Der BREXIT ist ein Novum. Noch nie hat ein EU-Mitglied die Europäische Union freiwillig verlassen. Mit Großbritannien verlässt einer der größten Player die Europäische Union. Das hat für die verbleibenden Mitglieder nachhaltige Folgen. Für Deutschland, die größte Volkswirtschaft der Europäischen Union, hat das positive und negative Effekte. Aber auch die Niederlande sind vom Entscheid Großbritanniens betroffen. Die Arbeit definiert mögliche zukünftige Szenarien, wie die Wirtschaftsbeziehungen der Zukunft aussehen können. Folgend werden die Effekte des BREXITS für Deutschland und die Niederlande aufgezeigt und bewertet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Zolltheorie
3 Zukünftige Wirtschaftsbeziehungen
4 Effekte des Brexits
4.1 Effekte für Deutschland
4.2 Effekte für die Niederlande
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Seminararbeit analysiert die potenziellen wirtschaftlichen Folgen des Brexits für Deutschland und die Niederlande unter Berücksichtigung verschiedener Austrittsszenarien von einem „harten Brexit“ bis hin zur EWR-Anbindung.
- Analyse der Zolltheorie im Kontext der europäischen Wirtschaftspolitik.
- Untersuchung der bereits existierenden Modelle wirtschaftlicher Beziehungen zu Drittstaaten.
- Bewertung der ökonomischen Auswirkungen des Brexits auf den deutschen Handel und Arbeitsmarkt.
- Identifikation der spezifischen wirtschaftlichen Risiken und Chancen für die Niederlande.
- Diskussion der Auswirkungen auf den EU-Haushalt und die Stimmverhältnisse in der Union.
Auszug aus dem Buch
4.1 Effekte für Deutschland
Der Brexit hat auf Deutschland positive und negative Effekte, welche in Abhängigkeit zu den ausgehandelten Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich stehen. Kurzfristig führt der Brexit zu einer realen Währungsaufwertung und zu sinkenden Zinsen durch den „Sicheren-Hafen-Effekt“ (neben Deutschland auch in Frankreich, der Niederlande, etc.). (WELFENS 2018, S. 214) Ein erster negativer Effekt für Deutschland ist der Einnahmenausfall im EU-Haushalt durch den Austritt des Vereinigten Königreichs von circa 11,88 %, welche damit hinter Deutschland mit 20,78 % und Frankreich mit 15,58 % den prozentual größten Beitrag zum EU-Haushalt beitragen (HM TREASURY 2018). Dazu kommt, dass Deutschland das wirtschaftlich finanziell stärkste Mitgliedsland der Europäischen Union ist, was zur Folge hat, dass sich die Erwartungen an Deutschland richten, den Einnahmeausfall mit zu tragen (ADAM 2019, S. 343) Als Vergleich kann man hier zum Beispiel Deutschland (das bevölkerungsreichste Land der Europäischen Union mit circa 83 Millionen Einwohner) mit dem in der Europäischen Union auf Platz 2 stehendem Frankreich (circa 67 Millionen Einwohner) und einem BIP von 3.386 Milliarden Euro auf deutscher Seite und einem BIP von 2.348,99 Milliarden Euro auf der Seite Frankreichs nehmen. (EUROSTAT 2019A; EUROSTAT 2019B) Das macht ein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 40.800 € auf deutscher Seite und 35.100 € auf der französischen und zeigt damit einen klaren Vorsprung Deutschlands. (EUROSTAT 2019c) Auch die Bundesregierung hat bereits mit dem Ausfall der Beiträge für den EU-Haushalt gerechnet, weswegen man im Koalitionsvertrag die Bereitschaft zu höheren EU-Beiträgen signalisiert hat und damit den Erwartungsdruck weiter verstärkt: „Wir sind zu höheren Beiträgen Deutschland zum EU-Haushalt bereit.“ (CDU, CSU UND SDP KOALITIONSVERTRAG 2018, S. 9)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problemstellung des Brexits dar, erläutert den formalen Austrittsprozess gemäß Artikel 50 und skizziert den Aufbau der Seminararbeit.
2 Die Zolltheorie: Das Kapitel erläutert die Bedeutung und Funktionsweise von Zöllen als handelspolitisches Instrument sowie deren Auswirkungen auf Preis, Produktion und gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt.
3 Zukünftige Wirtschaftsbeziehungen: Hier werden bestehende Modelle wie das Norwegen-, Schweiz-, Kanada- und WTO-Modell analysiert, um mögliche zukünftige Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich zu veranschaulichen.
4 Effekte des Brexits: Dieses Kapitel untersucht differenziert die Handelsfolgen, Auswirkungen auf Arbeitsmärkte und Haushaltsbeiträge für Deutschland und die Niederlande.
5 Fazit: Das Fazit fasst die ökonomischen Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass beide Länder signifikante Einbußen beim BIP zu erwarten haben, die jedoch vom gewählten Austrittsmodell abhängen.
Schlüsselwörter
Brexit, Europäische Union, Zolltheorie, Freihandel, Protektionismus, Deutschland, Niederlande, Binnenmarkt, EU-Haushalt, Bruttoinlandsprodukt, Außenhandel, Arbeitsmarkt, Wohlfahrtseffekte, Wirtschaftsbeziehungen, Handelsabkommen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Folgen des EU-Austritts des Vereinigten Königreichs (Brexit) mit einem besonderen Fokus auf die Auswirkungen für Deutschland und die Niederlande.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen des Zolls, verschiedene Modelle für zukünftige Wirtschaftsbeziehungen zu Drittstaaten sowie die unmittelbaren wirtschaftlichen Effekte auf die beiden betrachteten EU-Mitgliedstaaten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Formen des Brexits den Außenhandel, die Arbeitsplätze und die Haushaltsbeiträge Deutschlands und der Niederlande beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer ökonomischen Partialanalyse, bei der bestehende Szenarien zu Handelsabkommen auf die spezifischen Daten Deutschlands und der Niederlande angewendet werden.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Mittelpunkt?
Der Hauptteil analysiert neben der Zolltheorie im Detail die drohenden negativen Effekte wie BIP-Verluste und den Wegfall von EU-Rabatten sowie potenzielle Chancen durch Firmenumzüge aus Großbritannien.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Brexit, Wirtschaftsbeziehungen, Freihandel, Protektionismus und ökonomische Auswirkungen definiert.
Warum sind die Niederlande besonders stark vom Brexit betroffen?
Aufgrund der historisch gewachsenen, starken Handelsverflechtungen und der Rolle der Niederlande als zentraler Umschlagpunkt für Waren aus Großbritannien ist die Empfindlichkeit gegenüber Handelsbarrieren dort überdurchschnittlich groß.
Wie verändert der Brexit das Machtgefüge in der EU für Deutschland?
Deutschland verliert mit dem Vereinigten Königreich einen wichtigen freihandelspolitischen Verbündeten im EU-Ministerrat, was die Position protektionistisch orientierter Länder stärken könnte.
Welche Bedeutung hat der „Sichere-Hafen-Effekt“ für Frankfurt?
Dieser Effekt beschreibt das Interesse von Finanzexperten und Unternehmen, ihren Standort angesichts der Brexit-Unsicherheiten nach Frankfurt zu verlagern, was zwar Arbeitsplätze schafft, aber den hiesigen Wohnungsmarkt unter Druck setzt.
- Quote paper
- Daniel Obermann (Author), 2020, Effekte des Brexits für Deutschland und die Niederlande, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1286620