Die vorliegende Arbeit wurde im Rahmen der Veranstaltung Organisationsentwicklung an der FH Nordostniedersachsen in Lüneburg erstellt. Dabei soll auf eine wichtige Organisationsentwicklungsintervention eingegangen werden, dem Sensitivity Training. Um einen Einblick in diese Maßnahme der Organisationsentwicklung zu gewinnen, wird auf die Historie, den Inhalt, die Ziele, den Aufbau und die Effektivität dieses Instrumentes eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Entwicklung
3. Definition und Begriffserklärung
4. Ziele des Sensitivity-Trainings
5. Anwendungsformen
6. Aufbau und Ablauf eines Sensitivity-Trainings
7. Zur Effektivität eines Sensitivity-Trainings
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das Konzept des Sensitivity-Trainings als eine relevante Interventionsmethode der Organisationsentwicklung fundiert darzustellen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie diese Trainingsmethode historisch gewachsen ist, welche konkreten Ziele sie verfolgt und wie sich ihre praktische Effektivität im Kontext von Gruppendynamik und persönlicher Verhaltensänderung bewerten lässt.
- Historische Herkunft und Entwicklung der Gruppendynamik
- Begriffsdefinitionen und methodische Grundlagen
- Ziele des Sensitivity-Trainings und Auswirkungen auf die Persönlichkeit
- Verschiedene Anwendungsformen wie Stranger oder Cluster Labs
- Aufbau, Ablaufplanung und theoretische Sitzungen
- Empirische Untersuchung zur Wirksamkeit und Effektivität
Auszug aus dem Buch
Historische Entwicklung
Nach Rechtien (1999) ist die T-Gruppe nach wie vor eines der wichtigsten Verfahren in gruppendynamischen Prozessen.
Die Entwicklung der Gruppendynamik begann bereits 1937 mit dem ersten sozialpsychologischen Experiment von Ronald Lippitt und Kurt Lewin.
1946 arbeitete dann eine Gruppe um Lewin, darunter Lippitt, Bradfort und Benne an Maßnahmen zur Verbesserung von Beziehungen innerhalb von Gemeinden.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen führte dann zu der Entstehung der National Training Laboratories (NTL) und der Basic Skill Training Groups. Aus diesen BST-Gruppen, deren Inhalte darin bestand, innovative Fertigkeiten und Konzepte zu lernen, entstand dann die Arbeit in T-Groups, in denen das aktuelle Erleben und Verhalten zum Inhalt gemacht wurde.
Der Begriff „Sensitivity-Training“ wurde 1954 an der Graduate School of Business Administration an der Universität von Kalifornien in Los Angeles von Weschler, Kallejan, Tannenbaum u. a. eingeführt.
Mitte der fünfziger Jahre erreichte dieser in den USA begonnene Trend auch Europa. Dabei spielten die Untersuchungen des Tavistock Institute of Human Relations in London eine entscheidende Rolle. Das erste deutschsprachige gruppendynamische Seminar wurde 1954 in Wien durchgeführt und fast zehn Jahre später (1963) begann die Entwicklung in der BRD mit einem Laboratorium in Schliersee (vgl. Rechtien, 1999).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein und erläutert die verschiedenen Assoziationen, die mit dem Begriff Sensitivity-Training verbunden werden.
2. Historische Entwicklung: Dieses Kapitel zeichnet den Ursprung der Gruppendynamik von den Experimenten in den 1930er Jahren bis zur Etablierung des Sensitivity-Trainings in den USA und Europa nach.
3. Definition und Begriffserklärung: Hier werden die Kernbegriffe erläutert und die T-Group als unstrukturiertes Seminar definiert, bei dem die Gruppenerfahrung im Hier-und-Jetzt im Zentrum steht.
4. Ziele des Sensitivity-Trainings: Es werden fünf wesentliche Lernziele aufgeführt, die von der gesteigerten Sensitivität für emotionale Reaktionen bis zur Entwicklung effektiverer Verhaltensfähigkeiten reichen.
5. Anwendungsformen: Dieses Kapitel differenziert verschiedene Zusammensetzungen der Trainingsgruppen, darunter Stranger Labs, Cluster Labs sowie Family und Cousin T-Groups.
6. Aufbau und Ablauf eines Sensitivity-Trainings: Die Planung, die Durchführung von Übungen, Theorie-Sitzungen und die Datensammlung zur Messung von Verhaltensänderungen werden beschrieben.
7. Zur Effektivität eines Sensitivity-Trainings: Auf Basis einer Studie von Johann Witek wird die Wirksamkeit der Methode analysiert und der verzögerte Eintritt positiver Effekte diskutiert.
8. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Sensitivity-Training trotz seiner Bedeutung als Interventionsmaßnahme heute aufgrund des hohen Aufwands seltener eingesetzt wird.
Schlüsselwörter
Sensitivity-Training, T-Group, Gruppendynamik, Organisationsentwicklung, Laboratoriumstraining, Verhaltensänderung, Selbsterkenntnis, Feedback, Gruppenerfahrung, Interventionsmaßnahme, Hier-und-Jetzt, Soziale Kompetenz, Personale Wirkung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Sensitivity-Training (T-Group) als eine bedeutende Methode der Organisationsentwicklung zur Verbesserung zwischenmenschlicher Beziehungen und sozialer Fertigkeiten.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themen umfassen die historische Genese, methodische Grundlagen, Zielsetzungen, verschiedene organisatorische Anwendungsformen sowie die Evaluation der Effektivität dieser Trainingsform.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über das Instrument des Sensitivity-Trainings zu geben, seine theoretische Einordnung vorzunehmen und kritisch zu hinterfragen, welchen Nutzen es für Teilnehmer und Organisationen bietet.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Untersuchung zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Studienergebnisse zur Wirksamkeit und Effektivität des Sensitivity-Trainings.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entstehungsgeschichte, eine Begriffsklärung, eine detaillierte Auflistung der Lernziele, die Differenzierung der Trainingsformen sowie eine Analyse des zeitlichen Ablaufs und der nachweisbaren Effekte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die T-Group, die Gruppendynamik, das Laboratoriumstraining, das Hier-und-Jetzt-Erleben und die Veränderung von Verhaltenstendenzen.
Wie unterschied sich die untersuchte Versuchsgruppe in der Studie von Witek von der Kontrollgruppe?
Die Versuchsgruppe nahm am Sensitivity-Training teil, während die Kontrollgruppe andere, nicht gruppendynamische Kurse besuchte, um die spezifischen Effekte der Intervention isoliert betrachten zu können.
Warum wird das Sensitivity-Training heute laut Autor seltener angewandt?
Der geringere Einsatz wird primär auf den hohen Planungs- und Durchführungsaufwand sowie die Konkurrenz durch modernere Ansätze wie gezielte Teamentwicklungs- und Prozessinterventionen zurückgeführt.
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- Markus Renze (Autor), 2003, T-Groups (Sensitivity-Training), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12866