Möglichkeiten und Bedeutungen in der Darstellung von Musikvideos


Hausarbeit, 2003

22 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffe und Definitionen
2.1 Der Begriff Musikvideo
2.2 Geschichtliche Abgrenzung
2.2.1 Die Ursprünge des Musikvideos
2.2.2 Zeitstrahl der visualisierten Musik
2.2.3 Entstehung des Musikfernsehens

3. Gesellschaftliche Bedeutung von Musikvideos
3.1 Kulturelle Bedeutung
3.2 Ökonomische Bedeutung
3.3 Zweck von Musikvideos

4. Gestaltung von Musikvideos
4.1 Gattungen von Musikvideos
4.2 Effekte im Musik-Video
4.3 Schnitttechnik
4.4 Filmwahl
4.5 Musik-Videos und Farben

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellen

1. Einleitung

Was für die Konsumgüterindustrie die Werbespots im Fernsehen sind, ist für die Musikindustrie das Musikvideo. Genau wie Werbespots sollen auch Musikvi­deos das Produkt bekannt machen und einen gewissen Mehrwert erzeugen. Durch Visualisierung soll den Konsumenten das Produkt, im Falle der Musikin­dustrie der Tonträger angepriesen werden. Dennoch haben Musikvideos und Werbespots zwar einen ähnlichen Anspruch, unterscheiden sich aber in der Herstellung und haben gänzlich unterschiedliche kulturelle Bedeutungen. Während Werbeclips eher informativen Charakter besitzen, wird in Musikvideos das künstlerische Bedürfnis der Rezipienten befriedigt.

Die folgende Ausarbeitung stellt zum einen, den geschichtlichen und aktuellen Bezug von Musikvideos vor und ferner die verschiedenen Techniken und Möglichkeiten bei der Herstellung.

Literarisch ist dieses Segment der Werbung weitgehend unerforscht und somit beruhen manche Aussagen auf Erharungswerte von Verantwortungsträgern und Entscheidern der Musikindustrie.

2. Begriffe und Definitionen

2.1 Der Begriff Musikvideo

Seltsamerweise hat sich, obwohl fast jeder das Musik-Video als solches kennt und im Fernsehen zu erkennen vermag, nie eine einheitliche Begrifflichkeit für diese Form des Kurz- oder Werbefilms gefunden. Im deutschen Sprachraum dominierte, besonders in den 80ziger Jahren, kurz nach dem massenhaften Aufkommen dieses Mediums, die Bezeichnung „Video-Clip“. Auch dieser Begriff ist hinsichtlich seiner Schreibweise nur unscharf definiert, wodurch sich auch die Variante „Videoclip“ etablierte. In England und den USA wurde zur gleichen Zeit überwiegend von „Promotional Videos“ oder „Promos“ gesprochen. Mit dem zunehmenden Erfolg und Bekanntheit der Musik-Videos wurde diese Bezeichnung jedoch in den Hintergrund gedrängt. Eventuell auch wegen der schon im Begriff verankerten, vordergründigen Intention der Werbung und der Promotion. Diese Veränderung schwappte auch nach Deutschland und prägte die deutsche Fassung „Musik-Video“ bzw. „Musikvideo“. Im weiteren dieser Ausarbeitung werden die beiden letztgenannten Variationen sowie auch der Clip verwendet.[1]

2.2 Geschichtliche Abgrenzung

2.2.1 Die Ursprünge des Musikvideos

Häufig genannt werden die Beatles-Filme von Richard Lester, Pink Floyd in Pompeji und verschiedene Musicals wie Hair und West Side Story. Auch soge­nannte Scopitone, Musikboxen, die in den 60er Jahren in Frankreich aufkamen und den Sänger gleichzeitig mit einem kleinen Film zeigten, werden als Vor­läufer angesehen. Ferner kann man wohl noch auf die Filme von Oskar Fischinger aus den 20er und 30er Jahren verweisen und schließlich gab es bereits 1913 etwa 1500 Tonbandfilme oder sogenannte inszenierte Lieder.

Wenn man jedoch vorsichtig ist, wird man erst Bohemian Rhapsodie der Gruppe Queen aus dem Jahre 1975 als erstes Musikvideo im eigentlichen Sinn bezeichnen.

Welche Aufgaben hatte das Musikvideo zu seiner Entstehungszeit und welche Aufgaben hat es heute? Das Musikvideo führte zunächst die Musikindustrie aus der Krise, in der sie Anfang der 80er Jahre steckte. Die Musikvideos bewirkten eine Expansion der musikalischen Produkte und erhöh­ten die Zirkulationsgeschwindigkeit auf dem Markt. Die Wirkung in den Köpfen war durch das visuelle Element umfassender, das Werbeeinzugsgebiet wurde dank der Bildschirmpräsenz erweitert und die Videopromotion war schnell und effizient. Dies führte zu einer höheren Rückflussgeschwindigkeit der Investiti­onsgelder und zur Schnelllebigkeit von Namen, Stilen und Moden. All das ist sehr profitträchtig und dementsprechend ist die Hauptaufgabe eines Musikvi­deos damals wie heute wohl vor allem die Umsatzsteigerung. Es ist ein "Wer­befilm".[2]

2.2.2 Zeitstrahl der visualisierten Musik

Darst. 1 Zeitstrahl der visualisierten Musik

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- 1598 – Erste Oper von Octavio Rinuccini mit dem Namen Dafne
- 1637 – Erstes Opernhaus in Venedig
- 1900 – Entwicklung der ersten Musicals (die sog. leichte Unterhaltung)
- 1940 – Ersten Musicals auf Film
- 1950 – Ersten Jukeboxen, die in der Lage war, neben den gewünschten Titel auch kurze Videoclips zur Musik wiederzugeben.
- 1955 – Erster Musikfilm mit dem Namen „Blackboard Jungle“
- 1960 – Ersten Musik-Shows für das Fernsehen, bei denen gefilmte

Live-Auftritte verschiedener Künstler gezeigt wurden.

- 1964 – Erste Amerikanische TV-Show, bei der Künstler Live auftraten.
- 1970 – Plattenfirmen erkennen die Verkaufsfördernde Wirkung von Musik­videos. Welche daraufhin weltweit verschickt werden.
- 1975 – Erstes eigens produziertes Musikvideos von der Gruppe Queen „Bohemien Rhapsody“
- 1981 – Erster Musikvideo-Sender MTV geht an den Start.
- 1987 – Start von MTV-Europe
- 1993 – Erster deutscher Musikvideo-Sender VIVA geht an den Start
- 2000 – Börsengang der VIVA Media AG
- 2002 – AOL TimeWarner übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung bei der VIVA Medien AG[3]

Dadurch, dass sich der Musikmarkt immer weniger homogenisieren lässt, wird heute jede Zielgruppe durch einen eigenen Musiksender bedient.

2.2.3 Entstehung des Musikfernsehens

Zu der Entstehung des Musikfernsehens führten vor allem wirtschaftliche Gründe. Mitte der siebziger Jahre kam es infolge demographischer Entwicklun­gen in den westlichen Staaten zu einer Interessenkollision zwischen den Ton­trägerherstellern und der Rundfunkindustrie, da die Zielgruppen, an denen beide Unternehmen interessiert waren, nicht mehr identisch waren. Dadurch musste sich die Musikindustrie ein neues Popularisierungsinstrument für ihre Veröffentlichungen suchen, das sie in der Form eines Fernsehsenders fanden.[4] Dieses Medium bot sich an, da der Markt für Musik in Form von Filmen in den Jahren zuvor durch die Entwicklung des Videorecorders deutlich gewachsen war.[5] Es ergab sich jedoch das Problem, dass die Songs nun neben dem auditi­ven über eine visuelle Komponente verfügen mussten, dass es also nötig war, zu jedem Musiktitel eine Illustration, den sogenannten Videoclip, zu erstellen. Dies entfachte nicht nur größere Produktions- und Promotionskosten, sondern es mussten zugleich jedes Mal Konzepte entwickelt werden, wie die Bilder zu den Songs aussehen sollten. Aus dem Versuchsprojekt MTV entwickelte sich schnell ein nicht nur in Amerika äußerst erfolgreicher Musiksender sondern auch zahlreiche im Konzept ähnliche Anstalten in anderen Staaten. Die neue Methode war so erfolgreich, dass das Fernsehen bald die Rundfunkanstalten an Bedeutung für die Vermarktung überholte und dazu führte, dass heutzutage ein Song, zu dem kein Video produziert wird, keine Chance mehr hat, sich erfolgreich zu verkaufen.[6]

3. Gesellschaftliche Bedeutung von Musikvideos

3.1 Kulturelle Bedeutung

Rein rechtlich Gesehen sind Musikvideos lediglich eine Form von Promotion und Vermarktung. Dieses wurde in einem gerichtlichen Urteil von 1986 zwi­schen der Screen Acotrs` Guild und den grossen Filmstudios Hollywoods defi­niert. Jedoch zeigte sich recht schnell mit aller Deutlichkeit, dass der Videoclip weit mehr ist als ein profitsteigerndes Produkt ist. Er beeinflusst heute die Sprache des Films, des Fernsehens und der bildenden Kunst, ganz abgesehen von den Auswirkungen, die es in den Bereichen Lifestyle, Mode und Design zeigt.[7] Gerade der Bereich Mode wird beinahe ausschließlich durch die in den Musik­videos gezeigten Protagonisten definiert. So lässt sich deutlich erkennen, dass gerade Jugendliche und Teenager den Stil der Kleidung und das Verhalten deren Idole kopieren. Da in den Musikvideos nicht selten eine gewaltverherrli­chende Situation dargestellt wird, ist das kopieren der Verhaltensweisen durch Jugendliche und Teenager kritisch anzusehen.

Musikvideos geben dem Konumenten die Möglichkeit sich mit dem Darsteller zu identifizieren und ihm an den Glamour des Starkultes teilhaben zu lassen. Der Künstler soll somit idealisiert und herorisiert werden.

3.2 Ökonomische Bedeutung

Neben den schon zuvor angesprochenen Werbeeffekt der Plattenindustrie, gewinnen Musikvideos auch für die Konsumgüterindustrie an Bedeutung.

Untersuchungen in den USA ergaben, dass 30% aller Musikvideos einen Hin­weis auf einen Markenartikel enthalten und fast 70% den Konsum bestimmter Produkte zeigen. So sind diese also Agenten der Konsumindustrie. Die Stars der Popmusik werden der Funktion als "role modells" für die Identitätsbildung besonders bei Heranwachsenden gerecht. Die Möglichkeit des Product-Place­ments lassen sich die Auftraggeber der Musikvideos, je nach Bekanntheitsgrad des Künstlers, vergüten. Die Popmusik wird von den Konzernen als ein Weg begriffen, an junge Käuferschichten zu gelangen. Die Musik spielt als "Verklei­dung" von Waren aller Art eine Schlüsselrolle. In den Clips der Werbung tau­chen nicht zufällig häufig Popmusikfragmente auf. In den letzten Jahren konn­ten zahlreiche Titel in Werbespots für unterschiedlichste Produkte (Jeans, Autos etc.) zum Hit werden - meist Stücke, die schon früher einmal die Hitpara­den stürmten. Madonna war schließlich die erste, die ihr neuestes Stück als Weltpremiere innerhalb eines Werbefilms für Pepsi präsentierte ("Like a prayer", 1989). Die Promotion für Musik und Getränk wurden perfekt aufeinan­der abgestimmt.[8]

[...]


[1] Vgl. o.V. Der Begriff Musik-Video, 1998-2003

[2] Vgl. Wagner, Ursprünge des Musikvideos, o. J

[3] o. V., Musik-Video Zeitstrahl, 1998-2003

[4] Vgl. Wicke, Musikindustrie im Überblick,1997

[5] Vgl. Wicke / Ziegenrücker S. 348

[6] Vgl. Berland, “Sound, Image and Social Space: Music Video and Reconstruction” in “Sound and Vision” S. 31

[7] Vgl. Busse, Mythos in Musikvideos, 1996, S. 152 ff.

[8] Vgl. Hoffmann, Das Musikvideo als ökonomische Strategie, o. J.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Möglichkeiten und Bedeutungen in der Darstellung von Musikvideos
Hochschule
Hochschule Bremen  (Fachbereich Wirtschaft)
Veranstaltung
Konsumentenverhalten
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
22
Katalognummer
V12849
ISBN (eBook)
9783638186421
ISBN (Buch)
9783638686846
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musikvideos Musikvideo Kognitives Verhalten Darstellung Kaufverhalten
Arbeit zitieren
Slobodan Brkic (Autor), 2003, Möglichkeiten und Bedeutungen in der Darstellung von Musikvideos, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12849

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