Unterrichtsstunde: Das Kreuz - Zeichen des Leides, Zeichen der Hoffnung


Unterrichtsentwurf, 2009

19 Seiten, Note: "gelungen"


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Bedingungsanalyse
1.1 Entwicklungsstand der Schüler
1.2 Persönlicher Bezug zur Thematik

2 Sachanalyse
2.1 Symbolik des Kreuzes
2.2 Das Kreuz im biblischen Zeugnis
2.3 Die Kugellagermethode

3 Didaktische Entscheidungen
3.1 Bildungsplanbezug
3.2 Stundenkontext
3.3 Didaktische Analyse nach Klafki
3.4 Auflistung der Unterrichtsziele

4 Methodische Entscheidungen

5 Strukturskizze

6 Literaturverzeichnis

7 Anhang

1 Bedingungsanalyse

Regulär findet der evangelische Religionsunterricht der Klassen 9a und b in einem etwas engen Raum (B13) statt. Die Enge des Raumes lässt manche Methoden, wie z.B. Fish-Bowl, Kugellager usw. nur eingeschränkt zu, da schon ein Sitzkreis eher zu einem unförmigen Ei, als zu einem Kreis wird.

Aufgrund der Teilung des Pausenhofs mit der Hauptschule, die versetzt große Pausen hat, sind die Stunden oft mit einem hohen Lärmpegel von draußen unterlegt. Für den bevorstehenden Unterrichtsbesuch, der im Rahmen einer Mentorenfortbildung stattfindet, soll auf einen größeren und leiseren Raum D11/12 ausgewichen werden.

Die Klasse 9ab setzt sich aus 29 Schülerinnen und Schülern zusammen.[1] Wie zu erwarten sind bis auf drei Schüler alle evangelisch getauft und konfirmiert. Bei einem Schüler trifft letzteres nicht zu, eine ist Schülerin katholisch und eine Schülerin Baptistin. Diese Schülerin hat in einer Evaluation[2] ein breites Wissen kundgegeben, was jedoch aus ihrem Verhalten im Unterricht selbst kaum ersichtlich ist. Sie beteiligt sich freiwillig gar nicht und sitzt alleine an einer Bank.

Die Schülerin mit katholischem Hintergrund dagegen hat sehr lückenhaftes Wissen in fast allen Dimensionen des Bildungsplans der Klasse 7/8, beteiligt sich jedoch am Unterricht. Die Mitarbeit der Schüler grundsätzlich ist „in Ordnung“, solange nicht nach persönlichen Fragen und Stellungnahmen gefragt wird. In solchen Fällen geben die Schüler selten freiwillig Redebeiträge, was das Zustandekommen von Diskussion schwer macht. Ruft man die Schüler jedoch auf und „zwingt“ sie damit zur Beteiligung, fällt zum Teil auf, dass manche Schüler interessiert sind, interessante Aspekte beleuchten können und gute Fragen stellen.

Vereinzelte Schüler scheinen kein großes Interesse am Fach zu haben oder sind, auch im Hinblick auf ihren Entwicklungsstand, innerlich mit anderen Dingen beschäftigt.

1.1 Entwicklungsstand der Schüler

Laut PIAGET sind Jugendliche ab etwa 11 Jahren in der Lage, abstrakt zu denken. Die Schüler können demnach begreifen, dass es neben ihrer Realität noch andere Realitäten gibt. Die Adoleszenten stellen Fragen nach der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Daseins. Sie sind in der Lage, hypothetische Bilder der eigenen Person zu entwerfen und können auch die Perspektiven anderer übernehmen.[3]

FOWLER knüpft an PIAGETS so genannte Stufe des formal-operationalen Denkens an und beschreibt den Glauben von Jugendlichen ab der Pubertät als „synthetisch-konventionell“. Synthetisch, weil eine Verknüpfung von Sinnglaube, der persönlichen Identität und ihrer Werteordnung stattfinden kann. Wird Gott als personal signifikant begriffen, kann diese Vorstellung Jugendlich tief beeindrucken, so FOWLER. Trotzdem ist der Glaube in dieser Stufe ein „stillschweigendes System“, denn der Mensch fühlt sich emotional an seine Werte und Normen gebunden, hinterfragt sie allerdings nicht. Grundsätzlich werden Werte und Normen sehr stark von der Autorität einzelner Bezugspersonen oder Glaubensgemeinschaften geprägt.[4]

1.2 Persönlicher Bezug zur Thematik

Was das Kreuz für mich als Christ bedeutet wurde mir erst klar, nachdem ich mich persönlich damit auseinanderzusetzen begonnen habe. Vorher war das Kreuzesgeschehen bloßes Wissen, ohne persönlichen Bezug. Trotzdem sehe ich auch darin etwas Wesentliches, denn das Kreuz mit alledem, was vorher und nachher passiert ist, bildet den Grundstock des Christentums.

2 Sachanalyse

2.1 Symbolik des Kreuzes

Symbole sind Gegenstände, Zeichen oder Sinnbilder, denen eine bestimmte Bedeutung zugesprochen wird, die über das eigentliche Zeichen hinaus auf etwas verweist.

Das Kreuz wird in Knaurs Lexikon der Symbole als das universellste unter den einfachen Symbolzeichen, das keinesfalls auf den christlichen Bereich beschränkt bleibt, bezeichnet. Das Kreuz taucht in sehr vielen unterschiedlichen Kontexten auf (z.B. in Bauplänen von Tempeln und Kirchen, in Weltbilddarstellungen vieler Kulturen usw.).[5]

Es symbolisiert u. a. das All, die Himmelsrichtungen, die Gottheit und die Jahreszeiten und findet sich in den ältesten Kulturen als verbreitetes Ornament und Heilszeichen wieder.[6]

In der heutigen Zeit kursiert das Kreuz mit seinen vielen Kreuzvarianten und unterschiedlichen Aussagen z.B. auch in esoterischen Gruppen. Dort wird es verwendet, weil man sich damit auf „alte Weisheit“ beruft.

Die Kreuzsymbolik im christlichen Kontext bezieht sich auf das Hinrichtungswerkzeug Christi, welches als Instrument exzessiver Grausamkeit zum Symbol des ewigen Lebens wurde.[7]

Der Tod am Kreuz war zur Zeit Jesu’ eine weit verbreitete und oft eingesetzte Todesstrafe der römischen Besatzungsmacht für ihre politischen Gegner. Allerdings galt diese Art von Strafe als so erniedrigend, dass römische Bürger selbst damit nicht bestraft werden durften.[8]

Die Tatsache, dass der Kreuzestod eine derart schimpfliche Art der Hinrichtung war, führte dazu, dass das Kreuz in Europa nur zögernd anerkannt wurde. Erst Jahre später in der Romanik wurde es als Symbol des Triumphes über den Tod akzeptiert.[9] Dahin wirkte die paulinische Kreuzestheologie, die den paradoxen Zusammenhang von Tod und Leben, Schmach und Verherrlichung Christi am Kreuz herausstellt. Heute steht für viele Menschen jedoch der Leidensaspekt des Kreuzes im Vordergrund. Das Kreuz als Symbol des menschlichen Leidens und gleichzeitig als Heilssymbol verursacht umso mehr eine Herausforderung und Zumutung des Glaubens. Anzumerken bleibt hier auch, dass sogar dem Urchristentum das „Wort vom Kreuz“ (1. Kor 1, 18[10] ) ein Skandal war.[11]

Diesem Wort sich öffnen heißt sich einlassen auf den,

der am Kreuz hängt und der nach Paulus unsere einzige Hoffnung ist.[12]

2.2 Das Kreuz im biblischen Zeugnis

In biblischen Schriften wird Jesu Tod am Kreuz als unbestrittene Tatsache vorausgesetzt. Zudem belegen laut KREMER einige außerbiblische Texte diese historische Begebenheit.

KREMER sieht in der Kreuzesinschrift „König der Juden“ (Mk 15,24; vgl. Joh 19,19) ein Indiz dafür, dass Jesus unter Angaben politischer Vergehen gekreuzigt wurde. Werden Aussagen der Evangelien und der Apostelgeschichte herangezogen, wird deutlich, dass es Jesu’ einzigartiger Anspruch Sohn Gottes zu sein, war, der als Gotteslästerung empfunden wurde und als eigentlicher Grund für seine Verurteilung gelten kann.[13]

BÖRST beschreibt Deutungen des Kreuzes Christi im Licht des neuen Testamentes. Er bezieht sich auf das Reden des Apostel Paulus vom Kreuz, der damit das Heilshandeln Gottes durch die Hingabe seines Sohnes meint (Röm 8,32; 1. Kor 1,18ff und 2,2). Fragt man weiter, was am Kreuz zum Heil der Welt geschehen ist, kommen eine Vielzahl von Deutungen in Betracht. Eine dieser Deutungen steht in Verbindung mit dem kultischen Motiv des alttestamentlichen Sühneopfers (Apg 20,28; Eph 2,14; 1. Pet 1,18 usw.). Jesus hat sich demnach stellvertretend für unsere Sünden hingegeben. Diese älteste Deutung findet sich auch in den Abendmahlsworten (Mt 26,26-28; Mk 14,22-24; Lk 22,19-22; 1. Kor 11,23-25) wieder.

[...]


[1] Im weiteren Verlauf werde ich „Schülerinnen und Schüler“ mit SuS abkürzen und Schüler oder Schülerin mit S.

[2] Evaluiert habe ich die Bildungsstandards Klasse 7/8, um Aufschluss über den Wissensstand der Klasse zu bekommen.

[3] Vgl. ZIMBARDO/GERRING (2004): Psychologie. S. 456.

[4] Vgl. GROM (2000): Religionspädagogische Psychologie.

[5] Vgl. BIEDERMANN (2004): Knaurs Lexikon der Symbole, S. 608f.

[6] Vgl. SCHÜTZ (1988): Praktisches Lexikon der Spiritualität, S. 731f.

[7] Vgl. BIEDERMANN (2004): Knaurs Lexikon der Symbole, S. 608f.

[8] Vgl. KREMER (1985): Das Evangelium von Jesu Tod und Auferstehung, 13f.

[9] Vgl. BIEDERMANN (2004): Knaurs Lexikon der Symbol, S. 608f.

[10] Grundlage für alle folgenden Bibelzitate ist „Die Bibel. Nach der Übersetzung von Martin Luther (1999).

[11] Vgl. SCHÜTZ (1988): Praktisches Lexikon der Spiritualität, S. 731f.

[12] SCHÜTZ (1988): Praktisches Lexikon der Spiritualität, S. 732.

[13] Vgl. KREMER (1985): Das Evangelium von Jesu Tod und Auferstehung, S. 13f.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsstunde: Das Kreuz - Zeichen des Leides, Zeichen der Hoffnung
Veranstaltung
Unterrichtsbesuch
Note
"gelungen"
Autor
Jahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V128613
ISBN (eBook)
9783640384402
ISBN (Buch)
9783640384839
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Stunde wurde in einer 9. Realschulklasse gehalten und ist reibungslos verlaufen. Für eine Arbeitsfolie werden zwei Fotos benötigt - diese können hier aus urheberrechtlichen Gründen nicht beigefügt werden. Links zu den Fotos sind angegeben.
Schlagworte
Unterrichtsstunde, Kreuz, Zeichen, Leides, Zeichen, Hoffnung
Arbeit zitieren
Juliane Schäfer (Autor), 2009, Unterrichtsstunde: Das Kreuz - Zeichen des Leides, Zeichen der Hoffnung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128613

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