In dieser Arbeit sollen verschiedene Argumente von Klimawandelleugnern auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft und wissenschaftlichen Fakten gegenübergestellt werden. Angefangen mit dem bis in den Deutschen Bundestag hinein populären Verweis auf den Einfluss von Sonnenflecken über die als Basis für zahlreiche Spekulationen dienende mittelalterliche "Warmzeit" bis hin zu in der weiten Öffentlichkeit unbekannteren Argumenten wie dem der angeblichen Sättigung von Absorptionsbanden wird mit vielen Mythen und Halbwahrheiten aufgeräumt. Ideal für alle, die vermeintlich wissenschaftlichen Stammtischäußerungen endlich argumentativ entgegentreten wollen oder auch für diejenigen, die sich weiter wissenschaftlich mit dem Thema Leugnung des anthropogenen Klimawandels auseinandersetzen wollen.
Inhaltsverzeichnis
1. Anfänge der Klimawandelleugnung in Desinformationskampagnen der Öl- und Kohleindustrie
2. Misstrauen in Wissenschaft aufgrund vermeintlicher Fehleinschätzungen in der Vergangenheit
2.1 Waldsterben und „Saurer Regen“
2.2 Prognose einer Globalen Abkühlung in den 1970er-Jahren
3. Klimaschwankungen in der Vergangenheit
3.1 Möglichkeiten zur Messung des Klimas in der Vergangenheit
3.1.1 historische Aufzeichnungen
3.1.2 Baumringe, Seesedimente, Stalagmiten
3.1.3 Eisbohrkerne
3.2 Natürlicher Klimawandel im Rahmen der Eiszeitzyklen
3.2.1 unterschiedliche Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge in Eiszeiten und Moderne
3.2.2 Rückkopplung zwischen Erwärmung und CO2-Anstieg
3.3 Natürlicher Klimawandel durch Dansgaard-Oeschger-Zyklen
3.3.1 Ablauf der natürlichen Klimaschwankungen
3.3.2 Vergleich mit aktueller Situation
3.4 Mittelalterliche Temperaturanomalie als scheinbarer Beleg für natürlichen Ursprung des aktuellen Klimawandels
3.4.1 Ursachen und Ausmaß der Temperaturanomalie
3.4.2 Vergleich mit heutiger Situation
4. Einfluss der Sonne auf das Klimasystem
4.1 Zyklische Veränderung der Sonnenaktivität
4.2 Einfluss der kosmischen Strahlung
5. Vergleich des menschlichen Anteils an CO2-Emissionen mit Anteil der Ozeane, der Wälder und der Vulkane
6. Sättigung der CO2-Absorptionsbanden
6.1 Messdaten durch Infrarot-Spektroskopie
6.2 Weitere Absorptionsbanden und atmosphärische Prozesse bei Sättigung
7. Heutige Relevanz von Klimawandelleugnern in Politik und Gesellschaft
8. Persönliches Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die verbreitetsten Argumente von Klimawandelleugnern einer wissenschaftlichen Überprüfung zu unterziehen. Angesichts einer verbreiteten Skepsis gegenüber dem anthropogenen Klimawandel hinterfragt die Arbeit kritisch Thesen, die natürliche Klimaschwankungen, solare Einflüsse oder vermeintliche Wissenschaftsirrtümer als Gegenbeweise anführen, um diese anhand aktueller Messdaten zu entkräften.
- Historische Strategien der Desinformationskampagnen von Öl- und Kohleunternehmen
- Klimatische Rekonstruktionsmethoden mittels Eisbohrkernen sowie Baumringanalysen
- Differenzierung zwischen natürlichen Eiszeitzyklen und dem aktuellen Erwärmungstrend
- Untersuchung physikalischer Parameter wie Sonnenaktivität und CO2-Absorptionsbanden
- Analyse der gesellschaftspolitischen Verbreitung klimaskeptischer Narrative
Auszug aus dem Buch
1. Anfänge der Klimawandelleugnung in Desinformationskampagnen der Öl- und Kohleindustrie
Nachdem bereits in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts erste Klimamodelle erstellt wurden, in denen eine Erderwärmung von 2,3 Grad Celsius bei einer Verdopplung des atmosphärischen CO2-Gehalts prognostiziert wurde (vgl. Manabe/Wetherald 1966: 254), und die ersten Warnungen vor einem globalen Klimawandel an Politiker erfolgten, beispielsweise im Jahr 1965 an US-Präsident Lyndon B. Johnson durch seine wissenschaftlichen Beratergremien (vgl. Environmental Pollution Panel/President´s Science Advisory Committee 1965: 121), verbreiteten sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse über den vom Menschen verursachten Klimawandel ab den 1980er-Jahren in der breiten Öffentlichkeit (vgl. UBA 2013a: 100).
Seitdem gibt es immer wieder Unternehmen und Institutionen, insbesondere aus der Öl- und Kohleindustrie, die versuchen, den wissenschaftlichen Konsens zur Existenz einer anthropogenen Klimaveränderung zu konterkarieren (vgl. ebd.). Dazu gehört unter anderem der US-amerikanische Konzern ExxonMobil, der im Zeitraum von 1989 bis 2004 mehrere Anzeigen in auflagenstarken Tageszeitungen wie der New York Times oder der Washington Post geschaltet hat, in denen Zweifel am anthropogenen Klimawandel und an der Zuverlässigkeit der von Wissenschaftlern erstellten Klimamodelle geübt wurden (vgl. Supran/Oreskes 2020: 6).
Außerdem finanzierte ExxonMobil mehr als vierzig verschiedene Institutionen zur Verbreitung von Falschinformationen mit einem Gesamtbetrag von über 16 Millionen Dollar (vgl. UBA 2013a: 101). Auch andere namhafte Unternehmen wie BP, Ford, General Motors oder Shell beteiligten sich gemeinsam mit ExxonMobil an Desinformationskampagnen (vgl. Washington/Cook 2011: 74) im Rahmen der sogenannten „Global Climate Coalition“ (ebd.). Eine häufig genutzte Methode solcher Organisationen ist das Herauspicken vermeintlich wissenschaftlicher Studien und Aussagen, die oft schon längst widerlegt oder sogar vom Autor selbst widerrufen worden sind (vgl. ebd.: 75).
Deshalb ist es Sinn und Zweck dieser Arbeit, solche für Laien ohne nötiges Hintergrundwissen auf den ersten Blick schwer verständlichen Argumente auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen und mit aktuellen wissenschaftlichen Messdaten und Studien zu vergleichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Anfänge der Klimawandelleugnung in Desinformationskampagnen der Öl- und Kohleindustrie: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Industrieunternehmen seit den 1980er-Jahren aktiv versuchen, den wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel durch gezielte Desinformation zu untergraben.
2. Misstrauen in Wissenschaft aufgrund vermeintlicher Fehleinschätzungen in der Vergangenheit: Es wird analysiert, wie Klimaskeptiker historische Debatten wie das Waldsterben oder Vorhersagen einer globalen Abkühlung instrumentalisieren, um die heutige Klimaforschung zu diskreditieren.
3. Klimaschwankungen in der Vergangenheit: Das Kapitel erläutert wissenschaftliche Methoden der Klimarekonstruktion und zeigt auf, warum natürliche Zyklen der Vergangenheit nicht als Erklärung für die aktuelle Erwärmung dienen können.
4. Einfluss der Sonne auf das Klimasystem: Hier wird die These widerlegt, dass Sonnenaktivität oder kosmische Strahlung maßgeblich für den gegenwärtigen globalen Temperaturanstieg verantwortlich seien.
5. Vergleich des menschlichen Anteils an CO2-Emissionen mit Anteil der Ozeane, der Wälder und der Vulkane: Die Argumentation, dass natürliche CO2-Quellen den menschlichen Ausstoß dominieren, wird physikalisch entkräftet, da anthropogene Emissionen das stabile Gleichgewicht der Natur stören.
6. Sättigung der CO2-Absorptionsbanden: Das Kapitel erklärt, warum die Behauptung, die Atmosphäre sei bei der CO2-Absorption bereits „gesättigt“, physikalisch falsch ist und eine weitere Erwärmung nicht verhindert.
7. Heutige Relevanz von Klimawandelleugnern in Politik und Gesellschaft: Es wird untersucht, wie klimaskeptische Argumente in politischen Programmen, etwa der AfD, und in der Gesellschaft verankert sind.
8. Persönliches Fazit: Der Autor fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer sachlichen Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Fakten, um populistischen Desinformationsversuchen entgegenzuwirken.
Schlüsselwörter
Klimawandel, Anthropogener Klimawandel, Klimawandelleugner, Desinformation, Treibhauseffekt, CO2-Emissionen, Klimamodelle, Eisbohrkerne, Solare Einstrahlung, Wissenschaftlicher Konsens, Globale Erwärmung, Klimapolitik, Klimarekonstruktion, Absorptionsbanden, Klimakommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit befasst sich kritisch mit den häufigsten Gegenargumenten von Leugnern des anthropogenen Klimawandels und prüft diese wissenschaftlich auf ihre Stichhaltigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Kerngebieten zählen die historische Aufarbeitung von Desinformationskampagnen, physikalischer Verständnisaufbau bezüglich Erdbahnparametern, Sonnenaktivitäten, dem Treibhauseffekt sowie die Untersuchung der gesellschaftlichen Verbreitung dieser Mythen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, für Laien oft schwer durchschaubare klimaskeptische Behauptungen durch den direkten Vergleich mit aktuellen wissenschaftlichen Studien und Messdaten zu entkräften.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine literaturbasierte Analyse und den Abgleich mit empirischen Daten aus den Bereichen der Meteorologie, Klimatologie und Astrophysik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Wissensbereiche, von historischen Klimadaten über Milanković-Zyklen und den Sonnendynamo bis hin zur Infrarot-Spektroskopie zur Untersuchung von CO2-Absorptionsbanden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die wissenschaftliche Publikation?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Anthropogener Klimawandel, Desinformation, Treibhauseffekt, CO2-Bilanz und Klimarekonstruktion.
Warum kann das „Waldsterben“ der 80er-Jahre nicht als Beleg für einen Wissenschaftsirrtum gelten?
Anders als beim Klimawandel, bei dem ein hoher wissenschaftlicher Konsens besteht, waren die Ursachen und Auswirkungen des Waldsterbens weniger eindeutig geklärt, wobei sich viele ökologische Prognosen durch die später implementierten Umweltmaßnahmen veränderten.
Wie wird das Argument der „gesättigten“ CO2-Absorptionsbanden physikalisch entkräftet?
Die physikalische Untersuchung zeigt, dass neben den zentralen Banden weitere Randbereiche und zusätzliche Prozesse existieren, durch die eine weitere Zunahme von CO2 in der Atmosphäre weiterhin einen verstärkenden Treibhauseffekt erzeugt.
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- Anonym (Autor), 2021, Der anthropogene Klimawandel. Auseinandersetzung mit den Argumenten von Leugnern, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1283101