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Der Begriff FLEDERMAUS im französischsprachigen Raum

Analyse einzelner Versprachlichungen dieses Konzepts

Title: Der Begriff FLEDERMAUS im französischsprachigen Raum

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Silke Böhm (Author)

French Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit widmet sich der Analyse einzelner Versprachlichungen des Konzepts FLEDERMAUS im französischsprachigen Raum. Gerade die romanischen Sprachen weisen nämlich, wie Emil Eggenschwiler in seiner Abhandlung über „Die Namen der Fledermaus auf dem französischen und italienischen Sprachgebiet“ herausgearbeitet hat, eine ganze Fülle an eigenen Versprachlichungen dieses Konzepts auf. Eggenschwiler, dessen Werk für das gesamte in dieser Arbeit verwendete Sprachmaterial herangezogen wurde, kommt am Ende seiner Untersuchungen zu dem Schluss, dass in Frankreich hauptsächlich die drei Typen chauve-souris, ratapenada und souris- bzw. ratte-volante (unter anderem auch in der Verbindung mit -volage, -uliva sowie -voloira) vertreten sind. Des Weiteren finden sich, allerdings weniger weit verbreitet, Versprachlichungen wie zum Beispiel pissoratto, crapaud- bzw. bot-volant, /tiñaũs/ usw.

Im Rahmen dieser Arbeit kann allerdings nur einer kleinen Auswahl an Versprachlichungen Rechnung getragen werden. Zunächst soll unter Punkt 2 auf crapaud-volant bzw. bot-volant eingegangen werden und anschließend unter Punkt 3 auf die semantisch äußerst interessante Form /tiñaũs/. Unter Punkt 4 wird dann schließlich die in Frankreich gängigste Form chauve-souris behandelt werden und den Abschluss unter Punkt 5 bildet die Analyse der Form souris-chaude bzw. chaude-souris. Vordergründig soll bei der Analyse dabei der Frage nachgegangen werden, wie sich die jeweilige Versprachlichung entwickelt haben könnte bzw. welche Assoziationsmuster der jeweiligen Versprachlichung des Konzepts FLEDERMAUS zugrunde liegen könnten. Die jeweils in Frage kommenden Erklärungsansätze für die einzelnen Versprachlichungen sollen dabei akribisch untersucht werden.

Vgl.: Eggenschwiler, Emil: Die Namen der Fledermaus auf dem französischen und italienischen Sprachgebiet. Leipzig: Selbstverlag des Romanischen Seminars 1934.
Vgl.: Ebd., S. 255.
Vgl.: Ebd.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Crapaud-volant / bot-volant

2.1 Metaphorische Similarität + konzeptuelle Kontiguität

2.2 Kotaxonomische Similarität + konzeptuelle Kontiguität

2.3 Kotaxonomische Similarität bzw. kohyponymische Übertragung

3. /tiñas/

3.1 tinea ‚Motte’

3.1.1 tinea ‚Motte’ + (g)aüs ‚Eule’

3.1.2 tinea ‚Motte’ + caüs ‚Waldkauz’, ‚Dohle’

3.1.3 tinea ‚Motte’ + aüs ‚toison’

3.2 tinea ‚Grind’, ‚Kopfgrind’

3.2.1 tinea ‚Grind’, ‚Kopfgrind’ + (g)aüs ‚Eule’

3.2.2 tinea ‚Grind’, ‚Kopfgrind’ + caüs ‚Waldkauz’, ‚Dohle’

3.2.3 tinea ‚Grind’, ‚Kopfgrind’ + aüs ‚toison’

4. Chauve-souris / souris-chauve

4.1 frz. chauve < lat. calvus ‚kahl’, ‚glatzköpfig’, ‚leer’

4.2 Volksetymologie: fränk. cava ‚Dohle’ > spätlat. calva > nfrz. chauve

5. Souris-chaude, chaude-souris

5.1 Volksetymologie

5.2 Konzeptuelle Kontiguität (chaude)

5.3 Metaphorische Similarität (chaude)

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine Auswahl spezifischer Versprachlichungen des Konzepts FLEDERMAUS im französischsprachigen Raum linguistisch zu analysieren, um die zugrunde liegenden Assoziationsmuster und Entwicklungsprozesse der Bezeichnungen offenzulegen.

  • Semantische und kognitive Analyse von Fledermaus-Bezeichnungen
  • Untersuchung metaphorischer und kotaxonomischer Similaritäts-Relationen
  • Analyse von Kontiguitäts-Verhältnissen und kulturellen frames
  • Rolle von Volksetymologie bei der Wortbildung
  • Einordnung der Fledermaus in volkstümliche Kategorisierungssysteme

Auszug aus dem Buch

2. Crapaud-volant / bot-volant

Altfranzösisch bo, bot (‚Kröte’) stammt von germanisch bautan in der Bedeutung ‚stoßen’, ‚schlagen’. Französisch crapaud (‚Kröte’) hat sich aus altfranzösisch crapon bzw. grapon in der Bedeutung ‚gekrümmte Hand’ entwickelt, welches wiederum auf fränkisch krappo bzw. germanisch krappa in der Bedeutung ‚Haken’, ‚Klammer’ zurückgeführt werden kann. Bei letzterem kann von einer metaphorischen Similaritäts-Relation der Designate Haken und Kröte ausgegangen werden. Das Konzept KRÖTE weist nämlich mit dem Konzept HAKEN bzw. KLAMMER dahingehend eine Similarität auf, dass die Kröte einerseits hakenförmige Zehen besitzt und andererseits dass das Paarungsverhalten der Kröten, welches sich in einer Art Umklammerung vollzieht, dem Klammer-Aspekt Rechnung trägt. Die Versprachlichung der Kröte, die auf einer Similarität der beiden Konzeptbereiche HAKEN-KRÖTE beruht, ist also durch die Heranziehung einer Metapher entstanden. Im folgenden soll nun analysiert werden, in welcher Beziehung das Konzept KRÖTE und das Attribut volant zum Konzept FLEDERMAUS steht, wobei sich drei mögliche Assoziationsrelationen anbieten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Forschungsfeld der romanischen Bezeichnungen für das Konzept FLEDERMAUS und legt den methodischen Fokus auf die Analyse von ausgewählten, semantisch interessanten Versprachlichungen.

2. Crapaud-volant / bot-volant: Das Kapitel untersucht die metaphorische und taxonomische Verbindung zwischen den Konzepten Kröte und Fledermaus unter Einbeziehung des Attributs 'volant' als Konsequenz einer konzeptuellen Kontiguität.

3. /tiñas/: Es werden verschiedene Komposita analysiert, die auf 'tinea' (Motte oder Grind) basieren, wobei die Kombination mit weiteren Elementen wie Eule oder Waldkauz auf komplexe Assoziationsmuster und frame-Verknüpfungen hindeutet.

4. Chauve-souris / souris-chauve: Hier wird die etymologische Herkunft der gebräuchlichsten französischen Form beleuchtet, wobei besonders die Rolle der Volksetymologie und die Kategorisierung der Fledermaus als mausartige oder kahlköpfige Kreatur diskutiert wird.

5. Souris-chaude, chaude-souris: Dieses Kapitel widmet sich der Interpretation des Attributs 'chaude', das sowohl auf eine volksetymologische Umdeutung als auch auf eine Triebhaftigkeit der Fledermaus verweisen kann.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die typischen Quellkonzepte wie Maus, Kröte oder Vogel zusammen und betont, dass Versprachlichungen meist auf Komposita oder Syntagmen basieren, die durch metaphorische oder kotaxonomische Relationen geprägt sind.

Schlüsselwörter

Fledermaus, Semantik, Sprachwissenschaft, Romanistik, Kognitive Linguistik, Metapher, Kontiguität, Volksetymologie, Taxonomie, Wortbildung, Sprachwandel, Französisch, Assoziationsmuster, Frame-Semantik, Etymologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie das Konzept FLEDERMAUS im französischsprachigen Raum sprachlich ausgedrückt wird und welche assoziativen Prozesse sowie kognitiven Muster diesen Bezeichnungen zugrunde liegen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit bewegt sich im Bereich der semantischen Wortbildungslehre, der diachronischen Linguistik und der kognitiven Semantik, insbesondere im Kontext romanischer Sprachen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Entwicklung ausgewählter Versprachlichungen des Konzepts FLEDERMAUS nachzuvollziehen und zu analysieren, welche Assoziationsmuster, wie etwa metaphorische oder kotaxonomische Similaritäten, hierbei wirksam sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine kognitiv-linguistische Analyse angewandt, die Begriffe wie "frames", "Similarität" und "Kontiguität" nutzt, um die etymologischen und semantischen Hintergründe der gewählten Sprachbeispiele zu erklären.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Ausdrücke wie "crapaud-volant", "/tiñas/", "chauve-souris" und "souris-chaude", wobei jeweils die etymologischen Wurzeln und die zugrunde liegenden kognitiven Assoziationen untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Fledermaus, Semantik, Kognitive Linguistik, Metapher, Kontiguität, Volksetymologie und Sprachwandel.

Warum wird die Fledermaus in manchen Sprachen mit einer Kröte verglichen?

Der Vergleich beruht meist auf einer metaphorischen Similarität (z.B. hakenartige Zehen oder abstoßendes Aussehen) sowie einer gemeinsamen Zuordnung in einen kulturellen frame, der mit Unheil oder Hexerei assoziiert wird.

Welche Rolle spielt die "Volksetymologie" in der Arbeit?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Volksetymologie häufig dazu dient, dem Sprecher unverständliche Begriffe umzudeuten (z.B. cava zu calva/chauve), wodurch neue, plausible Bedeutungszusammenhänge entstehen, die jedoch historisch oft nicht korrekt sind.

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Details

Title
Der Begriff FLEDERMAUS im französischsprachigen Raum
Subtitle
Analyse einzelner Versprachlichungen dieses Konzepts
College
University of Stuttgart  (Linguistik/Romanistik)
Course
Hauptseminar: Semantik und semantischer Wandel
Grade
1,0
Author
Silke Böhm (Author)
Publication Year
2009
Pages
19
Catalog Number
V128690
ISBN (eBook)
9783640355754
ISBN (Book)
9783640356102
Language
German
Tags
Begriff FLEDERMAUS Raum Analyse Versprachlichungen Konzepts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silke Böhm (Author), 2009, Der Begriff FLEDERMAUS im französischsprachigen Raum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128690
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