„Guter Rat ist teuer“ – eine Redewendung die wohl besser denn je die
aufstrebende Marktlage im Beratungssektor auf den Punkt bringt. Besonders bei
Managern und ambitionierten Karrieristen liegt der hoffentlich gute aber zumeist
teure Rat hoch im Trend.
Doch auch der geneigte Voyeur kann eigens diesem Trend zugeschnittene TVFormate
vom kostengünstigen Couchplatz aus mitverfolgen. Mit Hilfe der Tipps
von Katharina Saalfrank & Co. soll die an ihrem Sprößling verzweifelnde Mutter
im trauten Heim wieder Glück allein einziehen lassen können. Die
unübersichtliche „Multi-Kulti-Gesellschaft“ hungert nach Orientierung, eine
Nachfrage, die den Beratungssektor mehr denn je „boomen“ läßt.
Das Feld der Beratung hat viele Facetten: Ob Eltern, die sich in der städtischen
Erziehungsberatung einfinden, die Schwangere, die bei bereits beschlossenem
Abbruch das obligatorische Gespräch bei Pro Familia über sich ergehen lassen
muss oder der Topmanager, der Unterstützung in wichtigen Fragen bei seinem
persönlichen „Guru“ erhofft – überall hier findet Beratung oder eine ihrer
Sonderformen statt.
Was genau ist denn nun aber nun unter dem schillernden Begriff der Beratung zu
verstehen? Nach dem Entwickeln einer Definition von Beratung ist es Ziel dieser
Arbeit, zwei Sonderformen von Beratung – Intervision und Supervison –
herauszugreifen und zu skizzieren. Anschließend sollen sie einem Vergleich
unterzogen werden um schließlich die Frage zu nach Berührungspunkten aber
auch Unterschieden der beiden Interventionsstrategien zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Beratung
- Beratung in Abgrenzung zu Therapie
- Definitionsversuch
- Formen der Beratung
- Intervision
- Kennzeichen
- Definition
- Das Grundmodell in sechs Hauptschritten
- Grenzen und Nutzen
- Supervision
- Begriff
- Zielgruppen
- Settings der Supervision
- Exkurs
- Interview mit Udo Büchner-Kühn
- Interview mit Detlef Leehr
- Vergleich der beiden Beratungsformen
- Intervision
- Schluss
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit dem Begriff der Beratung und untersucht zwei Sonderformen: Intervision und Supervision. Ziel ist es, die beiden Beratungsformen zu definieren, ihre Merkmale und Anwendungsbereiche zu beschreiben sowie einen Vergleich ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede vorzunehmen.
- Abgrenzung von Beratung und Therapie
- Definition und Merkmale von Intervision und Supervision
- Anwendungsbereiche und Zielgruppen der beiden Beratungsformen
- Vergleich der Interventionsstrategien
- Berührungspunkte und Unterschiede von Intervision und Supervision
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema Beratung ein und stellt die Relevanz des Themas im Kontext der heutigen Gesellschaft dar. Sie beleuchtet die Vielfältigkeit des Beratungsfeldes und die Notwendigkeit, den Begriff der Beratung zu definieren.
Das Kapitel „Beratung“ beschäftigt sich mit der Abgrenzung von Beratung und Therapie. Es wird ein Beratungsbegriff erarbeitet, der sich deutlich von dem der Psychotherapie abgrenzt. Dabei werden Kriterien wie Verantwortlichkeit, Entscheidungs- versus Leidensdruck, pathologisches versus „normales“ Verhalten sowie situative Bedingungen und der rechtliche Rahmen betrachtet.
Im Kapitel „Formen der Beratung“ werden die beiden Sonderformen Intervision und Supervision vorgestellt. Es werden die Kennzeichen, Definitionen, Grundmodelle und Grenzen sowie Nutzen der beiden Beratungsformen erläutert. Im Exkurs werden Interviews mit Udo Büchner-Kühn und Detlef Leehr präsentiert, die Einblicke in die Praxis der Supervision geben.
Das Kapitel „Vergleich der beiden Beratungsformen“ setzt sich mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Intervision und Supervision auseinander. Es werden die jeweiligen Stärken und Schwächen der beiden Interventionsstrategien beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen Beratung, Intervision, Supervision, Abgrenzung, Therapie, Kennzeichen, Definition, Grundmodell, Grenzen, Nutzen, Vergleich, Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Interventionsstrategien.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Beratung und Psychotherapie?
Beratung richtet sich meist an Menschen in spezifischen Entscheidungssituationen oder bei "normalen" Lebensproblemen, während Therapie auf die Heilung pathologischer Zustände und psychischer Störungen mit hohem Leidensdruck abzielt.
Was versteht man unter Intervision?
Intervision, auch kollegiale Beratung genannt, ist eine Form der Beratung ohne externen Experten. Gleichgestellte Kollegen unterstützen sich gegenseitig bei beruflichen Fragen oder Problemen nach einem strukturierten Modell.
Was ist Supervision und wer nimmt sie in Anspruch?
Supervision ist eine professionelle Begleitung durch einen externen Supervisor. Sie dient der Reflexion beruflichen Handelns und wird häufig von Teams in sozialen Berufen, aber auch von Managern genutzt.
Welche Vorteile bietet die Intervision gegenüber der Supervision?
Intervision ist kostengünstiger, da kein externer Berater bezahlt werden muss, und fördert die Gleichberechtigung sowie den Wissensaustausch innerhalb eines Teams auf Augenhöhe.
Welche Rolle spielt ein Supervisor?
Ein Supervisor bietet eine Außenperspektive, moderiert den Prozess, hilft bei der Aufdeckung verdeckter Konflikte und unterstützt die professionelle Weiterentwicklung der Supervisanden.
Warum boomt der Beratungssektor in der heutigen Gesellschaft?
In einer komplexen "Multi-Kulti-Gesellschaft" und einer sich schnell wandelnden Arbeitswelt suchen immer mehr Menschen nach Orientierung, professionellem Feedback und Strategien zur Stressbewältigung.
- Quote paper
- Michaela Walther (Author), 2006, Intervision und Supervison als Sonderformen der Beratung – ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128786