Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, was genau den Film "Fack ju Göhte" so erfolgreich werden ließ und was das für die Lehrer*innenbildung bedeutet. Zudem wird der Sprachstil diskutiert.
Der Film "Fack ju Göhte" von Bora Dagtekin war in Deutschland ein Kassenschlager und hat mittlerweile Kultstatus erlangt. Mit etwa 5,6 Millionen hatte der Film im Jahr 2013 die meisten Kinobesucher*innen, und bis Juli 2014 waren es über 7 Millionen Besucher*innen. Er belegt den sechsten Platz der erfolgreichsten deutschen Filme in der Bundesrepublik seit 1964 und wurde unter anderem mit dem deutschen Filmpreis Bambi ausgezeichnet.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkungen
2. Was ließ den Film so erfolgreich werden?
3. Lehrer*innenbildung durch Fack ju Göhte
4. Die Jugendsprache im Film
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Faktoren für den außerordentlichen Erfolg des Kinofilms „Fack ju Göhte“ und analysiert dessen Potenzial als Medium für die Lehrer*innenbildung und zur Reflexion pädagogischer Prozesse.
- Analyse der Erfolgsfaktoren des Films
- Reflexion über Lehrer*innenbildung durch popkulturelle Medien
- Untersuchung der pädagogischen Beziehungsarbeit im Film
- Analyse der Jugendsprache und deren Wahrnehmung
- Verhältnis zwischen Institution Schule und Individuum
Auszug aus dem Buch
2. Was ließ den Film so erfolgreich werden?
Der Film Fack ju Göhte bedient zahlreiche Sehnsüchte, welche die Grundlage des Erfolges darstellen.
Sind es die Dialoge, in denen die Teenager kein Blatt vor den Mund nehmen, grammatisch und politisch unkorrekt sprechen, der Ton direkt und rau ist und sie sich so offenbar verstanden fühlen? Die flotten Sprüche der coolen Kids, wie „Der is´ so süß, Herr Müller“? Oder sind es die Lehrer*innen, die aufs Korn genommen werden? Das Bildungssystem, das ebenfalls sein Fett bekommt? Oder ist es Elyas M’Barek, der sich als unkonventioneller Frauenschwarm in Szene setzt? Oder ist es schlicht die gelungene Mischung aus allem?
Der Film Fack ju Göhte stellt einen klassischen Schulalltag dar, mit Schüler*innen, die keine Lust aufs Lernen oder die Schule haben, und mit Lehrer*innen, die scheinbar genauso wenig Lust auf ihre Schülerschaft oder das Unterrichten haben.
Zeki Müller versucht, seine chaotische und demotivierte Klasse bis zum Abitur zu bringen, und das mit oft etwas fragwürdigen Methoden. Die folgenden Überlegungen zeigen, welche Anregungen zur Reflektion der eigenen Subjektivität und Praxis selbst von einem populären Film wie Fack ju Göhte ausgehen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbemerkungen: Einführung in den Status des Films als Kassenschlager und Definition des Zieles der Arbeit.
2. Was ließ den Film so erfolgreich werden?: Untersuchung der inhaltlichen und atmosphärischen Aspekte, die den Film für ein breites Publikum attraktiv machen.
3. Lehrer*innenbildung durch Fack ju Göhte: Reflexion über den Nutzwert des Films für die pädagogische Reflexion von Lehrkräften.
4. Die Jugendsprache im Film: Analyse der Sprachwahl im Film und deren Wirkung auf die Wahrnehmung von Schule und Jugend.
5. Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangsfragen zur Relevanz des Films für die Lehrer*innenbildung.
Schlüsselwörter
Fack ju Göhte, Lehrer*innenbildung, Filmanalyse, pädagogische Beziehung, Zeki Müller, Schule, Jugendsprache, Schulentwicklung, Reflexion, Filmrezeption, Bildungssystem, Subjektivität, Praxis, Medienpädagogik, Kassenschlager.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem enormen Erfolg des deutschen Kinofilms „Fack ju Göhte“ und hinterfragt, inwieweit dieser Film zur Reflexion in der Lehrer*innenbildung dienen kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Erfolgsfaktoren des Films, die Darstellung von Lehrer-Schüler-Beziehungen, schulisches Handeln und der Einsatz von Jugendsprache als Mittel zur Identifikation.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, was den Film so erfolgreich gemacht hat und welche Bedeutung dieser Erfolg für die Lehrer*innenbildung sowie die professionelle Selbstreflexion hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine medienpädagogische Filmanalyse, die soziologische Aspekte des Schulalltags mit fachdidaktischen und pädagogischen Theorien verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Dynamiken zwischen der Lehrfigur Zeki Müller und seiner Klasse, die Rolle der Institution Schule in der Legitimationskrise und die spezifische Sprachgestaltung im Film.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Fack ju Göhte, Lehrer*innenbildung, pädagogische Beziehung, Identitätsbildung und Schulkultur.
Warum ist die Figur des Zeki Müller für die Untersuchung so entscheidend?
Zeki Müller bricht mit traditionellen Rollenbildern; er agiert als „unfreiwilliger“ Lehrer, der durch Authentizität und Unkonventionalität Bindungen aufbaut, die klassischen Lehrkräften oft verwehrt bleiben.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Lehrer*innenbildung?
Der Film zeigt, dass eine rein formale Wissensvermittlung nicht ausreicht. Erfolgreiches Lehren erfordert Authentizität und die Fähigkeit, affektive Bindungen zu den Schüler*innen aufzubauen, ohne dabei professionelle Standards gänzlich aufzugeben.
- Citar trabajo
- Joanna Steinborn (Autor), 2021, Der Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Konsequenzen für die Lehrerbildung sowie Analyse der verwendeten Jugendsprache, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1285409