Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Französische Philologie - Literatur

"Parfait et Accompli". Der europäische Ethnozentrismus des 16. Jahrhunderts dargestellt bei Montaigne

Titel: "Parfait et Accompli". Der europäische Ethnozentrismus des 16. Jahrhunderts dargestellt bei Montaigne

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2021 , 22 Seiten , Note: 1

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Französische Philologie - Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Seminararbeit hat zum Ziel mittels Literaturanalyse zu untersuchen, wie Montaigne sich zum Thema „europäischer Ethnozentrismus“ positioniert. Zu Beginn der Arbeit wird der Essay Des Cannibales analysiert, um zunächst zu präsentieren, wo sich Montaigne zu diesem Thema äußert. Gleichzeitig soll dabei Montaignes Argumentationsweise anhand ausgewählter Stellen dieser Essays untersucht werden, um festzustellen, wie Montaigne dieses Phänomen begründet und bewertet. Im Anschluss an diese Analyse, werden Montaignes zentrale Aussagen des Essays vor dem Hintergrund verschiedenster Theorien zum Ethnozentrismus genauer betrachtet, um Montaignes Bild des Ethnozentrismus zu präzisieren. Genauer wird dabei auf die William Sumner, Thomas Hylland Eriksen sowie Isidoro Moreno eingegangen, deren Theorien unterschiedliche Ansätze aufweisen. Die Behandlung dieser wissenschaftlichen Lehren soll einen vielschichtigen Blick auf Montaignes Darstellung des Ethnozentrismus eröffnen.

Danach folgt eine Darstellung zu Montaignes Wissenshintergrund. Um Montaignes Position zum Ethnozentrismus einordnen zu können, erscheint es unabdingbar der Frage nachzugehen, welche Quellen Montaigne konsultiert. Diese Erkenntnisse dienen dazu, nachzuvollziehen, auf welches Wissen Montaignes Argumente aufbauen, was wiederum ermöglichen soll, seine Haltung besser einzuschätzen.

Den Abschluss der Arbeit bildet das Fazit, das einen Versuch darstellt, Montaignes Position zum Ethnozentrismus zu definieren. Zudem werden in dem finalen Abschnitt die wesentlichsten Erkenntnisse nochmals dargestellt sowie weitergeführt..

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Von Barbaren und Kniebundhosen–Ethnozentrismus in Des Cannibales

1.1. Textanalyse

1.2. Theorien des Ethnozentrismus dargestellt in Des Cannibales

2. Hintergründe und Quellen zu Montaignes Bild der nouveau monde

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer Literaturanalyse die Positionierung Michel de Montaignes zum Thema „europäischer Ethnozentrismus“. Das primäre Ziel ist es, in seinem Essay „Des Cannibales“ zu analysieren, wie Montaigne die eurozentristische Einstellung seiner Zeit hinterfragt, kritisiert und durch Vergleiche sowie eine Umkehrung der gängigen Fremdwahrnehmung das Bild eines vermeintlich zivilisierten Europas dekonstruiert.

  • Analyse der Begriffsverwendung und Argumentationsstruktur in „Des Cannibales“
  • Untersuchung von Montaignes Kritik am europäischen Verhalten gegenüber der Natur und indigenen Völkern
  • Theoretische Einordnung des europäischen Ethnozentrismus mittels wissenschaftlicher Konzepte (Sumner, Eriksen, Moreno)
  • Kontextualisierung von Montaignes Wissensquellen zu den neuen Welten
  • Dekonstruktion des europäischen Überlegenheitsanspruchs

Auszug aus dem Buch

1.1. Textanalyse

Quand le Roi Pyrrhus passa en Italie, après qu’il eut reconnu l’ordonnance de l’armée que les Romains lui envoyaient au-devant, je ne sais, dit-il, quels barbares sont ceux-ci (car les Grecs appelaient ainsi toutes les nations étrangères) mais la disposition de cette armée, que je vois, n’est aucunement barbare.

Mit diesen Worten beginnt Montaigne seinen Essay Des Cannibales. Bei dieser Geschichte handelt es sich um eine Nacherzählung aus Plutarchs Biographie Pyrrhus aus dem Jahre 75 nach Christus. König Pyrrhus befand sich zwischen 280 – 275 vor Christus auf einem Vormarsch gegen Rom und wie aus dem Zitat hervorgeht, stellt er fest, dass die Anordnung des gegnerischen römischen Heers keineswegs barbarisch sei, wie er zunächst angenommen hatte. Zur Zeit Montaignes wurde unter dem Begriff barbare etwas anderes verstanden als zur Zeit Pyrrhus, deshalb findet sich an dieser Stelle eine Anmerkung Montaignes zur Bedeutung dieses Terminus. Zu Zeiten Pyrrhus wird barbare auf neutrale Weise verwendet, um auf die Fremdartigkeit eines Volkes hinzuweisen, allerdings tritt eine Pejorisierung des Begriffs ein. Seit Beginn der Antike weist barbare eine negative Konnotation auf und dient seither als abwertende Bezeichnung für die Andersartigkeit fremder Kulturen. Es ist eher wahrscheinlich, dass Montaigne sich in diesem Beispiel – trotz Verweis auf die ursprüngliche Bedeutung des Barbarenbegriffs – auf die negativ konnotierte Variante bezieht, da er auf den nachfolgenden Seiten ebenfalls die abwertende Haltung gegenüber der fremden Kultur behandelt, die auch in diesem Beispiel thematisiert wird. Folglich kann in dieser Geschichte rund um Pyrrhus barbare als Werkzeug zur Abgrenzung zum Fremden und zur Demonstration der eigenen Überlegenheit interpretiert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung erläutert den historischen Kontext von Montaignes Wirken und definiert das Ziel der Arbeit, seine Position zum europäischen Ethnozentrismus mittels Literaturanalyse zu untersuchen.

1. Von Barbaren und Kniebundhosen–Ethnozentrismus in Des Cannibales: Dieses Kapitel analysiert Montaignes Textbausteine und Sprachgebrauch im Essay, um seine Kritik an der europäischen Überheblichkeit offenzulegen und theoretisch einzuordnen.

1.1. Textanalyse: Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Argumentationsweise Montaignes, insbesondere im Hinblick auf die Begriffe „Barbare“ und die Wahrnehmung der indigenen Bevölkerung.

1.2. Theorien des Ethnozentrismus dargestellt in Des Cannibales: Dieses Teilkapitel verknüpft Montaignes Essay mit soziologischen Theorien über Ethnozentrismus von Sumner, Eriksen und Moreno.

2. Hintergründe und Quellen zu Montaignes Bild der nouveau monde: Es wird die Frage kritisch beleuchtet, auf welche Wissensquellen und authentischen oder vagen Berichte Montaigne seine Darstellung stützt, da er selbst nie in der Neuen Welt war.

3. Fazit: Das abschließende Kapitel definiert Montaignes kritisches Weltbild als Umkehrung der damals gängigen eurozentristischen Sichtweise und betont die heutige Relevanz von Respekt und Toleranz.

Schlüsselwörter

Michel de Montaigne, Ethnozentrismus, Des Cannibales, kulturelle Identität, Eurozentrismus, Kolonialismus, Fremdbild, Anthropologie, Kulturvergleich, kritische Gesellschaftsanalyse, Moral, Zivilisationskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch den Essay „Des Cannibales“ von Michel de Montaigne und dessen Haltung zum europäischen Ethnozentrismus des 16. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Dekonstruktion europäischer Vorurteile, der Umgang mit dem „Fremden“, Kritik am Kolonialismus sowie der moralische Vergleich zwischen der europäischen und indigenen Lebensweise.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Montaigne durch die Umkehrung des ethnozentristischen Weltbildes die vermeintliche Überlegenheit Europas hinterfragt und kritisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Literaturanalyse durchgeführt, die den Essaytext interpretiert und in den Kontext soziologischer Theorien zum Ethnozentrismus stellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die inhaltliche Argumentation des Essays bezüglich Barbarei, Natur und Kannibalismus sowie die Einordnung durch wissenschaftliche Modelle (Sumner, Eriksen, Moreno).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind Montaigne, Ethnozentrismus, kulturelle Identität, Kolonialismus und Zivilisationskritik.

Warum ist das Treffen mit den Indigenen in Rouen für die Arbeit relevant?

Es wird als entscheidende, wenn auch quellenkritisch diskutierte Erfahrung Montaignes betrachtet, die seine Sicht auf die indigene Bevölkerung aus erster Hand maßgeblich beeinflusst haben soll.

Inwiefern verwendet Montaigne Ironie als Werkzeug der Kritik?

Montaigne nutzt ironische Aussagen und Anaphern, um die europäische Selbstwahrnehmung als „perfekt“ lächerlich zu machen und die eigene Überheblichkeit der Europäer zu spiegeln.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Parfait et Accompli". Der europäische Ethnozentrismus des 16. Jahrhunderts dargestellt bei Montaigne
Hochschule
Universität Salzburg
Note
1
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
22
Katalognummer
V1289039
ISBN (PDF)
9783346747426
Sprache
Deutsch
Schlagworte
parfait accompli ethnozentrismus jahrhunderts montaigne
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, "Parfait et Accompli". Der europäische Ethnozentrismus des 16. Jahrhunderts dargestellt bei Montaigne, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1289039
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  22  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum