Der neue Lehrplan für die Grundschule: Richtig schreiben


Hausarbeit, 2001

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in das Thema „Richtig schreiben“ im neuen Lehrplan

2 „Richtig schreiben“ im Lehrplan
2.1 Lernpsychologische Grundlagen
2.2 Das Fachprofil Deutsch
2.2.1 Der Beitrag des Faches Deutsch zum Bildungsauftrag der Grundschule
2.2.2 Der Teilbereich „Richtig schreiben“
2.3 Fachlehrplan Deutsch
2.3.1 Aufbau und Erläuterung des Teilbereichs „Richtig schreiben“
2.3.2 Der Teilbereich „Richtig schreiben“ in der Jahrgangsstufe 1/2
2.3.3 Der Teilbereich „Richtig schreiben“ in der Jahrgangsstufe 3
2.3.4 Der Teilbereich „Richtig schreiben“ in der Jahrgangsstufe 4

3 Praxisteil: Der lange i-Laut in der Schreibung ie
(3. Jahrgangsstufe)

Literaturverzeichnis

1 Einführung in das Thema „Richtig schreiben“ im neuen Lehrplan

Der neue Grundschullehrplan – eine verpflichtende Arbeits- und Lehrgrundlage, die sich noch stärker und näher am Schüler[1] orientiert als zuvor. Dies wirkt sich auf alle Bereiche in den Unterrichtsfächern aus, die in kindgemäßer Weise und an der Sache orientiert dem Schüler nahegebracht werden sollen. Dieser wird angeleitet sein Wissen, seine Fähigkeiten und Fertigkeiten weiterzuentwickeln, Verstehen anzubahnen, Interessen zu entwickeln, sowie soziale Verhaltensweisen zu fördern. Diese Aspekte sind auch ganz konkret im neuen Lehrplan Deutsch enthalten, auf den ich näher eingehen werde. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt dabei auf dem Teilbereich „Richtig schreiben“.

„Richtig schreiben“ geht nicht mehr von der alten Theorie aus, nach der Kinder sich jedes neue Wort einprägen und dieses dann als Lernwort in der Nachschrift sichern. Vielmehr wird nun davon ausgegangen, dass die Schriftsprache in ähnlicher Weise wie die mündliche Sprache erlernt wird. Je länger sich Kinder damit auseinandersetzen, desto differenzierter wird ihr Verständnis dafür. Zu orthographischen Prinzipien sollen Kinder eigene Strategien entwickeln. Erstmals spielt auch der Umgang mit dem Wörterbuch schon ab der ersten Klasse eine große Rolle.

In meiner Arbeit werde ich zunächst auf die lernpsychologischen Grundlagen sowie auf das Fachprofil Deutsch eingehen. Des Weiteren führe ich den Teilbereich „Richtig schreiben“ mit seinen Unterpunkten näher aus und gehe schließlich auf die einzelnen Jahrgangsstufen ein.

Im Praxisteil werde ich ein Rechtschreibphänomen herausgreifen und versuchen, methodische Überlegungen dazu anzustellen.

2 „Richtig schreiben“ im Lehrplan

2.1 Lernpsychologische Grundlagen

Die alte Vorstellung des Rechtschreiberlernens beruht auf der Wortbildtheorie, nach der alle Lernwörter über den akustischen, visuellen und motorischen „Eingangskanal“ immer wieder eingeübt werden mussten. Der Grundwortschatz wurde Wort für Wort eingeprägt. Als Mittel dazu diente die Nachschrift, durch die die Lernwörter in einen Sinnzusammenhang gebracht werden sollten. Bei dieser Vorstellung wurden die Wörter nicht nach Rechtschreibprinzipien geordnet eingeführt, somit konnten die Schüler nur sehr schwer von Anfang an Rechtschreibstrategien entwickeln.

Die neue Vorstellung des Rechtschreiberlernens lehnt die Wortbildtheorie aufgrund einer Erkenntnis ab, die durch die Beobachtung von „Frühschreibern“ gewonnen wurde. Diese „Frühschreiber“ wurden nicht unterrichtet, sondern erwarben die Schriftsprache ähnlich wie die mündliche Sprache. Daraus schließt man: je länger sich Kinder mit Schrift auseinandersetzen, umso differenzierter wird ihr Schriftverständnis und umso mehr orthographische Strategien erwerben sie. Die neue Vorstellung unterstützt das „Lernen als Prozess“. Der Lernprozess wird unterstützt durch eine gedanklich-begriffliche, sprachliche und wertende Auseinandersetzung mit den Rechtschreibprinzipien. Zu diesen Prinzipien entwickeln Schüler Strategien, die bei der Schreibung angewandt werden. Bei Rechtschreibfehlern geht man nach der neuen Theorie nicht mehr davon aus, dass Schüler sich das neue Wort nicht genügend eingeprägt hätten, sondern dass sie eine für das Wort falsche Strategie verfolgt haben.

2.2 Das Fachprofil Deutsch

2.2.1 Der Beitrag des Faches zum Bildungsauftrag der Grundschule

Aufgabe des Deutschunterrichts in der Grundschule ist es, den Schülern eine grundlegende sprachliche Bildung zu vermitteln, denn die Sprache hat sowohl für die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung, als auch für die Handlungsfähigkeit fundamentale Bedeutung. Sie dient nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern auch als Selbstausdruck auf mündlicher und schriftlicher Ebene. Die Schüler sollen lernen, Sprache situationsangemessen, sachgemäß, partnerbezogen und zielgerichtet zu gebrauchen, um gegenwärtige und zukünftige Lebenssituationen bewältigen zu können. Sie lernen den bewußten und schöpferischen Umgang mit Sprache und bekommen ein Gespür für die Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten. Besonders hervorgehoben wird, dass die Schüler durch spielerischen Umgang Freude erfahren sollen, die Sprache kreativ und situationsgerecht zu verwenden. Ein weiteres wichtiges Ziel des Unterrichts in der Grundschule ist es, dass die Schüler die Fähigkeit erwerben, sich in der Standardsprache richtig zu verständigen. Neu ist aber, dass auch der Mundart und der Umgangssprache Bedeutung zukommt. Der Grund dafür ist darin zu sehen, dass sie spezifische Kommunikationsmöglichkeiten bieten und für die Identität vieler Schüler besonderen Wert besitzen. Die Schüler sollen außerdem lernen, Medien für sich sinnvoll zu nutzen, aber auch kritisch mit ihnen umzugehen. Damit leistet der Deutschunterricht einen besonderen Beitrag zur Medienerziehung.

Der Lehrplan Deutsch ist in verschiedene Lernbereiche gegliedert, die sich aufeinander beziehen und die im Unterricht verknüpft werden müssen.

2.2.2 Der Teilbereich „Richtig schreiben“

„Richtig schreiben“ ist neben „Texte verfassen“ und „Die Schrift entwickeln“ ein Teilbereich im Lernbereich „Für sich und andere schreiben“. Die Tatsache, dass „Richtig schreiben“ nur noch einen Unterpunkt im Lernbereich „Für sich und andere schreiben“ darstellt, zeigt, dass die Wichtigkeit der Rechtschreibung stark zurückgeht zu Gunsten des Inhaltlichen. Der Zweck des Schreibens rückt in den Vordergrund, das Richtigschreiben dient lediglich noch als Mittel, seine Gedanken dem Leser möglichst verständlich zu präsentieren.

Die Schüler erhalten erste Einsichten in die Prinzipien der Rechtschreibung. Das bedeutet, die Schüler bekommen keine Prinzipien mehr aufgedrückt und lernen keine allgemeingültigen Regeln mehr stur auswendig, die man schemenhaft anwenden muss. Vielmehr geht es darum, dass die Schüler mit bestimmten sprachlichen Problemen oder Phänomenen konfrontiert werden und sich damit individuell auseinandersetzen müssen. Sie entwickeln ihre eigenen Strategien und erkennen Strukturen in der Rechtschreibung.

„Richtig schreiben“ wird eng verknüpft mit den Lernbereichen „Die Schriftsprache erwerben“ und „Sprache untersuchen“. Diese beiden Bereiche leisten einen Beitrag zum Rechtschreiben. Zum Beispiel im Gebiet der Mitsprechwörter decken sich „Die Schriftsprache erwerben“ und „Richtig schreiben“ zwangsläufig. Beim Thema Wortfamilien wirken „Sprache untersuchen“ und „Richtig schreiben“ eng zusammen.

Durch eigenständiges Erproben sowie Nachdenken über Schreibweisen lernen die Schüler Rechtschreibphänomene kennen und eignen sich grundlegende Rechtschreibstrategien an. Aus der Formulierung im Lehrplan geht klar hervor, dass die Schüler äußerst aktiv am Lernprozess beteiligt sind.

Um die Verankerung des Gelernten zu garantieren sollten vielfältige wortspezifische Zugangswege genutzt werden, so dass ein ganzheitliches Lernen ermöglicht wird. Visuelles, auditives, artikulatorisches, schreibmotorisches und kognitives Lernen ermöglicht es, auf individuelle Arten des Lernens der Schüler einzugehen. Besonders hervorzuheben ist, dass jetzt der Schwerpunkt beim selbstständigen Schreiben der Kinder und bei der Überarbeitung der Texte liegt. Im Regelfall wird nämlich erst in der Überarbeitungsphase auf die Rechtschreibung geachtet und deshalb kommt unter anderem jetzt der Überarbeitungsphase auch für das Richtigschreiben so viel Bedeutung zu. Auf Nachschriften im herkömmlichen Sinne wird in Zukunft verzichtet. Die Grundlage fürs Richtigschreiben stellt der verbindliche Grundwortschatz im Lehrplan dar, der sich an der Lebenswelt der Kinder orientiert und der von den Schülern entsprechend ihren Schreibbedürfnissen individuell erweitert werden soll.

[...]


[1] Wird im Text nur von Lehrern oder Schülern gesprochen, so sind Lehrerinnen und Schülerinnen mitgemeint.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Der neue Lehrplan für die Grundschule: Richtig schreiben
Hochschule
Universität Augsburg  (Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur)
Veranstaltung
Das Fach Deutsch im neuen Lehrplan
Note
1,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
17
Katalognummer
V12836
ISBN (eBook)
9783638186339
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutschdidaktik, Grundschullehrplan, Rechtschreiben, Lehrplan, Grundschule, ie-Laut, ie-Schreibung
Arbeit zitieren
Michaela Putz (Autor), 2001, Der neue Lehrplan für die Grundschule: Richtig schreiben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12836

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