Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen des Nationalsozialismus und seinem Wirken in den Lebenswelten von Jugendlichen, insbesondere in der Schule. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der Untersuchung der propagandistischen Beiträge in Volksschullesebüchern, die exemplarisch an dem Deutschem Lesebuch für Volksschulen für das 5. und 6. Schuljahr von 1937 vorgenommen werden soll. Die Arbeit setzt Kenntnisse der groben Züge, Strukturen und Wirkungsweisen der nationalsozialistischen Weltanschauung und deren Vertreter voraus. Für ein besseres Verständnis des Gegenstandes werden im ersten Kapitel die im Dritten Reich herrschenden Rahmenbedingungen im Bildungswesen erläutert und deren Veränderung nach 1933. Im zweiten Kapitel sollen die Erziehungsziele Hitlers anhand verschiedener Quellenzeugnisse betrachtet werden, da diese richtungsweisend für den Aufbau der Lesebücher des Dritten Reichs sind.
Im dritten Kapitel wird eine exemplarische Untersuchung an dem Deutschen Lesebuch für Volksschulen für das 5. und 6. Schuljahr von 1937 vorgenommen, die zeigen soll, ob und wie die nationalsozialistische Weltanschauung in den Lesebüchern vermittelt wurde. Dabei soll sowohl die äußere Struktur des Lesebuches, als auch die innere Struktur, mit besonderer Berücksichtigung des Vorworts und Inhaltsverzeichnisses, Betrachtung finden. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der Herausarbeitung bestimmter inhaltlicher Themenkomplexe mit propagandistischen Inhalten und ihrer konkreten Umsetzung in Lesetexten, die anhand zahlreicher Zitate belegt wird.
Wie die Untersuchung des Lesebuches im Hinblick auf propagandistische Themengebiete zeigt, ist auch am vorliegenden Beispielexemplar eindeutig zu erkennen, dass das Lesebuch als ein Medium politischer Willensbildung genutzt wurde und dabei bestimmte Themengebiete und Motive abdeckt. Die exemplarische Untersuchung zeigt, dass [...] Ebendies war gesetztes Nicht-Ziel der Nationalsozialisten, da eine freie Entfaltung der Persönlichkeit auch mit Kritikgeist und Reflexionsfähigkeit einhergegangen wäre [...] Um diesem vorzubeugen, stellte man den Unterricht und das Lesebuch in den Dienst der nationalsozialistischen Weltanschauung, so dass der Schüler fast keine Möglichkeit hatte, dieser Indoktrination zu entkommen. [...] Wirklich bemerkenswert scheint aber die Umdeutung einer ganzen Literaturgeschichte im Hinblick auf ein ewigwährendes Drittes Reich [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Die Neuordnung des Bildungswesens nach 1933
- 2. Hitlers Bildungsverständnis
- 3. Das Lesebuch als Medium der Beeinflussung
- Die äußere Struktur des Lesebuchs
- Die innere Struktur des Lesebuchs
- Das Vorwort
- Das Inhaltsverzeichnis
- Die Themen und Inhalte
- 4. Fazit
- 5. Literaturverzeichnis
- 6. Quellenverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die Rolle des Lesebuchs als Medium nationalsozialistischer Propaganda im Dritten Reich. Sie untersucht, wie die nationalsozialistische Ideologie in Volksschullesebüchern vermittelt wurde, und beleuchtet dabei die äußere und innere Struktur des Lesebuchs sowie die Auswahl der Texte und Themen.
- Die Neuordnung des Bildungswesens nach 1933
- Hitlers Bildungsverständnis und seine Ziele für die „Volkserziehung“
- Die propagandistische Funktion des Lesebuchs
- Die Rolle von Vorwort und Inhaltsverzeichnis in der Vermittlung der nationalsozialistischen Ideologie
- Die Auswahl von Texten und Themen, die die nationalsozialistische Weltanschauung widerspiegeln
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Darstellung der Neuordnung des Bildungswesens im Dritten Reich. Sie beleuchtet die Gründung des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und die damit einhergehende Zentralisierung des Schulwesens. Die Arbeit analysiert die Veränderungen in der Lehrerbildung, die Einführung neuer Lehrpläne und Richtlinien sowie die Etablierung des Rassismus und Antisemitismus in der Schule.
Im zweiten Kapitel wird Hitlers Bildungsverständnis anhand verschiedener Quellenzeugnisse untersucht. Die Arbeit beleuchtet die Erziehungsziele Hitlers und zeigt, wie diese die Gestaltung der Lesebücher des Dritten Reichs beeinflussten.
Das dritte Kapitel widmet sich einer exemplarischen Untersuchung des Deutschen Lesebuchs für Volksschulen für das 5. und 6. Schuljahr von 1937. Die Arbeit analysiert die äußere und innere Struktur des Lesebuchs, einschließlich des Vorworts und Inhaltsverzeichnisses. Sie untersucht die Auswahl von Texten und Themen, die die nationalsozialistische Weltanschauung widerspiegeln, und zeigt, wie diese Inhalte in den Lesebüchern vermittelt wurden.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen das Bildungswesen im Dritten Reich, das Lesebuch als Medium nationalsozialistischer Propaganda, die nationalsozialistische Ideologie, die „Volkserziehung“, die Neuordnung des Schulsystems, die Lehrpläne und Richtlinien, die Auswahl von Texten und Themen, das Vorwort und Inhaltsverzeichnis, die Vermittlung der nationalsozialistischen Weltanschauung in Lesebüchern.
Häufig gestellte Fragen
Wie wurde das Lesebuch im Dritten Reich als Propagandamedium genutzt?
Das Lesebuch diente als Instrument der politischen Willensbildung, indem es die nationalsozialistische Weltanschauung durch gezielte Textauswahl und Themenkomplexe vermittelte.
Welche Erziehungsziele verfolgte Hitler laut dieser Arbeit?
Hitlers Erziehungsziele waren auf die "Volkserziehung" ausgerichtet, die Kritikgeist unterdrückte und stattdessen Indoktrination und die Identifikation mit dem NS-Staat förderte.
Welche Rolle spielte die Neuordnung des Bildungswesens nach 1933?
Nach 1933 wurde das Schulwesen zentralisiert, neue Lehrpläne eingeführt und Rassismus sowie Antisemitismus fest in den Unterricht integriert.
Was untersuchte die Analyse des Lesebuchs von 1937 konkret?
Die Arbeit analysierte die äußere und innere Struktur (Vorwort, Inhaltsverzeichnis) sowie spezifische Lesetexte auf ihre propagandistischen Inhalte hin.
Konnte ein Schüler der NS-Indoktrination in der Schule entkommen?
Die Untersuchung zeigt, dass der gesamte Unterricht so stark in den Dienst der Ideologie gestellt wurde, dass Schüler fast keine Möglichkeit hatten, dieser Beeinflussung zu entgehen.
- Quote paper
- Kathi Beyer (Author), 2009, Schule im Dritten Reich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128689