Das Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, die Bedeutung von Manga Comics und Anime Zeichentrickfilmen in Japan näher zu beleuchten und sich mit der Frage zu beschäftigen, wie sich die „Kawaii-Kultur“ auf Jugendliche auswirkt. Aus den Spezifika dieser „Kawaii-Kultur“ resultiert die Frage, ob und inwiefern sich Animes und Mangas auf die Identitätsbildung junger, japanischer Frauen auswirken und ob es Zusammenhänge zwischen Pädophilie und Mangas bzw. Animes gibt. Die Forschungsfrage lautet daher: Hat die Kawaii-Kultur negative Auswirkungen auf die Identitätsbildung junger Frauen?
In Japan werden auch junge sowie erwachsene Männer von Animes und Mangas beeinflusst. Zudem sei zu klären, ob die genannten Genres für das Männlichkeitskonzept in Japan Relevanz zeigen. Die Fragestellung lautet daher: Beeinflussen Animes und Mangas das Männlichkeitskonzept in Japan?
Des Weiteren stellt sich die Frage, ob sich die Einstellung bezüglich politischer Ereignisse verändert und ob diese zwei Medien für die japanische Regierung in irgendeiner Form eine Rolle spielen. Die Fragestellung lautet daher: Haben Animes oder Mangas Einfluss auf die Politik in Japan? Ein weiterer Trend, welcher in Japan in den letzten Jahren immer stärker in den Vordergrund gerückt ist, ist der Rückzug aus dem sozialen Umfeld. In Japan wird dieses Phänomen bzw. werden die Menschen, die diesem Trend folgen, „Hikikomori“ genannt. In der vorliegenden Arbeit soll auch dieses Phänomen bearbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Fragestellung
2. Methode
3. Japan – ein Überblick
3.2 Konsum in Japan
3.3 Das japanische Schul- und Arbeitssystem
4. Definition Manga, Anime, Kawaii, Lolita und Hikikomori
4.1 Manga Comics
4.2 Anime Zeichentrickserien
4.3 Kawaii
4.4 Lolita
4.5 Hikikomori
5. Einfluss von Manga und Anime auf die Jugendkultur in Japan
5.1 Das Männlichkeitsbild in Japan
5.2 Japanische Jugend und Politik
5.3 Hikikomori
5.4 Mangas und die Identitätsbildung junger Frauen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die sozialen Auswirkungen von Manga Comics und Anime Zeichentrickfilmen auf die japanische Jugend, insbesondere im Kontext von Identitätsbildung, Geschlechterrollen und gesellschaftlichem Rückzug.
- Einfluss von Mangas und Animes auf das japanische Männlichkeitskonzept.
- Auswirkung der "Kawaii-Kultur" auf die Identitätsbildung junger Frauen.
- Analyse der Phänomene Hikikomori, Otaku und NEETs.
- Politischer Einfluss von Animes und Mangas sowie deren Nutzung durch die japanische Regierung.
- Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem Leistungsdruck und Flucht in fiktive Welten.
Auszug aus dem Buch
4.1 Manga Comics
Aus den zwei chinesischen Schriftzeichen „man“ und „ga“ in der kanji- Schreibweise setzt sich in Japan der Begriff Manga zusammen. Die Übersetzung in der Literatur fällt oftmals unterschiedlich aus, wodurch sich verschiedene Schlagwörter ergeben, die in der westlichen Gesellschaft Mangas beschreiben. Das Schriftzeichen „ga“ wird in der Literatur einheitlich mit dem Wort „Bild“ übersetzt. Bei „man“ gibt es dagegen verschiedene Auslegungen, wie zum Beispiel „zufällig, ziellos oder zusammenhanglos“. Andere wiederum übersetzen den Begriff mit „moralisch verdorben“ oder „unfreiwillig“, es gibt noch weitere Übersetzungen, auf die jedoch hier nicht mehr eingegangen wird. In Wörterbüchern wird das Wort Manga mit der inhaltlichen und bunten Vielfalt des Mediums beschrieben. In Japan selbst werden Comics, ob aus Japan selbst oder aus anderen Ländern, Manga genannt. Im Westen bezieht man sich bei dem Wort Manga hingegen nur auf Japan. Der Manga in Japan ist eine alte Tradition, die bereits im 8. Jahrhundert begann. Der Durchbruch des modernen Mangas kam nach dem zweiten Weltkrieg, als sich die Bevölkerung nach Ablenkung sehnte. Die US – Amerikaner nutzen das Medium zur Umerziehung und Demokratisierung der japanischen Bevölkerung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, die Forschungsfragen zu den Themenbereichen Männlichkeitskonzept, Identitätsbildung junger Frauen, politische Relevanz von Medien und das Phänomen Hikikomori zu untersuchen.
2. Methode: Beschreibt das Vorgehen mittels Literaturanalyse zu den Themen Frauenbild, Männlichkeitskonzept und kulturelle Konstruktion des Jugendalters in Japan.
3. Japan – ein Überblick: Bietet einen Kontext zu Kultur, Konsumverhalten sowie dem Schul- und Arbeitssystem, als Basis für die Analyse der weiteren Kapitel.
4. Definition Manga, Anime, Kawaii, Lolita und Hikikomori: Dient der Definition der zentralen Termini und Phänomene, die für die Beantwortung der Forschungsfragen essenziell sind.
5. Einfluss von Manga und Anime auf die Jugendkultur in Japan: Untersucht die Auswirkungen der Medien auf Männlichkeitsbilder, politische Teilhabe, psychische Isolation (Hikikomori) und die Identitätsentwicklung von Frauen.
6. Fazit: Fasst die Ergebnisse der drei Forschungsfragen zusammen und reflektiert den Einfluss von Mangas und Animes auf das Männlichkeitsbild, die Identitätsbildung junger Frauen und die politische Präsentation Japans.
Schlüsselwörter
Japan, Manga, Anime, Jugendkultur, Männlichkeitskonzept, Hikikomori, Kawaii-Kultur, Identitätsbildung, Otaku, Leistungsdruck, Geschlechterrollen, Politik, Lolita-Komplex, Sozialisation, Konsumgesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen von Manga Comics und Anime Zeichentrickfilmen auf das soziale Leben und die Identitätsbildung der Jugend in Japan.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten gehören das Männlichkeitskonzept, die Wirkung der Kawaii-Kultur auf junge Frauen, politische Entwicklungen sowie gesellschaftliche Phänomene wie Hikikomori und Otaku.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Bedeutung dieser Medien in Japan zu beleuchten und zu klären, ob Animes und Mangas die genannten sozialen und politischen Bereiche beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse, bei der Werke verschiedener Autoren sowie aktuelle Artikel herangezogen und gegenübergestellt werden.
Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Übersicht der japanischen Kultur, Definitionen der zentralen Begriffe und die tiefgehende Untersuchung der Einflüsse von Manga und Anime auf die Jugendkultur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Japan, Manga, Anime, Hikikomori, Identitätsbildung, Männlichkeitskonzept und Kawaii.
Warum spielt die sogenannte "Kawaii-Kultur" eine so große Rolle für die Jugend?
Laut der Untersuchung dient die Kawaii-Kultur vielen Jugendlichen als eine Art Rebellion gegen das Erwachsensein, als Fluchtmöglichkeit aus dem Leistungsdruck und als Ausdruck einer imaginären Kindheit.
Wie unterscheidet sich die Otaku-Kultur von der Tendenz der Hikikomori?
Während Hikikomori den sozialen Kontakt weitestgehend verweigern und sich isolieren, bietet die Otaku-Kultur eine (oft digitale) Community-Anbindung und Möglichkeiten zum Austausch, auch wenn sie Identitätsarbeit über fiktive Charaktere betreiben.
- Citar trabajo
- D.F. Hoi (Autor), 2021, Auswirkungen der Manga Comics und Anime Zeichentrickfilme auf das soziale Leben der Jugend in Japan. Abtauchen in eine Scheinwelt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1282456