Im Rahmen der Hausarbeit wird ein betriebswirtschaftlichen Vergleich zwischen Wertpapierleihe und Wertpapierpensionsgeschäft erarbeitet. Diese beiden Geschäftsarten haben für den Finanzmarkt essentielle Bedeutung, wie die Entwicklung des letzten Jahrzehnts verdeutlicht.
Die Wertpapierleihe wurde 1990 in Deutschland etabliert. Von diesem Zeitpunkt an ist das Volumen der Wertpapierleihgeschäfte sprunghaft angestiegen. Die Entwicklung resultiert aus zahlreichen regulativen, rechtlichen sowie aufsichtsrechtlichen Erleichterungen. Folglich ist die Wertpapierleihe aus der Reihe der Finanzmarktinstrumente nicht mehr wegzudenken.1 Wertpapierpensionsgeschäfte existieren seit längerer Zeit in Deutschland. Bis Ende des Jahres 1998 wurden sie hauptsächlich von der Bundesbank angeboten, um den Banken Liquidität in Form von Zentralbankgeld zur Verfügung zu stellen. Außerdem dienten sie dazu, Signale bezüglich des geldpolitischen Kurses zu setzen.
Seit Beginn der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion am 01.01.1999 wird die Bankenliquidität im Rahmen von Offenmarktgeschäften gesteuert. Es werden befristete Transaktionen angeboten, deren Abwicklung als Pensionsgeschäfte oder Pfandkredite möglich ist. Den nationalen Zentralbanken ist es freigestellt, welche Form der befristeten Transaktionen sie anwenden. Die Deutsche Bundesbank hat sich gegen die Pensionsgeschäfte und für die Pfandkredite entschieden. Im Gegenzug haben Pensionsgeschäfte zwischen Geschäftsbanken sowie zwischen Banken und Nichtbanken an Bedeutung gewonnen.2Aus diesem Grund wird die Hausarbeit auf die Pensionsgeschäfte zwischen diesen Beteiligten beschränkt.
Im folgenden Kapitel werden Begriff und Bedeutung der Wertpapierleihe und des Wertpapierpensionsgeschäfts erläutert. In diesem Zusammenhang erfolgt eine Beschreibung der Grundidee der Geschäfte. In Kapitel 3 werden die Geschäfte miteinander verglichen, wobei in jedem Gliederungspunkt zunächst auf die Wertpapierleihe und anschließend auf das Wertpapierpensionsgeschäft eingegangen wird. Es werden dabei ausgewählte Kriterien angewendet, um den Rahmen der Arbeit nicht zu sehr auszuweiten. Dabei werden als erstes die Motive einer Geschäftsanbahnung analysiert. Im Anschluß erfolgt ein Kapitel bezüglich der Rentabilität der Geschäfte. Im Rahmen dieses Gliederungspunktes soll untersucht werden, inwieweit die Wertpapierleihe bzw. das Wertpapierpensionsgeschäft der zusätzlichen Gewinnerzielung dienen...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriff und Bedeutung von Wertpapierleihe und Wertpapierpensionsgeschäft
2.1 Wertpapierleihe - Instrument zur dinglichen Erfüllung von Wertpapiergeschäften
2.2 Wertpapierpensionsgeschäft - Liquiditätsinstrument
3 Wertpapierleihe versus Wertpapierpensionsgeschäft - Vergleich anhand ausgewählter Kriterien
3.1 Motive einer Geschäftsanbahnung
3.2 Rentabilität
3.3 Risiken und Risikomanagement
3.4 Bilanzierung und Bewertung
3.5 Fazit
4 Zusammenfassung und Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen betriebswirtschaftlichen Vergleich zwischen der Wertpapierleihe und dem Wertpapierpensionsgeschäft durchzuführen, um deren jeweilige Bedeutung, Funktionsweise, Risikostruktur und bilanzielle Behandlung im Finanzmarkt gegenüberzustellen.
- Grundlagen und Definitionen beider Finanzinstrumente
- Analyse der Motive für eine Geschäftsanbahnung
- Vergleichende Untersuchung der Rentabilitätsfaktoren
- Bewertung von Risiken und Risikomanagementstrategien
- Bilanzielle Darstellung und Bewertungsgrundsätze
Auszug aus dem Buch
3.1 Motive einer Geschäftsanbahnung
Im Rahmen der Wertpapierleihe können die Motive des Entleihers in zwei Kategorien unterteilt werden. Traditionell dienen die entliehenen Wertpapiere der Erfüllung von Lieferverpflichtungen aus Wertpapiergeschäften, die bei technisch bedingten Lieferschwierigkeiten gefährdet ist. Mittlerweile nutzen die Entleiher die Leihgeschäfte zusätzlich auch dazu, um ihre Handelsstrategien durchzuführen.
Bei technisch bedingten Lieferschwierigkeiten bedient sich der Entleiher der Wertpapierleihe, um seine Verpflichtungen aus dem Wertpapiergeschäft zu erfüllen. Technische Lieferschwierigkeiten treten besonders häufig bei grenzüberschreitenden Transaktionen auf, da verschiedene Erfüllungsfristen und Abwicklungsusancen vorliegen. Eine nicht fristgerechte Lieferung hätte zur Folge, daß Verzugszinsen gezahlt werden müßten, deren Höhe sich am Tagesgeldsatz orientiert.
Bei der Umsetzung von Handelsstrategien findet die Wertpapierleihe im Rahmen von Arbitragegeschäften, Leerverkäufen und der Risikosteuerung Anwendung.
Bei Arbitragegeschäften steht die Ausnutzung von Kursdifferenzen im Vordergrund. Ist beispielsweise der Kurs eines Wertpapiers am Kassamarkt höher als am Terminmarkt, besteht die Möglichkeit, das Papier auf Termin zu kaufen und sofort auf dem Kassamarkt zu verkaufen. Aus dem Verkauf resultiert eine sofortige Lieferverpflichtung, der durch geliehene Wertpapiere nachgekommen werden kann. Die aus dem Terminkauf erworbenen Papiere werden an den Verleiher zurück übertragen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die Bedeutung der Wertpapierleihe und des Wertpapierpensionsgeschäfts als essentielle Instrumente des modernen Finanzmarktes.
2 Begriff und Bedeutung von Wertpapierleihe und Wertpapierpensionsgeschäft: Hier werden die theoretischen Grundlagen, die Funktionsweise sowie der jeweilige Zweck dieser beiden Instrumente definiert und beschrieben.
3 Wertpapierleihe versus Wertpapierpensionsgeschäft - Vergleich anhand ausgewählter Kriterien: Dieses Hauptkapitel führt einen detaillierten Vergleich der Instrumente basierend auf Motiven, Rentabilität, Risikomanagement und Bilanzierung durch.
4 Zusammenfassung und Ergebnisse: Abschließend werden die wesentlichen Erkenntnisse des Vergleichs zusammengefasst und die zentralen Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten strukturiert gegenübergestellt.
Schlüsselwörter
Wertpapierleihe, Wertpapierpensionsgeschäft, Liquidität, Arbitragegeschäfte, Leerverkäufe, Risikomanagement, Bilanzierung, Bonitätsrisiko, Marktrisiko, Rentabilität, Finanzmarktinstrumente, Sicherheiten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit liefert einen betriebswirtschaftlichen Vergleich zwischen zwei bedeutenden Finanzmarktinstrumenten: der Wertpapierleihe und dem Wertpapierpensionsgeschäft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Motive der Geschäftsanbahnung, Fragen der Rentabilität, das Risikomanagement sowie die bilanzielle Behandlung und Bewertung beider Geschäfte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser Instrumente aus Sicht der jeweiligen Beteiligten (Entleiher/Verleiher sowie Pensionsgeber/Pensionsnehmer) herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der die Instrumente anhand ausgewählter betriebswirtschaftlicher Kriterien gegenübergestellt und auf Basis der Fachliteratur bewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Handelsmotive, untersucht die Faktoren der Rentabilität, bewertet die spezifischen Risiken (Bonitäts- und Marktrisiken) und legt die Regeln zur Bilanzierung nach HGB dar.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit dreht sich primär um Begriffe wie Wertpapierleihe, Repo-Geschäfte, Liquiditätssicherung, Arbitrage und Risikostreuung.
Warum unterscheidet sich die Bilanzierung der beiden Instrumente?
Der Hauptunterschied liegt im wirtschaftlichen Eigentum: Während der Entleiher bei der Wertpapierleihe das wirtschaftliche Eigentum erlangt und die Papiere aktiviert, verbleibt dieses beim Wertpapierpensionsgeschäft beim Pensionsgeber.
Wie gehen die Beteiligten mit Risiken um?
Beide Parteien nutzen als Risikomanagement vor allem Bonitätsprüfungen der Vertragspartner sowie die Besicherung durch marktgängige Wertpapiere oder Liquidität.
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- Simone Pantel (Author), 2000, Wertpapierleihe und Wertpapierpensionsgeschäft. Ein betriebswirtschaftlicher Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12838