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Konfuzianismus und Willensfreiheit

Title: Konfuzianismus und Willensfreiheit

Term Paper , 2009 , 10 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Nam-Ho Kim (Author)

Philosophy - Philosophy Beyond Occidental Tradition
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In der heutigen Zeit und besonders in Deutschland wird die Frage, ob der Mensch nach seinem freien Willen handeln kann, heftig und kontrovers diskutiert. In der altchinesischen Philosophiegeschichte findet sich eine ähnliche Debatte, die vor zweitausend Jahren heftig geführt wurde. Die Frage war dabei: Ist der Mensch von Natur aus gut oder böse? Es gab vier Richtungen hinsichtlich der Problemlösung: die Pessimisten, wie Xunzi, die fest davon überzeugt waren, dass der Mensch von Geburt an böse sei. Die Optimisten, wie Menzi, die den Menschen von Natur aus für gut hielten. Die Neutralisten, wie Zhuangzi, die davon ausgingen, dass der Mensch bei der Geburt ein neutrales Wesen sei, also weder böse noch gut sei. Und die Eklektizisten, welche die Auffassung vertraten, dass manche Menschen von Natur aus eine gute Veranlagung hätten und manche eine schlechte.
Ich glaube, dass in allen diesen Problemlösungsweisen ein Fehler vorhanden ist. Es ist unsinnig, zu glauben, dass der Mensch von Natur aus gut oder böse ist, denn es gibt kein Gut und Böse in der Natur. Man kann nur das Verhalten des Menschen und die Folgen seines Handelns als gut oder böse bewerten, nicht aber sein Wesen an sich. Die Begriffe Gut und Böse können nur in einer zivilisierten Gesellschaft eine Bedeutung haben und infragegestellt werden. Konfuzius beschäftigte sich mit der Frage: ´Ist der Mensch von Natur aus gut oder böse?´ nicht. Es ist aber sicher, dass Konfuzius eine optimistische Position unabhängig von der Debatte vertrat. Konfuzius war der Ansicht, dass alle Menschen im Prinzip zu einem Adler werden könnten, wenn sie die vier Tugenden in ihrem Leben verwirklichen würden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. DAS BERICHTIGEN DER ´NAMEN´

2. VIER TUGENDEN: MITMENSCHLICHKEIT(仁), GERECHTIGKEIT(義), SITTLICHKEIT(禮), KLUGHEIT(智)

3. WELCHE BEDEUTUNG HAT DER KONFUZIANISMUS FÜR DAS THEMA WILLENSFREIHEIT?

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Menschenbild des Konfuzianismus und setzt es in Bezug zur modernen philosophischen Debatte über Willensfreiheit, wobei der Fokus auf der Bedeutung des Menschen als eingebettetes Kulturwesen liegt.

  • Die Lehre vom Berichtigen der Namen (Zhengming)
  • Die zentralen konfuzianischen Tugenden (Mitmenschlichkeit, Gerechtigkeit, Sittlichkeit, Klugheit)
  • Das Verhältnis von Ordnung, Harmonie und moralischer Selbstkultivierung
  • Die kritische Auseinandersetzung mit dem Kompatibilismus von Michael Pauen
  • Die Unterscheidung zwischen Naturwesen und Kulturwesen in Bezug auf Handlungsfreiheit

Auszug aus dem Buch

1. Das Berichtigen der ´Namen´

Das Leben des Konfuzius fällt in die Chunqin-Zeit (722-481 v. Chr.), eine nach den Annalen (Chunqin, wörtlich Frühling und Herbst des Staates Lu benannte Epoche zwischen der westlichen Zuou-Zeit (11. Jh. – 771 v. Chr.) und der Zeit der Streitenden Reiche (Zhanguo-Zeit, 481-221 v. Chr.). Es ist eine unruhige Epoche des Übergangs. Der Feudalstaat der Zhou, die China seit dem 11. Jahrhundert beherrschten, ist im Zerfall begriffen und die ehemaligen Lehnsnehmer machen sich zunehmend politisch unabhängig. Um die Macht konkurrierend, dezimieren sie einander in einer langen Kette von Schlachten, bis schließlich ein einziger Staat übrig bleibt und eine neue Zentralherrschaft errichtet: der Staat Qui, der die Grundlagen des späteren Kaisertums legt und dem im Übrigen der westliche Name China zu verdanken ist.

Dieser politisch und gesellschaftlich chaotische Hintergrund ist der Ausgangspunkt der Gedanken des Konfuzius. Seine gesamten gedanklichen Bemühungen richten sich auf die Erneuerung der Ordnungsprinzipien der Zhou und die Wiederherstellung des Systems des Altertums. In diesem Sinne kann man sagen, Konfuzius sei ein Philosoph, der sich wenig für die Frage nach dem Sein oder Nichtsein interessiert.

Das Charakteristische an der konfuzianischen Problemlösung ist: Konfuzius sieht die Krise der damaligen Gesellschaft als eine Krise der ´Namen´. Die Verwirrung und das Missverständnis von Wort und Bedeutung spiegeln nach der Auffassung von Konfuzius die Kluft zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart wider.

Zusammenfassung der Kapitel

1. DAS BERICHTIGEN DER ´NAMEN´: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext von Konfuzius und führt das Konzept des "Berichtigens der Namen" als ordnungspolitische Antwort auf eine Zeit gesellschaftlichen Zerfalls ein.

2. VIER TUGENDEN: MITMENSCHLICHKEIT(仁), GERECHTIGKEIT(義), SITTLICHKEIT(禮), KLUGHEIT(智): Hier werden die zentralen Tugenden analysiert, die als Basis für einen idealen Menschen (Jun-Zi) und eine harmonische Gesellschaft dienen, wobei der Fokus auf der Selbstkultivierung liegt.

3. WELCHE BEDEUTUNG HAT DER KONFUZIANISMUS FÜR DAS THEMA WILLENSFREIHEIT?: Das Kapitel vergleicht konfuzianische Ansätze mit modernen neurowissenschaftlichen und kompatibilistischen Positionen, wie denen von Michael Pauen, und hinterfragt die Definition des Menschen als Kulturwesen.

Schlüsselwörter

Konfuzianismus, Willensfreiheit, Mitmenschlichkeit, Ren, Sittlichkeit, Li, Klugheit, Zhi, Jun-Zi, Kompatibilismus, Michael Pauen, Kulturwesen, Selbstkultivierung, Ordnung, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den philosophischen Grundlagen des Konfuzianismus und deren Relevanz für die moderne philosophische Debatte über den freien Willen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die konfuzianische Lehre vom Berichtigen der Namen, die Bedeutung der vier Tugenden für die moralische Selbstkultivierung und das Menschenbild.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu verdeutlichen, dass der Mensch primär als soziales Kulturwesen verstanden werden muss, um moralisches Handeln und die Zielrichtung menschlichen Strebens sinnvoll erklären zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die hermeneutische Textanalyse und den komparativen Vergleich zwischen klassischer konfuzianischer Philosophie und zeitgenössischen philosophischen Positionen wie dem Kompatibilismus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Hintergründe der konfuzianischen Lehre, detailliert die Tugenden Mitmenschlichkeit, Sittlichkeit und Klugheit und diskutiert kritisch die Position von Michael Pauen zur Willensfreiheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Konfuzianismus, Willensfreiheit, Kulturwesen, Selbstkultivierung und moralisches Verhalten charakterisiert.

Wie unterscheidet sich der konfuzianische Ansatz von den untersuchten neurowissenschaftlichen Ansätzen?

Während die Neurowissenschaften den Menschen oft auf neuronale Prozesse und Ursache-Wirkungs-Ketten reduzieren, betont der Konfuzianismus die Einbettung des Menschen in ein soziales und kulturelles Netzwerk.

Warum lehnt der Autor den Begriff der "Willensfreiheit" im Kontext des Konfuzianismus teilweise ab?

Der Autor argumentiert, dass Konfuzius diesen modernen westlichen Begriff nicht explizit verwendet hat und dass eine Diskussion über Freiheit erst in einer zivilisierten Gesellschaft durch die Reflexion über kulturelle Gründe Sinn ergibt.

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Details

Title
Konfuzianismus und Willensfreiheit
College
University of Bremen
Grade
1.7
Author
Nam-Ho Kim (Author)
Publication Year
2009
Pages
10
Catalog Number
V128458
ISBN (eBook)
9783640446223
ISBN (Book)
9783640446612
Language
German
Tags
Konfuzius
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nam-Ho Kim (Author), 2009, Konfuzianismus und Willensfreiheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128458
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