In dieser Arbeit wird untersucht, wie sich das aktuelle Nutzerverhalten im Hinblick auf Streamingdienste auf das Linearfernsehen auswirkt und die Herausforderungen und Handlungsoptionen ausgearbeitet. Dabei wird die Zielgruppe der Digital Natives fokussiert, da diese bereits vor Corona-Beginn das Streamen dem Linearfernsehen vorzogen. Das veränderte Zuschauerverhalten soll anhand einer Marktanalyse des Fernsehens und einer Marktanalyse des Streamingmarkts verdeutlicht werden und dabei helfen, Handlungsempfehlungen für die Fernsehindustrie und die einzelnen Sendergruppen zu bestimmen. Dass sich Menschen abends zusammen vor dem Fernseher versammeln, um eine Sendung zu schauen, ist durch den Boom der Streamingdienste mittlerweile eine Seltenheit geworden – gerade bei jungen Leuten.
Klassisches, altmodisches Fernsehen steht durch die der von der Digitalisierung veränderten Sehgewohnheiten und das Konsumverhalten in Bezug auf Medien unter Druck. Es sind neue Anbieter in den Bewegtbildmarkt eingetreten: Streamingdienste wie Netflix sorgen mit neuartigen Geschäftsmodellen für eine sogenannte „Entlinearisierung“ des Bewegtbildkonsums. Sicherlich hat auch die Corona-Pandemie dazu beigetragen, dass Streamingdienste zunehmend Zuschauer für sich gewinnen konnten, dennoch ist kein Rückgang dieses Trends zu erwarten. Durch diese Streamingdienste sind Zuschauer nicht mehr zu einer bestimmten Uhrzeit an einem bestimmten Tag der Woche an den Sessel vor dem Fernseher gefesselt, sondern können ihre Lieblingsserien oder Filme ortsunabhängig, nutzerkonzentrierter und auf verschiedenen mobilen Geräten genießen.
Das Fernsehen hat durch die Digitalisierung, Mobilisierung und Konvergenz in den letzten Jahren eine der größten Veränderungen innerhalb der konvergierenden Medienumgebungen erfahren. Lineares und non-lineares Programmfernsehen kann inzwischen durch Online-Bewegtbildinhalte jedweder Art ergänzt werden. Die fortschreitende Globalisierung durch Global Player des Video-on-Demand (VoD) wie Netflix oder Amazon Prime Video, globale Videoplattformen wie YouTube und unzählige Nischenanbieter offerieren Angebote, die Bewegtbildnutzern jederzeit zur Verfügung stehen, und das lineare Fernsehen vor neuen Herausforderungen stellt, die Zuschauer weiter an sich zu binden.
Inhaltsübersicht
1 Einleitung
2 Klassisches Fernsehen
2.1 Geschichte des Fernsehens
2.2 Struktur und Regelungen des deutschen TV-Markts
3 Medienkonvergenz
4 Streaming
4.1 Video-on-Demand
4.2 Streamingdienste im Überblick
5 Verändertes Mediennutzungsverhalten
5.1 Mediennutzung
5.2 Im Fokus: Digital Natives
6 Fernseh- und Streamingmarkt im Vergleich
6.1 Marktanalyse deutscher Fernsehmarkt
6.2 Marktanalyse deutscher Streamingmarkt
6.3 Handlungsempfehlung für das lineare Fernsehen
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie sich die zunehmende Popularität von Streamingdiensten auf das traditionelle lineare Fernsehen auswirkt, insbesondere im Hinblick auf das veränderte Mediennutzungsverhalten der sogenannten "Digital Natives". Ziel ist es, Herausforderungen für die Fernsehindustrie zu identifizieren und strategische Handlungsoptionen sowie Empfehlungen abzuleiten.
- Einfluss der Medienkonvergenz auf den Bewegtbildmarkt
- Vergleichende Marktanalyse von klassischem TV und Streaming
- Analyse des Mediennutzungsverhaltens der Generation Z und Y
- Wettbewerb zwischen linearen Sendern und VoD-Plattformen
- Strategien für Fernsehsender zur Bindung junger Zielgruppen
Auszug aus dem Buch
2.1 Geschichte des Fernsehens
Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts etablierten sich Ideen und Begeisterung für Tele-Verbindungen mit Bildern und Tönen: beispielswiese wurde schon im Jahr 1878 ein Cartoon in dem Magazin „Punch“ veröffentlicht, indem eine Art Fernsehsituation dargestellt wurde. Die ersten technischen Voraussetzungen für das später dominierende Leitmedium der Gesellschaft „Fernsehen“ entwickelten sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Der deutsche Techniker und Erfinder Paul Nipkow (1860-1940) erfand im Jahr 1884 die sogenannte Nipkow-Scheibe, eine rotierenden Scheibe, welche Bilder in Helldunkelsignale auflöste und wieder zusammenfügte. Somit war der Grundstein für Bewegtbilder gesetzt, jedoch wurde diese Scheibe in den 1930er-Jahren von dem Ikonoskop abgelöst. Mit der Entwicklung der Kathodenstrahlröhre im Jahr 1897, auch als Braunsche Röhre bekannt, konnten die Bildinformationen nun auch übertragen werden (Groebel, 2014, S. 11).
Während der schottische Erfinder und Fernsehpionier John Logie Baird bereits im Jahr 1925 auf Basis der Nipkow-Scheibe den weltweit ersten mechanischen Fernseher erfand und es so schaffte, Bilder von einem Ort in den anderen zu übertragen, erfolgte in Deutschland erst im Jahr 1928 im Rahmen einer Funkausstellung die Präsentation des „Telehor“, eine Erfindung des ungarischen Physikers und Technikers Dénes von Mihály. Die erste tatsächliche Fernsehübertragung erfolgte jedoch einige Jahre später im Rahmen der internationalen Funkausstellung (IFA), auf welcher im Jahr 1931 auch das erste elektronische Fernsehgerät vom Hamburger Erfinder Manfred von Ardenne präsentiert wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel des Bewegtbildkonsums durch Streamingdienste und stellt die Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen auf das lineare Fernsehen.
2 Klassisches Fernsehen: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung des Fernsehens zum Leitmedium sowie die strukturellen Rahmenbedingungen des deutschen TV-Markts.
3 Medienkonvergenz: Es wird definiert, wie technische und inhaltliche Konvergenz die Mediennutzung geräte- und netzunabhängig verändert.
4 Streaming: Das Kapitel erklärt die Funktionsweise von Streaming, VoD-Geschäftsmodelle und gibt einen Überblick über die wichtigsten Marktakteure.
5 Verändertes Mediennutzungsverhalten: Hier steht die Untersuchung der veränderten Mediennutzung im Fokus, mit besonderem Blick auf die Generation der Digital Natives.
6 Fernseh- und Streamingmarkt im Vergleich: Dieses Kapitel vergleicht die Marktdaten beider Sektoren und formuliert Handlungsempfehlungen für klassische Fernsehsender.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das Fernsehen trotz zunehmender Konkurrenz durch Streaming ein relevantes Leitmedium bleibt.
Schlüsselwörter
Medienkonvergenz, Streaming, Video-on-Demand, Digital Natives, Lineares Fernsehen, Mediennutzung, Bewegtbildmarkt, Marktanalyse, Generation Z, Fernsehindustrie, S-VoD, Digitalisierung, Multimedia, Zuschauerverhalten, Medienstrategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Projektarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des Bewegtbildmarktes durch den Aufstieg von Streamingdiensten und deren Einfluss auf das klassische lineare Fernsehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen Medienkonvergenz, die Digitalisierung des Konsumverhaltens, spezifische Streaming-Geschäftsmodelle sowie die Marktsituation in Deutschland.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, die Auswirkungen des veränderten Nutzerverhaltens auf das lineare Fernsehen aufzudecken und Strategien zu finden, wie Sender auf diese Veränderungen reagieren können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturrecherche sowie die Analyse von Marktdaten und Studien zur Mediennutzung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Fernsehens und Streamings, eine Analyse des Nutzerverhaltens der Digital Natives sowie einen direkten Marktvergleich.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Wichtige Begriffe sind Medienkonvergenz, Digital Natives, Video-on-Demand, lineares Fernsehen und strategisches Medienmanagement.
Wie unterscheidet sich die Nutzung von TV-Inhalten durch Digital Natives?
Digital Natives bevorzugen häufig einen Mix aus linearem Fernsehen und Streaming und zeichnen sich durch ein hohes Maß an Multitasking bei der Mediennutzung aus.
Welche Rolle spielt die RTL Group in der Argumentation der Autorin?
Die RTL Group dient als Praxisbeispiel dafür, wie ein Fernsehkonzern durch den Ausbau von Mediatheken und crossmediale Strategien auf sinkende Reichweiten reagiert.
Was prognostiziert die Arbeit für die Zukunft des klassischen Fernsehens?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es unwahrscheinlich ist, dass das lineare Fernsehen in naher Zukunft vollständig ausstirbt, da es weiterhin ein gesellschaftliches Leitmedium bleibt.
- Arbeit zitieren
- Marina Aparicio-Mijares (Autor:in), 2022, Wie wirkt sich die Nutzung von Streamingdiensten auf das Linearfernsehen aus? Eine Marktanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1283002