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Die lübeckische Fürstenkoalition bei der Schlacht von Bornhöved 1227 in Korners "Chronica Novella"

Titel: Die lübeckische Fürstenkoalition bei der Schlacht von Bornhöved 1227 in Korners "Chronica Novella"

Hausarbeit , 2019 , 17 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Marcel Chalubowicz (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel dieser Hausarbeit soll sein, die vermeintliche Unterhaltungsliteratur „Chronica Novella“ mit ihrem Eintrag zur Schlacht von Bornhöved zu analysieren und die Frage zu beantworten, welche gesellschaftspolitischen Aufgaben der Lübecker Dominikanermönch mit seiner Weltchronik beabsichtigte.

Ende des 12. Jahrhunderts stand Deutschland nördlich der Elbe unter der Herrschaft des dänischen Königs Waldemar II. Während dieser seinen Einfluss und seine Macht im nordelbingischen Raum ausbreitete, legte der Hegemon ebenfalls großen Wert darauf, über den baltischen Seeraum zu kontrollieren. Die beiden Hafenstädte Hamburg und Lübeck stellten für den Dänen optimale Transitwege dar, wodurch der Handel zwischen West und Ost durch die Flüsse im Binnenland und der Handel im Ostseeraum kräftig vorangetrieben wurden. Der Pax Waldemariana stellte gute Bedingungen für die Kaufleute, die den Handel organisierten. Da Waldemar II. und Papst Honorius eine gute Beziehung pflegten, unternahm der König Expeditionen in Richtung des baltischen Küstenraumes mit der Mission der Christianisierung. Zudem konnte er livisches und estisches Land erobern, wodurch er seine Herrschaft expandierte und festigte. Im Jahr 1220 sperrte Waldemar II. den Lübecker Hafen mit dem Ziel, den Bischof und den Schwertritterorden zu unterwerfen, um Herr Livlands zu werden. Durch großen Widerstand bewegt gab der König Livland frei, jedoch visierte er schon das nächste Ziel, nämlich Estland zu erobern, an. Während Waldemar II. seine Macht im norddeutschen, aber auch im baltischen Raum expandierte, nahm Albrecht von Orlamünde die Verwaltung des Territoriums Heinrichs von Schwerin an sich, als sich letzterer auf einem Kreuzzug Waldemar II. befand. Heinrich missfiel die Entwicklung seiner Machtansprüche und verübte einen Frontenwechsel. Mit dem Ziel, die Herrschaft des Dänenkönigs zu beseitigen, leitete er eine Bewegung ein, welche letztlich zu einer Verschwörung gegen den Dänen heranwuchs. Schließlich kam es am 22. Juli 1227 zu der Schlacht von Bornhöved, die eine kriegerische Entscheidung zwischen dem Königreich Dänemark und einer Koalition norddeutscher Fürsten lieferte. Hermann Korner, Verfasser der „Chronica Novella“, verbrachte sein Leben nach seiner Söldnerzeit als Dominikanermönch im Maria Magdalena-Kloster Lübecks und schilderte die Schlacht von Bornhöved in der von ihm verfassten Chronik. Auffällig ist jedoch, dass der Eintrag Korners stark von den Versionen anderer Chronisten abweicht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis der Arbeit

1 Einleitung

2 Forschungsstand

3 Machtvakuum nördlich der Elbe – Konfrontation Waldemars II. mit norddeutschen Fürsten

4 Hermann Korner – Lübischer Dominikaner und Chronist

5 Korners Werk – die „Chronica Novella“ als Unterhaltungsliteratur?

5.1 1227 – die große Schlacht von Bornhöved in der Darstellung Korners

5.2 Die Analyse des Kornerschen Schlachtgemäldes

6 Die Reichsstadt Lübeck und die gesellschaftspolitische Deutung der „Chronica Novella“

7 Fazit

Zielsetzung & Themen der Untersuchung

Ziel dieser Arbeit ist es, die „Chronica Novella“ von Hermann Korner im Hinblick auf ihre Darstellung der Schlacht von Bornhöved zu analysieren, um die gesellschaftspolitischen Ambitionen des Autors und dessen Bestreben zur Stärkung der lübeckischen Identität zu ergründen.

  • Analyse der historischen Schlacht von Bornhöved (1227) aus der Perspektive Hermann Korners.
  • Untersuchung der gesellschaftspolitischen Rolle und Zielsetzung von Weltchroniken im Spätmittelalter.
  • Deutung der Verbindung zwischen dominikanischem Bettelorden und der Lübecker Stadtgesellschaft.
  • Darstellung der Spannungen zwischen Lübeck, dem hanseatischen Bürgertum und der dänischen Krone.
  • Erörterung der Bedeutung von Identitätsangeboten durch literarische Überlieferung in Krisenzeiten.

Auszug aus dem Buch

1227 – die große Schlacht von Bornhöved in der Darstellung Korners

Seit den Rückeroberungsbestrebungen der nordelbischen Ländereien Waldemars II. bildeten sich zwei eindeutige Fronten. Das Königreich Dänemark, welches wieder die eigene Herrschaft bis zur Elbe erweitern wollte, und die norddeutschen Fürsten zusammen mit der Reichsstadt Lübeck; die deutsche Koalition bestand aus dem Erzbischof von Bremen, dem Grafen von Holstein, dem Grafen von Schwerin und den Slawischen Herren. Zusammen mit den Bürgern Lübecks bildete das kaiserliche Kontingent eine gemeinsame Garnison. Die Reichsstadt diente als Sammelort, von dort ausgehend zogen „die Lübecker“ gegen die königlichen Truppen. Die Dänen fanden militärische Unterstützung bei Otto von Lüneburg. Zunächst standen die herrenlosen Dithmarscher in den dänischen Reihen, doch Korner berichtet, dass diese bei der Begegnung mit dem Lübeckischen Heer am Tage der heiligen Maria Magdalena, nämlich dem 22. Juli 1227, auf dem Felde bei Bornhöved die Seite wechselten, als sie das große Lübecker Aufgebot erblickten und sich an die Güte der Stadt erinnerten. Sie sei den Dithmarschern in der Vergangenheit sehr nützlich gewesen.

Vor der Schlacht soll der Lübeckische Bürgermeister und das Oberhaupt der Stadt, Alexander von Salzwedel, der selbst in die kriegerische Entscheidungsschlacht zog, ein Gelübde abgegeben haben, dass er im Falle eines Sieges über die Dänen zu Ehren Gottes und der Tagesheiligen auf der dänischen Zwingburg in Lübeck ein Kloster errichten lassen wird, welches er den Dominikanern übergeben würde. Während der Schlacht wurden die Norddeutschen durch die blendende Sonne am Kampf gehindert, bis Maria Magdalena am Himmel erschien, sich zwischen die Sonne und das Lübecker Aufgebot begab und schließlich das Dänenheer blendete. Nach dem Sieg über die Königlichen dankten die Lübecker der Heiligen für den überirdischen Schutz und erbauten ihr zu Ehren ein Kloster, nachdem sie die dänische Zwingburg geschliffen hatten. Zum jährlichen Gedenken an die Tat der Schutzpatronin veranlasste die Reichsstadt in der Marienkirche am 22. Juli große Spenden an Arme.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung erläutert den historischen Kontext zwischen Dänemark und den norddeutschen Handelsstädten sowie die Intention des Autors Hermann Korner zur Schilderung der Schlacht von Bornhöved.

2 Forschungsstand: Hier wird der Überblick über die verschiedenen Fassungen der „Chronica Novella“ gegeben, wobei der Fokus auf der für die Analyse relevanten niederdeutschen Fassung H liegt.

3 Machtvakuum nördlich der Elbe – Konfrontation Waldemars II. mit norddeutschen Fürsten: Das Kapitel schildert die politische Situation und die gewaltsamen Konflikte zwischen dem dänischen Königtum und den norddeutschen Adeligen um die Vorherrschaft in Nordelbingen.

4 Hermann Korner – Lübischer Dominikaner und Chronist: Dieser Abschnitt bietet einen biografischen Abriss über den Dominikanermönch, sein Wirken als Gelehrter und seine diplomatischen Verbindungen innerhalb des Klerus.

5 Korners Werk – die „Chronica Novella“ als Unterhaltungsliteratur?: Der Fokus liegt hier auf der inhaltlichen Komposition und den patriotischen Tendenzen Korners gegenüber der Stadt Lübeck.

6 Die Reichsstadt Lübeck und die gesellschaftspolitische Deutung der „Chronica Novella“: Die Analyse untersucht, wie Korner durch seine Chronik auf die innenpolitischen Unruhen und die soziale Spaltung der Stadtgesellschaft Lübecks einzuwirken versuchte.

7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Korner mit seinem Werk nicht nur unterhalten, sondern durch die Sakralisierung der Schlacht von Bornhöved die städtische Identität und den Zusammenhalt festigen wollte.

Schlüsselwörter

Schlacht von Bornhöved, Hermann Korner, Chronica Novella, Waldemar II., Lübeck, Identitätsstiftung, Dominikaner, Maria Magdalena, Spätmittelalter, Nordelbingen, Stadtherrschaft, Patriotismus, Gesellschaftspolitik, Reichsfreiheit, Geschichtsschreibung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der „Chronica Novella“ des Dominikanermönchs Hermann Korner und der darin enthaltenen Schilderung der historischen Schlacht von Bornhöved aus dem Jahr 1227.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Themen umfassen die politische Geschichte Norddeutschlands im Mittelalter, die Rolle Lübecks als werdende Reichsstadt sowie die Funktion von Chroniken als Instrument zur gesellschaftlichen Identitätsstiftung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Korner durch eine spezifische, teils patriotisch gefärbte Darstellung der Schlacht gesellschaftspolitische Ziele verfolgte, wie etwa die Stärkung des Zusammehalts in einer krisengebeutelten Stadtgesellschaft.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine quellenkritische Analyse der niederdeutschen Fassung H der „Chronica Novella“ durch und setzt diese in den Kontext der zeitgenössischen historischen Ereignisse und der Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Vorgeschichte des Machtkampfs zwischen Dänemark und norddeutschen Fürsten, die Biografie Korners, die inhaltliche Ausgestaltung seines Werkes und die spezifische Bedeutung der Lübecker Stadtgesellschaft in dieser Zeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Schlacht von Bornhöved, Lübeck, Hermann Korner, Dänisches Königreich, Reichsfreiheit, Maria Magdalena und dominikanischer Bettelorden.

Warum spielt Maria Magdalena eine so zentrale Rolle im Text Korners?

In Korners Darstellung erscheint die Heilige als Schutzpatronin Lübecks, die den Sieg über die Dänen durch überirdischen Beistand ermöglichte, was dem Autor half, die Bedeutung des Burgklosters und den Zusammenhalt der Lübecker Bürgerschaft zu betonen.

Wie unterscheidet sich Korners Darstellung von anderen zeitgenössischen Chroniken?

Korner zeigt einen deutlich stärkeren Lokalpatriotismus für Lübeck und eine markantere Feindseligkeit gegenüber Dänemark, wobei er zudem einen religiös aufgeladenen und kriegerischen Erzählstil pflegt, der so in anderen Werken nicht in dieser Ausprägung vorkommt.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die lübeckische Fürstenkoalition bei der Schlacht von Bornhöved 1227 in Korners "Chronica Novella"
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Historisches Seminar)
Note
2,3
Autor
Marcel Chalubowicz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
17
Katalognummer
V1283824
ISBN (PDF)
9783346738851
ISBN (Buch)
9783346738868
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fürstenkoalition Schlacht Bornhöved 1227 Hermann Korner
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Chalubowicz (Autor:in), 2019, Die lübeckische Fürstenkoalition bei der Schlacht von Bornhöved 1227 in Korners "Chronica Novella", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1283824
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Leseprobe aus  17  Seiten
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