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Konflikt zwischen Türkei und Griechenland. Lässt sich das Verhalten der Türkei besser mit dem realistischen oder konstruktivistischen Ansatz erklären?

Titel: Konflikt zwischen Türkei und Griechenland. Lässt sich das Verhalten der Türkei besser mit dem realistischen oder konstruktivistischen Ansatz erklären?

Hausarbeit , 2021 , 13 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Johanna Blei (Autor:in)

Politik - Thema: Internationale Beziehungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit soll überprüfen, ob sich das Verhalten der Türkei gegenüber Griechenland besser mithilfe der neo- realistischen Theorie von Kenneth Waltz oder dem 1998 erschienenen konstruktivistischem Ansatz von James G. March und Johan P. Olsen erklären lässt. Zuerst wird dafür die Konfliktsituation als solche beschrieben. Anschließend wird näher auf die Züge der beiden Ansätze eingegangen.

Schließlich soll mithilfe der jeweiligen Theorie das Handeln der Türkei erklärt werden. Die Region um das östliche Mittelmeer beherbergte Reiche wie das Osmanische oder Byzantinische Reich. Das Meer selbst war es, welches die Region sowohl geographisch, politisch als auch kulturell prägte. Schon immer war es ein Wirtschaftsraum als auch ein Schauplatz für Kriege und Schlachten.

Auch heute spielt das Meer und dessen wirtschaftliche Nutzung eine tragende Rolle in Konflikten: Im Sommer 2020 wurde die Ägäis (nordöstlicher Teil des Mittelmeers) Austragungsort des Konfliktes zwischen dem EU-Mitglied Griechenland und der „Nahtstelle zwischen westlicher und islamischer Welt“, der Türkei. Im Konflikt um Grenzfestlegung und der Aufteilung der Gewässer liefern sich die beiden Akteure einen Schlagabtausch, der teilweise sogar kurz vor einer militärischen Eskalation stand.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Konflikt

2.1 Der Konflikt im 20. JH

2.2 Aktuelle Konfliktsituation

2.2.1 Akteur Griechenland

2.2.2 Akteur Türkei

3. Theorien

3.1 Der Neorealismus nach Waltz

3.2 Der Konstruktivismus nach March und Olsen

4. Zwei Perspektiven auf das Handeln der Türkei

4.1 Die realistische Perspektive

4.2 Die konstruktivistische Perspektive

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den andauernden machtpolitischen Konflikt zwischen der Türkei und Griechenland im östlichen Mittelmeerraum und analysiert, inwieweit das Verhalten der Türkei mithilfe des neorealistischen Ansatzes nach Kenneth Waltz oder des konstruktivistischen Ansatzes von James G. March und Johan P. Olsen erklärt werden kann.

  • Historischer Kontext der türkisch-griechischen Spannungen im 20. Jahrhundert
  • Analyse der aktuellen Konfliktsituation durch Ressourcenkonflikte (Erdgas) und territoriale Ansprüche
  • Vergleich der theoretischen Erklärungsmodelle Neorealismus und Konstruktivismus
  • Untersuchung der nationalen Selbstwahrnehmung und historischer Identitäten auf das außenpolitische Handeln
  • Erarbeitung von Lösungsansätzen für eine regionale Deeskalation

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Neo-Realismus nach Kenneth Waltz.

Kenneth Waltz veröffentlichte mit seinem Werk „A Theory of international Politics“ 1979 eines der bedeutendsten Werke der IB Lehre. Kern seiner Theorie ist die Analyse des internationalen Systems. Von dessen strukturellen Gegebenheiten leitet er das Handeln, der sich in dem System befindlichen Staaten ab (vgl. Masala 2011: 90). Staaten handeln im Unterschied zum klassischen Realismus nicht aufgrund ihrer „hobbesschen Züge“, sondern innerhalb der Möglichkeiten des internationalen Systems (vgl. Lemke 2018: 10). Das internationale System lässt sich nach Waltz als die Zusammensetzung von „Units“ und „Structure“ (Waltz 1979: 93) beschreiben. Das internationale System ist durch drei Elemente charakterisiert: „Ordering Principels, Character of the Unitis, Capabilities“ (Ditzel, Hoegerle et al. 2011: 17). „Ordering Principles“ beschreiben bei Waltz den Ordnungszustand des internationalen Systems. Er unterscheidet dabei Anarchie und Hegemonie (vgl. Ditzel, Hoegerle et al. 2011:17). Anarchie im internationalen System meint die Abwesenheit einer übergeordneten, sanktionierenden Instanz (vgl. ebd.). Für Waltz stellt die Anarchie die Grundlage all seiner Überlegungen dar (vgl. Waltz 1979: 114). Die Anarchie des Systems bedeutet für die Staaten eine ständige Unsicherheit über das Verhalten der anderen (vgl. Lemke 2018: 17). Die Folge ist ein „self-help“ System (vgl. Waltz 1979: 111). Er gesteht ein, dass dies ein „high-risk“ (Waltz 1979: 111) ist. Weiterhin beschreibt er das internationale System als dezentral, horizontal, homogen, ungerichtet und anpassungsfähig (vgl.Waltz 1979: 113). Entscheidungen werden stets, im Gegensatz zum Nationalstaat, auf dem „bottom level“ (ebd.) getroffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Region des östlichen Mittelmeerraums ein und skizziert die wissenschaftliche Fragestellung bezüglich der Erklärbarkeit türkischen Handelns mittels zwei ausgewählter Theorien.

2. Der Konflikt: Dieses Kapitel erläutert die historischen Belastungen, wie den Bevölkerungsaustausch und Gebietsabtretungen im 20. Jahrhundert, sowie die akuten aktuellen Streitpunkte um Hoheitsgewässer, AWZ und Rohstoffvorkommen.

3. Theorien: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Neorealismus nach Waltz sowie des konstruktivistischen Ansatzes von March und Olsen dargelegt, wobei der Fokus auf Systemstrukturen und logischen Handlungsmaximen liegt.

4. Zwei Perspektiven auf das Handeln der Türkei: In diesem Kapitel erfolgt die theoretische Anwendung auf den konkreten Fall, wobei die realistische Sichtweise auf Sicherheit und Macht sowie die konstruktivistische Betrachtung von Identität und Geschichte kontrastiert werden.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass der konstruktivistische Ansatz eine differenziertere Erklärung des spezifischen türkischen Verhaltens liefert, während der Neorealismus in Teilen ergänzende strukturelle Erklärungen bietet.

Schlüsselwörter

Türkei, Griechenland, Ostmittelmeer, Neorealismus, Konstruktivismus, Kenneth Waltz, March und Olsen, Internationale Beziehungen, Machtkampf, Gasvorkommen, Identität, Souveränität, Außenpolitik, Sicherheitsinteressen, Regionalmacht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das aktuelle konfliktreiche Verhältnis zwischen der Türkei und Griechenland und prüft, ob dieses Verhalten eher durch realistische Sicherheitsüberlegungen oder durch konstruktivistische Rollen- und Identitätskonzepte erklärbar ist.

Welche sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die griechisch-türkischen Spannungen um Hoheitsgewässer und AWZ, die geopolitische Bedeutung von Erdgasfunden im östlichen Mittelmeer sowie die theoretische Fundierung internationaler Politik.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist ein wissenschaftlicher Vergleich zweier Internationaler-Beziehungen-Theorien, um zu bewerten, welche Perspektive ein tieferes Verständnis für die expansive Außenpolitik der Türkei im aktuellen Konflikt bietet.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es wird eine theoriegeleitete Fallstudie durchgeführt, die vorhandene politikwissenschaftliche Literatur und Theorien auf das empirische Beispiel der türkisch-griechischen Spannungen anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung der Konflikthistorie, die theoretische Definition von Waltz (Neorealismus) sowie March und Olsen (Konstruktivismus) und deren anschließende Anwendung auf das Handeln der Türkei.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Ostmittelmeer-Konflikt, Neorealismus, Konstruktivismus, Mavi Vatan-Doktrin und regionale Sicherheitsarchitektur charakterisieren.

Warum spielt die "Mavi Vatan"-Doktrin für die Argumentation eine wichtige Rolle?

Die Doktrin dient als zentrales Beispiel für die türkische Selbstwahrnehmung als "eingekesselte" Regionalmacht, was im konstruktivistischen Teil als Ausdruck einer identitätsbasierten Außenpolitik und im realistischen Teil als Sicherheitsstreben interpretiert wird.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Konfliktlösung?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Institutionen und Foren wie das "EastMed" Gasforum bei einer breiteren Einbeziehung aller Akteure, inklusive der Türkei, deeskalierend wirken könnten.

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Details

Titel
Konflikt zwischen Türkei und Griechenland. Lässt sich das Verhalten der Türkei besser mit dem realistischen oder konstruktivistischen Ansatz erklären?
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Veranstaltung
Seminar Internationale Beziehungen
Note
2,7
Autor
Johanna Blei (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
13
Katalognummer
V1283001
ISBN (PDF)
9783346748157
ISBN (Buch)
9783346748164
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Realismus Konstruktivismus Griechenland Türkei Ägäis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johanna Blei (Autor:in), 2021, Konflikt zwischen Türkei und Griechenland. Lässt sich das Verhalten der Türkei besser mit dem realistischen oder konstruktivistischen Ansatz erklären?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1283001
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Leseprobe aus  13  Seiten
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