Gescheiterte Selbstfindung - Theodor Fontanes "Effi Briest"


Examensarbeit, 2008
97 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts
1. Einleitung
2. Historischer Überblick über den Wandel des Frauenbildes
3. Die Frauenfrage in Deutschland um die Jahrhundertwende
3.1. Die Frauenemanzipation und ihre ersten Verfechter
3.2. Die Rolle der Frau in Ehe und Familie
3.3. Ein Streifzug durch die deutsche Frauenbewegung
4. Theodor Fontane und die Frauen: Frauenbild und Frauengestalten

II. Effi Briest und ihr Scheitern an der gesellschaftlich-adeligen Konvention
1. Effi Briest – Fontanes „liebenswürdigste Gestalt“
2. Die Verlobung: „Denn Effi wird im Grunde verkauft...“
3. Zwischen Anpassung und Protest: Effis Ehe mit Innstetten
3.1. Ich klettere [...] und schaukle mich lieber...“ – Naturkind contra Formelmensch
3.2. Frostige Vornehmheit und „adelige Kühle“ – Baron Geert von Innstetten
3.3. „Du bist ein entzückendes, liebes Geschöpf [...]“ – Das Frauenbild eines Karrieremachers
3.4. Innstetten als „geborene[r] Pädagog“: Der Spuk als repressives Erziehungsmittel
4. Vom Naturkind zum Gesellschaftsobjekt: Effis Ehebruch als Rebellion
5. „Ich habe keine Wahl. Ich muss.“ – Mord aus Prinzip im Duell
6. Effis Ende – Ein stilles Glück der Resignation
7. Kontrastive Frauenbilder an Effis Seite
7.1. Die Dame der Gesellschaft: Luise von Briest
7.2. Die Inkarnation ursprünglicher Menschlichkeit: Roswitha
7.3. Emanzipiertes Künstlertum: Marietta Trippelli
8. Effi Briest – Ein kritischer Spiegel der Gesellschaft um

III. Emma Bovary und Anna Karenina – Effis europäische Schwestern?
1. Zwischen Illusion und Wirklichkeit – Emma Bovary
2. Zwischen Leidenschaft und Moral – Anna Karenina
3. Zusammenschau

IV. Zusammenfassung

V. Literaturverzeichnis

I. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts

1. Einleitung

[…]

Und drinnen waltet

Die züchtige Hausfrau,

Die Mutter der Kinder,

Und herrschet weise

Im häuslichen Kreise,

Und lehret die Mädchen

Und wehret den Knaben,

Und reget ohn’ Ende

Die fleißigen Hände,

Und mehrt den Gewinn

Mit ordnendem Sinn

[…][1]

So beschreibt der deutsche Dichter Friedrich Schiller in seinem Gedicht Das Lied von der Glocke den Wirkungskreis der Frau. Meisterhaft wird das Ideal der Hausfrau gezeichnet, in dem sich die weiblichen Tugenden erschöpfen.

Über Jahrhunderte hinweg war die Rolle der Frau festgefahren und in Klischees verhaftet. „Ihre Minderwertigkeit, ihre Abhängigkeit [war] eine ausgemachte Sache“[2], stellt Simone de Beauvoir in ihrem Werk Das andere Geschlecht fest. Schon Aristoteles ist der Ansicht, dass das Weib nur dadurch Weib ist, dass ihm bestimmte Eigenschaften fehlen und man folglich „das Wesen der Frau als etwas natürlich Mangelhaftes sehen [müsse].“[3] Thomas von Aquin, einer der wirkmächtigsten Philosophen und Theologen der Geschichte, schließt sich dieser Auffassung an und gibt zu bedenken, dass die Frau lediglich ein „verfehlter Mann“, „ein zufälliges Wesen“ sei.[4]

Viele Zeitalter hindurch verharrte die Frau in absoluter Untertänigkeit unter dem Mann. Die Macht der Freiheit hat sie lange nicht empfunden, denn die menschlichen Möglichkeiten, die jedem Individuum die Chance auf Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung gewähren, waren ihr nicht immer gegeben. In ihrem Schicksal ‚Ehe’, das die Gesellschaft traditionsgemäß für das weibliche Geschlecht bereit hielt[5], stand die Frau ganz im Dienste des Mannes und der Familie. Eine eigene Individualität zu entfalten, das gesellschaftliche Leben aktiv mitzugestalten und daran teilzuhaben, war ihr unmöglich. In einem langwierigen Prozess versuchten sich die Frauen aus den Fesseln der Vergangenheit zu lösen und aus ihrer Abhängigkeit zu befreien. Um den Status eines gesellschaftlich autonomen und vollständigen Individuums, wie es der Mann schon immer gewesen ist, musste die Frau lange kämpfen.

Im ersten Teil der vorliegenden Arbeit soll dieser Prozess, der die Frauen langsam aus der Passivität ihres Daseins führte, kurz nachskizziert und ein geschichtlicher Überblick über den Wandel des Frauenbildes durch verschiedene Zeiten hindurch gegeben werden.

Die seit Jahrtausenden hingenommene Lage der Frau wurde erstmals im Kaiserreich zur kritisch formulierten ‚Frauenfrage’, die Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend zu einem entscheidenden Faktor im Gesellschaftsleben wurde.[6] Die Frauenfrage in Deutschland um die Jahrhundertwende ist sehr komplex und schließt die familiäre Position der Frau ebenso ein, wie ihre politischen Bestrebungen. Daher werden unter diesem Punkt sowohl die Rolle der Frau in Ehe und Familie geschildert, als auch ein Überblick über die Frauenbewegung gegeben, die im 19. Jahrhundert einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Situation für die Frau leistete.

Freiheitliche Ideen, die aus den benachbarten Ländern Frankreich und England kamen, sind maßgebend für die Entwicklung in Deutschland, weshalb herausragende Persönlichkeiten, die die Frau in ihrem Kampf um Emanzipation und Gleichberechtigung unterstützten, mit ihren wichtigsten Forderungen genannt werden.

Theodor Fontanes Roman Effi Briest, mit dem der deutsche Schriftsteller nach Thomas Mann in die Weltliteratur ragt, entstand in einer Zeit, in der die Frauenbewegung auf ihren Höhepunkt zuging. Fontane war weit davon entfernt, ein Frauenrechtler zu sein und seine Haltung zur Frauenfrage war „skeptisch und aufgeschlossen zugleich.“[7] Doch auch wenn Fontane die Frauenbewegung und ihre Arbeit in der Öffentlichkeit aus kritischer Distanz beobachtete, die zeitgenössischen Veränderungen der Gesellschaft gingen nicht spurlos an ihm vorüber. Daher ist als Abschluss dieses einleitenden Kapitels auch ein Blick auf Fontanes Sicht auf die Frauen lohnend.

2. Historischer Überblick über den Wandel des Frauenbildes

In der Renaissance, dem „Zeitalter des Menschen“[8], wurde das mittelalterliche Weltbild, in dem der einzelne Mensch hinter den bestehenden großen Gemeinschaftsformen nicht hervortrat, einer Umgestaltung unterzogen. Diese Entwicklung brachte auch eine grundlegende Änderung des Frauenbildes mit sich. Der Mensch mit seiner Individualität und Personalität war eine der „folgenschwersten Entdeckungen der Renaissance.“[9] Ebenso neu war das Bestreben, dem Menschen diejenigen Rechte, die ihm als Person und Einzelwesen zustehen, zugängig zu machen. Vor allem in den gehobenen Schichten der Bevölkerung wurde die Frau in der Renaissance erstmals als ein dem Manne gleichwertiges Wesen betrachtet und konnte sich „viel größere[r] Beweglichkeit“[10] erfreuen. Während die italienische Renaissance der Frau zugestand, im Bereich der Bildung und Erziehung ihr personales Sein zu entfalten, verringerte sich diese Bereitschaft, je weiter die Renaissance nach Norden vordrang. In Deutschland gab es auf diesem Gebiet sogar erst im 19. Jahrhundert wirkliche Bestrebungen. Trotzdem war es ein Verdienst der Renaissance, dass das aus dieser Zeit erwachsene Persönlichkeitsideal zum ersten Mal auch für die Frau Geltung erhielt.[11]

Das Zeitalter der Aufklärung brachte vor allem in Frankreich neue Denkanstöße und Impulse für die Verbesserung der weiblichen Erziehung und Bildung. Als klare Fortsetzung des humanistischen Denkens trat die femme savante in Erscheinung und der gesellschaftliche Einfluss der Frauen nahm stetig zu. Es kam zur Gründung sogenannter Salons, die für die geistige Elite zu Treffpunkten des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens wurden.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts setzte dann eine neue Strömung ein, in deren Verlauf das Bild des gelehrten Frauenzimmers von dem des empfindsamen[12] abgelöst wurde, das vor allem in Jean-Jacques Rousseau, dem französischen Philosophen, einen vehementen Verfechter fand. Rousseau hatte ganz bestimmte Vorstellungen von der Frau, die er mit der These „Die Frau ist bestimmt, dem Manne zu gefallen“[13] umriss. Die Rechte, für die Rousseau eintrat, waren ausschließlich auf den Mann ausgerichtet und machten die Frau von den Urteilen des männlichen Geschlechts abhängig. Obwohl Rousseaus Werk der Frau keinerlei Eigenbedeutung zumisst, leistete er einen beträchtlichen Beitrag zur Diskussion um die Rolle der Frau. Weil der Philosoph immer wieder Fragen aufwarf und so das Nachdenken über den weiblichen Status in Familie und Gesellschaft stetig in Gang hielt, verdankt ihm die moderne Frauenbewegung nach Helene Lange „eine Seite ihrer Voraussetzungen.“[14] Immer wieder war das Problem ‚Frau’ aus dem Bewusstsein der Bürger verschwunden, seit Rousseau begann man jedoch, sich theoretisch mit der ‚Frauenfrage’ zu beschäftigen.[15]

Besonders in der Romantik, die oft als ‚feministische Zeit’ bezeichnet wird, wurde den Frauen gestattet, Mensch zu sein. Trotzdem ließ die politische Revolution die Frauen unberücksichtigt, und ihre Lage im gesellschaftlichen und öffentlichen Leben blieb schlichtweg unverändert. Es handelte sich also nicht um eine Anerkennung der Frauen im politisch-wirtschaftlichen Bereich, sondern auf geistiger Ebene[16], um eine Emanzipation des Herzens, wie Friedrich Daniel Schleiermacher sie nannte.[17]

Obwohl die Romantiker die Persönlichkeitsrechte, die sie für sich selbst beanspruchten, auch dem weiblichen Geschlecht zugestanden, war die Romantik als reine Geistesbewegung doch zu schwach, um den Wandel derart zu vollziehen, dass die Frauen auch in der Öffentlichkeit „einen Mund besaßen.“[18] So standen zwar zahlreiche bedeutende und einflussreiche Frauen im Mittelpunkt romantischer Gesellschaftskreise, aber die Frau konnte sich dem äußeren Zwang, der durch die rationalistische Starrheit des gesellschaftlichen Lebens gegeben war, noch nicht entziehen.[19]

Es war vor allem die Kunst, die den modernen Individualismus und den Begriff der Persönlichkeit entdeckte. Durch die künstlerische Betrachtung des Menschen veränderte sich auch die Beurteilung der Frau durch den Mann. Zugunsten eines für alle Menschen geltenden Humanitätsideals trat das Geschlechtliche hinter das Menschliche zurück.

Während der Romantik trat vor allem Friedlich Wilhelm Schlegel, der das weibliche Ideal Rousseaus strikt ablehnte, für die Gleichberechtigung der Frau in geistiger und moralischer Hinsicht ein. Schlegels Streben galt einem Ausgleich zwischen den Geschlechtern. Er lehnte überladene Weiblichkeit ebenso ab wie die konventionelle Ehe, in der „der Mann in der Frau nur die Gattung und die Frau im Mann nur den Grad seiner […] bürgerlichen Existenz“[20] sieht. Die neue Form der Ehe, die Schlegel forderte, fand ihren Ausdruck in seinem Werk Lucinde.

Neben Friedlich Wilhelm Schlegel und Friedrich Daniel Schleiermacher, der sich ebenso für die Anerkennung der Frau als selbständige Person einsetzte, meldeten sich auch Frauen aus den romantischen Dichterkreisen zu Wort. Die Forderung nach geistiger Unabhängigkeit wurde im Jahre 1819 von Rahel Varnhagen unterstrichen. Rahel Varnhagen verkörperte die Berührung der feinen romantischen Geistigkeit mit den politischen Ideen einer neuen Zeit und bestach durch ihren hohen Grad an Selbstbehauptung. Sie kritisierte die nicht vorhandene Eigenständigkeit der Frau und dass den Weibern „kein[] Raum für ihre eigenen Füße“[21] gegeben war. Varnhagens Interesse galt sowohl der Geschichte ihrer Zeit als auch den sozialen Verhältnissen. Als eine der Ersten nahm sie teil an der Lösung der sozialen Frage und stand somit „an der Schwelle einer neuen kulturellen Entwicklungsperiode der Frau in Deutschland […].“[22] In Rahel Varnhagen gipfelte die Entwicklung des weiblichen Selbstbewusstseins, und darüber hinaus finden sich bei ihr „vorausdeutende Zeichen für die Wendung zum sozialen Leben, die die Frauenbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nehmen musste.“[23]

3. Die Frauenfrage in Deutschland um die Jahrhundertwende

In Deutschland lässt sich der Beginn der Auseinandersetzung mit der Frauenfrage im 19. Jahrhundert festsetzen. Der gewählte Terminus ‚Frauenfrage’ soll die Komplexität der Situation der deutschen Frau um die Jahrhundertwende deutlich machen, welche auch durch das Wechselspiel von bürgerlicher und proletarischer Frauenbewegung gekennzeichnet ist.[24] Die Frauenfrage, die nach Clara Zetkin lediglich „ein Teil der großen sozialen Frage“[25] war, schloss die Stellung der Frau in Ehe und Familie ebenso ein wie die Frauenbildung, die Gleichberechtigung der Frau und ihre politischen Bestrebungen. Auch Elke Frederiksen weist in ihrem Buch Die Frauenfrage in Deutschland 1865-1915 darauf hin, dass der Begriff ‚Frauenfrage’ den verschiedenen zum Thema ‚Frau’ gehörigen Aspekten am besten Rechnung trägt. Durch die Benennung ‚Frauenemanzipation’ würden die vielschichtigen Entwicklungen eine nicht gewollte Einschränkung erfahren. Der Begriff ‚Frauenbewegung’ sei ebenso nicht adäquat, da von erfolgreich organisierten Frauenbewegungen in Deutschland erst seit den 1890er Jahren die Rede sein könne.[26]

„Der Begriff der ‚Frauenfrage’ umreißt hingegen die Gesamtproblematik, wobei Bewußtseinsäußerungen feministischer Art und verschiedenste Aspekte der Frauenbewegung gleichermaßen zur Diskussion gehören.“[27]

3.1. Die Frauenemanzipation und ihre ersten Verfechter

„Warum soll das

Weib nicht Ich aussprechen

können?“

(Theodor Gottlieb von Hippel)

„Der Kampf um die Emanzipation der Frau gehört zu den wichtigsten sozialen Tatsachen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.“[28] Vor allem in England, Frankreich und Deutschland forderte man im ausgehenden 18. Jahrhundert mehr als geistige Idealvorstellungen. Die Diskussion rankte sich zunehmend um die Emanzipation[29] der Frau, ihre Loslösung aus dem bisherigen Rollenklischee und vor allem um die Befreiung aus der Abhängigkeit von den Männern. Die in Frankreich während der Französischen Revolution im Jahre 1789 verkündete Déclaration des Droits de l’Homme et du Citoyen galt mit ihren Forderungen nach Freiheit und Gleichheit zum Zeitpunkt ihrer Formulierung nur für Männer. Frauen besaßen kein Wahlrecht und keinen Zugang zu öffentlichen Ämtern, sie hatten weder Besitzrechte noch Berufsfreiheit. Gegen diese Einschränkung der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte auf vorwiegend ‚männliche Rechte’, wandte sich Olympe de Gouges mit ihrer im Jahre 1791 erschienenen Déclaration des Droits de la Femme et de la Citoyenne. In siebzehn Paragraphen ergeht die leidenschaftliche Forderung nach politischer Gleichheit zwischen Männern und Frauen, denn „die Frau hat das Recht, das Schafott zu besteigen, [deshalb] muss [sie] ebenso das Recht haben, die Rednerbühne zu besteigen.“[30] Olympe de Gouges verlangte darüber hinaus, dass „alle Bürgerinnen und Bürger […] in gleicher Weise zu allen Würden, öffentlichen Ämtern und Stellen, je nach ihren Fähigkeiten zugelassen werden […].“[31]

In England bemühte sich Mary Wollstonecraft, die 1792 A Vindication of the Rights of Woman veröffentlichte, um die Emanzipation der Frau und die moralische Gleichstellung der Geschlechter. Wollstonecrafts Kritik galt vor allem der Rousseauschen Vorstellung, die Ehe sei das einzige Lebensziel des weiblichen Geschlechts und sie kämpfte „gegen die Sinnlichkeit, die ihn dazu brachte, die Frauen zu erniedrigen, indem er sie zu Sklaven der Liebe machte.“[32] Auch die Frau sollte ihrer Ansicht nach unabhängig leben und „menschliche Tugenden durch die gleichen Mittel wie die Männer […] erringen“[33] können. Ihr Einsatz galt vor allem dem Aufzeigen verschiedener Berufsmöglichkeiten für die Frau, die die weibliche Abhängigkeit vom Mann auflösten.

Was die Emanzipation der Frau in Deutschland betraf, fand sie vor allem in Theodor Gottlieb von Hippel einen starken Vorkämpfer. Im Jahre 1792 erschien von Hippels zunächst anonyme Schrift Über die bürgerliche Verbesserung der Weiber, die nach Olympe de Gouges und Mary Wollstonecraft auch einen deutschen Beitrag zur Befreiung der Frau leistete. Der Königsberger Stadt- und Polizeipräsident glaubte, dass man „mit der Aufklärung ins Gedränge kommen“[34] müsse, wenn man den Frauen nicht diejenigen Rechte gewährte, die ihnen die Französische Revolution noch vorenthalten hatte.

Von Hippel setzte sich vehement für die Bildung der Frauen ein und brachte Vorschläge, wie den ihnen sowohl größere Selbständigkeit als auch mehr Selbstbewusstsein zuteil werden konnte. Er versuchte zu belegen, dass der Grund für die fehlende Gleichberechtigung der Frau nicht in ihren natürlichen Anlagen verankert war, sondern in ihrer vernachlässigten Erziehung zu sehen und vor allem durch Sitten und Konventionen bedingt sei. Von Hippel war der Meinung, dass, wenn man für Männer Bürgerrechte proklamierte, auch den Frauen die vollen Bürgerrechte, sowie die volle bürgerliche Verantwortung zu geben sei.[35]

Wenn von Hippel mit seinem Werk auch keine gesellschaftlichen Veränderungen anvisierte, so war er doch mit seiner Position der Zeit um einiges voraus und gehörte zu den mutigsten und bedeutendsten Vorkämpfern der Frauenbefreiung im ausgehenden 18. Jahrhundert.

Alle dargelegten Werke und ihre teilweise auch fortschrittlichen Ansätze zum Thema ‚Frau’ sind jedoch als Randerscheinungen zu werten. Sie machten zwar auf die bestehende Zwangslage der Frau aufmerksam, brachten aber bei den Menschen keine weitreichenden Konsequenzen mit sich. Die Schrift von Theodor Gottlieb von Hippel, in der er der Frau sogar eine eigene Identität zusprach, enthielt derart neue Positionen, dass die Menschen angesichts dieser Modernität zunächst sogar annahmen, es handle sich hier um ironisch gemeinte Forderungen, keineswegs aber um eine ernst gemeinte Abhandlung.[36]

Doch auch wenn die Vorkämpfer der Frauenrechte mit ihren Schriften keinen breiten Anklang in der Bevölkerung fanden, blieb das Interesse an der Frau und der Rolle, die das weibliche Geschlecht in der Gesellschaft einnahm, bestehen.

3.2. Die Rolle der Frau in Ehe und Familie

„Die Ehe ist die einzige

Leibeigenschaft, die das Gesetz kennt.“

(John Stuart Mill)

Obwohl die Ehe das Lebensglück nicht immer gewährleistete, strebten nahezu alle Frauen im 19. Jahrhundert diese Zweckgemeinschaft an, in der allein der Mann das Sagen hatte. Die Ehe war die natürliche Bestimmung des Mädchens, darüber gab es keinen Zweifel. „Ausbildung und Erziehung, sowie alle nur denkbaren Anstrengungen von Müttern und der gesamten Verwandtschaft“[37], waren auf die Eheschließung ausgerichtet, in der Hoffnung einen angemessenen Partner für die Töchter zu finden. Romantische Liebesgeschichten, wie man sie aus der Literatur des 19. Jahrhunderts kennt, waren im wirklichen Leben undenkbar. Es wurde schließlich aus Gründen der Vernunft und nicht aus Zuneigung oder gar aus Liebe geheiratet. Auf die Gefühle ihrer Töchter nahmen die Eltern keine Rücksicht, und der Adel ging die Ehe vor allem vor dem Hintergrund der Machtsicherung seines Standes meist nur unter seinesgleichen ein.

Gegen ihre Hand tauschte das Mädchen aus gutem Hause auch einen Rang ein, der den Schlüssel zu einer in der Gesellschaft angesehenen Stellung bedeutete. Es war keine Seltenheit, wenn eine Braut das sechzehnte Lebensjahr noch nicht überschritten hatte, denn der ältliche Mann mit grauen Schläfen galt als ‚gute Partie’.[38] Da es für die Frauen keine Möglichkeit gab, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten, war die Ehe für viele der einzige Ausweg, wenn sie den Eltern nicht länger finanziell zur Last fallen wollten. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Berufstätigkeit für Frauen eine echte Alternative zur Heirat zu werden.[39] ‚Gut erzogen’, war damals ein Terminus, der bei einem jungen Mädchen gleichbedeutend war mit lebensfremd[40], denn vor allem die adeligen und bürgerlichen Mädchen wuchsen in einer „völlig sterilisierten Atmosphäre auf […], von Gouvernanten überwacht oder in ein Pensionat gesteckt, bevor [sie] auf den Heiratsmarkt geführt wurde[n].“[41]

„Aber so wollte die Gesellschaft von damals das junge Mädchen, töricht und unbelehrt […], unsicher und unpraktisch, und durch diese lebensfremde Erziehung von vornherein bestimmt, in der Ehe dann willenlos vom Mann geformt und geführt zu werden.“[42]

Neben der Unberührtheit, die als Vorbedingung zur Schließung einer standesgemäßen Ehe galt, hatten die Männer noch einen Wunsch: die Frau sollte gerade das Maß an Bildung mitbringen, das genügte, um ihrem zukünftigen Gatten Zerstreuung bieten und an seinen Freuden Anteil nehmen zu können.

Jean-Jacques Rousseau, der mit seinen Ansichten über die Frau das Denken des 19. Jahrhunderts auch über die Grenzen Frankreichs hinaus beeinflusste, sprach sich ebenso für die Erziehung der Mädchen zur Unwissenheit aus. Geschaffen zum Gehorsam[43], wurde die Frau als unselbständiges Wesen wahrgenommen, das sich ausschließlich über den Mann definieren konnte und dessen Erziehung sich im Hinblick auf die Männer vollziehen sollte.[44] Die weiblichen Pflichten gegenüber der Familie mussten von den Frauen als natürliche Bestimmung wahrgenommen und erfüllt werden. Rousseau sah die Sanftmut als die wichtigste weibliche Eigenschaft an, denn sie machte es der Frau möglich, die Ungerechtigkeiten des Mannes zu ertragen.

„Die erste und wichtigste Qualität einer Frau ist die Sanftmut: einem so unvollkommenen Wesen wie dem Mann zum Gehorsam geschaffen, […] muß sie frühzeitig lernen, selbst Ungerechtigkeit zu erdulden und Launen ihres Gatten klaglos zu ertragen.“[45]

Der Weggang von den Eltern und die Umstellung im Leben bereiteten nicht selten erhebliche Schwierigkeiten für die jungen Frauen. Die Damen der oberen Schicht mussten zwar die Hausarbeit nicht selbst erledigen, doch es war die Aufsicht über den Haushalt, die Küche und das Personal zu führen.[46] Der Ehemann gab sich nicht mit einer liebenswürdigen und talentvollen Gattin zufrieden, er wollte auch eine Frau, die mit allen häuslichen Tugenden ausgestattet war.

Das wichtigste Ziel der geschlossenen Ehen war die Zeugung von Nachwuchs. Die meisten Familien wünschten sich einen Stammhalter, der Vermögen und Titel sicherte. Doch „Kindheit war kein Kinderspiel“[47], denn bei den Reichen wurden die Mädchen früh gegängelt und nicht aus den Augen gelassen.

Den verheirateten Frauen stand es an, sich in Liebe und Treue dem Mann unterzuordnen und „kein Gerede darf ihren Namen, den Namen ihres Gatten, ihrer Eltern trüben. Das ist ihr Ehrenstandpunkt.“[48] Eine Frau, die Ehebruch beging, galt als unehrenhaft. Über sie brach die Gesellschaft den Stab.

Der Grund dafür, dass diese Vorstellungen im Laufe des 19. Jahrhunderts immer mehr in Frage gestellt wurden, war vor allem die Industrialisierung und das Bevölkerungswachstum. Die Realisierung der einseitigen Festlegung der Frau auf Ehe und Familie wurde immer schwieriger, sodass man auf der Suche nach Alternativen war.

3.3. Ein Streifzug durch die deutsche Frauenbewegung

Für uns Frauen ist diese Zeit eine

große Zeit, eine Zeit des

Wachsens und Werdens, die uns […] ausrufen lassen möchte: „Es ist eine Lust zu leben, denn die Geister sind erwacht.“

(Helene Lange)

„Eine der großen und weltgeschichtlich revolutionären Veränderungen […] betrifft die Stellung der Frau“[49], stellt Thomas Nipperdey fest. Er gibt jedoch auch zu bedenken, dass diese Entwicklung nicht als Ergebnis der Modernisierung in der Form industriell-kapitalistischer Wirtschaftsentfaltung oder gar als Werk der Männer, die in vielen Bereichen das Sagen hatten, gesehen werden darf. Es ist eine „von Frauen auf- und vorangebrachte Sache, Sache einer Bewegung eben, der Frauenbewegung.“[50]

Bis dahin bestimmten Vater und Ehemann über die Angelegenheiten der Mädchen und Frauen. Der geltenden Rollenverteilung entsprach auch die weibliche Bildung. Die Möglichkeit eines Studiums war für Frauen nicht gegeben und die Fähigkeit zur geistigen Bildung wurde ihnen abgesprochen. Der einzige Beruf, der dem weiblichen Geschlecht offen stand, war der einer Lehrerin. Erst allmählich stellte man im Zuge der Industrialisierung zunehmend Frauen in den Fabriken und im Dienstleistungssektor ein, wodurch sich die Frauenfrage in Deutschland zutiefst mit der Frage des Frauenerwerbs verknüpfte. Dies ist der Ansatzpunkt der Frauenbewegung, die sich die Gleichberechtigung der Frau zum Ziel setzte, mit der eine Entlassung aus der Obhut des Mannes einherging. Eines der wichtigsten Anliegen der Frauenbewegung war es jedoch, der Frau, die in der patriarchalischen Familie bis dahin fast ausschließlich auf den häuslichen Lebensraum eingeschränkt war, durch die Ausübung eines Berufes zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit zu verhelfen. Darüber hinaus sollte ihr eine berufliche Tätigkeit neue Lebensmöglichkeiten erschließen und die Grundlage eigener Lebensgestaltung sein.

In den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts kam es zu einer politischen Bewegung der Frauen, und die Forderung nach weiblichen Rechten fand ihren ersten öffentlichen Ausdruck durch Louise Otto-Peters. „Die Teilnahme der Frauen an den Interessen des Staates ist nicht ein Recht, sondern eine Pflicht“[51], lautete ihre bestimmte Antwort auf die in den Vaterlandsblättern aufgeworfene Frage nach dem Recht der Frau auf politische Teilhabe. Darüber hinaus bemühte sich Louise Otto-Peters um eine bessere weibliche Bildung und kritisierte, dass die „Erziehung und Bildung der Frauen […] mit [den] staatlichen und sozialen Verhältnissen im Widerspruch“[52] stehe. Da in der Mitte des 19. Jahrhunderts viele Frauen nicht verheiratet waren und somit die Ehe als gesicherte Existenz wegfiel, widmete sich Louise Otto-Peters verstärkt der wirtschaftlichen Selbständigkeit der Frauen und verlangte, „den Wirkungskreis der deutschen Frau zu erweitern.“[53]

Hinsichtlich der Loslösung der Frau von den festgelegten Rollenklischees brachten die 40er Jahre keinen großen Fortschritt. Was jedoch die Lebensbedingungen der Frau betraf, waren gerade die Jahre zwischen 1840 und 1880 einem tiefgreifenden Wandel unterworfen, mit dem vor allem Veränderungen in der Familie einhergingen.

„Die Maschine, die bereits die proletarische Familie zerstört hatte, griff nun auch in das Leben der […] bürgerlichen Schichten ein, denn sie beraubte die Hausfrau der zahlreichen produktiven häuslichen Arbeiten […] und machte die Töchter im Haus überflüssig.“[54]

Die emporschießende und schnell um sich greifende Industrialisierung übte ebenso wie die wirtschaftliche Entwicklung einen entscheidenden Einfluss auf die Stellung der Frau aus. Ihr wurden wichtige häusliche Funktionsbereiche entzogen, weshalb der Frau in gutbürgerlichen Kreisen oft nur die Rolle der Repräsentantin des Mannes blieb. Wenn auch unter verschiedenen Bedingungen, die mit ihrer jeweiligen Klassenzugehörigkeit in Zusammenhang standen, nahm die Frau trotzdem in zunehmendem Maße am Erwerbsleben teil. Während die Proletarierin meist aus finanzieller Not zur Fabrikarbeit gezwungen war, erkämpfte sich die bürgerliche Frau das Recht auf Erwerb, was vor allem für die unverheirateten Frauen finanzielle Unabhängigkeit von ihren Familien bedeutete.[55]

Die Gedanken der 1848er Revolution, im Zuge derer die Frauen schon Mündigkeit und Selbständigkeit gefordert hatten, lebten erst im Jahre 1865 wieder auf. Während die Frauen zur Zeit der Märzrevolution noch durch das Versammlungs- und Vereinigungsrecht daran gehindert worden waren, sich zusammenzuschließen, erfolgte im Jahre 1865 die Gründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF) durch Louise Otto-Peters und Auguste Schmidt. Die organisierte Form der Frauenbewegung in Deutschland war somit geboren. Im gleichen Jahr gründete Dr. Adolf Lette den Lette-Verein in Berlin. In diesem Verein, der eine „liberale Männergründung“[56] war, wurde zwar etwas für die Frauen getan, jedoch nicht durch sie selbst. Berufserziehung und Einführung der Frauen in praktische Erwerbszweige, die ihrer Befähigung entsprachen, standen im Zentrum der Bemühungen, die Emanzipation lehnte der Lette-Verein jedoch strikt ab.

„Was wir nicht wollen“, heißt es […] mit doppelter Unterstreichung des „nicht“ – „und niemals, auch in noch so fernen Jahrhunderten wünschen und bezwecken, ist die politische Emanzipation und Gleichberechtigung der Frauen.“[57]

Wie der Lette-Verein kann auch der Allgemeine Deutsche Frauenverein als praktischer Versuch gesehen werden, eine Lösung der Frauenfrage zu erreichen. Die vielschichtigen gesellschaftlichen und familiären Probleme der Frau im Blick, bemühte sich der Allgemeine Deutsche Frauenverein vor allem aber um weibliche Bildungs- und Berufsmöglichkeiten.

„Freiheit der Entwicklung für die Frau ist eine Forderung der Gerechtigkeit, Freiheit zur Arbeit muss der Frau gegeben werden um ihrer eigenen sittlichen Vervollkommnung, um des erzieherischen Wertes der Arbeit willen, und schließlich: das Ziel der Frauenbewegung ist die Erhöhung der sittlichen Werte der Menschheit.“[58]

Die Pädagogin Helene Lange, eine der wichtigsten Figuren der bürgerlichen Frauenbewegung und bekannt geworden als Verfasserin der Gelben Broschüre (1887), in der sie die Mädchenbildung scharf kritisiert, gründete verschiedene Ausbildungsinstitute und forderte größeren Einfluss der Lehrerinnen in den öffentlichen höheren Mädchenschulen. In Petitionen versuchte sie, die wissenschaftliche und schulische Ausbildung der Frauen an die der Männer anzugleichen, denn ohne Bildung konnten die Frauen kaum jemals zur vollen Entfaltung ihrer eigenen geistigen Kräfte gelangen.[59] Dieses Bemühen gipfelte in der Gründung des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins (ADLV) als Interessensvertretung der weiblichen Unterrichtenden im Jahre 1890.

Aufgrund verschiedener Bestrebungen und verschiedener Ansätze, der Frauenfrage gerecht zu werden, bahnte sich eine Spaltung der Frauenbewegung in eine proletarische und eine bürgerliche Bewegung an. Auch wenn beide Frauenbewegungen letztendlich Ziele wie Emanzipation, Befreiung der Frau von Unterdrückung und Abhängigkeit und das Recht auf öffentliche Arbeit verfolgten, die ideologischen Voraussetzungen waren doch andere. Hinzu kamen die unterschiedlichen Ansichten hinsichtlich der Frau in der Gesellschaft und ihrer Rolle in Familie und Politik, die nicht mehr miteinander zu vereinbaren waren. Während die bürgerliche Frauenbewegung unter dem Einfluss von Louise Otto-Peters und Helene Lange die Reformierung der Stellung der Frau innerhalb der bestehenden gesellschaftlichen Strukturen zum Ziel hatte, sah die proletarische Bewegung, als deren Hauptvertreterin Clara Zetkin gilt, eine Möglichkeit der Veränderung nur in der völligen Umwälzung der bürgerlichen Klassengesellschaft.[60] Das Jahr 1894 markierte dann den offenen Bruch zwischen beiden Seiten.[61] Zur Vernetzung der vielen unterschiedlichen Frauenvereine wurde in diesem Jahr durch den bürgerlichen Flügel der Frauenbewegung der Bund Deutscher Frauenvereine (BDF) als Dachverein gegründet, aus dem die proletarischen Frauen ausgeschlossen waren.

Nachdem die Frau viele Jahrhunderte hindurch als Persönlichkeit für den Mann keine Rolle gespielt hatte, bedeutete das Jahr 1908 für die Geschichte beider Frauenbewegungen einen Wendepunkt. Das Reichsgesetz, das die Frau dem Mann gleichstellte, war angenommen worden.[62] Ein wesentliches Ziel der Frauenbewegung war somit erreicht, denn

„die Frau will nicht nur äußerlich die gleichen Möglichkeiten haben, zu wirken, am Leben teilzunehmen, sondern sie will in dies Leben ihre eigenen Werte tragen,

sie will dadurch eine neue soziale und sittliche Gesamtanschauung schaffen, in der ihre Maßstäbe dieselbe Geltung haben, wie die des Mannes.“[63]

Wie die Arbeiterbewegung wurde auch die Frauenbewegung bald zu einer „Erscheinung der europäischen Kulturwelt“[64] und brachte einen neuen Typ Frau hervor: die Frauenrechtlerin. Um das letztendliche Ziel der vollen persönlichen Entfaltung und Unabhängigkeit zu erreichen, musste die Frau zunächst ein Maß an innerer Freiheit erwerben. Durch die Romantik, die den Frauen diese innere Form an Freiheit und Geistesbildung brachte, wurde die nachfolgende weibliche Generation zum Streben nach äußerer Selbständigkeit ermutigt. Anders als in Frankreich spielte die Theorie der Menschenrechte in der deutschen Romantik keine Rolle. Dennoch schafften die Romantiker mit ihrem Streben nach der geistigen Hebung des Menschen die Voraussetzung für die Umgestaltung des Daseins der Frau in der Öffentlichkeit und damit die Grundlage der Frauenbewegung. So führte der Weg der Frau in Deutschland „von der individuellen zur sozialen, von der geistigen zur politischen Emanzipation“[65] und erreichte dieses Ziel sogar vor Frankreich und England.

4. Theodor Fontane und die Frauen: Frauenbild und Frauengestalten

„Wenn es einen Menschen gibt, der für Frauen schwärmt, sie beinahe doppelt liebt, wenn er ihren Schwächen und Verirrungen […] begegnet, dann bin ich es.“

(Theodor Fontane)

Kaum jemand blickt so tief in die weibliche Psyche und Erfahrungswelt wie Theodor Fontane, dessen frühes Werk den Frauen noch vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit schenkt. Meist werden die Frauen dort nur mit Nebenrollen bedacht und Fontane ist weit davon entfernt, weibliche Schicksale darzustellen, die mit zeit- oder gar gesellschaftskritischen Akzenten ausgestaltet sind.

In seinem erzählerischen Werk rückt Fontane jedoch wie kein anderer deutscher Schriftsteller die Frauen in den Mittelpunkt des Geschehens und erzielt damit eine „seither nicht wieder erreichte Ausweitung eines einzigen Themas: ‚Frauenliebe und

-leben’.“[66] Neben Werken wie Ellernklipp (1881), Schach von Wuthenow (1882), Graf Petöfy (1884) und Unwiederbringlich (1891), in denen Fontane Frauenschicksale schildert, gibt es weitere sieben Romane beziehungsweise Erzählungen, die bereits durch ihren Titel Hinweis darauf geben, dass sie der Frauengestalt einen wichtigen Platz einräumen: Grete Minde (1880), L’Adultera (1882), Cécile (1886), Stine (1890), Frau Jenny Treibel (1892), Effi Briest (1894/95) und Mathilde Möhring (1906).

Ob aus dem Volk oder adelig, seine Frauenfiguren haben alle etwas Besonderes an sich, „sie sind mal rätselhaft, mal apart“[67], sodass Fontane sich ihrem Charme selbst nicht entziehen kann. Für Fontane, der weder für die Emanzipation der Frau eintritt, noch politisches Interesse mit seiner Konzentration auf das Weibliche verfolgt, „ist die Frau – und das ist charakteristisch – in erster Reihe der Mensch.“[68] Es sind vor allem die „lebensmüden, nervenschwachen Frauen“[69], die auf Fontane eine ganz eigene Faszination ausüben. Trotz ihrer Fehler und Mängel gelingt es ihm, seine weiblichen Figuren durchweg sympathisch und menschlich erscheinen zu lassen. „Gerade dadurch sind sie mir lieb, ich verliebe mich in sie, nicht um ihrer Tugenden, sondern um ihrer Menschlichkeiten, d.h. um ihrer Schwächen und Sünden willen“[70], bekennt Fontane in einem Brief an Colmar Grünhagen. Ohne eine bewusste Idealisierung der Frau zu verfolgen, verleiht Fontane jeder einzelnen Gestalt ihren „eigentümlich unwiderstehlichen Reiz.“[71] Besonders die unglücklichen und vom Leben enttäuschten Frauen, die sich auf einer permanenten Suche nach dem Glück befinden, werden zu Hauptfiguren in Fontanes Romanen. Es sind Gestalten, denen nur seltene Momente des wahren Glücks gegönnt sind. Die wenigsten von ihnen sterben eines natürlichen Todes, denn meist lässt die Verzweiflung über das nicht erreichbare Lebensglück und das Leiden an der Welt die Frauen den Weg der Selbstzerstörung gehen.[72]

Fontane beschreibt die Schicksale verschiedenster Frauengestalten vor dem Hintergrund des Wilhelminischen Kaiserreiches und zeichnet somit auch ein Portrait der Wilhelminischen Gesellschaft. Seine Werke entstehen in einer Zeit, die vielfältige Veränderungen in politischer, wirtschaftlicher und auch gesellschaftlicher Hinsicht mit sich brachte. Vor allem das Bürgertum, das in der Gründerzeit zu Geld und Ansehen gekommen war, trat in die Fußstapfen des Adels und ahmte dessen feudalistische Lebensart nach. Die oberste Gesellschaftsschicht war ihrerseits bemüht, die für ein derart ausschweifendes Leben notwendigen finanziellen Mittel aufzubringen.[73] Fontane wusste als kritischer Beobachter der Verhältnisse ebenso, dass die Zeit des alten Preußens und des Adels vorbei war. Immer wieder thematisiert der Schriftsteller in seinen Romanen den verarmten Adel und die gesellschaftlichen Erschütterungen der Zeit offenbaren sich in Konflikten, denen vor allem Fontanes weibliche Gestalten ausgesetzt sind.

In seinen Romanen befasst Fontane sich ausgiebig mit der gesellschaftlichen Situation der Frau im 19. Jahrhundert. Schon früh macht er seine eigenen Erfahrungen mit weiblichen Charakteren und deren Schicksalen. In keinster Weise teilt Fontane die „in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sich ausbreitende Unterschätzung der Frau“[74], im Gegenteil: Fontane unterhält lang anhaltende Freundschaften mit Frauen, die sich sowohl auf sein Leben als auch auf die schriftstellerische Tätigkeit positiv auswirkten.[75] Vor allem aber waren es die Frauen in Fontanes unmittelbarer Umgebung, Emilie, seine Ehefrau und Martha, seine Tochter, die ihn in seinem Tun und Denken beeinflussten. Immer wieder brachte Emilie ihn in ihrer fünfzigjährigen „Schriftstellerehe“[76] zu „neuen Anstrengungen der Selbstbehauptung.“[77] Sie war zwar alles andere als eine Künstlermuse, jedoch lebt er mit ihr in einer auf Pflicht und Verantwortung gegründeten Gemeinschaft und gewann so Lebensnähe und Lebensfülle.[78] Auch Marthas Leben war für Fontanes Auseinandersetzung mit dem Frauenproblem von Bedeutung, denn an ihrem Dasein zeigten sich die Schwierigkeiten, mit denen eine Frau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurecht kommen musste.

Für Fontanes Frauenverständnis ist es notwendig, auch das Verhältnis zu Henrik Ibsen und dem Philosophen Arthur Schopenhauer zu betrachten. In der Auseinandersetzung mit Ibsen, dessen Dramen ebenso die Frauenthematik in den Vordergrund rücken, kommt Fontane in Berührung mit der Frauenfrage. In Henrik Ibsens Drama Nora oder ein Puppenheim betritt mit Nora erstmals eine Frau die Bühne, die vehement für ihr Recht auf Selbstbestimmung eintritt: Nora verlässt Mann und Kinder, um ein neues, unabhängiges Leben zu beginnen. Das Stück hinterlässt auch bei Fontane große Wirkung, wenngleich sein Urteil darüber eher kritisch ausfällt und die bewunderte Nora für ihn „die größte Quatschliese [ist], die je von der Bühne herab zu einem Publikum gesprochen hat.“[79] Trotzdem beeinflusst Ibsens Werk Fontanes L’Adultera, die ebenso für ihren Liebhaber die Familie im Stich lässt und mit ihrem Ehebruch nicht Schaden, sondern Glück auf sich zieht.

Arthur Schopenhauer, der „Vater des abendländischen Pessimismus“[80], kommt mit seinen Theorien zu Lebzeiten Fontanes in Mode und zeichnet in seiner Abhandlung Über die Weiber ein überaus negatives Frauenbild. Nach Schopenhauer, der die Frau kindisch, läppisch und kurzsichtig nennt[81], soll das „Leben [der Frauen] stiller, unbedeutsamer und gelinder dahinfließen als das des Mannes […].“[82] Auch wenn die Rezeption Schopenhauers auf Fontane ohne nachweisbare weltanschauliche Wirkung bleibt, erregen die Theorien des Philosophen seinen Unwillen.[83] Fontane hält sie schon deshalb für falsch, weil sie die Frau in jeder Hinsicht dem Manne unterordnen, ihr jegliche Eigenbedeutung absprechen und das weibliche Dasein auf die Fortpflanzung reduzieren.

„Schon der Anblick der weiblichen Gestalt lehrt, daß das Weib weder zu großen geistigen, noch zu körperlichen Arbeiten bestimmt ist. Es trägt die Schuld des Lebens nicht durch Thun, sondern durch Leiden ab, durch […] die Unterwürfigkeit unter den Mann, dem es eine geduldige und aufheiternde Gefährtin seyn soll.“[84]

Schopenhauers Aufzeichnungen gipfeln in seiner Forderung, die Ehe abzuschaffen und sich der Vielweiberei zuzuwenden. Auch wenn die Äußerungen Schopenhauers, der zum Modephilosophen der Bourgeoisie[85] avancierte, äußerst frauenfeindlich und verachtend sind, waren sie typisch für einen „auf stillschweigender gesellschaftlicher Konvention beruhenden Wertekanon breiter Schichten“[86] nach 1871. Fontane selbst sieht mit dem Frauenproblem die Forderungen nach „Freiheit, Menschenrecht und Menschenwürde“[87] verbunden und unterstellt Schopenhauer neben Egoismus auch eine allzu männliche Weltanschauung:

„Ein Philosoph […] kann dergleichen nur sagen, wenn er zu gleicher Zeit ein krasser Egoist ist, der für sich Freiheit fordert, den Rest der Menschheit aber als inferiores Pack ansieht, das in Harem und Hörigkeit seine Tage verbringen mag.“[88]

Fontane ist kein Frauenrechtler, doch die Abhängigkeit der Frau und ihre fehlende Zukunftsperspektive nimmt er durchaus zur Kenntnis. Fontane erkennt das weibliche Schicksal als „Exempel und Menetekel eines allgemeinen gesellschaftlichen wie sittlichen Notstandes“[89] und schreibt im Jahre 1883 an seine Frau:

„Aber die armen Frauen! Hunger, Noth und Sorge, kleine Kinder, keine Aussichten […] und von der Welt mit einem Blick des Mitleids oder auch wohl mangelnder Achtung gestreift.“[90]

Fontane nimmt also am Schicksal der Frauen Anteil, soweit es um Menschenwürde und Anerkennung geht, spricht sich jedoch gegen jegliches Engagement seitens des weiblichen Geschlechts aus, wenn von gesellschaftspolitischen Dingen die Rede ist.

II. Effi Briest und ihr Scheitern an der gesellschaftlich-adeligen Konvention

Das Motiv der verletzten Ehre des männlichen Geschlechts ist ein in der Literatur immer wiederkehrendes und beliebtes Thema. Meist dreht sich die Handlung um die Wiederherstellung der Ehre und die Wiedererlangung des Selbstwertgefühls des Mannes. Nicht nur in Deutschland stellt die Literatur des 19. Jahrhunderts nun gerade nicht die hintergangenen Ehemänner in den Mittelpunkt des Interesses, sondern die gefallenen Frauen. Die Ehebrecherinnen begingen mit ihrer Tat einen Verstoß gegen die Werte und Normen, gegen die Rechte und nicht zuletzt gegen das christliche Gebot.[91] Für den Mann, dessen Ehebruch meist als Kavaliersdelikt gewertet wurde, war der eheliche Fehltritt der Frau immer ein Grund zur Scheidung. Da die Eheleute mit der Ehe auch eine „Ehrengemeinschaft“ eingingen, „in der die Statuserwartungen der Geschlechter erst ihre Vervollkommnung erlangen“[92], und der Mann mit dem Ehebruch der Frau seine Ehre verlor, hatte er auch im Falle einer Scheidung einen entscheidenden Vorteil. Einer ehebrecherisch gewordenen Frau nahm man nicht nur die Kinder und das gesamte Vermögen, sie verbrachte auch den Rest ihres Lebens in gesellschaftlicher Ächtung.

Fontanes Effi Briest ist nicht nur ein Eheroman. Der Roman wird vor allem dadurch zu einem Gesellschaftsroman, dass Fontane die Ehe nicht nur als Motiv verwendet, sondern sich in den Krisen der Ehe auch die Krisen der Zeit widerspiegeln.

„Neu war das Thema Ehe nicht, neu war die Tatsache ihrer Problematisierung, die gesellschaftliche Determination des Konflikts und damit das Infragestellen der bisherigen Ordnung – und dies bevorzugt aus dem Blickwinkel der Frau.“[93]

Wie eingangs bereits dargelegt, ist Fontane die Situation der Frau im 19. Jahrhundert nicht fremd. Die zwangsläufige Abhängigkeit der Frau von ihrem Mann und die Machtlosigkeit, die die Frau darüber empfindet, schildert Fontane in eindringlicher Weise in seinem Roman Effi Briest. Auch Fontanes Protagonistin kann sich den gesellschaftlichen Gegebenheiten nicht entziehen und führt ein für die damalige Zeit typisch adeliges Frauenleben. Von ihren Eltern in jungen Jahren verheiratet, versucht Effi zwar zunächst, sich innerhalb der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu verwirklichen, begeht dann aber einen „Schritt vom Weg“, der ihr Schicksal besiegelt und sie der harten Gesellschaftsordnung ausliefert. Welche Faktoren für Effis gescheiterte Selbstfindung darüber hinaus eine Rolle spielen, soll im folgenden Teil der Arbeit untersucht werden.

[...]


[1] Schiller, Friedrich: Das Lied von der Glocke, S. 46/47.

[2] De Beauvoir, Simone: Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau, S. 748.

[3] Zitat in: De Beauvoir, Simone: Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau, S. 12.

[4] De Beauvoir, Simone: Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau, S. 12.

[5] De Beauvoir, Simone: Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau, S. 516.

[6] Frederiksen, Elke: Die Frauenfrage in Deutschland 1865-1915, S. 5-7.

[7] Müller-Seidel, Walter: Theodor Fontane: Soziale Romankunst in Deutschland, S. 162.

[8] Mörsdorf, Josef: Gestaltwandel des Frauenbildes und Frauenberufes in der Neuzeit, S. 20.

[9] Mörsdorf, Josef: Gestaltwandel des Frauenbildes und Frauenberufes in der Neuzeit, S. 20.

[10] Mörsdorf, Josef: Gestaltwandel des Frauenbildes und Frauenberufes in der Neuzeit, S. 23.

[11] Mörsdorf, Josef: Gestaltwandel des Frauenbildes und Frauenberufes in der Neuzeit, S. 38.

[12] Lange, Helene, Bäumer, Gertrud: Handbuch der Frauenbewegung, Bd. I, S. 9.

[13] Rousseau, Jean-Jacques: Emile oder Über die Erziehung, S. 721.

[14] Lange, Helene, Bäumer, Gertrud: Handbuch der Frauenbewegung, Bd. I, S. 5.

[15] Lange, Helene, Bäumer, Gertrud: Handbuch der Frauenbewegung, Bd. I, S. 5.

[16] Lange, Helene, Bäumer, Gertrud: Handbuch der Frauenbewegung, Bd. I, S. 16.

[17] Mörsdorf, Josef: Gestaltwandel des Frauenbildes und Frauenberufes in der Neuzeit, S. 135.

[18] Mörsdorf, Josef: Gestaltwandel des Frauenbildes und Frauenberufes in der Neuzeit, S. 169.

[19] Mörsdorf, Josef: Gestaltwandel des Frauenbildes und Frauenberufes in der Neuzeit, S. 170.

[20] Zitat in: Lange, Helene, Bäumer, Gertrud: Handbuch der Frauenbewegung, Bd. I, S. 19.

[21] Zitat in: Lange, Helene, Bäumer, Gertrud: Handbuch der Frauenbewegung, Bd. I, S. 26.

[22] Lange Helene, Bäumer Gertrud: Handbuch der Frauenbewegung, Bd. I, S. 27.

[23] Lange Helene, Bäumer Gertrud: Handbuch der Frauenbewegung, Bd. I, S. 25.

[24] Frederiksen, Elke: Die Frauenfrage in Deutschland 1865-1915, S. 7.

[25] Zetkin, Clara: Rede auf dem Internationalen Arbeiterkongress zu Paris, in: Frederiksen, Elke: Die Frauenfrage

in Deutschland 1865-1915, S. 98.

[26] Frederiksen, Elke: Die Frauenfrage in Deutschland 1865-1915, S. 9-10.

[27] Frederiksen, Elke: Die Frauenfrage in Deutschland 1865-1915, S. 11.

[28] Reuter, Hans-Heinrich: Theodor Fontane, Bd. II, S. 643.

[29] Emanzipation meint ursprünglich das „Herauswachsen aus einem Zustand der Abhängigkeit“. In

jüngerer Zeit bezeichnet der Emanzipationsbegriff „den Versuch der Frauen, die Vorherrschaft der

Männer in unserer patriarchalischen Gesellschaft brechen zu wollen, um für sich Chancengleichheit

und Entfaltungsmöglichkeiten zu haben.“, in: Reinhold, Gerd: Soziologielexikon, S. 111/112.

[30] De Gouges, Olympe: Déclaration des Droits de la Femme et de la Citoyenne, in: Lange, Helene: Die

Anfänge der Frauenbewegung, S. 8.

[31] De Gouges, Olympe: Déclaration des Droits de la Femme et de la Citoyenne, in: Lange, Helene: Die

Anfänge der Frauenbewegung, S. 8.

[32] Wollestonecraft, Mary: A Vindication of the Rights of Woman, in: Mörsdorf, Josef: Gestaltwandel des

Frauenbildes und Frauenberufes in der Neuzeit, S. 91.

[33] Wollestonecraft, Mary: A Vindication of the Rights of Woman, in: Mörsdorf, Josef: Gestaltwandel des

Frauenbildes und Frauenberufes in der Neuzeit, S. 90.

[34] Hippel, Theodor Gottlieb von: Über die bürgerliche Verbesserung der Weiber, in: Mörsdorf, Josef:

Gestaltwandel des Frauenbildes und Frauenberufes in der Neuzeit, S. 95.

[35] Lange, Helene, Bäumer, Gertrud: Handbuch der Frauenbewegung, Bd. I, S. 11.

[36] Schraub, Ingrid: Zwischen Salon und Mädchenkammer, S. 49.

[37] Schraub, Ingrid: Zwischen Salon und Mädchenkammer, S. 7.

[38] Schraub, Ingrid: Zwischen Salon und Mädchenkammer, S. 8f.

[39] Schraub, Ingrid: Zwischen Salon und Mädchenkammer, S. 14.

[40] Schraub, Ingrid: Zwischen Salon und Mädchenkammer, S. 13.

[41] Bernauer, Marion: Huren, Hexen, Heilige, S. 114.

[42] Weber-Kellermann, Ingrid: Frauenleben im 19. Jahrhundert, S. 115.

[43] Rousseau, Jean-Jacques: Emile oder Über die Erziehung, S. 744.

[44] Rousseau, Jean-Jacques: Emile oder Über die Erziehung, S. 733.

[45] Rousseau, Jean-Jacques: Emile oder Über die Erziehung, S. 744.

[46] Schraub, Ingrid: Zwischen Salon und Mädchenkammer, S. 29.

[47] Schraub, Ingrid: Zwischen Salon und Mädchenkammer, S. 43.

[48] Bunsen, Marie von: Die Welt in der ich lebte. Erinnerungen aus glücklichen Jahren 1860-1912, S. 201.

[49] Nipperdey, Thomas: Deutsche Geschichte 1866-1918, Bd. I, S. 73.

[50] Nipperdey, Thomas: Deutsche Geschichte 1866-1918, Bd. I, S. 73.

[51] Zitat in: Frederiksen, Elke: Die Frauenfrage in Deutschland 1865-1915, S. 484.

[52] Zitat in: Lange Helene, Bäumer Gertrud: Handbuch der Frauenbewegung, Bd. I, S. 36.

[53] Zitat in: Mörsdorf, Josef: Gestaltwandel des Frauenbildes und Frauenberufes in der Neuzeit, S. 175.

[54] Twellmann, Margit: Die Deutsche Frauenbewegung im Spiegel repräsentativer Frauenzeitschriften, Bd. I, S. 26.

[55] Frederiksen, Elke: Die Frauenfrage in Deutschland 1865-1915, S. 20.

[56] Nipperdey, Thomas: Deutsche Geschichte 1866-1918, Bd. I, S. 82.

[57] Lange Helene, Bäumer Gertrud: Handbuch der Frauenbewegung, Bd. I, S. 46.

[58] Lange Helene, Bäumer Gertrud: Handbuch der Frauenbewegung, Bd. I, S. 49.

[59] Twellmann, Margit: Die deutsche Frauenbewegung, S. 5.

[60] Frederiksen, Elke: Die Frauenfrage in Deutschland 1865-1915, S. 13.

[61] Frederiksen, Elke: Die Frauenfrage in Deutschland 1865-1915, S. 37.

[62] Frederiksen, Elke: Die Frauenfrage in Deutschland 1865-1915, S. 41.

[63] Lange, Helene: Das Endziel der Frauenbewegung, in: Frederiksen, Elke: Die Frauenfrage in Deutschland

1865-1915, S. 81.

[64] Mörsdorf, Josef: Gestaltwandel des Frauenbildes und Frauenberufes in der Neuzeit, S. 159.

[65] Mörsdorf, Josef: Gestaltwandel des Frauenbildes und Frauenberufes in der Neuzeit, S. 168.

[66] Reuter, Hans-Heinrich: Theodor Fontane, Bd. II, S. 640.

[67] Bauer, Karen: Fontanes Frauenfiguren, S. 14.

[68] Croner, Else: Fontanes Frauengestalten, S. 6.

[69] Bauer, Karen: Fontanes Frauenfiguren, S. 13.

[70] Fontane an Colmar Grünhagen am 10. Oktober 1895, in: Fontanes Briefe in zwei Bänden, Bd. II, S. 382.

[71] Croner, Else: Fontanes Frauenfiguren, S. 5.

[72] Bauer, Karen: Fontanes Frauenfiguren, S. 15.

[73] Bauer, Karen: Fontanes Frauenfiguren, S. 10.

[74] Reuter, Hans-Heinrich: Theodor Fontane, Bd. II, S. 642.

[75] Reuter, Hans-Heinrich: Theodor Fontane, Bd. II, S. 642.

[76] Reuter, Hans-Heinrich: Theodor Fontane, Bd. II, S. 237.

[77] Reuter, Hans-Heinrich: Theodor Fontane, Bd. II, S. 237.

[78] Reuter, Hans-Heinrich: Theodor Fontane, Bd. II, S. 239.

[79] Fontane an Friedrich Stephany am 22. März 1898, in: Fontanes Briefe in zwei Bänden, Bd. II, S. 437.

[80] Mörsdorf, Josef: Gestaltwandel des Frauenbildes und Frauenberufes in der Neuzeit, S. 148.

[81] Schopenhauer, Arthur: Über die Weiber, S. 15.

[82] Schopenhauer, Arthur: Über die Weiber, S. 14.

[83] Reuter, Hans-Heinrich: Theodor Fontane, Bd. II, S. 653.

[84] Schopenhauer, Arthur: Über die Weiber, S. 14.

[85] Reuter, Hans-Heinrich: Theodor Fontane, Bd. II, S. 650.

[86] Reuter, Hans-Heinrich: Theodor Fontane, Bd. II, S. 650.

[87] Reuter, Hans-Heinrich: Theodor Fontane, Bd. II, S. 653.

[88] Zitat in: Reuter, Hans-Heinrich: Theodor Fontane, Bd. II, S. 654.

[89] Reuter, Hans-Heinrich: Theodor Fontane, Bd. II, S. 655.

[90] Fontane an Emilie am 11. Juni 1883, in: Theodor Fontane: Briefe I, S. 197.

[91] Bauer, Karen: Fontanes Frauenfiguren, S. 95.

[92] Greif, Stefan: Ehre als Bürgerlichkeit in den Zeitromanen Theodor Fontanes, S. 171.

[93] Bauer, Karen: Fontanes Frauenfiguren, S. 95.

Ende der Leseprobe aus 97 Seiten

Details

Titel
Gescheiterte Selbstfindung - Theodor Fontanes "Effi Briest"
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
97
Katalognummer
V128474
ISBN (eBook)
9783640345632
Dateigröße
810 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gescheiterte, Selbstfindung, Theodor, Fontanes, Effi, Briest, Thema Effi Briest
Arbeit zitieren
Kathrin Haberkorn (Autor), 2008, Gescheiterte Selbstfindung - Theodor Fontanes "Effi Briest", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128474

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