Diese Arbeit setzt sich mit der erbschaftsteuerlichen und schenkungssteuerlichen Behandlung von Grundbesitz auseinander. Auf Grund des Beschlusses des Bundeverfassungsgerichtes vom 07.11.2006 wurde die Grundbesitzbewertung für erbschaft- und schenkungssteuerliche Zwecke vom Gesetzgeber neu geregelt. Dies erfolgte im sechsten Abschnitt des zweiten Teils des Bewertungsgesetzes. Das Erbschaftsteuergesetz schafft mit der Vorschrift des § 12 Absatz 3 ErbStG eine Verknüpfung zum Bewertungsgesetz.
Gemäß § 12 Abs. 3 ErbStG ist der Grundbesitz für erbschaftsteuerliche- und schenkungssteuerliche Zwecke mit dem auf den Bewertungsstichtag festgestellten Wert nach § 151 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 BewG anzusetzen. Die Vorschrift ordnet eine gesonderte Feststellung der Grundbesitzwerte an, sofern diese Werte für die Erbschaftsteuer von Bedeutung sind. Ob dies der Fall ist entscheidet gemäß § 151 Abs. 1 S. 2 BewG das für die Festsetzung der Erbschaftsteuer zuständige Finanzamt. Für diese Wertermittlung ist gemäß § 11 ErbStG der Zeitpunkt der Steuerentstehung maßgebend, welcher sich nach den Vorschriften des § 9 ErbStG bemisst.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- I. Begriff des Grundvermögens
- II. Bewertung unbebauter Grundstücke
- 1. Begriff des unbebauten Grundstücks
- 2. Bewertung der unbebauten Grundstücke
- III. Bewertung bebauter Grundstücke
- 1. Begriff des bebauten Grundstücks
- 2. Grundstücksarten
- a) Ein- und Zweifamilienhäuser
- b) Mietwohngrundstücke
- c) Wohnungseigentum
- d) Teileigentum
- e) Geschäftsgrundstücke
- f) Gemischt genutzte Grundstücke
- g) Sonstige bebaute Grundstücke
- 3. Vergleichswertverfahren
- 4. Ertragswertverfahren
- a) Allgemeines Berechnungsschema
- b) Ermittlung des Bodenwerts
- c) Ermittlung des Rohertrags
- d) Bewirtschaftungskosten
- e) Bodenwertverzinsung
- f) Kapitalisierung des Gebäudereinertrags
- 5. Sachwertverfahren
- a) Allgemeines Berechnungsschema
- b) Regelherstellungskosten des Gebäudes
- c) Alterswertminderung
- d) Wertzahl
- IV. Sonderbewertung nach § 196 BewG
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der erbschaftsteuerlichen und schenkungssteuerlichen Behandlung von Grundbesitz. Sie analysiert die verschiedenen Bewertungsansätze für unbebaute und bebaute Grundstücke und erläutert die verschiedenen Bewertungsverfahren im Detail. Zudem geht sie auf die Sonderbewertung nach § 196 BewG ein.
- Begriff des Grundvermögens
- Bewertung unbebauter Grundstücke
- Bewertung bebauter Grundstücke
- Bewertungsverfahren
- Sonderbewertung nach § 196 BewG
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beleuchtet die neuere Rechtslage zur Grundstücksbewertung im Erbschaftsteuerrecht. Das erste Kapitel definiert den Begriff des Grundvermögens im Sinne des Bewertungsgesetzes. Das zweite Kapitel behandelt die Bewertung unbebauter Grundstücke, definiert den Begriff und erläutert das Verfahren zur Bewertung. Im dritten Kapitel werden bebaute Grundstücke analysiert, wobei die verschiedenen Grundstücksarten im Detail beschrieben werden. Die Kapitel befassen sich mit den Bewertungsverfahren, insbesondere dem Vergleichswertverfahren, dem Ertragswertverfahren und dem Sachwertverfahren.
Schlüsselwörter
Grundvermögen, Bewertung, unbebaute Grundstücke, bebaute Grundstücke, Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer, Vergleichswertverfahren, Ertragswertverfahren, Sachwertverfahren, § 196 BewG.
Häufig gestellte Fragen
Wie wird Grundbesitz für die Erbschaftsteuer bewertet?
Die Bewertung erfolgt nach den Vorschriften des Bewertungsgesetzes (§ 151 BewG) zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
Was ist das Ertragswertverfahren?
Es wird primär für Mietwohngrundstücke oder Geschäftsgrundstücke angewandt und basiert auf dem Rohertrag abzüglich Bewirtschaftungskosten und Bodenwertverzinsung.
Wann kommt das Sachwertverfahren zum Einsatz?
Das Sachwertverfahren wird angewendet, wenn kein Vergleichswert vorliegt und ein Ertragswert nicht ermittelt werden kann, basierend auf Regelherstellungskosten und Alterswertminderung.
Was bedeutet die Sonderbewertung nach § 196 BewG?
Diese Vorschrift regelt die Ermittlung von Bodenrichtwerten, die eine wesentliche Grundlage für die Bewertung von Grundstücken darstellen.
Welcher Zeitpunkt ist für die Wertermittlung entscheidend?
Maßgebend ist gemäß § 11 ErbStG der Zeitpunkt der Steuerentstehung, also in der Regel der Todestag oder der Zeitpunkt der Schenkung.
- Quote paper
- Kathrin Rateiczak (Author), 2022, Erbschaftsteuerliche und schenkungssteuerliche Behandlung von Grundbesitz. Vergleichs-, Ertrags- und Sachwertverfahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1283069