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Der mediale Diskurs zur Klimamigration. Ein Terminus zwischen Macht, Grenze und Recht

Titel: Der mediale Diskurs zur Klimamigration. Ein Terminus zwischen Macht, Grenze und Recht

Bachelorarbeit , 2020 , 65 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Elias Wolff (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit stellt sich folgende übergeordnete Forschungsfrage: Wie werden der UN-Beschluss zum Asylrecht in Folge des Klimawandels und die Frage der Klimamigration in internationalen Online- sowie Printmedien dargestellt? Besondere Aufmerksamkeit erhält dabei die Frage, inwiefern Konzepte von Grenze und kultureller Hegemonie mit der Darstellung des Diskurses der Klimamigration zusammenhängen.

Die Migration aufgrund klimatischer Ursachen stellt in der Tat eine aktuelle und zukünftige globale Herausforderung dar. Doch ist ihre politische Dimension dabei nicht neu. Der Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration, William Lacy Swing, spricht von über 19 Millionen Binnenflüchtlingen im Jahr 2015, deren Migration auf Naturkatastrophen zurückzuführen ist.

Politische und mediale Diskurse beschäftigen sich weltweit trotz dessen bis heute mit der Frage, ob es Klimamigration als alleinstellige Form der Migration gibt. Dabei bedarf es einer Diskussion um die rechtlichen und politischen Faktoren der Klimamigration. Diese wurde vor allem durch den Beschluss des UN-Menschenrechts-Ausschusses am 21. Januar 2020 begonnen. Das Gremium ließ offiziell verkünden, dass der Klimawandel einen Anspruch auf Asyl begründen könne. Dieser Ausspruch eröffnete einen neuen Diskurs um die Klimamigration. Denn erstmals in der Geschichte bestätigte eine offiziell anerkannte Institution die Existenz der Klimamigration und ließ den Staaten weltweit mitteilen, dass vom Klimawandel betroffene Menschen auch unter das Asylrecht fallen werden.

Es braucht daher eine gesamtgesellschaftliche Diskussion über diese Art der Migration und eine internationale Regelung zum rechtlichen und politischen Umgang. Diesbezüglich spielen die Konzepte von Grenze und kultureller Hegemonie eine große Rolle.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Klimamigration oder umweltbedingte Migration?

2.1 Historischer Überblick

2.2 Definitionslage

2.3 Wissenschaftliche Meinungen

3. Theorien und Konzepte

3.1 Menschenrecht & Asylrecht

3.1.1 Kontextualisierung der Menschenrechte

3.1.2 Kontextualisierung des Asylrechts

3.1.3 Hannah Arendt als Vorreiterin des „Rechtes, Rechte zu haben“

3.2 Kulturelle Hegemonie

3.3. Grenzsoziologie

3.3.1 Allgemeine Definition

3.3.2 Klima als Grenze

3.3.3 Das mediale Bild des Mittelmeeres als Grenzraum

4. Methodik: kritische Diskursanalyse

4.1 Nach Siegfried Jäger

4.2 Struktur und Analyse von Diskursen

4.3 Der Materialkorpus

5. Mediale Berichterstattung umweltbedingter Migration

5.1 Internationale Berichterstattung

5.2 Deutschsprachige Berichterstattung

5.3 Analyse und Auswertung

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die mediale Darstellung der Klimamigration nach einem richtungsweisenden Beschluss des UN-Menschenrechtsausschusses. Ziel ist es, Machtstrukturen und hegemoniale Diskurse in internationalen Online- und Printmedien aufzudecken, die den Umgang mit umweltbedingter Migration prägen.

  • Kritische Diskursanalyse medialer Darstellungen von Klimamigration
  • Kontextualisierung von Menschen- und Asylrechten im Klimawandel
  • Analyse des Einflusses von kultureller Hegemonie und Grenzsoziologie
  • Untersuchung der Machtasymmetrien zwischen westlichen und globalen südlichen Akteuren
  • Reflexion über die politische Verantwortung und das Fehlen internationaler Regelungen

Auszug aus dem Buch

3.1.3 Hannah Arendt als Vorreiterin des „Rechtes, Rechte zu haben“

Hannah Arendt schrieb 1955 über Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, also zu einer Zeit, in der Staatenlosigkeit ein immenses Problem darstellte und die Menschenrechte als Völkerrecht noch am Anfang standen. Durch die Auflösung und Neuschaffung von Staaten nach dem Ersten Weltkrieg befanden sich Millionen von Menschen in einer Situation, die nie zuvor so in ihrem Maße aufgetreten ist. Millionen von Menschen hatten keinen Staat mehr oder wurden in einem Staat vereint, den sie nicht duldeten oder der sie nicht duldete. All diese Menschen unterlagen daher keinem Recht, denn sie waren staatenlos. Dieser Status war nicht mit den Menschenrechten vereinbar und bedeutete somit ein Leben ohne den Schutz des Rechts sowie ein Leben unterhalb einer anerkannten Menschenwürde für Betroffene. Arendt schrieb dazu:

Wen immer die Ereignisse aus der alten Dreieinigkeit von Volk-Territorium-Staat, auf der die Nation geruht hatte, herausgeschlagen hatten, blieb heimat- und staatenlos; wer immer einmal die Rechte verloren hatte, blieb rechtlos. (Arendt 1955: 560)

Zu dieser Zeit gab es kein Zurück aus der Staatenlosigkeit. Weiter führt sie aus: Die Anomalie der Minderheiten auf der einen, der Flüchtlinge und Staatenlose auf der anderen Seite bestand darin, daß sie von keinem Staat offiziell repräsentiert und geschützt wurden und daher entweder, wie die Minderheiten, unter Ausnahmegesetzen lebten, welche als Minderheitenverträge international garantiert und von allen betroffenen Regierungen (mit Ausnahme der Tschechoslowakei) unter Protest unterzeichnet worden waren, oder, wie die Staatenlosen, für die eine solche internationale Regelung nicht mehr möglich war, überhaupt außerhalb aller Gesetze standen und auf Duldung angewiesen waren. (Arendt 1955: 562)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Klimamigration und die Forschungsfrage zur medialen Darstellung der UN-Entscheidung.

2. Klimamigration oder umweltbedingte Migration?: Historischer Überblick und kritische Auseinandersetzung mit der Definitionslage sowie wissenschaftlichen Meinungen zur Klimamigration.

3. Theorien und Konzepte: Theoretische Rahmung durch Menschen- und Asylrecht, kulturelle Hegemonie nach Gramsci und grenzsoziologische Perspektiven.

4. Methodik: kritische Diskursanalyse: Durchführung der Untersuchung mittels der Methode der kritischen Diskursanalyse nach Siegfried Jäger inklusive Vorstellung des Materialkorpus.

5. Mediale Berichterstattung umweltbedingter Migration: Analyse ausgewählter internationaler und deutschsprachiger Online-Artikel sowie Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich Machtverhältnissen.

6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Überlegungen zu zukünftigen Forschungsansätzen.

Schlüsselwörter

Klimamigration, Umweltbedingte Migration, Menschenrechte, Asylrecht, Kritische Diskursanalyse, Kulturelle Hegemonie, Grenzsoziologie, Machtverhältnisse, UN-Menschenrechtsausschuss, Medienanalyse, Politische Verantwortung, Souveränität, Flüchtlingskonvention, Diskurs, Westliche Welt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit untersucht, wie der UN-Beschluss vom Januar 2020, der Asylansprüche im Kontext des Klimawandels diskutiert, in internationalen Medien dargestellt wird und welche machtpolitischen Diskurse dabei zum Tragen kommen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Klimamigration, Grenzsoziologie, die Funktion von Menschen- und Asylrechten sowie die Machtdynamiken zwischen industriellen westlichen Staaten und betroffenen Regionen im globalen Süden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Wie wird der UN-Beschluss und die Frage der Klimamigration in internationalen Online- sowie Printmedien dargestellt, unter besonderer Berücksichtigung von Konzepten wie Grenze und kultureller Hegemonie?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet die Methode der kritischen Diskursanalyse (KDA) nach Siegfried Jäger, um die sprachliche Konstruktion von Macht und Ideologie in medialen Texten freizulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Fundierung (Recht, Hegemonie, Grenzsoziologie) über die methodische Darlegung bis hin zur konkreten Analyse von 9 internationalen Online-Artikeln aus dem Zeitraum Januar bis März 2020.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Klimamigration, kulturelle Hegemonie, Grenzsoziologie, kritische Diskursanalyse und Machtverhältnisse in der internationalen Zusammenarbeit.

Welche Rolle spielt Hannah Arendt in der Argumentation?

Hannah Arendt dient als theoretische Vorreiterin für das Konzept des "Rechtes, Rechte zu haben", was genutzt wird, um die Rechtlosigkeit von Staatenlosen und Klimaflüchtlingen im heutigen globalen System zu problematisieren.

Wie unterscheidet sich die internationale Berichterstattung von der deutschen?

Die Analyse zeigt, dass internationale Medien (insb. aus Asien/Arabien) den Beschluss oft optimistischer und als Anlass zu notwendigem politischem Handeln begreifen, während deutsche Medien eher skeptisch bleiben und die Problematik teilweise durch eine "Festungs-Mentalität" relativieren.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur "Klimaflüchtlings"-Zahl?

Die Arbeit betont, dass Prognosen von "200 Millionen Klimaflüchtlingen" wissenschaftlich unzureichend belegt sind und primär politisch instrumentalisiert werden, um entweder restriktives Vorgehen oder nationale Interessen zu legitimieren.

Inwiefern beeinflusste die COVID-19-Pandemie die Medienanalyse?

Die Pandemie führte dazu, dass andere Themen - insbesondere langfristige Krisen wie die Klimamigration - ab März 2020 in der medialen Priorität zurückgedrängt wurden, was die empirische Materiallage für den Untersuchungszeitraum beeinflusste.

Ende der Leseprobe aus 65 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der mediale Diskurs zur Klimamigration. Ein Terminus zwischen Macht, Grenze und Recht
Hochschule
Katholische Fachhochschule Mainz  (Soziale Arbeit und Sozialwissenschaften)
Note
2,0
Autor
Elias Wolff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
65
Katalognummer
V1282647
ISBN (PDF)
9783346741554
ISBN (Buch)
9783346741561
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kritische Diskursanalyse Siegfried Jäger Hannah Arendt Kulturelle Hegemonie Menschenrecht Grenzsoziologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elias Wolff (Autor:in), 2020, Der mediale Diskurs zur Klimamigration. Ein Terminus zwischen Macht, Grenze und Recht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1282647
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  65  Seiten
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