Das Lernen mit Konzepten ist ein wichtiger Bestandteil des Lehrplans für das Fach Geschichte und politische Bildung. Unter dem Lernen mit Konzepten wird verstanden, dass wiederholt auftretende Begriffe und die damit verbundenen Vorstellungen über die Schullaufbahn hinweg bearbeitet, thematisiert und anschließend ausdifferenziert werden. Die vorliegende Arbeit soll sich vor allem dem Basiskonzept „Struktur“ widmen und dessen Anwendung auf den Unterricht. Als thematische Konkretisierung wurde das Thema „Ständeordnung im Mittelalter“ und deren Struktur herangezogen. Die Einheit wurde für die 6.Schulstufe der AHS Sekundarstufe I. konzipiert. Die Gliederung der Arbeit lautet wie folgt: Zur Erschließung dieser Thematik wird zunächst auf den „Kompetenzorientierten Geschichtsunterricht“ eingegangen und auf die Basiskonzepte im Allgemeinen. Weiteres wird der Begriff „Struktur“ näher erläutert, welche Sichtweisen und Definitionen es hierzu gibt und das Konzept „Struktur“ veranschaulicht. Überdies soll die historische Überblicksdarstellung jene thematische Konkretisierung veranschaulichen. Den zweiten Hauptteil der Arbeit bildet die Unterrichtskonkretisierung. Eine didaktische Analyse soll die Wahl der jeweiligen Konkretisierung begründen und über das Arbeitswissen und den geplanten Unterrichtsverlauf informieren. Das Fazit soll den Prozess der Erarbeitung resümieren und abschließen.
Inhaltsübersicht
1. Einleitung
2. Hauptteil I. – Theoretische Erschließung des Themas
2.1 Kompetenzorientierter Geschichtsunterricht
2.2 Basiskonzepte im Allgemeinen
2.3 Zur Definition des Begriffs „Struktur“
2.4 Das Konzept „Struktur“ im Geschichtsunterricht
2.5 Historische Überblicksdarstellung der Konkretisierung: Die Ständeordnung im Mittelalter
3. Hauptteil II. – Unterrichtskonkretisierung
3.1 Begründung der thematischen Konkretisierung
3.2 Didaktische Analyse
3.2. Geplanter Ablauf der Einheit (Verlaufsplanung) und Begründung der Materialien und Aufgaben
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine kompetenzorientierte Unterrichtseinheit für die 6. Schulstufe der AHS zu entwickeln, die das Basiskonzept „Struktur“ am Beispiel der mittelalterlichen Ständeordnung praktisch anwendbar und für Lernende verständlich macht.
- Theoretische Grundlagen des kompetenzorientierten Geschichtsunterrichts
- Anwendung von Basiskonzepten zur Strukturierung historischen Wissens
- Analyse der mittelalterlichen Gesellschaftsstruktur durch die Ständeordnung
- Didaktische Aufbereitung und Verlaufsplanung für den Geschichtsunterricht
- Förderung der historischen Methoden- und Urteilskompetenz bei Schülern
Auszug aus dem Buch
Die gesellschaftliche Struktur des Mittelalters anhand der Ständeordnung
Zur Zeit des Mittelalters und der Frühneuzeit wurde die Gesellschaft in Europa in Stände unterteilt. Das Ständewesen entwickelte sich während der Zeit der Karolinger aus der frühmittelalterlichen Ranggesellschaft nach dem Vorbild des Römischen Reiches. Als ständische Gesellschaft wird jene Existenz gesellschaftlicher Gruppen bezeichnet, die durch eine Rechtsstellung, eine spezifische Form des Erwerbs und eine dadurch begründete Fähigkeit zur Ausübung oder Nichtausübung von Herrschaft bestimmt werden. Die durch Geburt oder sanktionierte soziale Qualifikationen erworbene Zugehörigkeit zu einem „Stand“ verpflichtet zur Wahrung der standesspezifischen Erwerbsbegrenzungen und Lebensführung.
Damit steht die strukturierte Gesellschaft in einem Gegensatz zur konstituierten Gesellschaft. Somit ist es nicht verwunderlich, dass ein wesentlicher Grundgedanke dieser Gesellschaft jenes Idealbild ist, dass die Betätigung des einzelnen im Rahmen, der durch seinen „Stand“ gezogenen Grenzen, das gesamte Gemeinwesen vor sozialen Konflikten bewahren konnte. Um 1534 fasste der Theologe Erasmus Alber die Funktionen der drei Stände der Gesellschaft zusammen und war ein Befürworter der Vorstellung des Idealbilds einer Gesellschaft, die durch die Ständeordnung, den Schein wahrte, ohne Konflikte zu sein: „Und lebten wir in solcher Weis, wir hätten hier das Paradeis“.
Das ständische System war geprägt von Abhängigkeiten. Entweder war jemand Untertan oder Obrigkeit. Diese Abhängigkeiten äußerten sich in einer Drei-Stände-Ordnung: Der erste Stand, auch Lehrstand genannt, bestand aus allen Geistlichen. Er umfasste Angehörige der hohen Geistlichkeit und des niederen Klerus. Der zweite Stand betraf den Adel. Der dritte Stand war für alle freien Bauern und freien Bürger gedacht. Die Mehrheit der Bevölkerung war dem dritten Stand zugeordnet, die keine oder äußerst begrenzte Herrschaftsrechte besaß.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert den konzeptionellen Rahmen der Arbeit, die sich dem Basiskonzept „Struktur“ im Geschichtsunterricht widmet und die mittelalterliche Ständeordnung als Anschauungsbeispiel wählt.
2. Hauptteil I. – Theoretische Erschließung des Themas: Dieser Teil behandelt die theoretischen Grundlagen des kompetenzorientierten Unterrichts und definiert den Begriff der „Struktur“ sowie dessen Bedeutung für historische Lernprozesse.
2.1 Kompetenzorientierter Geschichtsunterricht: Erörtert den Wandel des Unterrichts von faktenfokussiertem Auswendiglernen hin zur Förderung von Mündigkeit und eigenständigem Denken durch Kompetenzerwerb.
2.2 Basiskonzepte im Allgemeinen: Analysiert die Bedeutung von Konzepten für die Lernpsychologie als Instrumente, um Vorwissen der Schüler zu strukturieren und vernetztes Denken zu ermöglichen.
2.3 Zur Definition des Begriffs „Struktur“: Bietet einen Überblick über soziologische Definitionsansätze des Strukturbegriffs und dessen Anwendung auf gesellschaftliche Formationen.
2.4 Das Konzept „Struktur“ im Geschichtsunterricht: Überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf den Lehrplan, um das Wissen über gesellschaftliches Zusammenleben für die Schüler greifbar zu machen.
2.5 Historische Überblicksdarstellung der Konkretisierung: Die Ständeordnung im Mittelalter: Beschreibt detailliert das mittelalterliche Ständewesen, dessen statische Ausrichtung sowie die Rolle von Religion und Herrschaftsverhältnissen.
3. Hauptteil II. – Unterrichtskonkretisierung: Dient der praktischen Umsetzung der theoretischen Vorgaben in konkrete Unterrichtseinheiten für die 6. Schulstufe.
3.1 Begründung der thematischen Konkretisierung: Begründet die Auswahl der Ständeordnung als ideales Modell zur Implementierung des Konzepts „Struktur“ im Geschichtsunterricht.
3.2 Didaktische Analyse: Analysiert die methodischen Voraussetzungen der Lernenden und definiert Lernziele sowie Kompetenzen für die geplante Einheit.
3.2. Geplanter Ablauf der Einheit (Verlaufsplanung) und Begründung der Materialien und Aufgaben: Detailplan der Unterrichtsstunden inklusive Materialeinsatz, Methoden und Begründungen für die durchgeführten Lernschritte.
4. Fazit: Resümiert den Erarbeitungsprozess der Unterrichtsplanung und bewertet die Eignung des Konzepts „Struktur“ für die Lehrtätigkeit.
Schlüsselwörter
Struktur, Basiskonzept, Geschichtsunterricht, Ständeordnung, Mittelalter, Kompetenzorientierung, Didaktik, Gesellschaftsstruktur, Unterrichtsplanung, historisches Lernen, soziale Mobilität, Lernpsychologie, Lehre, Herrschaft, Ständegesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwickelt eine Unterrichtsplanung für den Geschichtsunterricht, die das historische Basiskonzept „Struktur“ in den Mittelpunkt stellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des kompetenzorientierten Lehrens, das Basiskonzept „Struktur“ sowie die historische Konkretisierung anhand der mittelalterlichen Ständeordnung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Schülern der 6. Schulstufe zu ermöglichen, komplexe gesellschaftliche Ordnungsstrukturen zu erkennen, zu verstehen und kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein kompetenzorientierter, subjektorientierter Ansatz verfolgt, der fachdidaktische Theorien mit einer konkreten unterrichtspraktischen Verlaufsplanung verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Abschnitt zur Begriffsbestimmung von „Struktur“ und einen praktischen Abschnitt zur didaktischen Analyse und Umsetzung im Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Struktur, Basiskonzept, Geschichtsunterricht, Ständeordnung, Kompetenzorientierung und Didaktik.
Warum wurde ausgerechnet das Mittelalter als Fallbeispiel gewählt?
Das Mittelalter und seine hierarchische Ständeordnung eignen sich hervorragend, um statische Gesellschaftsstrukturen und die damit verbundenen Abhängigkeitsverhältnisse für Schüler verständlich zu machen.
Welche Rolle spielt die Kirche in der mittelalterlichen Ständegesellschaft laut der Arbeit?
Die Kirche fungierte als moralische Instanz, die die Ständeordnung als gottgegeben legitimierte und den Menschen ihren Platz innerhalb dieser Ordnung zuwies.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Planung einer Unterrichtseinheit zum Basiskonzept "Struktur". Die gesellschaftliche Struktur des Mittelalters anhand der Ständeordnung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1286765