T-Groups (Sensitivity-Training)


Seminararbeit, 2003

13 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Entwicklung

3. Definition und Begriffserklärung

4. Ziele des Sensitivity-Trainings

5. Anwendungsformen

6. Aufbau und Ablauf eines Sensitivity-Trainings

7. Zur Effektivität eines Sensitivity-Trainings

8. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang: Ablaufplan für ein Laboratoriumsprogramm

1. Einleitung

Mit dem Begriff „Sensitivity-Training“ oder „T-Group“ (T steht für Training) werden häufig verschiedene Inhalte verbunden. Die einen verstehen darunter ein Mittel, Industriemanager zu tüchtigeren Betriebsführern zu machen, andere sehen darin für den durch die technisierte, entfremdete Arbeitswelt frustrierten Menschen neue Wege zur gegenseitigen Kontaktaufnahme, wieder andere denken dabei an eine Party ganz nach dem Motto „hear me, feel me, touch me“ (vgl. Schmidbauer, 1974).

Aus dem Grund soll diese Arbeit einen kurzen Überblick über Entwicklung, Aufbau, Ziele, Anwendungsformen und Effektivität eines Sensitivity-Trainings geben.

2. Historische Entwicklung

Nach Rechtien (1999) ist die T-Gruppe nach wie vor eines der wichtigsten Verfahren in gruppendynamischen Prozessen.

Die Entwicklung der Gruppendynamik begann bereits 1937 mit dem ersten sozialpsychologischen Experiment von Ronald Lippitt und Kurt Lewin.

1946 arbeitete dann eine Gruppe um Lewin, darunter Lippitt, Bradfort und Benne an Maßnahmen zur Verbesserung von Beziehungen innerhalb von Gemeinden.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen führte dann zu der Entstehung der National Training Laboratories (NTL) und der Basic Skill Training Groups. Aus diesen BST-Gruppen, deren Inhalte darin bestand, innovative Fertigkeiten und Konzepte zu lernen, entstand dann die Arbeit in T-Groups, in denen das aktuelle Erleben und Verhalten zum Inhalt gemacht wurde.

Der Begriff „Sensitivity-Training“ wurde 1954 an der Graduate School of Business Administration an der Universität von Kalifornien in Los Angeles von Weschler, Kallejan, Tannenbaum u. a. eingeführt.

Mitte der fünfziger Jahre erreichte dieser in den USA begonnene Trend auch Europa. Dabei spielten die Untersuchungen des T avistock Institute of Human Relations in London eine entscheidende Rolle. Das erste deutschsprachige gruppendynamische Seminar wurde 1954 in Wien durchgeführt und fast zehn Jahre später (1963) begann die Entwicklung in der BRD mit einem Laboratorium in Schliersee (vgl. Rechtien, 1999).

3. Definition und Begriffserklärung

Zunächst ist es erforderlich, die Begriffe „Sensitivity“ und „Training“ zu erläutern.

Der Begriff Sensitivity ist nur schwer aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. In diesem Zusammenhang ist aber die Fähigkeit des Aufnehmens und Beantwortens von Kommunikationssignalen gemeint. Dabei geht es sowohl um Empfindsamkeit, Feingefühl oder Anpassungsfähigkeit, als auch um Reaktionen und Aktionen, die in typischen Situationen auftreten.

Der Begriff „Sensitivity“ erstreckt sich demnach auf die drei Bereiche Sozialkognition (Wahrnehmung, Beurteilung und Kenntnis anderer Personen), Motivation (die Fähigkeit, individuelle Beweggründe in verschiedenen Situationen zu erkennen und verstehen) und Expression (Abstimmung der Ausdrucksmittel und der sprachlichen Äußerungen auf die Mentalität anderer Personen).

Der Begriff „Training“ zeigt, dass es hier um das emotionale Erleben und Erfahren von Verhaltensnormen geht und nicht um die reine Vermittlung von Faktenwissen (vgl. Däumling, 1968/1970).

French & Bell (1973/1977) beschreiben die T-Group als unstrukturiertes Seminar für ca. 10-12 Personen und einen Trainer. Die Dauer eines Sensitivity-Trainings beträgt in der Regel zwischen drei und vierzehn Tagen.

Inhaltlich geht es darum, dass sich die Teilnehmer des Trainings um die Gestaltung einer Gruppensituation bemühen. Aktionen, Reaktionen und Interaktionen und die damit verbundenen Erlebnisse bilden dabei die Grundlage für die Teilnehmer. Für French & Bell (1999) ist das Hauptinstrument des Lernens die Gruppenerfahrung: „The main learning vehicle is the group experience“ (S. 243). Die Betonung des Lernens liegt auf dem „Hier-und-Jetzt“, d. h., das die unmittelbaren Erfahrungen der Teilnehmer die Grundelemente des Laboratoriumstrainings sind.

4. Ziele des Sensitivity-Trainings

Der bereits beschriebene Inhalt eines Sensitivity-Trainings wurde aus den Zielen abgeleitet, die Bradford, Gibb und Benne (1964/1972) wie folgt aufgelistet haben:

1. Eines der für den Teilnehmer erwünschten Ergebnisse ist das gesteigerte Bewusstsein und Sensitivität für emotionale Reaktionen und Ausdrucksweisen, bei sich selbst und bei anderen. Ohne dieses Bewusstsein werden die Ziele, Werte und Handlungen eines Menschen inkongruent mit seiner realen Gesamtpersönlichkeit.
2. Ein anderes erwünschtes Ziel ist eine größere Fähigkeit, die Folgen seiner Handlungen durch Beachtung eigener und fremder Gefühle wahrzunehmen und aus ihnen zu lernen. Die Betonung liegt auf der Entwicklung von Sensitivität für die vom Verhalten anderer ausgehenden Hinweise und auf der Fähigkeit Feedback für das Verständnis des eigenen Verhaltens zu nutzen.
3. Die Trainer versuchen, auch zur Klärung und Entwicklung persönlicher Wert- und Zielvorstellungen anzuregen, die mit einer demokratischen und wissenschaftlichen Sicht der Probleme sozialen und persönlichen Entscheidens und Handelns übereinstimmen. Manche besonders wichtigen Lernergebnisse scheinen dann zustande zu kommen, wenn die einzelnen sich öffentlich mit zuvor unbemerkten Unterschieden in ihren Wertvorstellungen konfrontiert sehen und bei ihren Bemühungen, diese Unterschiede aufzulösen, urteilsfreie Unterstützung erhalten.
4. Ein weiteres Ziel ist die Vermittlung von Begriffen und theoretischen Einsichten, die als Instrumente zur Verknüpfung persönlicher Werte, Ziele und Absichten mit Handlungen dienen können, die mit diesen inneren Faktoren und mit den Erfordernissen der Situation übereinstimmen.
5. Alle Laboratoriumsprogramme begünstigen die Erzielung eines effektiveren Verhaltens gegenüber der Umwelt des Teilnehmers. Das begriffliche Lernen, die Zielsetzung, die Klärung der Wertvorstellungen und sogar die erlangte Selbsterkenntnis sind oftmals der Entwicklung der für den Ausdruck in aktuellen sozialen Handlungsbezügen notwendigen Fertigkeiten weit voraus. Daher zielen Laboratoriumsprogramme normalerweise auf die Entwicklung von Verhaltensfähigkeiten ab, um eine bessere Integration von Absichten und Handlungen zu fördern. (S.36-37)

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Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
T-Groups (Sensitivity-Training)
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg  (Fachbereich Wirtschaftspsychologie)
Veranstaltung
Organisationsentwicklung
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
13
Katalognummer
V12866
ISBN (eBook)
9783638186575
Dateigröße
516 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Training, Trainingsgruppen, Sensitivitätstraining, T-Groups, Sensitivity Training
Arbeit zitieren
Markus Renze (Autor:in), 2003, T-Groups (Sensitivity-Training), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12866

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