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Johann Georg Elser und das Attentat von 1939. Handlungsmotivation und die Frage nach der Vorbildfunktion

Title: Johann Georg Elser und das Attentat von 1939. Handlungsmotivation und die Frage nach der Vorbildfunktion

Essay , 2022 , 12 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Robin Helm (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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In diesem Essay möchte ich mich zum einen dem Menschen Johann Georg Elser nähern. Unter welchen Lebensverhältnissen wuchs er auf und lassen sich daraus Rückschlüsse auf seine spätere Handlungsmotivation erkennen? Zum anderen wird der moralischen Frage nachgegangen, ob Elser eine Art Vorbildfunktion zugeschrieben werden kann (ähnlich dem Hitler-Attentäter vom Juli 1944 – Claus Schenk Graf von Stauffenberg) oder ob er gar als Mörder an unbeteiligten, für den Fortgang der Geschichte unbedeutenden Personen angesehen werden sollte. In Hinblick auf die letzte Frage ergab sich ab 1999 eine heftig geführte Historiker-Debatte zwischen Lothar Fritze und Peter Steinbach bzw. Johannes Tuchel. Jene interessante Kontroverse möchte ich im Rahmen dieses Textes kurz thematisieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Mensch Johann Georg Elser

3. Die Planung und Durchführung des Attentats

4. Die historische Debatte über Elsers Tat

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Dieser Essay verfolgt das Ziel, das Leben und die Handlungsmotivation von Johann Georg Elser zu beleuchten sowie die kontroverse Historiker-Debatte über die moralische Bewertung seines misslungenen Attentats auf Adolf Hitler unter Einbezug der Positionen von Lothar Fritze einerseits und Peter Steinbach bzw. Johannes Tuchel andererseits zu analysieren.

  • Biografische Hintergründe und Sozialisation von Johann Georg Elser.
  • Analyse der Tatmotive vor dem Hintergrund der NS-Diktatur und drohenden Kriegsgefahr.
  • Technische und logistische Durchführung des Sprengstoffattentats im Münchner Bürgerbräukeller.
  • Ethische Kontroverse: Tyrannenmord vs. Opferung Unbeteiligter.
  • Diskussion über die moralische Legitimation und Vorbildfunktion des Attentäters.

Auszug aus dem Buch

Die Planung und Durchführung des Attentats

Hierbei sei anzumerken, dass es Elser bewusst war, dass er den Nationalsozialismus nicht beseitigen konnte. Er zielte „nur“ darauf ab, die Führung zu treffen, um damit die deutsche Politik zu verändern. Für die Attentatsvorbereitungen besuchte Elser im November 1938 zum ersten Mal den Münchner Bürgerbräukeller. Er entwickelte rasch den Plan, in eine Säule hinter dem Rednerpult Sprengstoff zu deponieren und diesen mittels einer selbstkonstruierten Zeitbombe in die Luft zu jagen. Innerhalb weniger Monate entwendete Elser bei der Heidenheimer Armaturenfabrik kleinere Mengen an Sprengstoff. Ostern 1939 reiste Elser erneut nach München, vermerkte die Maße der Säule und entwarf eine Skizze. Zur selben Zeit wechselte er die Arbeitsstelle und war nun als Hilfsarbeiter im Königsbronner Steinbruch tätig. Hier konnte Elser zum einen größere Mengen an Sprengstoff entwenden und sich zum anderen Sprengkenntnisse aneignen. Aufgrund eines Arbeitsunfalls (ein Stein war auf seinen linken Fuß gefallen) hatte Elser ausreichend Zeit, um seine Attentatspläne akribisch vorzubereiten und vor allem nutzte er auch die Gelegenheit, um technische Schwierigkeiten zu lösen (u.a. die des Zeitzünders). Beim Bau der Höllenmaschine konnte sich Elser auf seinen umfangreichen Wissensschatz stützen, den er im Lauf seines Arbeitslebens gesammelt hatte. Ohne dieses wertvolle Vorwissen wäre der Bau der Bombe unmöglich gewesen. Anfang August überzog Elser nach München und arbeite fortan 30–35 Nächte daran, die Höllenmaschine zu installieren. Hierfür musste Elser die Säule hinter dem Rednerpult in mühseliger Arbeit aushöhlen, wofür er allein bis Ende Oktober benötigte. Schließlich brachte er vom 01. bis zum 06. November 1939 den Zünder und den Sprengstoff im Hohlraum der Säule an und verschloss diese mit einer selbstgebauten unauffälligen Tür. Am 07. November kontrollierte er zum letzten Mal die Sprengvorrichtung. Danach türmte Elser aus München und wollte sich, wie schon erwähnt, als politischer Flüchtling illegal in die Schweiz absetzen. Dass Hitler den alljährlichen Termin im Münchner Bürgerbräukeller erst absagte, dann aber spontan doch noch erschien, entzog sich Elsers Kenntnis. Der Zeitzünder tickte ab dem 06.11. und sollte nicht mehr abgestellt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird das Attentat vom 08. November 1939 eingeführt sowie die Fragestellung nach Elsers Motivation und moralischer Bewertung skizziert.

2. Der Mensch Johann Georg Elser: Dieser Abschnitt behandelt die Herkunft, die schwierige familiäre Sozialisation und die Entwicklung von Elsers politischer Abneigung gegenüber dem Nationalsozialismus.

3. Die Planung und Durchführung des Attentats: Das Kapitel beschreibt detailliert die akribische Vorbereitung, die technische Konstruktion und die logistische Umsetzung des Anschlags bis zur Flucht des Täters.

4. Die historische Debatte über Elsers Tat: Hier wird die Kontroverse um die moralische Bewertung durch Lothar Fritze einerseits und Peter Steinbach bzw. Johannes Tuchel andererseits dargestellt.

5. Fazit: Das abschließende Urteil bewertet die Tat als mutig und legitim, wobei auch Fehler in der Durchführung und die Problematik einer absoluten Vorbildfunktion eingeräumt werden.

Schlüsselwörter

Johann Georg Elser, Attentat, Bürgerbräukeller, Nationalsozialismus, Widerstand, Tyrannenmord, Historiker-Debatte, Lothar Fritze, Peter Steinbach, Johannes Tuchel, Moral, Motivforschung, Zeitbombe, NS-Regime, Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Leben des Hitler-Attentäters Johann Georg Elser und die moralische Debatte um die Bewertung seiner Tat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Biografie Elsers, die detaillierte Planung und Durchführung des Sprengstoffattentats sowie die historiographische Einordnung seiner Handlung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein differenziertes Bild von Elser zu zeichnen und die Kontroverse darüber zu beleuchten, ob seine Tat ein legitimierter Tyrannenmord oder ein moralisch fragwürdiges Unterfangen war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor verwendet eine fundierte historische Analyse unter Einbezug von Zeitzeugnissen, Verhörprotokollen und der wissenschaftlichen Fachdiskussion.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Elsers Herkunft, sein politisch-motivierter Widerstand, der technische Bau der Bombe und die ethische Bewertung des Attentats durch verschiedene Historiker analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Johann Georg Elser, Widerstand, Tyrannenmord, historische Kontroverse und moralische Bewertung charakterisiert.

Warum wird Elser teilweise als "Sonderling" bezeichnet?

Diese Bezeichnung bezieht sich auf seine ruhige, einzelgängerische Art und das in den Quellen vorfindbare (einseitige) Bild, das ihn fernab von politischem Aktivismus zeigt.

Welches zentrale Argument führt Lothar Fritze gegen Elser an?

Fritze kritisiert vor allem, dass Elser bei seinem Anschlag den Tod unbeteiligter Dritter in Kauf nahm und durch seine Flucht nicht am Ort des Geschehens verblieb, um das Attentat moralisch zu legitimieren.

Wie verteidigen Peter Steinbach und Johannes Tuchel die Tat?

Sie betonen, dass Elser ein einfacher Durchschnittsbürger war, der die NS-Gefahr früh erkannte, seine ethischen Überzeugungen konsequent verfolgte und als Alleintäter die Verantwortung für seine Tat trug.

Was ist die abschließende Haltung des Verfassers zu Elser?

Der Verfasser sieht in Elser eine mutige Persönlichkeit, die aufgrund früher Erkenntnis handelte, verweigert ihm jedoch den Status einer glorreichen Heldenfigur und erkennt sowohl sein Handeln als auch die Fehler in seiner Ausführung an.

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Details

Title
Johann Georg Elser und das Attentat von 1939. Handlungsmotivation und die Frage nach der Vorbildfunktion
College
University of Heidelberg
Grade
1,5
Author
Robin Helm (Author)
Publication Year
2022
Pages
12
Catalog Number
V1287918
ISBN (eBook)
9783346745835
ISBN (Book)
9783346745842
Language
German
Tags
johann georg elser attentat handlungsmotivation frage vorbildfunktion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robin Helm (Author), 2022, Johann Georg Elser und das Attentat von 1939. Handlungsmotivation und die Frage nach der Vorbildfunktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1287918
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