Die vorliegende Hausarbeit hat den französischen Soziologen Émile Durkheim und seine Ideen bzw. Vorstellungen von Gesellschaftsstrukturen und deren unterschiedlichen Formen der Solidarität zum Thema. Ziele dieser Arbeit sind, die Grundbegriffe von Gesellschaft nach Durkheim herauszuarbeiten und darüber hinaus seine verschiedenen Gesellschaftsentwürfe darzustellen.
Durkheim gilt heute als Vorreiter der modernen Soziologie und überdies als Begründer des Sozialisationsbegriffes. Er sprach erstmals von der Soziologie als eigenständige Geisteswissenschaft und war ferner einer der ersten, der die Erziehungswissenschaft als eigenen Bereich ansah und nicht, wie es vor ihm in der Regel der Fall war, im Bereich der Psychologie. In seinem Werk über die Arbeitsteilung, welches im Folgenden behandelt wird, stellt er Überlegungen über die Strukturierung höherer Gesellschaften und zusammenhängende Folgen für die Individuen dar.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Person Émile Durkheims
3. Gesellschaft nach Durkheim – Eine Annäherung
3.1. Arbeit
3.2. Arbeitsteilung
3.3. Anomie
4. Gesellschaftsmodelle nach Durkheim
4.1. Mechanische Solidarität oder segmentäre Gesellschaft
4.2. Organische Solidarität oder arbeitsteilige Gesellschaft
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit verfolgt das Ziel, die soziologischen Grundbegriffe von Émile Durkheim sowie seine Gesellschaftsentwürfe zu analysieren, wobei ein besonderer Fokus auf den Merkmalen der modernen Gesellschaft, dem Menschenbild und der Bedeutung der Arbeitsteilung liegt.
- Lebensweg und soziologisches Werk von Émile Durkheim
- Begriffsdefinitionen: Arbeit, Arbeitsteilung und Anomie
- Analyse der mechanischen Solidarität (segmentäre Gesellschaft)
- Analyse der organischen Solidarität (arbeitsteilige Gesellschaft)
- Kritische Reflexion der durkheimschen Gesellschaftsmodelle
Auszug aus dem Buch
4.1. Mechanische Solidarität oder segmentäre Gesellschaft
„In den segmentären Gesellschaften erkennt Durkheim archaische Sozialgebilde. Sie vereinen Menschen auf Grund ihrer Ähnlichkeit. Es gibt in diesen Gesellschaften wenig oder gar keine sozialen Unterschiede. Die individuellen Züge der einzelnen Gesellschaftsmitglieder sind weitgehend unterentwickelt, ihre Gleichheit ist ihre Solidaritätsgrundlage.“13
Der Begriff Segment meint die Organisationsform. Es können vier Gruppen gebildet werden, die jeweils eine Zusammenschließung mehrerer vorhergehender Segmente sind: Als einfachste Gesellschaftsform definiert Durkheim die société à segment unique (die Horde). Hier ist jeder Mensch unmittelbarer Bestandteil der Gesamtgesellschaft.14 Mehrere Horden bilden die sociétés polysegmentaires simples, die als Clan bezeichnet werden und nichts anderes sind als Horden, die sich zusammengeschlossen haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Arbeit, die sich mit den Gesellschaftsstrukturen und den Solidaritätsformen nach Émile Durkheim befasst.
2. Zur Person Émile Durkheims: Kurzbiografie des französischen Soziologen und Einordnung seiner akademischen Bedeutung sowie seiner Hauptwerke.
3. Gesellschaft nach Durkheim – Eine Annäherung: Definition der zentralen Begriffe Arbeit, Arbeitsteilung und Anomie, die für das Verständnis der soziologischen Theorien Durkheims essenziell sind.
4. Gesellschaftsmodelle nach Durkheim: Detaillierte Gegenüberstellung der mechanischen Solidarität in segmentären Gesellschaften und der organischen Solidarität in arbeitsteiligen modernen Gesellschaften.
5. Schlussbetrachtung: Kritische Würdigung des durkheimschen Ansatzes, der sowohl für seine soziologische Strenge als auch für seine idealistischen Vereinfachungen diskutiert wird.
Schlüsselwörter
Émile Durkheim, Soziologie, Sozialisation, Arbeitsteilung, Anomie, Mechanische Solidarität, Organische Solidarität, Gesellschaftsmodell, Kollektivbewusstsein, Segmentäre Gesellschaft, Industrielle Gesellschaft, Solidarität, Sozialgeschichte, Soziale Normen, Arbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit den soziologischen Vorstellungen von Émile Durkheim bezüglich der Strukturierung von Gesellschaften und den daraus resultierenden Formen der Solidarität.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Begriffe Arbeit und Arbeitsteilung, das Phänomen der Anomie sowie die Unterscheidung zwischen mechanischer und organischer Solidarität.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Hauptziel ist es, die grundlegenden Gesellschaftsentwürfe Durkheims herauszuarbeiten und die Merkmale einer modernen Gesellschaft kritisch zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse der Fachliteratur über Durkheim und dessen Primärwerke, um seine soziologischen Thesen systematisch darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Begriffe Arbeit, Arbeitsteilung und Anomie definiert und anschließend die beiden Gesellschaftsmodelle – mechanische und organische Solidarität – im Detail ausgeführt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Arbeitsteilung, Anomie, mechanische und organische Solidarität sowie Kollektivbewusstsein maßgeblich geprägt.
Wie definiert Durkheim den Begriff „Anomie“?
Durkheim versteht unter Anomie sozial-pathologische Auswirkungen der industriellen Arbeitszerlegung, die zu einem Zusammenbrechen des normativen Ordnungssystems und einer Entfremdung führt.
Warum wird die mechanische Solidarität als „segmentär“ bezeichnet?
Sie wird so bezeichnet, weil sie archaische Gesellschaftsformen beschreibt, in denen Mitglieder aufgrund großer Ähnlichkeit und geringer sozialer Differenzierung sehr direkt an die Gesellschaft gebunden sind.
Welche Rolle spielt die Arbeitsteilung bei der Entstehung der „organischen Solidarität“?
Die Arbeitsteilung führt nach Durkheim zur Spezialisierung, wodurch Individuen unterscheidbar werden und ihre gegenseitige Abhängigkeit das neue Fundament der sozialen Solidarität bildet.
Welcher Kritik sieht sich Durkheims Ansatz ausgesetzt?
Kritiker wie May bemängeln, dass Durkheims Theorie teilweise monokausal sei und durch eine zu starke Fixierung auf moralische Aspekte wirtschaftliche Faktoren der Arbeitsteilung vernachlässige.
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- Dipl. Geogr. Alexander Trabitzsch (Author), 2019, Gesellschaft nach Émile Durkheim. Begriffe und Modelle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1288231