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Die Entwicklung von Ciceros Kunstprosa

Titel: Die Entwicklung von Ciceros Kunstprosa

Hausarbeit , 2012 , 14 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Benjamin Halking (Autor:in)

Latein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Inwieweit hat Cicero die Stilmittel, die er in seinen Anfängen verwendet, aufrechterhalten oder sogar verfeinert oder hat er sie für gar unnötig und übertrieben angesehen und sind sie deshalb im Laufe seiner Anwaltskarriere auf der Strecke geblieben? Wie sehr hat er die stilistischen Mittel in seinen Reden genutzt? Ist er starr bei diesem System, das ihn seine griechischen Vorbilder gelehrt haben, geblieben oder hat er gar einen eigenen Stil entwickelt?

Zunächst soll die Entwicklung der Kunstprosa, die Cicero sowohl in seinen Gerichtsreden als auch in seinen philosophischen Schriften durchweg genutzt hat, zum einen geschildert und zum anderen in Bezug zu Gorgias von Leontini gesetzt werden, der als griechischer Begründer ebendieses Schreibstils angesehen wird.

Im weiteren Verlauf soll auf verschiedene sog. Gorgianische Figuren, σχήματα Γοργιεία, eingegangen werden, welche Cicero in seinen Reden zur Anwendung kommen lässt. Hierzu werden die Einleitungskapitel der o.g. Reden Pro Sex. Roscio Amerino und Pro Archia poeta näher betrachtet. Weiterhin soll die Entwicklung, die Cicero in der Verwendung dieser stilistischen Mittel beabsichtigt, dargelegt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen der Rhetorik bei Gorgias und Cicero

3 Entwicklung der Kunstprosa bei Cicero

- Antithese/Isokolon

- Parison/Parisosis

- Homoioteleuton

- Paronomasie

4 Interpretation und Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die stilistische Entwicklung von Ciceros Kunstprosa im Vergleich zwischen seiner frühen Verteidigungsrede "Pro Sex. Roscio Amerino" und der späteren Rede "Pro Archia poeta", um zu ermitteln, inwieweit Cicero die von griechischen Vorbildern wie Gorgias beeinflussten rhetorischen Figuren beibehielt oder verfeinerte.

  • Analyse der rhetorischen Grundlagen bei Gorgias und Cicero
  • Untersuchung spezifischer Gorgianischer Figuren (Antithese, Isokolon, Parison, Parisosis, Homoioteleuton, Paronomasie)
  • Vergleichende Analyse von Einleitungskapiteln zweier Gerichtsreden
  • Evaluierung der stilistischen Reifung und Transformation durch den Redner

Auszug aus dem Buch

Parison, Parisosis

Eine weitere Gorgianische Figur, die sich wie ein roter Faden durch die Werke Ciceros zieht, ist das Parison oder Parisosis. Das Wort Parison (πάρισον) leitet sich von den Bestandteilen πάρ und ἴσος ab, was „nahezu gleich“ bedeutet. Es besteht also in diesem Stilmittel annähernd ein Gleichgewicht zwischen entweder Silben oder Worten oder gar Teilsätzen. Der Begriff Parison wird beim Gebrauch von Silben angewendet, Parisosis (παρίσωσις) bei Worten oder Teilsätzen bzw. Satzgefügen („δύο ἴσα κῶλα“).20 Quintilian zeigt sich in seinem Werk Institutio oratoria begeistert von diesem Stilmittel: „Et hoc quoque, quotiens in sententias acris incidit, pulchrum est: ‚quantum possis, in eo semper experire, ut prosis.‘ hoc est πάρισον, ut plerisque placuit.“.21 Die Gorgianischen Figuren Parison und Parisosis finden sich auch in den Anfangssequenzen der Reden, die bereits oben vorgestellt und abgegrenzt wurden, wieder.

In der frühen Cicero-Rede Pro Sex. Roscio Amerino zeigen sich in der Einleitungssequenz drei Beispiele eines Parison/Parisosis, nämlich in (1) „[…] omnes hi quos videtis adesse in hac causa iniuriam novo scelere conflatam putant oportere defendi, defendere ipsi propter iniquitatem temporum non audent.“ An diesem Beispiel erkennt man sehr deutlich, was ein Parison ausmacht. Zum einen liegt den Worten, die erstens den ersten Teilsatz abschließen und zweitens den zweiten Teilsatz beginnen, derselbe Infinitiv „defendere“ zugrunde. Zum anderen weist der erste Teilsatz zwar anteilig mehr Silben auf als der zweite, wird jedoch durch längere Worte und sog. schwere Endungen in z.B. temporum auf „nahezu Gleichgewicht“ („πάρ ἴσος“) gehoben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach der stetigen Verwendung oder Veränderung rhetorischer Mittel in Ciceros Reden vor dem Hintergrund seiner griechischen Vorbilder vor.

2 Grundlagen der Rhetorik bei Gorgias und Cicero: Dieses Kapitel erörtert die Definitionen der Rhetorik und die stilistischen Konzepte des Gorgias im Vergleich zu Ciceros Auffassung von rhetorischer Ausbildung und Wirkung.

3 Entwicklung der Kunstprosa bei Cicero: Hier werden die Gorgianischen Figuren Antithese, Isokolon, Parison, Parisosis, Homoioteleuton und Paronomasie anhand von Textbeispielen aus den Reden Ciceros detailliert analysiert.

4 Interpretation und Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass Cicero die rhetorischen Mittel seiner Vorbilder in seiner Laufbahn beibehalten, jedoch in ihrer Anwendung deutlich verfeinert und harmonisiert hat.

Schlüsselwörter

Cicero, Kunstprosa, Rhetorik, Gorgias, Pro Sex. Roscio Amerino, Pro Archia poeta, Gorgianische Figuren, Antithese, Isokolon, Parison, Parisosis, Homoioteleuton, Stilmittel, Redner, Lateinische Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die stilistische Entwicklung von Ciceros Kunstprosa anhand zweier zeitlich versetzter Gerichtsreden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Der Fokus liegt auf der griechischen Rhetoriklehre des Gorgias, der Verwendung Gorgianischer Stilfiguren wie Isokolon und Parison sowie deren Anwendung durch Cicero.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob Cicero die erlernten rhetorischen Stilmittel im Laufe seiner Karriere beibehalten, verfeinert oder zugunsten eines eigenen Stils reduziert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse und Interpretation von Einleitungskapiteln zweier ausgewählter Verteidigungsreden Ciceros.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Rhetorik und eine detaillierte Einzelanalyse verschiedener Stilfiguren in Ciceros Reden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Typische Begriffe sind Rhetorik, Gorgianische Figuren, Cicero, Stilmittel, Kunstprosa und die untersuchten Reden.

Gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen der frühen und der späten Rede Ciceros?

Ja, laut der Analyse zeigt die frühe Rede eine höhere Dichte an rhetorischem Schmuck, während Cicero in der späten Rede ein "gesünderes" und maßvolleres Verhältnis dieser Mittel nutzt.

Wie definiert Cicero laut der Arbeit die Aufgabe eines Redners?

Cicero erweitert Gorgias' Ziel der Überzeugung um die Aspekte des Bewegens (movere) und Erfreuens (delectare) des Publikums.

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Details

Titel
Die Entwicklung von Ciceros Kunstprosa
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Altertumskunde)
Note
1,7
Autor
Benjamin Halking (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
14
Katalognummer
V1284535
ISBN (PDF)
9783346740533
ISBN (Buch)
9783346740540
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entwicklung ciceros kunstprosa
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Benjamin Halking (Autor:in), 2012, Die Entwicklung von Ciceros Kunstprosa, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1284535
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Leseprobe aus  14  Seiten
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