Unternehmensgründung - Simon, Houghton & Aquino: cognitive biases, risk perception, and venture formation: how individuals decide to start companies


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entrepreneurship-Forschung
2.1 Entscheidungstheoretische Grundlagen
2.2 Risikobereitschaft und Unternehmensgründung
2.3 Risikowahrnehmung und Unternehmensgründung
2.4 Auswirkungen der Studie von Simon et al.

3. Literatur

4. Anhang

1. Einleitung

Erfolgreiche Unternehmensgründungen schaffen Arbeitsplätze und fördern den wirtschaftlichen Wandel. In der öffentlichen Diskussion werden Unternehmensgründungen häufig als Indikatoren für die Dynamik und die Zukunftsfähigkeit einer Volkswirtschaft genannt. Neue, wettbewerbsfähige Unternehmen verdrängen alte, die dem Wettbewerb nicht mehr gewachsen sind, oder sie öffnen mit innovativen Produkten oder Dienstleistungen neue Märkte. Übersehen wird dabei, dass die weit überwiegende Zahl der Neugründungen weder innovativ noch überdurchschnittlich dynamisch ist. Insbesondere aus Notlagen heraus motivierte Unternehmensgründungen sind häufig mangels ausreichender unternehmerischer Qualifikation oder konzeptioneller Solidität zum Scheitern verurteilt. Insgesamt überstehen 40 % aller Gründungen die ersten fünf Jahre nicht (vgl. Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung, 1998).

Die Erfolgsfaktoren bei der Gründung eines Unternehmens sind mannigfaltig. Merkmale, die Erfolgschancen neugegründeter Betriebe beeinflussen, können in drei Gruppen unterschieden werden:

1. personenbezogene Faktoren, d.h. Faktoren, die sich auf Merkmale und Verhaltensweisen der Person des Unternehmensgründers beziehen (z.B. Humankapital, wie Qualifikation, Berufserfahrung, Branchenerfahrung),
2. betriebsbezogene Faktoren, d.h. Faktoren, die auf Merkmale des Betriebes zum Zeitpunkt der Gründung abstellen (z.B. Firmenkultur, Startkapital, Förderung),
3. umfeldbezogene Faktoren, d.h. Faktoren, die das lokale, branchenspezifische und gesamtwirtschaftliche Umfeld des Betriebes zum Zeitpunkt der Gründung charakterisieren (z.B. die Zusammensetzung des Lieferanten- und Kundenkreises, Markt- und Wettbewerbscharakteristika) (vgl. Brüderl, Preisendörfer & Ziegler, 1998, S. 33).

Grundlage der vorliegenden Hausarbeit im Schwerpunktfach Arbeitssicherheit & Gesundheit I ist die 1999 veröffentlichte Studie „cognitive biases, risk perception, and venture formation: how individuals decide to start companies“ von Simon, Houghton & Aquino. In dieser Studie werden die Einflüsse personenbezogener Faktoren des Entscheidungsträgers bei der Unternehmensgründung untersucht. Im Fokus steht dabei das Persönlichkeitsattribut der Risikowahrnehmung des Unternehmers zum Zeitpunkt der Unternehmensgründung sowie deren kognitiven Determinanten. Es stellt sich also die Frage, ob mangelnde Risikowahrnehmung des Entscheidungsträgers eine Komponente für das Scheitern (bzw. den Erfolg) einer Unternehmensgründung ist, und falls ja, welche personenbezogenen Faktoren die Risikowahrnehmung beeinflussen.

2. Die Entrepreneurship-Forschung

Neue Betriebe und Unternehmensgründungen sind ein regelmäßiges Thema der sogenannten „Entrepreneurship-Forschung“. Als Begründer dieser Forschungsrichtung gilt Schumpeter (1952) mit seinem Konzept des dynamischen (neue Kombinationen durchsetzenden) Unternehmers (vgl. Brüderl, Preisendörfer & Ziegler, 1998, S. 13). Die Versuche individuelle Dispositionen, mehr oder weniger stabile Persönlichkeitseigenschaften, Charakterzüge usw. erfolgreicher Jungunternehmer aufzudecken und zu analysieren, stellen den Schwerpunkt dieser Forschungsrichtung dar. Zentraler Faktor mit Einfluss auf die Erfolgschancen der Gründung ist ergo die Person des Unternehmensgründers (Szyperski & Nathusius, 1977, S. 38). Da sich in der Geschichte der Ökonomie sehr viele Autoren mit der Rolle des Unternehmers beschäftigt haben, würde es den Rahmen der vorliegenden Arbeit überschreiten, in chronologischer Folge die Vorstellungen der einzelnen Autoren bzw. Schulen darzustellen. Klandt (1984) gibt eine ausführliche Übersicht zu den bedeutsamen Personenmerkmalen des Unternehmensgründers. Die Merkmalsdimension der Person umfasst dabei u.a.:

- die dynamischen Wesenszüge (Antriebsenergie, Leistungsmotivation, allgemeine berufsbezogene Werthaltungen),
- die Charaktereigenschaften (Cattells „Sixteen Personality Factors“) und
- die Fähigkeitswesenszüge (u.a. Intelligenz).
Die Merkmalsdimension des mikrosozialen Umfeldes spielt für diese Arbeit eine untergeordnete Rolle.

Die personenzentrierten Ansätze werden vor allem von der Organisationssoziologie und der modernen Organisationstheorie kritisiert. Organisationssoziologen weisen darauf hin, dass die personalen Anforderungen an einen Unternehmensgründer je nach Art des Betriebes differieren. Lediglich einige Basisqualifikationen könne man generalisieren, ansonsten müsse der Einfluss der Persönlichkeitsmerkmale bezüglich der Art der Betriebsgründung reflektiert werden. Des Weiteren ist es schwierig, die beachtliche Wechselrate zwischen der Arbeitnehmerposition und der Rolle des Selbstständigen mit der Annahme dauerhafter Unternehmerattribute in Einklang zu bringen. Die von Gartner (1988) postulierte Äußerung „einmal Unternehmer, immer Unternehmer“ entspricht jedenfalls nicht der Realität. Moderne Organisationstheoretiker sind der Ansicht, dass der Erfolg und das Überleben eines Unternehmens nicht auf die Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensweisen einzelner Personen zu reduzieren sind. Vielmehr ist eine innerbetriebliche Koalition mehrerer Entscheidungsträger für das Fortbestehen eines Unternehmens zwingend notwendig. Kontingenztheorien erklären die Ergebnisse des Handelns in Organisationen anhand der Beziehung zwischen dem internen Gefüge und den technologischen Konstellationen sowie den Umweltbedingungen (vgl. Brüderl, Preisendörfer & Ziegler, 1998, S. 35).

Trotz dieser berechtigten Kritik an den personenbezogenen Theorien werde ich Eigenschaften des Einzelnen reflektieren, welche letztendlich die verschiedenen Grade der Risikowahrnehmung hervorbringen. Die vier „Hauptfunktionen des Unternehmers“ (Barreto 1989) sind fester Bestandteil der ökonomischen Literatur und geben einen exemplarischen Überblick. Diese lauten:

1. Koordination,
2. Bewältigung von Ungewissheit,
3. Arbitrage und
4. Innovation.

2.1 Entscheidungstheoretische Grundlagen

Im Folgenden lege ich den Fokus auf die zweite Funktion des Unternehmers, da sie einen direkten Bezug zu dem Artikel von Simon, Houghton & Aquino (1999) aufweist. Menschen müssen in ihrem Leben viele Entscheidungen treffen. Viele von diesen unter Bedingungen der Unsicherheit. Dazu kann auch die Entscheidung gehören, ein Unternehmen zu gründen.

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Unternehmensgründung - Simon, Houghton & Aquino: cognitive biases, risk perception, and venture formation: how individuals decide to start companies
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg  (FB Wirtschaftspsychologie)
Veranstaltung
Arbeits- und Ingenieurpsychologie
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
16
Katalognummer
V12868
ISBN (eBook)
9783638186599
Dateigröße
607 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Risikobereitschaft, Risikowahrnehmung
Arbeit zitieren
Heiko Sieben (Autor), 2003, Unternehmensgründung - Simon, Houghton & Aquino: cognitive biases, risk perception, and venture formation: how individuals decide to start companies, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12868

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