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Internationalismen

Wird ein neues Verständnis von Internationalismen vor dem Hintergrund eines multikulturellen Alltags schon in Sprachbüchern angebahnt?

Title: Internationalismen

Term Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Patricia Reisyan (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Die Globalisierungstendenzen auf wirtschaftlicher und politischer Ebene sind unübersehbar. In diesem Sinne konkurrieren die Rufe nach Sicherung der Identität auf nationaler Ebene und internationaler Annährung auf der anderen. Sprache repräsentiert in diesem Zusammenhang oftmals die Verankerung im Traditionellen und in der spezifischen Kultur. Vor diesem Hintergrund sind z.B. sprachpuristische Ansätze zu sehen, die die Wahrung des negativen Wortschatzes vor fremdsprachigen Einflüssen bewirken wollen. Vor allem dem Deutschen wird Xenophobie vorgeworfen, da es trotz zentraler europäischer Lage den Vorgang des Eindeutschens beibehalten hat. Demnach wird Deutsch nach Décsy als eine sog. introvertierte Sprache gewertet. Décsy unterhielt die Sprachen in drei Gruppen, was das Assimilieren von Fremdelementen anbetrifft; hierbei unterscheidet er neutrale, introvertierte und Mischsprachen.Peter Braun hebt hervor, dass Deutsch zu den wenigen Sprachen gehört, welche fremdsprachig motivierte Wörter mit ihren etymologischen Wurzeln in einem Fremdwörterlexikon auflistet, ohne auf den Gebrauchswert der Wörter zu achten. Das hat zu Folge, dass schon auf der linguistischen Ebene eine Einleitung in Eigenes Nationales und Fremdes vorgenommen wird.
Jedoch lassen sich die internationalen Wortschätze auf komparativer Ebene programmatisch dahingehend verwenden, den Heranwachsenden Parallelen zwischen den Sprachen aufzusteigen und ihnen ein gemeinsames Kulturgut zu offerieren. Weiterhin kann der Fremdsprachenerwerb von den Interlexemen profitieren und auch auf die Verwandtschaft der Sprachen verweisen.
Aufgrund der Wichtigkeit des Abbaus von Vorurteilen und Befangenheit gegenüber Fremden, sollte schon im Deutsch- und Fremdsprachenunterricht die Gemeinsamkeiten der europäischen Sprachen herausgestellt werden. Zu dieser angestrebten Integration können Internationalismen einen wichtigen Beitrag leisten. Deshalb beschäftigt sich diese Hausarbeit mit diesem sprachlichen Phänomen und versucht eine schrittweise Heranführung an den Gegenstand zu ermöglichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Lehnwort, Fremdwort, Internationalismus

3. Evaluation der Sprachbücher in Sekundarstufe I

4. Analyse der Grundschulsprachbücher

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, zu untersuchen, inwieweit das Konzept der Internationalismen in aktuellen deutschen Sprachbüchern der Grundschule und Sekundarstufe I integriert ist und ob ein modernes Verständnis dieser sprachlichen Phänomene vor dem Hintergrund eines multikulturellen Alltags bereits angebahnt wird.

  • Unterscheidung zwischen Fremdwort, Lehnwort und Internationalismus
  • Evaluation der Curricula und Sprachbücher der Sekundarstufe I
  • Analyse der Behandlung fremdsprachiger Elemente in Grundschullehrwerken
  • Die Rolle der Internationalismen für interkulturelles Verständnis
  • Überwindung traditioneller, orthographie-zentrierter Fremdwortdidaktik

Auszug aus dem Buch

2. Lehnwort, Fremdwort, Internationalismus

Im Vorwort habe ich schon darauf hingewiesen, dass der Bergriff des Internationalismus unterschiedlich gefasst wird. In diesem Sinne versuche ich, dem Rezipienten eine weit gefächerte Annährung zu offerieren, um die differierenden Komponenten zu verdeutlichen und einen Gesamtzusammenhang herzustellen. Hierzu ist es notwendig, die Begriffe Lehnwort und Fremdwort gezielter zu betrachten und deren Beziehung zueinander zu beleuchten.

Lexikalische Entlehnungen, also Entlehnungen auf der Wortebene, werden unterteilt in das sog. äußere und das innere Lehngut. Letztgenanntes betrifft Wortbildungen, die aus nativem Sprachmaterial gebildet werden, jedoch fremdsprachig motiviert sind. Als Beispiele hierfür seien angeführt Jungfernrede (Lehnübersetzungen von engl. maidenspeech) und Vaterland (Lehnübertragung von lat. patria).

Fremdwörter und Lehnwörter gehören zum äußeren Lehngut. Oftmals wird eine Abgrenzung der beiden Termini hinsichtlich der Assimilation des jeweiligen Wortes an die Replikasprache vorgenommen. So gilt üblicherweise als Lehnwort, was im Laufe der Zeit so in die Nehmersprache inkorporiert wurde, dass es vom Sprachbenutzer nicht mehr als ein fremdes Element wahrgenommen wird. Wenn man z.B. deutsche Wörter und Lehnwörter synchron betrachtet, so kann ein Laie diese nicht unterscheiden, da die Lehnwörter dem deutschen Regelsystem angepasst wurden. Fremdwörter hingegen haben Fremdheitsmerkmale bewahrt, welche dem Benutzer sofort ins Auge fallen, da sie in ihrer Struktur vom heimischen Sprachsystem abweichen. Die Fachwelt tendiert mittlerweile allerdings dazu, die traditionelle Unterscheidung in Fremd- und Lehnwörtern und Lehnwort aufzugeben aufgrund der Tatsache, dass es sich bei der Wahrnehmung von Wörtern um ein subjektives Empfinden handelt, d.h. es hängt vom jeweiligen Sprecher und seinen etymologischen Kenntnissen ab, wann er ein Wort als Fremdwort oder als zum nativen Kernwortschatz zugehörig betrachtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung in die Globalisierungstendenzen und die theoretische Notwendigkeit, Internationalismen als Brücke zwischen Sprachen und Kulturen im Unterricht zu nutzen.

2. Lehnwort, Fremdwort, Internationalismus: Theoretische Abgrenzung der zentralen Begriffe und Einbettung in die aktuelle sprachwissenschaftliche Diskussion, insbesondere unter Berücksichtigung synchroner Betrachtungsweisen.

3. Evaluation der Sprachbücher in Sekundarstufe I: Zusammenfassung der Ergebnisse von Andrea Kolwa über die mangelnde Integration moderner Internationalismen-Forschung in Lehrplänen und Schulbüchern.

4. Analyse der Grundschulsprachbücher: Eigene Untersuchung von fünf ausgewählten Grundschullehrwerken hinsichtlich ihrer Offenheit für mehrsprachige Aspekte und interkulturelle Lerninhalte.

Schlüsselwörter

Internationalismen, Fremdwort, Lehnwort, Sprachunterricht, Sprachbuchanalyse, Interlexikologie, Mehrsprachigkeit, Interkulturalität, Sprachbewusstheit, Sprachwissenschaft, Grundschule, Sekundarstufe I, Orthographie, Etymologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Internationalismen im deutschen Deutschunterricht und untersucht, ob Schulbücher das Potenzial dieser Wörter für interkulturelles Lernen nutzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die sprachwissenschaftliche Definition von Internationalismen im Kontrast zu Fremd- und Lehnwörtern sowie die praktische Umsetzung dieser Konzepte in Lehrmaterialien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu prüfen, ob die aktuelle Sprachbuchdidaktik ein modernes Verständnis von Internationalismen anbahnt, das über die reine orthographische Übung hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Forschungsarbeiten zur Didaktik sowie auf eine eigene chronologische Analyse von fünf Sprachbüchern der Grundschule.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Interlexikologie sowie die konkrete Darstellung von sprachlichen Entlehnungen in Lehrwerken der Sekundarstufe I und der Grundschule.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Internationalismen, Sprachbuchdidaktik, Interkulturalität und Sprachbewusstheit bestimmt.

Wie unterscheidet sich die Behandlung in der Grundschule?

In der Grundschule dominieren oft traditionelle Ansätze, die Fremdwörter primär unter orthographischen Gesichtspunkten betrachten, anstatt das Potenzial der Internationalismen für Sprachvergleiche zu nutzen.

Welche Rolle spielen die untersuchten Lehrwerke?

Die Lehrwerke dienen als empirische Grundlage, um aufzuzeigen, wie weit die theoretische Forschung von der didaktischen Realität in den Klassenzimmern entfernt ist.

Gibt es ein Fazit zur Lehrbuchdidaktik?

Die Autorin stellt fest, dass die Internationalismenforschung noch keinen breiten Einzug in die Didaktik gehalten hat und die Lehrwerke oft nicht auf die multikulturelle Gesellschaft reagieren.

Was ist der Mehrwert für Schüler mit Migrationshintergrund?

Durch die Behandlung von Internationalismen könnten solche Schüler besser eingebunden werden, da ihre Sprachkompetenzen sichtbar werden und Akzeptanz innerhalb des europäischen Gefüges erfahren.

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Details

Title
Internationalismen
Subtitle
Wird ein neues Verständnis von Internationalismen vor dem Hintergrund eines multikulturellen Alltags schon in Sprachbüchern angebahnt?
College
University of Cologne  (Erziehungswissenschaftliche Fakultät - Seminar für Deutsche Sprache)
Course
Sprachföderung von Jugendlichen
Grade
1,0
Author
Patricia Reisyan (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V128262
ISBN (eBook)
9783640364718
ISBN (Book)
9783640364602
Language
German
Tags
Internationalismen Wird Verständnis Internationalismen Hintergrund Alltags Sprachbüchern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patricia Reisyan (Author), 2004, Internationalismen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128262
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