1. Der Film “Majiang” von Yang Dechang:
Vier junge Männer in Taipei, die gegensätzlicher nicht sein könnten und doch in ein und derselben Gang sind und sich einander zugehörig fühlen. Das sind die vier Hauptcharaktere des Films „Majiang“ von Yang Dechang.
Da ist zum einen Rotfisch (Hongyu), der Kopf der Bande. Sein Vater hat sich von der Mafia Geld geliehen und sitzt bis zum Hals in Schulden. Daraufhin verlässt er seine Frau (die er ohnehin andauernd betrügt) und seinen Sohn, um sich zu verstecken. Rotfisch bewundert seinen Vater, er will genauso werden, wie er: Skrupellos und trickreich, jemand, der in der Lage ist, andere Menschen zu manipulieren, und um dieses gut zu beherr-schen, nie Gefühle aufkommen zu lassen.
Der Zweite ist Hong Kong (Xiang Gang), der Frauenheld. Er tut, was Rot-fisch ihm befiehlt, - meistens mit irgendwelchen Frauen zu schlafen, um sie so leichter manipulieren zu können. Dabei geht er genauso skrupellos wie Rotfisch vor, ohne auf die Gefühle der Frauen, die ihn zum Teil wirklich lie-ben, Rücksicht zu nehmen.
Der Dritte im Bunde ist Zahnpasta, der genau wie Hong Kong alles tut, was ihm von Rotfisch befohlen wird. Rotfisch ist derjenige mit den Ideen, und Zahnpasta führt sie aus. Er ist der Handlanger, der jedoch um einiges bruta-ler als Rotfisch selber ist.
Lun Lun ist der Vierte, der neu zu der Gruppe hinzugestoßen ist. Auch wenn er viele Befehle von Rotfisch ausführt, hat er ihn noch nicht wirklich als Boss akzeptiert und fühlt sich in der neuen Gruppe auch nicht besonders wohl.
Vier junge Männer, die sich um das Wohlergehen anderer nicht kümmern, denen es nur um ihr eigenes Glück geht. Sie betrügen andere Menschen, nutzen und beuten sie aus, um sich selber zu mehr Geld und damit auch Glück zu verhelfen. Doch am Ende zeigt sich, dass auch andere in der Lage sind, sie auszunutzen, und dass sie nicht die Einzigen sind, die gemeine Tricks beherrschen. Doch was hat das alles mit Jugendsubkulturen und Globalisierung in Taiwan zu tun?
Inhaltsverzeichnis
1. Der Film “Majiang” von Yang Dechang
2. Subkulturen
2.1 Jugendliche Subkulturen
2.2 Jugendsubkulturen in China und Taiwan
2.3 Widerspiegelung von taiwanesischen Jugendsubkulturen in dem Film
3. Globalisierung
3.1 Globalisierung in China und Taiwan
3.2 Widerspiegelung von Globalisierung in dem Film
4. Inwiefern spiegelt der Film wirklich Jugendsubkulturen und Globalisierung in Taiwan wider?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Film „Majiang“ von Yang Dechang hinsichtlich seiner Darstellung von Jugendsubkulturen und dem Einfluss der Globalisierung auf die taiwanesische Gesellschaft. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit die Filmcharaktere spezifischen Subkultur-Typen zugeordnet werden können und wie globale Einflüsse die Lebensrealitäten in Taiwan sowie die filmische Narration prägen.
- Charakterisierung der Hauptdarsteller in Bezug auf Subkultur-Modelle
- Definition und Funktion von Subkulturen
- Analyse des Globalisierungsprozesses in China und Taiwan
- Einfluss westlicher und japanischer Medien auf die taiwanesische Identität
Auszug aus dem Buch
2. Subkulturen:
“Minderheiten werden zeitweilig zu Mehrheiten und artikulieren ihren Widerstand gegen eine angepasste, profitsüchtige, bürokratisch erstarrte Gesellschaft.“ So definiert Rolf Schwendter den Begriff der Subkultur. Seiner Ansicht nach ist eine Subkultur oft eine Art „Gegenmilieu“, etwas, das einfach gegen das ist, wofür alle sind. Dabei würden Subkulturen oft als etwas unmoralisches und schlechtes empfunden.
So sieht es auch Chris Barker, der Subkulturen als „a whole way of life“ oder „a map of meaning“ bezeichnet.
Subkulturen sind also Kulturen, die sich unterhalb des Mainstreams bewegen. Die Menschen, die sich einer gewissen Subkultur zugehörig fühlen, zeigen dies durch ihr Aussehen, ihre Kleidung oder ihr Auftreten. Zum Beispiel tragen so genannte Emos (die gerade insbesondere in der Jugendkultur eine neue Form der Auferstehung feiern), überwiegend schwarze Kleidung, gemischt mit einigen wenigen Farbtupfern. Ihre Haare sind schwarz und hängen ihnen ins Gesicht. Oftmals tragen sie Sprüche auf ihrer Kleidung, die etwas mit dem Tod zu tun haben, damit wie viel einfacher und schöner es für sie wäre, tot zu sein. Darum und um gescheiterte Lieben geht es auch in der Musik die von ihnen gehört wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Film “Majiang” von Yang Dechang: Einführung in die vier männlichen Hauptcharaktere und ihre Motivationen innerhalb der kriminellen Gruppe.
2. Subkulturen: Theoretische Herleitung des Subkulturbegriffs sowie Erläuterung der jugendlichen Subkultur-Landschaft in Taiwan und China.
2.1 Jugendliche Subkulturen: Erörterung der Grundzüge und Funktionen jugendlicher Gruppierungen, insbesondere deren Abgrenzung vom Mainstream und der Elterngeneration.
2.2 Jugendsubkulturen in China und Taiwan: Vergleich der Jugendsituation und Identitätssuche zwischen China und Taiwan unter Berücksichtigung historischer und politischer Kontexte.
2.3 Widerspiegelung von taiwanesischen Jugendsubkulturen in dem Film: Anwendung der erarbeiteten Subkultur-Typologien auf die Protagonisten des Films „Majiang“.
3. Globalisierung: Allgemeine Definition und kritische Betrachtung der globalen Vernetzung und deren Auswirkungen auf Werte und Identitäten.
3.1 Globalisierung in China und Taiwan: Analyse der spezifischen Auswirkungen der Globalisierung auf die chinesische Wertewelt und die mediale Rezeption in Taiwan.
3.2 Widerspiegelung von Globalisierung in dem Film: Identifikation globaler Einflüsse im Film, wie etwa die Bedeutung internationaler Schauplätze und Anleihen bei Hollywood-Produktionen.
4. Inwiefern spiegelt der Film wirklich Jugendsubkulturen und Globalisierung in Taiwan wider?: Synthetisierendes Fazit zur gegenseitigen Durchdringung von Subkultur-Darstellung und globalen Einflüssen in Yang Dechangs Werk.
Schlüsselwörter
Jugendsubkulturen, Globalisierung, Majiang, Yang Dechang, Taiwan, Liumang, Pizi, Kah-a, Identität, Mainstream, Medien, Kulturkrise, Filmwissenschaft, Soziologie, Moderne
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Darstellung von Jugendsubkulturen und den Einfluss der Globalisierung in dem Film „Majiang“ von Yang Dechang im taiwanesischen Kontext.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die Soziologie von Subkulturen, die Auswirkungen der Globalisierung auf asiatische Gesellschaften sowie die filmwissenschaftliche Analyse der Charaktere und Handlungselemente.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Film als Spiegel der gesellschaftlichen Realität Taiwans zu untersuchen, indem die Verhaltensweisen der Protagonisten auf reale Subkultur-Typologien zurückgeführt werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit nutzt eine theoretische fundierte Inhaltsanalyse, indem zunächst soziologische Konzepte definiert und anschließend auf die filmische Narration angewendet werden.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition von Subkulturen, die Untersuchung der Globalisierung und die abschließende Anwendung dieser Konzepte auf den Film.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Liumang, Pizi, Kah-a, sowie Begriffe rund um die kulturelle Identität, das Wertevakuum und westliche Medieneinflüsse.
Warum spielt die Gruppe der „Liumang“ eine zentrale Rolle?
Die Liumang-Subkultur wird als Schlüssel genutzt, um das asoziale und manipulative Verhalten der männlichen Hauptcharaktere im Film „Majiang“ soziologisch einzuordnen.
Welche Rolle spielt die Globalisierung für den Film?
Die Globalisierung erklärt einerseits die Kulissen des Films, wie das „Hard Rock Café“, und andererseits den narrativen Einfluss, etwa durch die Übernahme von Hollywood-Stilelementen für das Filmende.
Wie unterscheidet sich Lun Lun von den anderen Gruppenmitgliedern?
Lun Lun befindet sich in einer Transformationsphase zwischen Mainstream und Subkultur, da er im Gegensatz zu den anderen noch empathische Züge zeigt.
Welche Bedeutung haben japanische TV-Dramen in der Arbeit?
Sie dienen als Beispiel für den kulturellen Globalisierungseffekt in Taiwan, da sie von jungen Taiwanesen aufgrund kultureller Familiarität oft amerikanischeren oder lokalen Produktionen vorgezogen werden.
- Quote paper
- Christina Rokoss (Author), 2007, Die Widerspiegelung von Jugendsubkulturen und Globalisierung in Taiwan am Beispiel des Films "Majiang" von Yang Dechang, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128499