Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)

Die Sprache in der Psychoanalyse und der 'Der Fall Signorelli'

Title: Die Sprache in der Psychoanalyse und der 'Der Fall Signorelli'

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Martin Weber (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Sprache rückte bei der Erklärung des Unbewußten immer mehr in den Hintergrund. Es wurde über verschiedenste Art und Weisen versucht das Unbewußte zu fassen. Von Nicht-Bewusst über romantische Erklärungen wurde probiert dem „dunklen“ Phänomen näher zu kommen. Dabei manövrierten sich die Denker jedoch immer weiter ins Mystische und Unerklärliche. Wenn das Unbewußte schon kaum fassbar ist, wie soll dann dessen Auftreten erklärt werden? Die Ansätze, die diese Frage zu beantworten versuchten, führten nur noch weiter weg vom Glaubhaften. Das Sprechen wurde entwertet und verworfen, wobei dies doch eine Möglichkeit darstellen könnte das Unbewußte in seiner ganzen Vielfalt zu fassen. Durch was zeichnen sich denn psychoanalytische Methoden wie die von Freud geprägte ‚Freie Assoziation‘ aus?
Die Psychoanalyse funktioniert ohne die Sprache nicht, d. h. ohne diese gäbe es auch keinen Weg zum Unbewußten und die ganze Psychoanalyse würde an Bedeutung verlieren. Dabei muss bei einer solchen Analyse schon von der Sprachlichkeit des Unbewußten ausgegangen werden, denn ohne diese Voraussetzung ist eine tiefgründige und wissenschaftliche Psychoanalyse nicht denkbar. Erst der Aspekt der strukturalen Linguistik macht sie zu einer Wissenschaft in Abgrenzung zu einer mystischen Erzählung. Durch die Sprache erfährt das Unbewußte und dessen Phänomene eine klare Struktur und Verbindlichkeit. Freud hat das in den Ansätzen schon erkannt und Lacan hat dem Ganzen noch konkrete Begriffe, Gestalt und Form gegeben. Aufgrund dieser ganz wesentlichen Verbindung dieser beiden Psychoanalytiker und aufgrund Lacans Festhalten an Freud, entgegen vieler Mystiker und Antifreudianer, wird seine Theorie meist auch als ‚Rückkehr zu Freud‘ bezeichnet.
Diese Arbeit soll am von Freud in „Zur Psychopathologie des Alltagslebens“ niedergeschriebenen Beispiel ‚Der Fall Signorelli‘ zeigen, dass die Sprache in der Psychoanalyse unabdingbar ist.

Zum Schluss sollen im Punkt ‚Folgerungen für den Stellenwert der Sprache in der Psychoanalyse‘ ein Resümee des Dargestellten erfolgen und Implikationen für die Psychoanalyse aufgezeigt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Sprache

2.1 Die Wort- und Sachvorstellung

2.2 Die Strukturale Linguistik bei Lacan

3 Das Unbewußte

3.1 Das Topographische Modell als Ausgangspunkt

3.2 "Das Unbewußte ist strukturiert wie eine Sprache."

3.3 Die Verschiebung und Verdichtung

4 Der Fall Signorelli

4.1 Die Hintergrundgeschichte

4.2 Die Genese der Verdrängung und des Vergessens

4.3 Freuds Analyse

4.4 Eine Interpretation nach Lacan

5 Folgerungen für den Stellenwert der Sprache in der Psychoanalyse

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht den essenziellen Stellenwert der Sprache in der Psychoanalyse unter Berücksichtigung der Theorien von Sigmund Freud und Jacques Lacan. Anhand des Fallbeispiels „Der Fall Signorelli“ wird verdeutlicht, dass das Unbewusste nicht als mystisches Phänomen, sondern als strukturiertes System zu begreifen ist, das sich in der sprachlichen Artikulation und in Fehlleistungen manifestiert.

  • Vergleich der Sprachauffassungen von Freud und Lacan
  • Strukturalistische Betrachtung des Unbewussten
  • Analyse der Mechanismen von Verschiebung und Verdichtung
  • Exemplarische Untersuchung der Verdrängungsdynamik am „Fall Signorelli“
  • Etablierung der Psychoanalyse als linguistisch fundierte Wissenschaft

Auszug aus dem Buch

3.2 „Das Unbewußte ist strukturiert wie eine Sprache.“

Nach Freuds Darstellung des Unbewußten und dessen Einordnung in die Persönlichkeit soll nun Lacans Auffassung in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken. Er verwendet den Begriff des Unbewußten erst ab den 50er Jahren und übernimmt damit im Wesentlichen auch die Eigenschaften, die Freud konzipierte. Jedoch möchte er es dabei nicht belassen und das Unbewußte nur auf die Merkmale reduzieren, die es als Sitz der Triebe und das Gegenteil vom Bewußten charakterisieren. Lacan trennt Bewußtes und Unbewußtes nur in dem Sinne, indem er anführt, dass es durchaus Prozesse gäbe, die sich dem Bewußten entziehen. Aufgrund dieser Annahme sei aber noch lange nicht eine Verbindung der beiden Instanzen im Sinne Freuds bewiesen. Das Unbewußte braucht demzufolge einen autonomen Status ohne eine Kategorisierung in Bezug auf weitere, mit ihm in Verbindung stehende Instanzen.

Diesen Sachverhalt verarbeitet Lacan in folgender These: „(…)das Unbewußte ist strukturiert wie eine Sprache(…)“

Mit dieser Annahme vollendet er seine Betrachtungen über Sprache und Struktur. Dieser Satz bringt die Linguistik mit der Psychoanalyse endgültig zusammen und gilt gleichzeitig als das Herzstück der Lacanschen Theorie. Was ist mit diesem Satz aber gesagt? „Er versteht das UNBEWUSSTE ebenso wie die Sprache als eine Struktur von Signifikanten.“

Bei einer Analyse des genauen Wortlautes und der Berücksichtigung des Sprachbegriffes nach Lacan wird einem recht schnell eine Tautologie auffallen. Da schon an anderer Stelle herausgearbeitet wurde, dass Lacan mit Sprache auch jegliche Strukturen über das Sprechen hinaus meint, kann der Begriff ‚Sprache‘ durchaus durch den der ‚Struktur‘ substituiert werden. Dann könnte der Satz (mit Tautologie) lauten: ‚Das Unbewußte ist strukturiert wie eine Struktur.‘. Um nun noch die Tautologie aufzulösen, könnte der Satz wie folgt umgeformt werden: ‚Das Unbewußte ist strukturiert.‘ . Das ist eindeutig die Kernaussage Lacans, die aus seiner These hervorgehen soll. Das Unbewußte folgt also den Annahmen, die er über die Struktur herausgearbeitet hat. Es gleicht der Linguistik mit ihrem arbiträren Spiel der Signifikanten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein, dass das gesprochene Wort in der Psychoanalyse oft vernachlässigt wurde, und begründet die Notwendigkeit, das Unbewusste als sprachlich strukturiert zu verstehen.

2 Die Sprache: Das Kapitel erläutert die sprachphilosophischen Grundlagen bei Freud (Wort- und Sachvorstellung) sowie die strukturalistische Sichtweise Lacans, bei der das Zeichen durch das System von Signifikanten substituiert wird.

3 Das Unbewußte: Hier wird Freuds topographisches Modell dem Postulat Lacans gegenübergestellt, dass das Unbewusste wie eine Sprache strukturiert ist, und die Mechanismen Verschiebung und Verdichtung werden als metonymisch-metaphorische Prozesse definiert.

4 Der Fall Signorelli: Anhand dieses berühmten Fallbeispiels wird Freuds Analyse des motivierten Vergessens dargestellt und anschließend durch eine linguistische Interpretation nach Lacan erweitert, um die Verdrängungsdynamik aufzudecken.

5 Folgerungen für den Stellenwert der Sprache in der Psychoanalyse: Das Fazit resümiert, dass erst durch die sprachliche Fundierung die Psychoanalyse einen wissenschaftlich greifbaren Status erhält und die Brücke zwischen Unbewusstem und Empirie schlägt.

Schlüsselwörter

Psychoanalyse, Unbewusstes, Lacan, Freud, Signifikant, Signifikat, Verschiebung, Verdichtung, Sprache, Struktur, Verdrängung, Fall Signorelli, Metonymie, Metapher, Sprachlichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der zentralen Rolle der Sprache innerhalb der psychoanalytischen Theorie und Praxis, insbesondere im Hinblick auf Lacans „Rückkehr zu Freud“.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Struktur des Unbewussten, die linguistische Analyse psychoanalytischer Mechanismen sowie die Verbindung zwischen Sprechakt und verdrängten Inhalten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Psychoanalyse durch die Betrachtung des Unbewussten als sprachlich strukturiertes System von einer mystischen Erzählung zu einer wissenschaftlich fundierten Disziplin transformiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es wird eine hermeneutisch-analytische Methode angewandt, die linguistische Theorien (Strukturalismus) auf psychoanalytische Fallbeispiele überträgt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Sprache (Wort- und Sachvorstellung), die Definition des Unbewussten als „Struktur wie eine Sprache“ und die Anwendung dieser Konzepte auf den Fall Signorelli.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Signifikant, Signifikat, Verschiebung, Verdichtung, Unbewusstes, Sprache, Verdrängung und Struktur.

Wie unterscheidet Lacan bei der Analyse des „Fall Signorelli“ zwischen Metonymie und Metapher?

Lacan interpretiert die Verschiebung der Silben als metonymische Bewegung (horizontal), während die Substitution des Namens durch „Ersatzmaler“ als metaphorische Bewegung (vertikal) begriffen wird.

Warum bezeichnet Lacan die „Freie Assoziation“ als essenziell?

Die freie Assoziation dient dazu, möglichst viele „reine“ Signifikanten zu produzieren, damit das Unbewusste durch das „Flimmern“ oder Straucheln in der Sprache als Diskurs des Anderen zutage treten kann.

Excerpt out of 29 pages  - scroll top

Details

Title
Die Sprache in der Psychoanalyse und der 'Der Fall Signorelli'
College
http://www.uni-jena.de/  (Philosophisches Institut)
Course
Lacans Theorie des Subjekts
Grade
1,3
Author
Martin Weber (Author)
Publication Year
2009
Pages
29
Catalog Number
V128705
ISBN (eBook)
9783640356379
ISBN (Book)
9783640356744
Language
German
Tags
Lacan Psychoanalyse Sprache Signorelli Freud Signifikant Signifikat Weber Pabst Das Unbewusste Traumdeutung Versprecher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Weber (Author), 2009, Die Sprache in der Psychoanalyse und der 'Der Fall Signorelli', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128705
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  29  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint