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Das Wendebild in Jens Sparschuhs „Der Zimmerspringbrunnen“

Title: Das Wendebild in Jens Sparschuhs „Der Zimmerspringbrunnen“

Research Paper (postgraduate) , 2009 , 36 Pages

Autor:in: Sven Bonitz (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Diese Arbeit gibt zunächst Verweise auf den historischen, sozialwissenschaftlichen und literaturgeschichtlichen Kontext der Wiedervereinigung. Anschließend wird ein theoretisches Arbeitsmodell erarbeitet, das als Interpretationsgrundlage für die weitere Auseinandersetzung mit dem Bild der Deutschen Einheit in Jens Sparschuhs Roman "Der Zimmerspringbrunnen" fungieren soll. In dieser Auseinandersetzung wird die Darstellung der Wende als private und berufliche Ambivalenzerfahrung fokussiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Arbeitsmodell

3 Interpretation von Sparschuhs „Der Zimmerspringbrunnen“

3.1 Die „Wende“ als Ambivalenzerfahrung: Das Wendebild des Romans „Der Zimmerspringbrunnen“

3.1.1 Charakteristika in der inhaltlichen Darstellung der Ambivalenzerfahrung

3.1.1.1 Die Euphorie des beruflichen Neuanfangs

3.1.1.2 Kennenlernen neuer beruflicher Strukturen und Mechanismen

3.1.1.3 Erste praktische Berufserfahrungen / Verkaufsversuche

3.1.1.4 Auswirkungen des beruflichen Erfolges auf das Privatleben

3.1.1.5 Die Kreation des Neuen

3.1.1.6 Absatzsteigerung durch Eigeninitiative und neue Verkaufsstrategien

3.1.1.7 Die Suche nach Vollkommenheit

3.1.2 Erzählverfahren

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das in Jens Sparschuhs Roman „Der Zimmerspringbrunnen“ gezeichnete Wendebild tiefgehend zu interpretieren, indem sie den Protagonisten Hinrich Lobek als prototypischen DDR-Bürger analysiert, der die gesellschaftlichen Transformationsprozesse nach der Wiedervereinigung als ambivalente Erfahrung von beruflichem Aufstieg und privatem Scheitern durchlebt.

  • Die deutsche Einheit als Ambivalenzerfahrung
  • Die literarische Gestaltung der Nachwendezeit
  • Der Einfluss von Form und Erzählverfahren auf die Interpretation
  • Ost-West-Konflikte und die Grenzen der Kommunikation
  • Die Funktion von Humor und Satire in der Wendeliteratur

Auszug aus dem Buch

3.1.1.3 Erste praktische Berufserfahrungen / Verkaufsversuche

Erste praktische Verkaufserfahrungen sammelt Lobek bei einer gemeinsamen Verkaufstour mit Strüver durch die Metropole Berlin, die neben der Abwicklung des Stammkundengeschäftes auch der Erschließung von Neukunden zur Steigerung des Produktabsatzes in den neuen Bundesländern dienen soll. Dabei erweist sich Lobeks Beitrag, dieses Ziel mithilfe der Nutzung von Kundenlisten – die seiner ehemaligen Berufstätigkeit als Mitarbeiter bei der Ostberliner Kommunalen Wohnungsverwaltung entstammen – zu unterstützen, als unbrauchbar (vgl. Z: 71-72). Deshalb schlägt Strüver einen Wechsel der Verkaufsstrategie – die Strategie der „[…] Spontanbesuche […]“ (Z: 72) – vor, um das gesetzte Ziel der Verkaufstour erreichen zu können:

Strüver hatte diesen Kurswechsel sofort verordnet, als wir [Strüver und Lobek nach dem gescheiterten Verkaufsgespräch mit Herrn Wunschke; S. B.] wieder unten auf der Straße standen: Man müsse nach solch einem Anfangsfehlschlag einfach völlig neu ansetzen, das Schädlichste sei jetzt eine zermürbende Fehlerdiskussion. Also – wir gingen auf gut Glück los, und wir schienen zunächst auch Glück damit zu haben … (ebd.)

Jedoch lassen sich mit dieser neuen Verkaufsstrategie zunächst keine Verkaufserfolge erzielen, wie anhand von zwei Verkaufssituationen deutlich wird: Einmal besuchen Lobek und Strüver einen Alkoholiker, dem sie keinen Zimmerspringbrunnen verkaufen, sondern von sich aus das Gespräch abbrechen, weil der Verkauf von Zimmerspringbrunnen „[…] ethische[n] Grenzen […]“ (Z: 74) unterliegt. In einer anderen Situation werden die beiden Vertreter von einem Rentnerehepaar nach kurzer ‚Verhandlung‘ abgewiesen (vgl. Z: 75).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung verortet das Werk im Kontext der literarischen Auseinandersetzung mit der deutschen Einheit nach 1990 und thematisiert den innerdeutschen Literaturstreit sowie den Wenderoman als Gattung.

2 Arbeitsmodell: Dieses Kapitel etabliert die methodische Grundlage für die Interpretation, indem es die Bedeutung der Rezeption des Lesers und die Funktion literarischer Form bei der Vermittlung historischer Erfahrung betont.

3 Interpretation von Sparschuhs „Der Zimmerspringbrunnen“: Der Hauptteil analysiert die Erfahrungen des Protagonisten Hinrich Lobek, beleuchtet seine berufliche Entwicklung, die privaten Krisen, die Rolle des Zimmerspringbrunnens als Kompensationsmittel sowie das verwendete Erzählverfahren.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Interpretation zusammen und betont, dass Sparschuhs Roman erfolgreich die Ambivalenzen der Nachwendezeit durch Satire und Ironie sowie die sprachlichen Barrieren zwischen Ost und West abbildet.

Schlüsselwörter

Jens Sparschuh, Der Zimmerspringbrunnen, Deutsche Einheit, Wende, Nachwendezeit, Ambivalenzerfahrung, Hinrich Lobek, Ost-West-Verhältnis, Wendeliteratur, Identitätskrise, Satire, Rezeptionsästhetik, Heimatroman, Transformationsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Interpretation des Romans „Der Zimmerspringbrunnen“ von Jens Sparschuh und untersucht, wie das darin dargestellte Wendebild die Erfahrungen der deutschen Einheit widerspiegelt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Ambivalenz des beruflichen Erfolgs gegenüber privatem Scheitern, die ostdeutsche Identität nach 1990 sowie die kommunikativen Barrieren zwischen West- und Ostdeutschen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, das durch die Figur Hinrich Lobek entfaltete Wendebild zu beleuchten und aufzuzeigen, wie Sparschuh durch den Roman eine Auseinandersetzung mit den Folgen der Wiedervereinigung ermöglicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf ein rezeptionsästhetisches Arbeitsmodell, das die aktive Rolle des Lesers bei der Deutung fiktionaler Welten und deren Form in der Wendeliteratur betont.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die einzelnen Phasen von Lobeks beruflicher Neuorientierung, seine Ehekrise, die psychologischen Hintergründe seines Handelns und die ironisch-satirische Erzählweise des Autors detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Wende, Zimmerspringbrunnen, Identität, Ambivalenz, Ost-West-Verhältnis, Satire und Transformation.

Wie beeinflusst die Erfindung des Modells ATLANTIS das Schicksal des Protagonisten?

Die Entwicklung des Modells ATLANTIS dient als Kompensationslösung für das als unvollkommen empfundene Leben Lobeks und symbolisiert gleichzeitig die Bewältigung des Heimatverlustes vieler Ostdeutscher.

Warum wird das Gespräch mit der Kundin im Domina-Studio als Wendepunkt betrachtet?

Dieses Ereignis führt Lobek an die Grenze seiner Belastbarkeit und lässt ihn kurzzeitig überlegen, seine Vertretertätigkeit komplett aufzugeben, was den persönlichen Leidensdruck im neuen System verdeutlicht.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Zimmerspringbrunnen-Modells im Roman?

Der Zimmerspringbrunnen fungiert sowohl als Werkzeug zur Satire des westdeutschen Verkäuferwahns als auch als Identitätsobjekt, das spezifische kulturelle Erinnerungen an die DDR wachruft.

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Details

Title
Das Wendebild in Jens Sparschuhs „Der Zimmerspringbrunnen“
Author
Sven Bonitz (Author)
Publication Year
2009
Pages
36
Catalog Number
V128655
ISBN (eBook)
9783640349371
ISBN (Book)
9783640349074
Language
German
Tags
Wende Jens Sparschuh Zimmerspringbrunnen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Bonitz (Author), 2009, Das Wendebild in Jens Sparschuhs „Der Zimmerspringbrunnen“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128655
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