Zunächst soll einleitend erklärt werden, wie sich der traditionelle Journalismus durch die sozialen Medien verändert hat. Das dritte Kapitel beleuchtet Instagram, hier soll ersichtlich werden, auf welche Weise und von welchen Kommunikator*innen Informationen bereitgestellt werden. Um die Fragestellung der vorliegenden Arbeit „Welche Rolle spielt Instagram im Informations- und Meinungsbildungsprozess?“ zu beantworten, muss der Bogen zur Medienrezeptionsperspektive geschlagen werden. Der Reuters Institute Digital News Report ist eine der groß angelegten Befragungsstudien, welche Erkenntnisse zur Nachrichtennutzung der Bevölkerung liefert. Mit Blick auf eine junge Zielgruppe soll im vierten Kapitel die aktuelle Mediennutzung herausgearbeitet werden, wobei im weiteren Verlauf die Rolle von Instagram im Medienrepertoire junger Nutzer*innen beleuchtet wird.
Die Folgen der Nachrichtennutzung in den sozialen Netzwerken sind insbesondere für die Medienwirkungsforschung von großem Interesse. Von der Abschottung in sogenannte Filterblasen bis hin zu Schweigespiraleffekten und der Verbreitung von Desinformationen häufen sich die Befürchtungen, dass ein vermehrter Konsum eine defizitäre Nachrichtenversorgung begünstigen und die Wahrnehmung des öffentlichen Meinungsklimas verzerren kann. Gleichzeitig finden sich auch optimistische Ansätze in der Literatur, welche die Förderung von politischer Partizipation und den vereinfachten Zugang zu Informationen beobachten. Ziel des fünften Kapitels soll es daher sein, etwaige Folgen der Nachrichtennutzung auf Instagram aufzuarbeiten. Dies ist vor allem aus demokratietheoretischer Perspektive hochrelevant, da eine umfassende Informationsversorgung unabdingbar für eine Teilhabe am gesellschaftspolitischen Geschehen ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Journalismus in digitalen Umgebungen
2.1 Zum Verhältnis zwischen dem Journalismus und Social Media
2.2 Nachrichten: Definition und Merkmale
3. Instagram als Plattform für Nachrichteninhalte
3.1 Kommunikator*innen
3.2 Merkmale der Informationsumgebung
3.3 Möglichkeiten der Informationsvermittlung
4. Rezipient*innen und ihre Nachrichtennutzung
4.1 Informations- und Meinungsbildungsprozesse
4.2 Nachrichtenkonsum junger Nutzer*innen
4.3 Instagram im Medienrepertoire
5. Folgen des Nachrichtenkonsums auf Instagram
5.1 Politische Partizipation
5.2 Informiertheit
5.2.1 Beiläufiger und zufälliger Nachrichtenkontakt
5.1.2 Filterblasen & Netzwerkeffekte
5.3 Schweigespiraleffekte
5.4 Hate Speech
5.5 Desinformationen
6. Fazit
Zielsetzung & Forschungsthemen
Diese Bachelorarbeit untersucht die Rolle von Instagram im Informations- und Meinungsbildungsprozess junger Erwachsener. Die zentrale Forschungsfrage lautet, wie Nachrichten auf Instagram konsumiert werden und welche Auswirkungen diese digitale Nachrichtennutzung auf die politische Meinungsbildung und Partizipation hat.
- Wandel des Journalismus durch Social Media
- Nutzungsverhalten junger Zielgruppen auf Instagram
- Einfluss von Algorithmen und Personalisierung auf die Nachrichtenwahrnehmung
- Risiken wie Desinformation, Hate Speech und Filterblasen
- Politische Partizipationsmöglichkeiten durch soziale Netzwerke
Auszug aus dem Buch
2.1 Zum Verhältnis zwischen dem Journalismus und sozialen Netzwerken
Um ein grundlegendes Verständnis von sozialen Netzwerken zu erhalten, lässt sich die Definition von Howard & Parks (2012) heranziehen, welche diese anhand dreier Bausteine definieren: „(a) the information infrastructure and tools used to produce and distributecontent; (b) the content that takes the digital form of personal messages, news, ideas, and cultural products; and (c) the people, organizations, and industries that produce and consume digital content“ (S. 362). Darauf aufbauend schlagen Carr & Hayes (2015) eine neuere und breitere Definition vor: „Social media are Internet-based channels that allow users to opportunistically interact and selectively self-present, either in real-time or asynchronously, with both broad and narrow audiences who derivevalue from user-generated content and the perception of interaction with others.“ (S. 8).
Aus beiden Definitionen geht hervor, dass Journalismus in der digitalen Umgebung nicht mehr einseitig (von Journalist*innen zu Rezipient*innen), sondern interaktiv, transparent und partizipativ funktioniert. Vor allem die technische Verbreitungskapazität ermöglicht es dem Publikum, aktiv an der öffentlichen Kommunikation teilzuhaben (Kümpel, 2019, S. 13). Dies kann sogar dazu führen, dass zwischen Journalist*innen und Rezipient*innen ein Diskurs entsteht, während letztere im Kontext traditioneller Medien eher als passives Mitglied eines Massenpublikums fungiert haben (Meier & Neuberger, 2016, S. 102).
John V. Pavlik (2019) merkt an, dass die journalistischen Produkte in der digitalen Umgebung multimedial und durch nicht-lineare Darstellungsformen gekennzeichnet sind. Zudem spricht er von einer Entprofessionalisierung des Journalismus: Neue Kommunikator*innen entstehen und können online Informationen verbreiten. Einzelpersonen, Bürgerinitiativen oder auch Organisationen können somit eine zentrale Rolle in der Publikation von Inhalten einnehmen (S. 191).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Forschungsfeld der digitalen Nachrichtennutzung auf Instagram und Darlegung der zentralen Fragestellung.
2. Journalismus in digitalen Umgebungen: Theoretische Einordnung des Wandels von journalistischen Rollenbildern durch neue digitale Medienlogiken.
3. Instagram als Plattform für Nachrichteninhalte: Analyse der technischen und inhaltlichen Besonderheiten von Instagram sowie der verschiedenen Akteure (Kommunikator*innen).
4. Rezipient*innen und ihre Nachrichtennutzung: Fokus auf das Konsumverhalten und die Informationsprozesse der jungen Zielgruppe unter 30 Jahren.
5. Folgen des Nachrichtenkonsums auf Instagram: Untersuchung potenzieller gesellschaftlicher Auswirkungen wie Partizipation, Filterblasen, Hate Speech und Desinformation.
6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Instagram, Nachrichtennutzung, Journalismus, soziale Netzwerke, junge Erwachsene, Informationsvermittlung, Gatekeeper, politische Partizipation, Filterblasen, Desinformation, Hate Speech, Meinungsbildung, Digitalisierung, Social Media, Rezipientenforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie junge Nutzer*innen Instagram als Nachrichtenquelle verwenden und welche Rolle die Plattform in ihrem Informationsprozess spielt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Der Fokus liegt auf dem Wandel des Journalismus, der Rolle neuer Kommunikator*innen wie Influencer*innen sowie den gesellschaftspolitischen Folgen der digitalen Nachrichtennutzung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Auswirkungen von Instagram auf die politische Meinungsbildung und die Nachrichtenkompetenz junger Menschen zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse des aktuellen Forschungsstandes auf Basis medienwissenschaftlicher Theorien und empirischer Studien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich vom theoretischen Rahmen über die spezifische Untersuchung der Plattform Instagram bis hin zu den Folgen (Partizipation, Filterblasen, Fake News).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Instagram-Journalismus, Nachrichtenkonsum, Meinungsbildung, digitale Umgebung und junge Zielgruppen.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen journalistischen und nicht-journalistischen Quellen eine so große Rolle?
Weil auf Instagram eine Vielzahl von Akteuren agiert, deren unterschiedliche Intentionen, Professionalitätsgrade und Reichweiten die Qualität der übermittelten Nachrichten maßgeblich beeinflussen.
Inwiefern beeinflussen Algorithmen die Nachrichtenauswahl der Nutzer?
Personalisierung und technologische Auswahlkriterien führen dazu, dass Nutzer*innen oft nur einen Ausschnitt personalisierter Inhalte sehen, was das Risiko von Filterblasen erhöht.
Was besagt die Hypothese zur Gefahr der "Wissensillusion" durch "News Snacking"?
Die Arbeit diskutiert, dass das flüchtige Konsumieren kurzer Teaser oder Überschriften den Eindruck vermitteln kann, informiert zu sein, ohne dass eine tiefgehende Auseinandersetzung mit komplexen Sachverhalten stattfindet.
- Arbeit zitieren
- Kathi Bellstedt (Autor:in), Die Rolle von Instagram im Informations- und Meinungsbildungsprozess, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1282494