichte zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedlich beurteilt werden.

Bei unserer Befragungsform können diese intraindividuellen Unterschiede sich vielleicht durch den Abstand des Befragten zu den zu reflektierenden Bedingungen zum Studieren etwas verringern. Für die Berücksichtigung der interindividuellen Unterschiede müssen wir geeignete Frage - Formulierungen suchen, die die individuelle Einschätzung/Bewertung der Wohnungsbedingungen ermöglichen.

Wenn es also bei der Zufriedenheit um den Grad geht, in dem die Wohnumwelt - in unserem Fall die Wohnung - die Ziele des Studierenden fördert oder behindert, so stellen sich für uns zwei Bedingungen des Wohnens in den Mittelpunkt der Betrachtung, der Aspekt PRIVATHEIT und der Aspekt PLATZ, die sicherlich nicht immer sauber getrennt auftreten, da beide Bedingungen im Alltag meist konfundiert sind.

Legt man den Schwerpunkt der Überlegungen auf den Aspekt "soziale Dichte" / "Privatheit", so lässt sich vermuten, dass Studierende, die sich mit anderen Mitbewohnern eine Wohnung teilen, ein höheres Maß an Störungen und Behinderungen ihrer Studienziele erfahren und somit - im Vergleich zu alleinlebenden Studierenden - weniger wohn - zufrieden sind.

Aus diesen Überlegungen entwickelte sich unsere gerichtete Hypothese:

§ Die Wohnzufriedenheit von FernStudierenden, die in Einpersonenhaushalten leben, ist größer als die Wohnzufriedenheit von FernStudierenden in Mehrpersonenhaushalten.

Betrachtet man dazu aber auch den Aspekt "räumliche Dichte" / "Platz" so ist zu vermuten, dass Studierende, die in einem eigenen Arbeitszimmer studieren, ihre Ziele leichter erreichen können. Damit ist zu erwarten, dass sie im Vergleich zu Studierenden, die in geteilten von vielen genutzten Räumen studieren, wohn - zufriedener sein werden.

Diese Vermutung drückt sich unserer zweiten Hypothese aus:

§ Die Wohnzufriedenheit von FernStudierenden mit eigenem Arbeitszimmer ist größer als die Wohnzufriedenheit von FernStudierenden ohne eigenem Arbeitszimmer.

Die Gegenüberstellung dieser zwei Gruppen von Fernstudierenden - mit oder ohne eigenem Studierbereich in der Wohnung - lässt sich aber vielleicht nicht nur am Arbeitszimmer festmachen. Diskussionen unter Fernstudierenden, die im Mehrpersonenhaushalt leben, ergaben, dass viele der nichtberufstätigen Fernstudierenden (meist Mütter) angaben, sie könnten in der Zeit, in der die Familie außer Haus sei - der Mann im Beruf, die Kinder in Schule oder Kindergarten - "Familienräume" wie zum Beispiel die Küche allein zum Studieren nutzen. Damit hätten sie auch ohne eigenem Arbeitszimmer in der Wohnung einen ungeteilten Studierbereich auf Zeit.

Dies schafft für sie - wie wir vermuten - Bedingungen in der Wohnung, die für die Erreichung der Studienziele förderlich sind. Wir erwarten daher bei dieser Gruppe eine höhere Wohnzufriedenheit als bei der Gruppe der berufstätigen Fernstudierenden, in deren Wohnung es ebenfalls kein eigenes Arbeitszimmer gibt, die aber durch die Berufstätigkeit auch keinen größeren Zeitkorridor finden, in dem sie sich allein in Bereichen der Wohnung aufhalten.

Diese Überlegungen finden sich in der dritten Hypothese wieder

§ In einem Mehrpersonenhaushalt lebend - ohne eigenem Arbeitszimmer- ist die Wohnzufriedenheit von berufstätigen FernStudierenden geringer als die Wohnzufriedenheit von nicht-berufstätigen FernStudierenden.

2 Untersuchungsplan

2.1 Befragungsinstrument

Wir haben uns, sicherlich angeregt durch die Präsenzveranstaltungen und die damit verbundene Hoffnung auf fachliche Unterstützung und Zusammenarbeit mit anderen Mitstudierenden, für das Instrument des Fragebogens entschieden.

An dieser Stelle möchten wir auch unseren Dank für die fachliche Beratung durch die Mentoren richten.

2.1.1 ENtwicklung DES FRAGEBOGENS

Im ersten Teil unserer Hausarbeit ging es darum, einen Fragebogen zu erstellen, mit dem wir die Wohnzufriedenheit von Fernstudierenden ermitteln konnten.

Dieser Fragebogen enthielt im Teil I 22 Fragen zur allgemeinen Wohnzufriedenheit, im Teil II 28 Fragen zur Wohnzufriedenheit im Zusammenhang mit dem Fernstudium, die nach einem Pre-Test aufgestellt wurden und im dritten Teil demografische Angaben, mit deren Hilfe wir die Stichprobe entsprechend der Hypothesen gruppieren wollten.

Dieser Fragebogen wurde ohne Kommentar und Rückfragemöglichkeit anonym von 59 Fernstudierenden beantwortet.

Die Auswertung mit ItemPro und die Abstimmung mit den anderen Gruppen führte für den optimierten Fragebogen im Teil I zu einer Beschränkung auf 12 Items zu Aspekten der allgemeinen Wohnzufriedenheit (ALLG-WZ):

1. Ich vermisse im meiner Wohnung Tageslicht.
2. Ich würde diese Wohnung jederzeit wieder nehmen.
3. Die Aussicht aus meiner Wohnung gefällt mir.
4. Ich vermisse in meiner Wohnumgebung Grünflächen.
5. Ich darf meine Wohnung so gestalten, wie ich will.
6. Ich bin mit der Aufteilung meiner Wohnung zufrieden.
7. Ich würde am liebsten sofort umziehen.
8. Die Beziehungen zu meinen Nachbarn sind gut.
9. Meine Wohnung ist groß genug.
10. Meine Wohnungseinrichtung gefällt mir.
11. Ich fühle mich in meiner Wohnung wohl.
12. Ich fühle mich in meiner Wohnumgebung wohl.

Im Teil II enthält der Fragebogen 8 Items zur Wohnzufriedenheit im Zusammenhang mit dem Fernstudium (FU-WZ), aufgeteilt in je 3 Items zum Aspekt Platz (Item 13, 15, 16) und zum Aspekt Privatheit (Item 14, 17,18) sowie 2 Items zum Aspekt Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz zu Hause (Item 19, 29) :

13 Bietet Ihnen Ihre Wohnung einen Bereich, in dem Sie allein sein können, wenn Sie es wünschen?

14 Bietet Ihnen Ihre Wohnung das gewünschte Maß an Platz für Gruppenarbeiten mit Mitstudierenden?

15 Vermissen Sie in Ihrer Wohnung einen Bereich, in den Sie sich zum Studieren zurückziehen können?

16 Bietet Ihnen Ihre Wohnung das gewünschte Maß an Ungestörtheit zum Studieren?

17 Bietet Ihnen Ihre Wohnung das gewünschte Maß an Stauraum für Ihr Studienmaterial?

18 Bietet Ihnen Ihre Wohnung das gewünschte Maß an Platz zum Sichten und Bearbeiten von Studienmaterial?

19 Entspricht Ihr Arbeitsplatz zum Studieren Ihren Bedürfnissen?

20 Wünschen Sie sich einen anderen Arbeitsplatz zum Studieren?

Unser revidierter Fragebogen enthält außerdem im Teil IV Fragen zur Privatheit und im Teil V Fragen an Singles, um so für andere Arbeitsgruppen Daten mit zu erheben.

Nach der Erhebung der Daten sind folgende Items umzupolen: 1,4,7,15 und 20, da sie entgegengesetzt formuliert sind. Nach Vorgabe der AG, die die Fragen zur Privatheit gestellt hat, werden hier die Items 201, 203, 204, 205 und 206 umgepolt.

2.1.2 BEFRAGUNGSART

Geplant war, die Fragebögen sowohl in Papierform als auch online zu verteilen, um so zu einer möglichst großen Stichprobe zu kommen. Dieser Plan zeigte sich jedoch nur im Bereich der Online-Befragung als sinnvoll, zum Zeitpunkt der Auswertung lagen hier 178 Antworten von Fernstudierenden vor. Unsere Bemühungen, den Fragebogen auch in der Papierform ausfüllen zu lassen, hatten weniger Erfolg, zumal wir aus Gründen der wissenschaftlichen Redlichkeit darauf verzichteten, den Fragebogen Mitstudierenden vorzulegen, die den Prozess der Fragebogenentwicklung miterlebt hatten. Hier hatten wir nur ein gutes Dutzend ausgefüllter Exemplare. Wir haben uns dazu entschlossen, diese Daten nicht mit in unsere Auswertung einzubeziehen, da die Möglichkeit besteht, dass Online-Befragte andere Ergebnisse in einer Fragebogenaktion ergeben als konventionell ankreuzende Befragte. (Hier tut sich ein interessantes Thema für eine weitere Untersuchung auf.)

2.2 Planung der Auswertung

2.2.1 UnTersuchungswerkzeuge

Die erhobenen Daten sind so aufbereitet, dass sie automatisch in die entsprechenden Programme eingelesen werden können. Dies hilft, Übertragungsfehler zu vermeiden. Nicht vollständige Datensätze werden von uns auf die Brauchbarkeit einzelner Skalen überprüft, fehlende Daten werden wir nicht ergänzen lassen. Wir verändern diese Daten lediglich durch die Umpolung.

Zur Auswertung werden wir uns der Programme Access, Excel und ItemPro bedienen.

2.2.2 Gruppierung der Gesamtstichprobe

Zur Untersuchung unserer Hypothesen ist es nötig, die Gesamtstichprobe jeweils in Untergruppen aufzuteilen, die gesondert bzw. im Vergleich mit einander zu betrachten sind.

Zum einen wird die Gesamtstichprobe (Stichprobe - Gesamt) betrachtet. Mit Hilfe der demografischen Angaben können wir die Stichprobe - GEsamt unterteilen in die Gruppe derjenigen Versuchspersonen, die in einem Einpersonenhausalt leben (Stichprobe - EP) und in die Gruppe der Mitglieder eines Mehrpersonenhaushaltes (Stichprobe - MP). Des-weiteren wird eine Unterteilung der Stichprobe - GESAMT in die Gruppe der Befragten mit einem Arbeitszimmer (Stichprobe - mAZ) und in die Gruppe ohne Arbeitszimmer (Stichprobe - oAZ) vorgenommen. Schließlich bilden wir aus der Gruppe der MP die Untergruppe, die kein Arbeitszimmer zur Verfügung hat und untersuchen hier die beiden Ausprägungen berufstätiger Befragter (Stichprobe - mBERUF) und nicht berufstätiger Befragter (Stichprobe - oBERUF) . Dabei werden sowohl die Vollzeit- als auch die Teilzeitberufstätigen zur Stichprobe mBERUF gezählt.

Zur Stichprobe - Privatheit zählen nur die Befragten, die in Mehrpersonenhaushalten leben und die die Fragen im Teil IV des Fragebogens beantwortet haben, zur Stichprobe -Singles zählen Befragte aus Einpersonenhaushalten, die die Fragen imTeil V des Fragebogens ausgefüllt haben. Diese beiden Gruppen müssen also nicht aus der Gesamtstichprobe herausgelöst werden, da sie die Fragen der Skalen IV (Fragen zur PRIVATHEIT) und V (Fragen an SINGLES) alternativ beantwortet haben.

2.2.3 Ermittlung von Mittelwerten und Standardabweichung

Unsere Hypothesen enthalten Aussagen zu Gruppenunterschieden. Daher sind zur Überprüfung der Hypothesen Mittelwertvergleiche notwendig, die unter Berücksichtigung der Standardabweichung zu betrachten sein werden.

Für die einzelnen Stichprobengruppen werden die Einzel - Mittelwerte für jedes Item (Summe aller Werte pro Item / Anzahl der VP) , die Mittelwerte für die beiden Skalen allg-WZ und FU-WZ (Summe der Einzel - Mittelwerte / Anzahl der Items pro Skala) und die Mittelwerte der Aspekte PRIVATHEIT, PLATZ und ZUFRIEDENHEIT (Summe der Einzel - Mittelwerte / Anzahl der Items pro Aspekt) ermittelt. Wir werden zur besseren Vergleichbarkeit die Mittelwerte(MW) auch im prozentualen Anteil von der maximalen Zufriedenheit von 5 errechnen (100/5 x MW).

Des weiteren wird jeweils auch die Standardabweichung für die Items sowie für die Skalen und Aspekte erhoben. ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten])

Für die Skalen und Aspekte haben wir die Mittelwerte der dazu gehörigen Standardabweichungen ermittelt. Diese zusammengefassten Standardabweichungen ergeben - da gemittelt - lediglich einen groben Eindruck von der Streuung innerhalb einer Skala oder eines Aspektes. Genauere Aussagen sind durch die Betrachtung der Einzel - Item - Standardabweichungen möglich.

2.2.4 Ermittlung von Korrelationen

Die ermittelten Korrelationen sollen uns bei der Interpretation der Daten Hilfestellungen bieten.

Zunächst werden die Korrelationen von ganzen Skalen errechnet, um Informationen über den Zusammenhang zwischen den einzelnen "Formen" der Wohnzufriedenheit zu erhalten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anschließend werden die Korrelationen der Items 1-20 (Skala ALLG-WZ und FU-WZ) für die einzelnen Stichproben gebildet, um gruppenspezifische Zusammenhänge ermitteln zu können. In einem dritten Teil werden für die einzelnen Gruppen Korrelationen der FU-WZ-Skala mit dem Item 19 (Bedürfnisentsprechung) ermittelt, um so feststellen zu können, wie groß der Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit mit der Arbeitsplatzsituation zu Hause und einzelnen Items / Itemgruppen ausfällt. Dies wird uns vergleichende Aussagen über die Zusammenhänge zwischen der ZUFRIEDENHEIT mit der Arbeitsplatzsituation zu Hause und den Aspekten PRIVATHEIT und PLATZ erlauben. Wir wollen uns hierbei auf die Korrelationen mit dem Item 19 beschränken (Entspricht Ihr Arbeitsplatz zum Studieren Ihren Bedürfnissen?). Die im Item 20 gestellte Frage nach dem Alternativ-Wunsch (Wünschen Sie sich einen anderen Arbeitsplatz zum Studieren?) ist eher dazu angetan, spekulativ beantwortet zu werden, "Wenn ich könnte, wie ich wollte, .", wohingegen das Item 19 ganz klare Aussagen zur Passung zwischen Bedürfnis und realer Situation erfragt.

Zusätzlich wollen wir den Zusammenhang zwischen der ALLG-WZ sowie der FU-WZ mit der Wohnungsgröße ermitteln, wobei wir die Zufriedenheitswerte mit der Angabe qm/Person korrelieren.

2.2.5 erweiterung der Stichprobe

Wir werden nach Abschluss unserer Auswertung einen erweiterten Datensatz ermitteln, der dann auch die Fragebögen berücksichtigt, die während der Zeit unserer Auswertung noch eingegangen sind. Die Werte dieser "erweiterten Stichprobe" werden wir den Werten unserer Stichprobe gegenüberstellen und bei Unterschieden uns auf kurze Vermutungen dazu beschränken müssen, da eine erneute Interpretation den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

3 Untersuchungsergebnisse

3.1 Auswertung des Fragebogens

3.1.1 Stichprobe

Die bearbeitete Stichprobe umfasst 178 Fernstudierende, die den Fragebogen online ausgefüllt haben. Geografisch ist die Gruppe der Befragten nicht eindeutig zuzuordnen, da die Antworten anonym abgeschickt wurden. Hinweise auf den Fragebogen haben wir auf den Institutsseiten der FernUni, an den schwarzen Brettern der einzelnen Fachbereiche und per Aushang in allen Studienzentren des deutschsprachigen Raumes (BRD, Österreich, Schweiz), die per Fax zu erreichen waren, gegeben.

Die Befragtengruppe setzt sich zusammen aus 72 männlichen und 106 weiblichen Fernstudierenden. Das Alter der Befragten liegt zwischen 19 und 59 Jahren.

95 Befragte sind neben dem Fernstudium vollzeit- berufstätig, 44 haben eine Teilzeitbeschäftigung und 39 Befragte üben zur Zeit keine Berufstätigkeit außerhalb der Familie aus.

115 Befragte wohnen zur Miete, 63 Befragte bewohnen Eigentum. Die Wohnungsgröße bewegt sich zwischen 15 und 280 qm; die Haushaltsgrößen verteilen sich wie folgt auf die unterschiedlichen Wohnungsgrößen :

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Überschneidung bei der Verteilung der Haushaltsgrößen und Wohnungsgrößen ist auffällig. Es gibt nicht wenige Wohnungsgrößen, die sowohl von Einpersonenhaushalten als auch von Mehrpersonenhaushalten bewohnt werden. (s.3.1.3.4)

[...]

Ende der Leseprobe aus 61 Seiten

Details

Titel
Psychologische Aspekte des Wohnens
Untertitel
Wohnzufriedenheit von Fernstudierenden
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
61
Katalognummer
V128236
ISBN (eBook)
9783640344932
ISBN (Buch)
9783640344994
Dateigröße
524 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychologische, Aspekte, Wohnens, Wohnzufriedenheit, Fernstudierenden
Arbeit zitieren
Daniela Kapp (Autor), 2003, Psychologische Aspekte des Wohnens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128236

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