Sind junge Menschen eher politikverdrossen oder ist unter anderem durch „Fridays for Future“ eine Art Begeisterung für politisches Engagement entstanden? Hat die Coronapandemie das Vertrauen in die Politiker*innen geschwächt, da sich viele nicht gesehen fühlen? Würde beispielsweise die Herabsenkung des Wahlalters mehr Begeisterung auslösen?
All diese Fragen stellen verschiedene Konflikte dar und sollen den Rahmen für diese Hausarbeit bilden. Dabei soll durch die plakative Frage, ob junge Menschen in Deutschland politikverdrossen sind, ein Überblick über das Verhältnis zwischen jenen und den politischen Akteuren dargestellt werden. Hierbei soll nicht nur der aktuelle Stand wiedergegeben, sondern der Verlauf der letzten Jahre analysiert und interpretiert werden, auch im Hinblick auf Geschlecht und Bildungsstand der Jugendlichen, sowie mögliche Unterschiede zwischen „Ost und West“. Außerdem soll ein Vergleich zur Gesamtbevölkerung gezogen werden, um mögliche Entwicklungen besser einzuordnen, da falls sich Politikverdrossenheit bei jungen Menschen feststellen ließe, dies auch ein generelles Problem der Gesellschaft und damit des politischen Systems Deutschlands sein könnte.
Gliederung
1. Einleitung
2. Begriffliche Klärungen
2.1 Politikverdrossenheit
2.2 Jugend
2.3 Politik
3. Das Verhältnis zwischen Jugend und Politik
3.1 Shell Jugendstudie
3.2 JEPS Studie (Jugend. Engagement. Politische Sozialisation)
4. Politische Partizipation
4.1 Politische Partizipationsformen
4.2 Herabsenkung des Mindestwahlalters
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der jungen Generation und der Politik in Deutschland, um zu klären, ob von einer generellen Politikverdrossenheit gesprochen werden kann oder ob neue Formen des Engagements existieren.
- Analyse des aktuellen politischen Interesses junger Menschen.
- Untersuchung von Einflüssen wie dem Bildungsstand und dem sozialen Umfeld.
- Bewertung von Partizipationsformen wie Demonstrationen und Jugendorganisationen.
- Diskussion über die Relevanz der Herabsenkung des Wahlalters.
- Einordnung der Erkenntnisse aus der Shell-Jugendstudie und der JEPS-Studie.
Auszug aus dem Buch
2.1 Politikverdrossenheit
Nicht erst seit der Wahl zum „Wort des Jahres 1992“ (Vgl. Pickel 2013), ist der Begriff Politikverdrossenheit eine weit verbreitete Beschreibung eines Zustands, welcher sich im Verhalten der Bevölkerung widerspiegeln soll. Dabei wird dieser trotzdem häufig nicht näher erläutert und als klar definierte Größe im politischen Spektrum angesehen. Doch wofür steht sie nun.
„‘Politikverdrossenheit‘ wird in Kommentaren zum politischen Geschehen als Ursache, als Folge und als Überbegriff für eine ganze Reihe von politischen Problemen und Entwicklungen präsentiert. Zu nennen sind hier vor allem die sinkende Wahlbeteiligung, […] die angeblichen Mitgliederverluste der etablierten Parteien und das schwindende Vertrauen in die staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen, die allesamt als Ausdruck von Politikverdrossenheit interpretiert werden.“ (Arzheimer 2013)
Natürlich reicht das nicht um den Terminus endgültig zu definieren, jedoch wird dadurch gut sichtbar, dass vieles automatisch impliziert wird, ohne dabei konkret zu werden. Trotz dessen lässt sich festhalten, dass es vor allem um ein generelles politisches Interesse und Vertrauen in die politischen Institutionen geht. Natürlich lässt sich dies nicht immer perfekt definieren und darstellen, jedoch mithilfe von Umfragen und dem Vergleichen von Statistiken, lässt sich häufig ein gutes Stimmungsbild skizzieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des politischen Verhältnisses zwischen der jungen Generation und der Politik ein und stellt die Forschungsfrage nach einer möglichen Politikverdrossenheit.
2. Begriffliche Klärungen: Hier werden die zentralen Termini Politikverdrossenheit, Jugend und Politik definiert, um eine fundierte Grundlage für die anschließende Analyse zu schaffen.
3. Das Verhältnis zwischen Jugend und Politik: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Shell-Jugendstudie sowie der JEPS-Studie, um das Stimmungsbild und die politische Sozialisation Jugendlicher zu beleuchten.
4. Politische Partizipation: Es werden gängige Formen der politischen Teilhabe wie Wahlen und zivilgesellschaftliches Engagement sowie die Debatte um das Wahlalter ab 16 Jahren diskutiert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die junge Generation sehr heterogen ist und Politikverdrossenheit nicht pauschal bestätigt werden kann.
Schlüsselwörter
Politikverdrossenheit, Jugendforschung, Politische Partizipation, Shell-Jugendstudie, JEPS-Studie, Fridays for Future, Politische Bildung, Wahlalter, Demokratie, Partizipationsformen, Sozialisation, Populismus, Engagement, Jugendgemeinderäte, Meinungsbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie das Verhältnis von Jugendlichen zur Politik in Deutschland aktuell beschaffen ist und ob Anzeichen für eine generelle Politikverdrossenheit vorliegen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition von Politikverdrossenheit, der Einfluss sozialer Faktoren auf das politische Interesse sowie moderne Partizipationsmöglichkeiten für junge Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein differenziertes Bild der politischen Einstellung der jungen Generation zu zeichnen und zu prüfen, ob die Annahme einer Politikverdrossenheit auf Basis empirischer Studien haltbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse bestehender Studien, wie der Shell-Jugendstudie und der JEPS-Studie, sowie auf eine Auswertung von Fachliteratur zum Thema politische Partizipation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, die Auseinandersetzung mit Studienergebnissen zum politischen Verhältnis und die Analyse aktueller Methoden der politischen Partizipation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Politikverdrossenheit, Partizipation, Jugendforschung und Demokratie.
Welche Rolle spielt die Shell-Jugendstudie für die Argumentation?
Sie dient als wesentliche empirische Quelle, um das politische Interesse im Zeitverlauf und die Heterogenität innerhalb der jungen Generation aufzuzeigen.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle von sozialen Medien bei der politischen Partizipation?
Die Arbeit sieht soziale Medien nicht nur als Plattform für symbolische Selbstdarstellung, sondern auch als essenzielles Werkzeug zur Organisation von offline stattfindenden politischen Aktivitäten wie Demonstrationen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Sind junge Menschen in Deutschland politikverdrossen? Ein Überblick über das Verhältnis zwischen Jugend und Politik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1289004