Quantitative versus qualitative Forschung. Eine Erläuterung und Gegenüberstellung


Hausarbeit, 2018

21 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Einordung der Arbeit
1.2 Motivation
1.3 Vorgehen

2 Quantitative Forschung
2.1 Anwendungsbereiche
2.2 Datenerhebung und -auswertung
2.3 Gästebefragung im Tourismus - ein Beispiel für die quantitative Forschungsmethode
2.3.1 Planung der Befragung
2.3.2 Datenerhebung und Auswertung anhand der Gästebefragung
2.3.3 Fazit zur Verwendung der quantitativen Forschungsmethode
2.4 Rückblick - die wesentlichen Aspekte quantitativer Forschung

3 Qualitative Forschung
3.1 Anwendungsbereiche
3.2 Datenerhebung und -auswertung
3.3 Was geflüchtete Menschen in Deutschland bewegt - Beispiel eines qualitativen Leitfadeninterviews
3.3.1 Planung des Interviews
3.3.2 Datenerhebung und Auswertung des qualitativen Interviews
3.3.1 Fazit zur Verwendung der qualitativen Forschungsmethode
3.4 Rückblick - die wesentlichen Aspekte qualitativer Forschung

4 Diskussion der Unterschiede
4.1 Schematische Gegenüberstellung beider Forschungsmethoden
4.2 Vergleich der Methoden und Hinblick auf Vereinbarkeit

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Befragung zur Bedeutung von Wellness aus Nachfragersicht

Abbildung 2: Bedeutung von Wellness aus Nachfragersicht (Mittelwerte)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Quantitative Forschung

Tabelle 2: Qualitative Forschung

Tabelle 3: Quantitative und qualitative Forschungsmethoden im direkten Vergleich

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„Nicht die Verwendbarkeit von Methoden darf über das Ausmaß ihrer Anwendung entscheiden, sondern lediglich Forschungsziel und Forschungslogik.“ (Atteslander 2010, S. 12)

Dieses Zitat Atteslanders stellt nur eine Meinung zur richtigen Auswahl von Forschungsmethoden dar. Ob sich dieser Meinung anzuschließen ist, oder ob es andere bedeutsame Auswahlkriterien für die Forschungsmethoden gibt, soll im Verlauf dieser Arbeit herausgestellt werden.

1.1 Einordung der Arbeit

In der Wissenschaft gibt es verschiedene Methoden zur empirischen1 Erhebung von Daten. Bei diesen Methoden handelt es sich einerseits um die quantitative, andererseits um die qualitative Forschungsmethode. Die hier vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Hauptaspekten der qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden, deren Gegenüberstellung und der Veranschaulichung beider Methoden anhand spezifischer Beispiele. Es wird aufgezeigt, wie die Methoden genutzt werden können und ob sie einer klaren Trennung bedürfen, oder sogar kombinierbar sind. Eine detaillierte Beschreibung der Vorgehensweisen beider Methoden ist im Rahmen dieser Arbeit zwar nicht möglich, aber die wichtigsten Grundlagen sollen dargestellt werden.

1.2 Motivation

Das Verfassen einer Hausarbeit mit vorgegebenem Thema ist Teil des Moduls „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“ des Fernstudiengangs Ernährungswissenschaften an der IUBH. Zur Auswahl gestellt sind zwei Themen, von denen diese Arbeit das Thema „quantitative vs. qualitative Forschung“ behandelt.

Anlass für die Wahl dieses Themas ist die zentrale Bedeutung der Forschungsmethoden für das wissenschaftliche Arbeiten. Empirische Datenerhebung und -auswertung ist mitunter Teil des Arbeitsalltags eines Ernährungswissenschaftlers und somit auch das Erkennen, welche Methoden für ein bestimmtes Forschungsziel sinnvoll einsetzbar sind. Eine intensive Beschäftigung mit dem Thema „Forschungsmethoden“ kann für Studierende daher durchaus interessant sein.

1.3 Vorgehen

In den folgenden beiden Kapiteln werden zunächst die Anwendungsbereiche und das Vorgehen der Datenerhebung und -auswertung der quantitativen und der qualitativen Forschungsmethode erläutert. Für Beide werden spezifische Beispiele angeführt. Daran schließt sich in Kapitel 4 ein Vergleich der Methoden an. Die Vorgehensweise, nach der die Methoden vorgestellt werden, folgt einer thematisch analogen Struktur. So können die Methoden im Anschluss schematisch gegenübergestellt und miteinander verglichen werden.

2 Quantitative Forschung

Die quantitative Forschung befasst sich grundsätzlich mit der Erhebung und Auswertung von Zahlen und Messwerten. In der empirischen Forschung werden quantitative Methoden verwendet, um Sachverhalte als messbare Größen abzubilden und sie miteinander vergleichbar zu machen (vgl. Schirmer 2009, S. 66f.).

2.1 Anwendungsbereiche

Das Messen und Darstellen von Merkmalen nach einer systemischen Kategorisierung ist in den Naturwissenschaften von zentraler Bedeutung, jedoch wird auch in den Sozialwissenschaften Gebrauch von quantitativen Methoden gemacht (vgl. Schirmer 2009, S. 141). Besonders in sozialwissenschaftlichen Bereichen, in denen Daten einer großen Anzahl von Untersuchungseinheiten erhoben werden müssen, profitieren Wissenschaftler von der Effektivität der Quantifizierung (vgl. ebd.). Eine inhaltlich ähnliche aber kritischere Aussage zur quantitativen Datenerhebung in den Sozialwissenschaften findet sich in Atteslanders „Methoden der empirischen Sozialforschung“ (2010, S. 9). Dort heißt es, dass „[e]ine große Zahl von Beobachtungen [...] die Möglichkeit umfassender Quantifizierung voraus[setzt].“ Doch „[n]icht jedes Muster, das in statistischem Material erkennbar ist, sagt Wesentliches über die Gesellschaft aus, auf die sich die statistischen Daten beziehen“ (Kern 1982, S. 43ff. zitiert nach Atteslander 2010, S. 9).

Die quantitative Forschung wird sowohl in den Natur- als auch in den Sozialwissenschaften verwendet, um z.B. Ursache-Wirkungs-Beziehungen zu erkennen oder Statistiken zu erstellen.

2.2 Datenerhebung und -auswertung

Es gibt in der quantitativen Forschung verschiedene Methoden zur empirischen Datenerhebung. In der Sozialforschung 2 wird z.B. Gebrauch von der standardisierten Befragung (Umfrageforschung), der quantitativen Beobachtung, experimentellen Erhebung und der quantitativen Inhaltsanalyse gemacht (vgl. Ebster/ Stalzer 2013, S. 141).

Statistik3 ist im Zusammenhang mit der quantitativen Forschung essenziell und ermöglicht u.a. die Auswertung von empirischen Daten im Hinblick auf Abhängigkeiten verschiedener Merkmale. Durch bestimmte Rechenoperationen können so Ursache-Wirkungs-Beziehungen erkannt werden. In der quantitativen Forschung wird der jeweilige Forschungsgegenstand „ausschließlich als ,Merkmalsträger‘“ interpretiert (Schumann 2018, S. 35). Um einen hohen Aussagegehalt und die Qualität quantitativer Forschungsarbeiten zu gewährleisten, müssen die Datenerhebenden standardisiert und theoriegeleitet vorgehen (vgl. Schirmer 2009, S. 70). Die erhobenen Daten sollen den (Güte)Kriterien der Objektivität 4 , der Reliabilität5 und der Validität6 genügen (vgl. Atteslander 2010, S. 76, Hervorhebungen im Original; vgl. auch Mayer 2013, S. 90).

Die Auswertung und Analyse der dadurch erhobenen Daten erfolgt heutzutage meistens durch spezielle computerprogramme oder direkt durch Statistiksoftware wie SPSS, SAS oder SYSTAT (vgl. Atteslander 2010, S. 300). „Die Beobachtungen sollen unter anderem im Hinblick auf die Häufigkeit ihres Auftretens und ihrer graduellen Ausprägung analysiert und durch wenige einfache Maßzahlen wie z.B. Mittelwert und Streuung ersetzt werden.“ (Ebster/ Stalzer 2013, S. 141).

2.3 Gästebefragung im Tourismus - ein Beispiel für die quantitative Forschungsmethode

Das im Folgenden angeführte Beispiel einer quantitativ aufbereiteten Befragung ist Teil der Publikation „Neue Muße im Tourismus“ (Leder, 2007). In Ebengenannter werden Untersuchungen über touristische Angebote mit den Schwerpunkten Selbstfindung und Entschleunigung angestellt. Leder untersucht in diesem Zusammenhang u.a. anhand von Fragebögen, was „Wellness“ für die Nachfrager von Wellnessangeboten bedeutet (vgl. Leder 2007, S. 103f.).

Die Umfrage, die mit 45 Gästen des Wellnessreisen-Anbieters TUI-Vital durchgeführt wurde, stellt heraus, ob sich die Ansprüche der Urlauber an einen Wellnessurlaub mit den Angeboten des Mußetourismus decken.

2.3.1 Planung der Befragung

Bevor eine Befragung stattfinden kann, müssen u.a. einige Überlegungen über die Stichprobe, die Art der Befragung und die Aufbereitung der Fragen angestellt werden.

Leder hat sich in diesem Fall für eine Stichprobengröße entschieden, die der Grundgesamtheit aller Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Mußeangebote entspringt, die im Rahmen einer vorgegangenen Inhaltsanalyse erfasst wurden. Die Stichprobe umfasst diejenigen Personen der Grundgesamtheit, die eine Wellnessreise unternahmen, welche maximal zwei Jahre zurücklag. Von insgesamt ca. 100 Personen haben 45 einer Befragung zugestimmt. Alle Personen wurden aus Kosten- und Zeitgründen telefonisch befragt. Die Aufbereitung der Fragen orientiert sich an vier verschiedenen Bereichen des Mußetourismus, die Leder anhand der relevanten Forschungsfragen festmacht (Vgl. Leder 2007, S. 98f).

2.3.2 Datenerhebung und Auswertung anhand der Gästebefragung

Die Datenerhebung erfolgt, wie bereits erwähnt, durch Telefoninterviews mit den Probanden aus der Stichprobe. Diese bekommen, der Reihe nach, alle Fragen des Fragebogens gestellt. Die Antworten werden vom Interviewer vermerkt. Die folgende Darstellung zeigt eine von 22 Fragen der Wellnessgästebefragung. Es handelt sich um eine Mischform aus zehn geschlossenen Antwortformaten und einer offenen Kategorie. Die einzelnen Aussagen zur Beurteilung sind aus der Angebotsanalyse des Bereichs Wellness abgeleitet (vgl. Leder 2007, S. 103).

Abbildung 1: Befragung zur Bedeutung von Wellness aus Nachfragersicht

Frage: Bitte beurteilen Sie folgende Aussagen zum Thema Wellness (bitte nennen Sie jeweils einen Wert von 1= „volle Zustimmung“ bis 5 = „keine Zustimmung“)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Leder 2007, S.205

Für die Auswertung einer solchen Befragung, werden die Antworten gezählt und z.B. der Mittelwert einer jeden Antwortmöglichkeit errechnet. Leder hat in diesem Zusammenhang die Ergebnisse (Mittelwerte) in eine Skala mit einem Darstellungsbereich von -2 = „keine Zustimmung“ bis 2 = „volle Zustimmung“ und einem Nullpunkt = „indifferent“ übertragen. Diese stellt bei 9 der 10 Aussagen eine deutliche Übereinstimmung der Bedeutung von Wellness aus Angebots- und Nachfragersicht heraus. (Vgl. Leder 2007, S.103, Abb.33)

Abbildung 2: Bedeutung von Wellness aus Nachfragersicht (Mittelwerte)

Frage: Bitte beurteilen Sie folgende Aussagen zum Thema Wellness (bitte nennen Sie jeweils einen Wert von 1 = „volle Zustimmung' bis 5 = „keine Zustimmung")

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Leder 2007, S. 103

2.3.3 Fazit zur Verwendung der quantitativen Forschungsmethode

Die quantitative Forschungsmethode ist für die Befragung einer größeren Stichprobe vorteilhaft, da sich die erhobenen Daten schnell und einfach auswerten lassen. Die hier beispielhaft vorgestellte Gästebefragung wurde mit 45 Personen durchgeführt, was für die Wahl der quantitativen Forschungsmethode spricht. Das Konzept für die Befragung wurde im Vorfeld geplant und entspricht den Kriterien der quantitativen Datenerhebung. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die quantitative Forschungsmethode in dem Fall der Gästebefragung zielführend eingesetzt wurde.

2.4 Rückblick - die wesentlichen Aspekte quantitativer Forschung

Die wesentlichen Aspekte der vorangegangenen Ausührung werden im Folgenden tabellarisch zusammengefasst. Die Tabelle dient dem späteren Vergleich beider Methoden in einer schematischen Gegenüberstellung.

Tabelle 1: Quantitative Forschung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Atteslander 2010, S. 350/ Lamnek 2005, S. 27

[...]


1 „Empirisch bedeutet, dass theoretisch formulierte Annahmen an spezifischen Wirklichkeiten überprüft werden“ (Atteslander 2010, S.4).

2 Hier wird absichtlich nur von Sozialforschung gesprochen, da die Datenerhebung in den Naturwissenschaften für den Vergleich mit den qualitativen Forschungsmethoden in dieser Arbeit unerheblich ist.

3 Gemeint ist hier die Statistik als wissenschaftliche Disziplin

4 Objektivität (hier): „Unabhängigkeit der Forschung“; „klassisch quantitatives Gütekriterium“ (Schirmer 2009, S. 71); Objektivität wird häufig als drittes Gütekriterium neben Reliabilität und Validität genannt (vgl. Diekmann 2009, S. 247ff., Schirmer 2009, S. 70 oder auch Schumann 2018, S. 35)

5 Reliabilität: die „Zuverlässigkeit der Messung“; Aussage über die Verlässlichkeit der Messinstrumente (Schirmer 2009, S. 72f.)

6 Validität: „Gültigkeit der Messung“; Aussage darüber, wie geeignet die Messinstrumente für das Erreichen des Forschungsziels einer Untersuchung sind (Schirmer 2009, S. 73f.)

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Quantitative versus qualitative Forschung. Eine Erläuterung und Gegenüberstellung
Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V1286239
ISBN (Buch)
9783346745781
Sprache
Deutsch
Schlagworte
forschungsmethoden, wissenschaftliches arbeiten, qualitativ, quantitativ, gegenüberstellung
Arbeit zitieren
Rika Leder (Autor:in), 2018, Quantitative versus qualitative Forschung. Eine Erläuterung und Gegenüberstellung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1286239

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Quantitative versus qualitative Forschung. Eine Erläuterung und Gegenüberstellung



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden