Sachanalyse des Unterrichtsthemas Tourismus auf Mallorca


Hausarbeit, 2008
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Gliederung

1. Einordnung des Themas in den Lehrplan

2. Ziel der Unterrichtseinheit

3. Die Vorstellung des Raumes
a. Lokalisierung
b. Entstehung der Insel
c. Geomorphologie und Böden
d. Klima
e. Vegetation

4. Definition Tourismus

5. Historische Entwicklung des Tourismus auf Mallorca

6. Auswirkungen und Folgen des Tourismus

7. Heutige Situation des Tourismus

8. Resümee

9. Weiterführende Literatur

10. Anhang: Mindmap zur Sachstruktur

1. Einordnung des Themas in den Lehrplan

Die Thematik „Tourismus“ ist im Lehrplan des Landes NRW sowohl in der Jahrgangsstufe fünf als auch in der Jahrgangsstufe neun vorgesehen, und zwar innerhalb des Themenfeldes IV „Freizeitgestaltung in Nah- und Fernerholungsräumen“. Primär steht das Themenfeld über dem Einzelthema b) „Touristen bringen Geld und belasten die Umwelt“. Als thematische Schwerpunkte werden im Lehrplan folgende Aspekte benannt: Neben den physiognomischen und sozioökonomischen Veränderungen in einer Gemeinschaft durch den Fremdenverkehr, soll auch die Überlastung von Verkehrswegen und Zielgebieten sowie die anzustrebende Verringerung von Landschaftsschäden durch den Naturschutz und sanften Tourismus behandelt werden. Als Beispielsequenz wird die Veränderung der Costa Brava durch den Massentourismus unter dem Leitsatz „Beton statt Natur“ genannt. Die Legitimation für den Einsatz im Unterricht erhält das Raumbeispiel „Mallorca“ aufgrund der Exemplarität der Entwicklung und der Auswirkungen des Tourismus (vgl. MINISTERIUM FÜR SCHULE UND WEITERBILDUNG DES LANDES NRW 1995).

2. Ziel der Unterrichtseinheit

Durch die Unterrichtseinheit „Tourismus auf Mallorca“ sollen die Schülerinnen und Schüler verstehen, dass das zunehmende Bedürfnis nach Freizeitgestaltung die Ursache für die verschiedenartige Nutzung von Räumen ist und die positiven Folgen für die Nutznießer gegen die negativen Konsequenzen für das Ökosystem abgewogen werden müssen. Unabdingbare Voraussetzung für diese Kompetenz ist das Erkennen des Raumnutzungskonflikts zwischen den verschiedenen Akteuren (vgl. MINISTERIUM FÜR SCHULE UND WEITERBILDUNG DES LANDES NRW 1995).

3. Die Vorstellung des Raumes

a) Lokalisierung

Die Insel Mallorca gehört zur Inselgruppe der Balearen und liegt im westlichen Mittelmeer. Die Entfernung Mallorcas zum spanischen Festland beträgt ca. 190 km, zu den Nachbarinseln Ibiza und Formentera 80 km und zu Menorca knapp 40 km.

Mit einer Fläche von 3640 km2 ist Mallorca die größte der fünf Balearenhauptinseln und damit rund fünf mal so groß wie die Hansestadt Hamburg. Politisch ist die Insel Spanien zuzuordnen. Heute liegt die Bevölkerungszahl[1] Mallorcas bei ca. 750.000 Menschen. Damit entspricht die Einwohnerzahl der Insel in etwa der der Stadt Frankfurt am Main. Die Bevölkerungsdichte wird in der Literatur mit rund 220 Einwohnern pro km2 angegeben. Die größte Stadt Mallorcas ist die Hauptstadt Palma de Mallorca, in der mit 380 000 Menschen fast die Hälfte der gesamten Inselbevölkerung lebt (vgl. WDR KÖLN 2006).

b) Entstehung der Insel

Im Gegensatz zu anderen Inselgruppen, wie beispielsweise den Kanaren, ist Mallorca nicht vulkanischen Ursprungs. Vor rund 200 Millionen Jahren brach der Superkontinent Pangaea auseinander, was zu der uns heute bekannten Verteilung der Kontinente führte (ZEPP 2004) Vor ca. 100 Millionen Jahren begann die Subduktion der afrikanischen unter die eurasische Kontinentalplatte. In Folge dessen kam es zu einer starken Auffaltung und damit verbunden zu einer massiven Emporhebung (vgl. RADLOFF 2005a). Mallorca und die anderen balearischen Inseln sind also, ebenso wie die Alpen und andere Gebirge das Produkt der alpidischen Orogenese.

c) Geomorphologie und Böden

Mallorca lässt sich in drei große Landschaftsteile gliedern: Zum einen den Nordwesten mit der Serra de Tramuntana, einem jungen Faltengebirge alpinen Typs (vgl. SCHMITT 1999), welches seine maximale Höhe von 1445 m über NN mit dem Puig Mayor erreicht (vgl. RADLOFF 2005b). Das Gebirge verläuft parallel zur Nordwestküste und fällt zum Meer mit 300-500m hohen Kliffen außerordentlich steil ab (vgl. RADLOFF 2005b). Die Serra de Tramuntana kann als ein steiles und schroffes Gebirge bezeichnet werden, welches mit mehr als zehn Gipfeln oberhalb der 1000m Marke die höchsten Erhebungen der Balearen beherbergt (HOFFMANN 2007a). Aufgrund seiner Geologie, das Gebirge besteht überwiegend aus Kalkstein und Dolomit, zeigt die Serra de Tramuntana einen großen Karstformenschatz: So sind neben diversen Dolinentypen auch Höhlen und eine generell geringe Ausstattung an oberirdischen Fließgewässern zu beobachten (vgl. STRAHLER et al. 2002).

Im Osten an die Serra de Tramuntana schließt sich mit der „ Es pla “ (auch „Llanura del centro“ genannt) eine nahezu ebene Landschaft an (vgl. RADLOFF 2005b), die im Gegensatz zur Serra de Tramuntana nicht aus Kalkstein und Dolomit besteht und somit keinen Karstformenschatz aufweist. Tiefergehende geologische Spezifizierungen sollen an dieser Stelle nicht geliefert werden, können aber bei SCHMITT nachgelesen werden (vgl. SCHMITT 1999).

Im Nordosten der Insel befindet sich die dritte prägende Landschaftseinheit, die Serra de Levant. Hierbei handelt es sich um eine mäßig reliefierte Mittelgebirgslandschaft mit durchschnittlichen Höhen zwischen 400 und 500m über NN. Im Gegensatz zur Serra de Tramuntana weist die Serra de Levant also deutlich geringere Höhen, sowie eine geringere Schroffheit auf (vgl. SCHMITT 1999).

Die Böden Mallorcas sind als Verwitterungsprodukt der anstehenden Gesteine, also maßgeblich Kalksandstein und Dolomit, anzusehen. Durch die vorherrschenden hohen Temperaturen und die relativ hohen Niederschlagssummen in den Wintermonaten [vgl. Kapitel 3a)] konnten sich die Böden Mallorcas gut entwickeln: So bildeten sich repräsentativ für den gesamten Mittelmeerraum hauptsächlich rote und braune mediterrane Böden aus, von „denen vor allem der rote mediterrane Boden, die terra rossa, auf Mallorca vorkommt“ (RADLOFF 2005c). Charakteristika dieses Bodentyps sind seine rote Färbung, die auf den hohen Gehalt an Eisenoxiden (Hämatit) zurückzuführen ist, sowie seine Nährstoffarmut. Letzteres liegt primär an dem nur schwach ausgeprägten, nicht sehr humosen, A-Horizont (vgl. ZECH & HINTERMAIER-ERHARD 2002).

d) Klima

Aufgrund seiner Breitenlage herrscht auf Mallorca ein typisch mediterraner Klimacharakter, mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von 15,8 Grad (für die Klimastation Palma de Mallorca), vor (vgl. MÜHR 2007). Das Klima zeichnet sich durch eine außerordentliche Sommertrockenheit und milde, feuchte Herbst- und Wintermonate aus. Es handelt es sich hier also um ein Winterregenklimat (vgl. KLETT SCHULBUCHVERLAG 1993). Das jährliche Niederschlagsregime zeigt ein Maximum, also den Zeitpunkt höchster Niederschlagssummen) im Herbst (insbesondere im Monat Oktober). „Die während dieser Jahreszeit meist als Starkregen und überwiegend [konzentriert] auf wenige Tage (5-6 Tage) fallenden Niederschläge können eine Variabilität von 25% besitzen“ (SCHMITT 1999). Die Ursache der herbstlichen Starkregenereignisse wird maßgeblich durch meridionale Kaltlufteinbrüche aus dem Norden hervorgerufen. Sowohl Starkregenereignisse, als auch die hohe Variabilität der Niederschläge sind typische Merkmale des mediterranen Klimas (vgl. SCHMITT 1999). Über die Wintermonate bis hin zu den Sommermonaten nehmen die Niederschlagssummen stark ab und führen zu einer hochsommerlichen Dürreperiode von Mitte Juli bis in die zweite Augustdekade (vgl. SCHMITT 1999). Jedoch ist Mallorca bis Mitte Juli noch kurzen und im Vergleich zum Herbst weniger starken Kaltlufteinbrüchen, bedingt durch Frontenausläufer aus West- und Mitteleuropa, ausgesetzt (vgl. SCHMITT 1999).

Neben den jährlichen Variabilitäten erfährt das mallorquinische Klima eine orographische Überprägung. Die bereits unter 3c) beschriebene Serra de Tramuntana erzeugt durch ihre südwest-nordöstliche-Ausrichtung für die kalten und feuchten Luftmassen aus dem Norden eine Barriere, wodurch die Luftmassen zum Aufsteigen gezwungen werden und sich an der Nordseite des Gebirges, der Luvseite, abregnen (Steigungsregen). Im zentralen Teil der Serra de Tramuntana werden so mit 1200mm Niederschlag die höchsten jährlichen Niederschlagssummen erzielt. „Im Lee des Gebirgskammes sinken die niederschlagswerte rasch und deutlich ab und liegen an der Süd- und Südostküste bei etwa 300mm“ (SCHMITT 1999).

Die thermische Gliederung Mallorcas folgt, ebenso wie die bereits geschilderte hygrische Gliederung, der Orographie: So liegen im Flachland die Jahresmitteltemperaturen zwischen 16-18°C. Entsprechend dem adiabatischen Temperaturgradienten nimmt die Temperatur mit zunehmender Höhenlage in den Gebirgen bis auf 12°C ab. Frostereignisse treten in der Regel erst ab einer Höhe von rund 500m über NN auf, wobei Küstenregionen aufgrund des maritimen Einflusses über den Messzeitraum von 1960 bis heute gänzlich frostfrei sind und die mittlere Monatstemperatur im kältesten Monat bei 10°C liegt. Dem entgegengesetzt sind die Fröste in den Gebirgsregionen, die von November bis April mit absoluten Minima von -10°C auftreten können (vgl. SCHMITT 1999).

e) Vegetation

Mallorca zeichnet sich mit rund 1500 Arten durch einen besonders hohen Artenreichtum aus (HOFFMANN 2007b). Als charakteristische Arten lassen sich Steineichen (Quercus ilex), wilde Ölbäume (Olea europaea), Johannisbrotbäume (Ceratonia siliqua), Aleppokiefern (Pinus halepensis), Oliven- und Feigenbäume, sowie die über 100 verschiedene Orchideenarten benennen. Endemiten treten auf Mallorca nur in begrenzter Anzahl auf, was mit der relativ geringen Entfernung zum spanischen Festland begründet werden kann (vgl. SCHMITT 1999).

Die Vegetation kann als Indikator für die zuvor beschriebenen edaphischen und klimatischen Bedingungen angesehen werden, was zu einer Ausdifferenzierung bioklimatischer Höhenstufen führt. So differieren die Vegetationseinheiten in Abhängigkeit ihrer dreidimensionalen Lage (also sowohl der räumlichen als auch der Höhenlage) teilweise beträchtlich. Eine detaillierte Beschreibung der Höhenstufen soll an dieser Stelle nicht gegeben werden, kann aber bei SCHMITT nachgelesen werden (vgl. SCHMITT 1999).

Mallorcas Vegetation unterlag seit historischer Zeit mannigfaltigen anthropogenen Veränderungen, was dazu führte, dass man heute in einigen Arealen der Insel anthropo-zoogene Ersatzgesellschaften vorfinden kann (vgl. SCHMITT 1999).

[...]


[1] Unter Bevölkerung wird hier nur die „de jure“-Bevölkerung verstanden; Alterswohnsitze ausländischer Menschen werden also in dieser Zahl nicht berücksichtigt.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Sachanalyse des Unterrichtsthemas Tourismus auf Mallorca
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V128432
ISBN (eBook)
9783640354542
ISBN (Buch)
9783668145979
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sachanalyse, Unterrichtsthemas, Tourismus, Mallorca
Arbeit zitieren
André Schuhmann (Autor), 2008, Sachanalyse des Unterrichtsthemas Tourismus auf Mallorca, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128432

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